Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1916
- Issue
- Heft 30 (1.12.1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30. Seite 9. Die Wahrheit Aufruf! („Hilfstommission 1915 für Palästina" Wien IV., Frankenberggasse 14.) An unsere verehrten Gönner nnd Freunde! Zwei Jahre ist es nun her, daß wir mit Unterstützung des hohen k. n. k. Ministeriums deS Aeußern sowie warmherziger Menschenfreunde und Patrioten, vor allen in Westösterreich, in Wien, sowohl als auch in der Provinz -und einigen Gemeinden Ungarns, Kroatiens nnd -slavoniens, .Hunderte aller Mittel barer Glanbensgenossen. in erster Reihe Angehörige unserer Monarchie in P alältina. mit Erfolg vor dein Untergänge zu retten bestrebt sind. Ungefähr K 300.000.— übermittelten wir bisher durch unser Auswäniges Amt au mrsere Konsulate im Heiligen Lande, unter deren Aufsicht sie zum Teil in barem verteilt, zum größeren ztl einer .organisierleit M e h l v e r s o r g u n g verwendet rvurden. Für österreichische nnd ungarische Staatsangehörige in Jerusalem nnd Safedllieserten wir Medikamente und belegten wir im Rothschildspital zu Jerusalem eine Anzahl Betten. Mit weiteren Beträgen wurden allgemeine Wohltätigkeitsanstalten, n. a. auch etwa 260 Kriegswaifen in Safed bedacht. Nun sind plötzlich Umstände eingetreten, die an uns .neue Anforderungen stelleil, höher als wir sie bisher zu befriedigen imstande waren. Infolge der gegenwärtigen .Kursverhältnisse in Palästina schrumpfen unsere Geldsendungen in erschreckender Weise zusammen und die Uebermittlung der Geldbeträge dorthin erfordert eigene Boteufendungen. Wir müssen unser Aeußerstes leisten, wenn wir die bisher Erhaltenen nicht nun nach zweijähriger Anstrengung hilflos in-der Not zugrunde gehen lassen wollen. Helfen Sie uns weiter zum Besten dieser von aller Welt verlassenen jüdischen Glanbensbrüder und Landsleute! Reichen Sie ihnen mit uns vereint die rettende Bruderhand! Eile tut dringend not. Zahlstelle für Oesterreich: Bankhaus S. M. v. Rothschild, Wien I., Reungasse 3. „Neue Freie Presse", Wien I., Fichtegasfe 11. Für Ungarn: Magyar-Altalanos-Hitelbank Budapest. Für Deutschland: Deutsche Bank Berlin Postschek-Konto Nr. 1000 auf Konto ..Hilfskommission 1915 für Palästina". Verschiedene Nachrichten Wie«. Der Vorstand der Wiener „Chewra Kadischa" hat in «iner Mittwoch, den 29. November, unter dem Vorsitze des Präsidenten Salo Cohn, stattgehabten Sitzung beschlossen, zum Andenken an Sr. Majestät Kaiser Franz Josef I. einen Betrag von hunderttausend Kronen zu widmen, dessen Zinsen für wohltätige Zwecke verwendet werden sollen. Aehnliche Widmungen sind auch von der isr. Kultusgemeinde und anderen jüdischen Humanitären Institutionen geplant. Wien. Sonntag de» 3. Dezember 5 Uhr nachmittags, findet im Tempel der türkisch-sephardische» Gemeinde ei« Trauergottesdieust statt. Wien. Im Tempel des 3LIÖ. Bezirkes fand ein Trauecgottesdienst statt, bei welchem der gesamte Vorstand, sowie Kultusvorsteher Max 341n e t anwesend waren. Nachdem der Obmann-Stellvertreter K u n e r das Seelenlicht entzündet hatte, trug Erster Kantor Kontonogi Psalm 49 wundervoll vor. Die Trauerrede hielt Präsident Direktor Dr. S. K r e » b e r g e r. wie». (Trauerseier des Jüdische» Vereines „Einheit". Am 27. v. M. hielt der Vorstand dieses Humanitären Vereines unter dem Vorsitze seines Präsidenten, Herrn Bernhard H o f b a u e r. eine von sämtlichen Mitgliedern besuchte Trauersitzung ab, in welcher der Präsident in dankbaren, tiefbewegten Worten der Weisheit und herrlichen Regierungskrast des verblichenen Kaisers nnd Königs Franz Josef I. gedachte. Es wurde, entsprechend den stets betätigten Absichten des verblichenen Monarchen, die Gründung eines Erinnernngsfondes znr Ansspeiinng Bedürftiger am Todestage unseres unvergeßlichen Kaisers beschlossen. Wie». Trauerseier anläßlich des Ablebens S. M. Kaiser Franz I o s e s I. in der Synagoge „Talmud Thora". EL, Malzgaffe 16, kommenden Sonntag, den 3. Dezember um halb 5 Uhr abends. Wie». (Bortrag.) Donnerstag, den 7. Dezember 1916, abends halb acht Uhr, findet durch den Verein zur Abwehr des Antisemitismus im Saale deS Wiffenschaftlichen Klub, VI., Dreihnfeijengaffe. Nr. 1, ein Bortrag des Herrn Dr. Bernhard Münz übrr „Die Wertung des I n v i v »d u n m s ui Judentum" statt. Eintritt frei, Gäste willkommen. Wie». Dem durch seine mannigfachen Akte der Wohltätigkeit und des Patriotismus bekannten Seniorches der Firma Brüder Herzl, Herrn Salomon Herzl, ist für die Begrüßungsworte nnd für eine Widmungs-Piakerte. die er an den k. k. Jnstizminister Dr. Franz Klein anläßlich seines Amtsantrittes richtete, ein schmeichelhaftes Dankschreiben desselben zngegaugen. Wie«. (Oberkantor Professor Lazarus.) Wie wir seinerzeit berichtet haben, waren es am 15. Oktober d. I. 25 Jahre, seitdem Oberkantor Professor Adolf Lazarus aus Hannover kommend, in Budapest au» großen Tempel ßm der Dohany-uteza seine Tätigkeit begann. Aus diesem Anlaffe wurden dem sich allgemeiner großer Beliebtheit und besonderer Wertschätzung erfreuenden Jubilar seitens deS dortigen Vorstandes, wie nicht minder seiner zahlreichen Freunde und Verehrer viele Ehrungen zuteil. * Auch der Vorstand des Oesterr.-ungar. KantorenvereineS in Wien hat selbstverständlich Meister Lazarus telegraphisch beglückwünscht. Kürzlich erfuhr der Vorstand des oberwähnten Vereines, daß Oberkantor Lazarns aus seiner Durchreise nach seiner Heimatsgemeinde Stampfen in Wien zu kurzem Besuche eintreffeu werde und bei dieser Gelegenheit seinem ehemaligen alten Lehrer, Oberkantor und Schriftsteller Alois K u l k a (unserem langjährigen verantw. Redakteur) einen Besuch abzustatten gedenke. Infolge dieser Meldung wurde vom Ver» einsvorstande beschloffen, diese Gelegenheit zu benütze», dem hochgeehrten Gaste auch hier eine persönliche Ehrung zu bereiten. In Ausführung dieses SitzungSbeschluffes fanden sich die Herren Oberkantor I. B a n e r, Präsident des Oesterr.-ungar. KantorenvereineS, die beiden Vizepräsidenten Oberkantoren Joses Morgen st ern und S. D ü n m a u u, I. Kantor S. Jurberger (Kassier des Vereins) und die Vorstandsmitglieder L Kantor S. Serebnik und Kantor Josef Grob in der Wohnung des Herrn Kulka ein. Oberkantor Bauer stellte dem Jubilar zunächst die Mitglieder der Deputation vor und beglückwünschte denselben in herzlichen Worten, wobei er dessen Verdienste um den Verein gebührend hervorhob. Auch Oberkantor Morgenstern richtete an Profeffor Lazarus eine Beglückwünschungs-Ansprache. In gleich warmen Worten dankte Pros. Lazarus und gedachte dabei auch seines ehemaligen Lehrers Herrn Kulka» der — wie er scherzhaft bemerkte — ihn gewissermaßen „aus der Taufe gehoben habe." In angeregter Unterhaltung verblieben die Herren »och geraume Zeit vereint, wobei Herr und Frau Kulka den lieben Gäste», unter welchen sich auch ein ins Feld abrückeuder Sohn des Jubilars befand, in liebenswürdiger Weise die Honneurs machten. Schließlich sei »och bemerkt, daß Oberkantor LazarnS unter dem 20. v. M. ein Dankschreiben an Herrn Kulka richtete, in welchem es unter Anderem heißt: