Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1916
- Issue
- Heft 32 (22.12.1916)
- Date
- 1916-12-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Seite &. Nr. 33. Die Wahrheit zu Jerusalem anläßlich des 60-jährigen Bestandes dieser Anstalt. Dankschreiben des k. u. k. General-Oberstabsarztes Prof. Dr. Alois Pick für die Gratulation des Vorstandes E anläßlich der ihm verliehenen Allerhöchsten Auszeichnung. S p e n d e n e i n g a n g: Liste der Tempelspenden, ferner Spende von Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern, zur Beteilnng an Arme, besonders jür Bekleidung und Beschuhung armer Kinder K 100.—. Von Frau Sidonie Edle von Taussig, ans Anlaß des Todestages des Herrn Theodor Ritter von Taussig s. A., K 200.—. Spende des Herrn Rudolf Löwy, anläßlich des Ablebens seines Bruders Herrn Heinrich Löwy, für bedürftige Juden, K 200.—. Bon Herrn Artur Lang, Spende anläßlich des Todestages des sel. Herrn Ing. Ernst Lang für die Chewra Kadischa, K 200.—. Bericht des Präsidenten über die Trauerfei e r! i ch k e i t e u -a n l ä ß t i ch des Ablebens weiland S r. M a j e st ä t des K a i s e r s F r a n z I o s e f I. Der ausführliche Bericht des Präsidenten über die Tranerfeiern und Tranergottesdienste sowie über die Teilnahme der Vertreter der österreichischen Judenschaft' an der Trauerseier im Stephansdome, über welche wir seinerzeit bereits eingehend berichteten, wurde zur Kenntnis genommen. Hinzngefügt sei noch, daß dem Knltusvorstaride ans diesem Anlasse das nachfolgende Kondolenzschreiben der Berliner jüdischen Gemeinde zngekommen ist: „Berlin, 2b. November 1916. Sehr geehrte Herren! In schwerem Waffenringen sttheu mit unverbrüchlicher Bnndestrene ganz Deutschlands und Oesterreich-Ungarns Völker zusammen, Freud und Leid miteinander teilend. Aus diesem Gefühle der Zusammengehörigkeit entspringt unsere aufrichtige und herzliche Teilnahme an dem schweren Verluste, der mit allen anderen Bewohnern der Monarchie die österreichisch-ungarische Judenheit durch den Heimgang weiland Sr. Majestät des K a i s e r s Franz I o s e f I. erlitten hat. Wir haben volles Verständnis für die tiefe Trauer seiner getreuen Landeskinder, die in ihm den fürsorglichen Bater beweinen, welcher über sie alle, ohne Unterschied, mit gleicher Liebe die milden Strahlen seiner Gerechtigkeit und fürstlichen Gnade leuchten ließ. Unauslöschliche Dankesschuld zollt ihm die Judenheit auch dafür, daß er ihren Wünschen - Nach bürgerlicher Gleichstellung unter dem Zepter seiner ruhmreichen Regierung Erfüllung ward. Möge es der Monarchie nie an Herrschern fehlen, die gleich Franz Josef I. znm Heile ihrer Völker in der Wahrung der Grundsätze der Gerechtigkeit und Menschenliebe den Leitstern ihres Lebens erblicken. In ansgezeichneter Hochachtung Vorstand und Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde. Heinrich E i s n e r m. p. Dr. Georg Mindenm. p." Kaiser-Fra nz-Jo sef-I.- Gedä ch tui^s -S t i f tung. Der Antrag des Vertreterkolleginms auf Errichtung einer ,.K a i s e r - F r a u z - I o s e f -1. - Gedächtnis- Stiftung" im Betrage voll K 100.000 Kriegsanleihe zugunsten jüdischer verlassener Kinder, vornehmlich Kriegs- Waisen, wird einhellig angenommen. Huldigung der Jndenschaft Oesterreichs a n l ä ß l i ch der T h r o n b e st e i g u n g K a i s e r K a r l I. Präsident Dr. Stern erstattet eingehenden Bericht über beu' Verlauf der Hnldignugsandienz der Vertreter der österreichischen Jndenschasl bei Ihren Majestäten Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita. Die in.dieser Audienz vom Präsidenten Dr. Alfred Stern gehaltene Hukdignngsaniprache sowie die huldvolle Antwort Sr. Majestät des Kaisers werden verlesen. Der Präsidialbericht wird mit außerordentlichem Beifalle zur Kenntnis genommen. Die verlesenen Reden werden im Wortlaute dem Protokoll einverleibt. K a i s e r - K a r l -1. - H u l d i g n u g s - S t i f r u n g. Im Sinne des Antrages des Vertreterkolleginms wird einstimmig beschlossen, anläßlich der Thronbesteigung Seiner Majestät des Kaisers Karl I. eine ^Kaiser-Karl-I.- H n l d i g u n g s - S t l s t ii ii g" im Betrage von K 100.000 Kriegsanleihe zugunsten jüdischer verlassener Kinder, vornehmlich KriegSwaisen zu errichten. Patriotische Knndgebnng der „Oesterreichisch - Israelitischen Union." Für den 9. d. M. hatte hie .^Oesterreichisch-Israelitische Union" in den Festsaal des „Hotel Continental" eine frei zugängliche Vereinsversammlung einberufen, in welcher Herr Rabbiner Dr. Mar Grunwakd einen Vortrag über das Thema: Waliser Franz Josef I. un!d die Stellung her Juden in Oesterreich" hielt. Die sehr zahlreich besuchte Versammlung gestaltete sich zu einer überiaus feierlichen und eindrucksvollen Kundgebung der Dankbarkeit für die von Kaiser Franz Josef der österreichischen Iudenschaft gewährten staatsbürgerlichen Gleichstellung, und zu einer begeisterten Huldigungs- Manifestation für Kaiser Karl I. Unter den Anwesenden befanden sich die Herren: Lanhtagsabgeordneter Dr. Philipp Ritter v. G o mperz, Hofrät Professor Dr. Adam Pölitz e^r, die Wiener Kuktusräle Landesschulrat Dr. Markus Spitzer, Dr. Heinrich Schreiber, S. Brod und Emanuel Grüuwalh, als Vertreter her 'Kultusgemeinde Triest Ludwig Grauichftädten, her Kultusgemeinhe Lemberg Rabbiner Dr. S. W. 'Gullmann, der Kultusgemeinhe Mähr.^Ostr!au Feldrabbiner Dr. R. Färber, der Kultusgemeinde St. Pölten Vorsteher 'Mbert Leicht, der Kultusgemeinhe Märienbad Oberkantor Golde nh erg, ferner Reichsrätsabgeordneter Dr. Benno St rauch er, die Feldrabböner Militärseelsorger Doktor!A. Frankfurter, Dr. Funk, Dr. Habasek, Doktor die B^irksräte Dr. Strglitz und Doktor lSchnppp, der Vtzepräsident der Armeüanstalt M. A. tPollak, die Professoren Dr. 'Ludwig Singer, Schulrat Stiaßuty und Dr. Bigdor Aptowitzqr, Hofrat Dr. S,chlas, Stabsarzt kaiserlicher Rat Dr. Krüger, Ortsschulrlat Josef Fachs, der Obmann des Vereines „Treübund" Ignaz Glück, Vertreter zahlreicher Tempelvereine rc. Entschuldigt hatten sich Kultusvorsteher Salo Cohn und Rektor Pros. Dr. Schwarz und Regierungsrat Dr. S. Frankfurter. Zustimmungskundgebungen waren eingelangt von den israelitischen Kultusgemeinden Aussig, Baden bei Wien, Eger, Friedek-Mistek, Gablonz, Graz, Innsbruck, Kolin, Komota«, Krafau, ^efpnik, Lembergs Nikolsburg, Traptsnau, Triest und Wr.-Neustadt. -Vizepräsident Dr. Oralste in erösfnete die Versammlung mit herzlichen Begrüßungsworten und wies auf die unvergänglichen Verdienste hin, welche weiland Seine Majestät Kaiser Franz Josef I. sich um die Gleichstellung, um die geistige, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der österreichischen Iudenschaft erworben habe. Ihren