Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1917
- Issue
- Heft 19 (21.9.1917)
- Date
- 1917-09-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ahrhsit Redaktion und kldministratton: Wien, 11., Novaragasse 27 Telephon: Redaktion Automat »2.889. Asakhängige Zeitschrift für jüöische Bezugspreis: jj 4Vau»jithrig.K 15.— jj Hakbliistria.K 7.60.1 Administration Aut. 47.864 K. f. dsterr. Postsparkassa- Scheck-Samo Nr. 400.918. Autere^eu.! Fiu tfiiltudbeuiiitc: I iSanßjiihrig.K 10.— | Inserate: — Die viermal gespaltene Nonpareille-Zeile 25 Heller. Erscheint jeden Areitag. jyii' '.MiiiLmb: Abonnementsmib Insertion»- •Sanjlfttjlia ..» Mark betröge sind i» Wien zahlbar und klagbar. Motto: „Das Siegel Gottes ist Wahrheit!** 5 Rubel oder >0 Are». 1---. r~.~- Kr. 19. Wien, 21. September 1917. Inhalt: Bersöhnüngstag. — Zur Abwehr! — Zur jüdischen Kongreßfrage in Oesterreich. — Litul tora. — Ter jüdische Staat. — Jüdische Flieger im Kriege. — Verschiedene Nachrichten. Abonnements-Einladung. Die geehrten Kerren Abonnenten werden um umgehende Erneuerung des Abonnements tür^das am 1. Hktober 1917 beginnende IV. Huartat ersucht, damit die regelmäßige Hrpedition des Alattes keine Flntervrechnng erleide. Abonnements-Bedingungen: Kanzjährig Kr. 15 — Katvjährig Kr. 7.59, Aiertetjährig Kr. 3.75. Ä. k. Postsparkafseu-Kouto 100.918. . Probeuummern gratis zur Verfügung. Die Administration Den geehrten Abonnenten «ud Lesern nnseres Blattes wünschen wir to"n “iö: Die Redaktion. Urrlohnnngstag. Wieder naht dieser Tag inmitten des tobenden Weltkrieges unser aller Blick wendet sich gen Himmel, von wo allein und Erleuchtung -und Erlösung aus dem Chaos kommen kann und wird. „Ich erhebe meine Augen zu den Bergen, woher soll meine Hilfe kommen?" Nicht von den Bergen von Leichen und Leiden, nicht auf dem Schlachtfelde werden unsere Gegner unser Herr. Nur im Wege der ihnen angebotenen Verständigung und Versöhnung, nicht durch unsere Niederwerfung, die ihnen in den ersten drei Jahren vollster Kraftentsaltung mißlang, kann der Friede erreicht werden. In diesem furchtbaren Ringen war und ist Gott mit uns und schützt und hütet uns offensichtlich. Bei dem so rührenden Gebete unesane tokef muß es uns als ganz besonderes Zeichen Gottes erscheinen, wenn wir rückschauend die Heldentaten von Führen: und Soldaten bewundernd sehen, die Gott von Ruhmesleistung zu Ruhmesleistung trotz der Ueberzahl der mächtigen Gegner führt und schützt und wahrt! Gott lenkt auch im wildesten Schlachtengetümmel unser Geschick und ohne seinen heiligen Willen wird niemanden: ein Haar gekrümmt. „In seine Hand empfehle ich meine Seele, wenn ich schlafe und erwache". Der Krieger fühlt es besonders und tausendfältiger Tod soll ihn nicht schrecken, denn Gott ist mit ihm, für Kaiser und Vaterland, für Recht und Wahrheit gilt der heilige Krieg! Ihr wackere Streiter, gedenkt des draußen beim Schofarklange, der euch mächtig wecken möge, daß eine neue Welt, eine bessere Zeit nur durch die schwersten Opfer entstehen können! Wenn das Festgedet gen Himmel steigt, so wisset, daß der Weltenrichter über Euch wacht und Euch in Eurem heiligen Kampf stützt und führt! Gedenkt beim hehren Klange der Festgesänge Eurer Heldenväter, die der Gebete Weihe und Innigkeit inmitten der schwersten Leiden aufgerufen, für der Väter Glauben und Ideale alles freudig zu opferr: und ihrem Leben stets neuen Wert, neuen Inhalt, neue Kraft zu leihen. Tapferkeit, Aufopferung, Selbstlosigkeit, Hingabe an die höchsten Ziele kündeten ihnen und uns diese Festesstimmen. Wie Urahn Abraham des Lebens Kämpfe willig, mutig bestand, wie er sein geliebtes Kind aus Moria willig darbrachte, so müssen wir es ebenso halten und alle Opfer willig bringen für des Vaterlandes, der Gesamtheit Wohl und Gedeihen. Durch Opfer, Entsagung, durch Hingabe an gemeinsame große Ziele gewinnt das Leben Wert und Zweck, nur durch völliges Aufgehen in großen Zielen Bedeutung und Kraft. Ist dies nicht mit goldenen Lettern in unserer Geschichte überall verzeichnet? Kennen wir nicht die herrlichen Gestalten unserer Großen, die uns mahnend, befeuernd umgeben, auszuharren und mutig der großen Zeit und Ziele würdig zu sein. Sind unsere Patriarchen, Moses, Aharon, die Richters Könige und Propheten nicht für diese hehren Gedanken überall eingetreten? Haben unsere Helden der Makkabäerzeit, unsere Großen der spanischen Geschichte, unsere Märtyrer der so grausamen Verfolgung uns nicht den Weg aufwärts gezeigt! Eiserner Wille und harte Zähigkeit führen zun: Ziele, während Kleinmut und Zaghaftigkeit nur zum Untergänge sichren. Das ist des Festes Mahnung: eine starke Seele voll Kraft und Unbeugsamkeit im neuen Jahre! Eine unbeugsame Willensfestigkeit gegenüber all den Leiden und Fährlichkeiten des Krieges, mit dem Gvtt uns, unfern