Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1916
- Issue
- Heft 31 (15.12.1916)
- Date
- 1916-12-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Die Wahrheit Veite &. Nr. 81. Auch bei dem Vertreter der Troppaner Kultusgemeinde, Herrn Theodor Sonnen s ch e i n, erkundigte sich der Kaiser .über die in Schlesien untergebrachten Flüchtlinge und bemer kte auch: „Ich weiß, daß Ihre Glaubensgenossen für die F lüchtlinge, sehr eifrig tätig sind". Zn dem Vertreter der Triester Kultusgemeinde, Direktor Karl Schütz, bemerkte der Kaiser, daß er erst jün gst in Triest war und die Verhältnisse dortselbst kenne. ' An s die Frage bezüglich der Approvisionierung der Gemeinde antwortete Direktor Schütz, daß die Schwierigkeiten in der App rovisiouierung der Gemeinde dank der großen Unterstütz nug der Behörden, besonders des Statthalters Baron Fries-Skene, des kaif. Kommissärs Hofrates Krekich von Strassoldo und der Aufopferung des Oberrabbiners der Triester Gemeinde Dr. Chajes wesentlich gemildert wurden. Zum Vertreter der Pilsener Kultusgemeinde, Dr. Joses S ch auzer, bemerkte der Kaiser, daß er die Stadt aus der Zeit seiner Stationierung in Dobron kenne und erkundigte sich, ob sich die Stadt seither stark entwickelt habe, was Dr. Schanzer insbesondere im Hinblicke ans das Aufblühen der Skodawerke bejahte.. Auch bei dem Vertreter der Mährisch-Ostraner Kultusgem einde Direktor der Dzieditzer Montanwerke Dr. Alois Hilf erkundigte sich der Kaiser Über die Approvisioniernngsverhältnisse, insbesondere der Gewerksschastsarbeiter. Den Vertreter der Wiener-Nenstädter Knltnsgemeinde Regimentsarzt Dr. Wilhelm Wolf befragte der Kaiser, nach Entgegennahme der militärischen Meldung, über die Kra nkenstandsverhältnisse im Kriegsspital Wiener-Neustadt. - Bei den Vertretern der Kultusgemeinden Linz, Benedikt Sch Wäger; Graz, Simon R e n d i; Salzburg, Rudolf «L ö w y tind Innsbruck, Wilhelm D a ti n h a n s e r, erkundigte sich der Kaiser nach der Größe und den Verhältnissen der von ihnen vertretenen Gemeinden. Die Kaiserin zeigte für die Anfragen des Kaisers und die erteilten Antworten lebhaftes Interesse und zeichnete gleichfalls mehrere Herren durch Ansprachen aus. Nach jeder Ansprache reichte der Kaiser den einzelnen Vertretern die Hand und verabschiedete, nachdem er auch dem Präsidenten Dr. Alfred Stern unter neuerlichem Ausdruck seines Allerhöchsten Dankes wieder die Hand gereicht, die Deputation in huldvollster Weise. Chamika. Wieder naht mitten im tosenden Weltenbrande das Channkafest mit seinem Lichterglanze und der Wärme geschichtlicher Erinnerungen. In diesen leidvollen Zeiten, da der Friede herbeigesehnt wird, erinnern uns die Großtaten unserer über alles Lob erhabeneti Streiter an die schweren Kämpfe unserer Väter, denen gleich uns ein neidischer Feind keine friedliche Entwicklung gönnte und das geliebte Heimatland rauben wollte. Antiochus EpiphaneS, besser Epimanes, der Wüterich genannt, konnte die Fortschritte des jüdischen Volkes so wenig wie unsere Feinde die unseren vertragen. Auch er Pochte auf sein mächtiges Heer und die erdrückende Uebermacht, ohne die Tüchtigkeit, den Todesmut und die organisierte Zusammenfassung aller Kräfte seilles Gegners zu berücksichtigen. ..Der Ewige ist ein Mann des Krieges, Ewiger ist sein Name!" Der alte Hort der Schwachen ließ aber alle Pläne und Anschläge des Feindes zuschanden werden und half dem frommen, tapferen Volke Israel gegen Uebermacht und Gewalt! „Nicht durch Gewalt und Kraft, sondern durch meinen Geist" wird der Erfolg erreicht, wie damals so heute. Wenn, unsere Feinde in tönenden Worten und leeren Drohungen uns hundertmal aufteilen und zerstückeln, so antworten wir ihnen mit wuchtigen Hieben, die stets die beste ° Antwort sind. Unsere großen Erfolge in Rumänien bringen diesem treulosen Störefried die verdiente Züchtigung und lehren den Vierverband die rauhe Wirklichkeit. Rumänien vermaß sich, den Weltkrieg zu entscheiden und dem Vierverbaude den endgültigen Sieg zu sichern, es erleidet die wohlverdiente Strafe, da auch das Land deS Wortbruches nnd Judenhasses nicht ungestraft göttlich und menschlich Recht verletzt, es erfährt an sich, daß nicht rohe Gewalt und Uebermacht entscheidet, sondern Geist, Ueberleguug, organisatorische Begabung als unschätzbare Imponderabilien ein wirksames Uebergewicht verleihen. Und erst die schmachvolle Behandlung des armen Griechenland, das nicht das Los Belgiens, Serbiens und Montenegros wie Rumäniens teilen will, zeigt die Entente als wahren „Schützer der kleinen Nationen und ihrer Unabhängigkeit!" Wahrlich man müßte die feurige Zunge der großen Propheten diese Heuchelei und Niedertracht geißeln lassen, die sich als „Hüterin von Gesetz und Recht" solche Gewalttätigkeiten gegenüber einem schwachen Lande erlaubt, das auf Nahrungsmittelzufuhr zu Wasser und damit auf die Gnade der Entente angewiesen ist. Wie Assnr, Babel und Aegypten das kleine Land unserer Väter vergewaltigten nnd seine Rechte zertraten, so tut es jetzt die Entente, die gegen ..Barbarei und Militarismus" kämpft, dabei aber die ärgste Barbarei und den schamlosesten Zwang ausübt. „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag' ich dir den Schädel ein" ist das Losungswort dieser „Befreier". Aber wie unseren Altvordern das Licht des unerschütterlichen Gottvertrauens und derbeißen Liebe zum Vaterlande in der Verfolgung tiefster Nacht verheißungsvoll leuchtete, so zeigt Griechenlands standhafter König und sein treues Volk, wie Mut und Festigkeit über List und Gewalt siegen. Der leidgeprüfte König weiß immer wieder die Entscheidung hinausznschieven und zeigt an Rumäniens Beispiel seinem Volke das Geschick des Schwachen, der dem Starken sich ausliesert! Spott, Hohn und Vorwürfe der Freunde von gestern für den geschlagenen Freund von heute! So geschah es Serbien, Montenegro und Rumänien! Ganz anders der Viererbund. Er kommt als Ordner nnd Organisator und sucht Ruhe mtd Gleichgewicht ehest wieder herzustellen und zu helfen, während seine Gegner bei ihrem Abzüge die Quellen der Ernährung in ohnmächtiger Wut ihren eigenen Leuten zerstören! Mögen sie nnr mit Erschöpfung nnd Endsieg weiter drohen, wir vertrauen aus den Hort der Schwachen und Schützer der Gerechten und wollen durchhalten bis zum ehrenvollen Frieden gleich unseren Vätern, die den Glauben an ihren Behüter, an ihre gerechte Sache nnd an sich selbst hochhielten und sich nicht durch die Macht der Ueberzahl, die Gewalt der feindlichen Hilfsmittel und sonstige Umstände entmutigen ließen, sondern siegen oder sterben zu wollen schwuren! Nur wer sich selbst aufgibt. ist verloren, dies gilt auch von unserem Verteidigungskampse, in dem Gott so sichtlich uns führt und stärkt. Ansharren bis zum äußersten! Das muß unser aller Losung in Not nnd Tod sein. Wie draußen unsere unvergleichlichen Helden für Kaiser und Vaterland alles gern hiugeben, so muß es auch von uns gelten und keine Zaghaftigkeit oder Entmutigung darf aufkommen! Wir sahen, wie Gott unfern Streit führt und unser Recht verteidigt und dürfen dieses Glaubens froh und stylz sein. Es war unserer Väter festeste Stütze, in aller Not auf Gott zu vertrauen und zu baue» und unentwegt unsere Pflicht zu tun, nicht rechts oder links, sondern nitr vorwärts, stets vorwärts zu blicken! Dann wird der Feinde Trotz und Gewalt gebrochen werden und das Morgenrot des Friedens leuchten, des^ ersehnten Friedens, der uns vor neue große Aufgaben stellt: Die Vertiefung nnd Verinnerlichung unseres edlen Glaubens, der mächtigsten Stütze unseres Lebens. Wie das Heiligtum in Jerusalem nach der Feinde Vertreibung wieder eingeweiht ward, so wird gar manches von Feindeshand zerstörte oder entweihte Heiligtum neu errichtet und geweiht werden müssen, der Geist der Gotteslehre neu eingeschärft nnd den Kindern als bestes Vermächtnis übergeben, werden müssen. Große Aufgaben der