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Die Wahrheit · 1916-11-03 · Heft 28 (3.11.1916) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 28 (3.11.1916)
Date
1916-11-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Gerte 8. Die Wahrhit Nr. 28. davon 6 Jahre dun Vertreterkollegium angehörte, zählte zu den eifrigste» und tätigsten Mitgliedern desselben. Er brachte allen Angelegenheiten unserer Gemeinde das wärmste und werktätigste Interesse entgegen, ganz besonders aber betätigte er stch, seinem Lebensberufe entsprechend, alS langjähriges Mitglied und in den letzten Jahren als Obmann unserer Spitalskommission. In dieser seiner Eigenschaft hat er sich um das Spital Hervorragende Verdienste erworben und er, der, wie eS bei feinem bescheidenen, unaufdringlichen Wesen nicht anders zu erwarten war, nur Freunde und leine Gegner hatte, hat sich in allen Kreisen unserer Gemeinde und insbesondere der Aerzte und Kranken des Spitales ein ehrendes, dankbares Gedenken gesichert. Im Präsidialbericht bringt der Vorsitzende zur Kenntnis, daß in jüngster Zeit abermals drei Beamte der Wiener israel. Kultusgemeinde, welche seit Kriegsausbruch ihrer Militärdieustpflicht entsprechen, mit Allerhöchsten Auszeichnungen bedacht wurden, u. zw. wurde dem Sekretär- Srellverrretär k. k. Oberleutnant Regiments-Adjutant Guido Fuchs gelb für tapferes Verhalten vor dem Feinde daS 8i§nmn laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes; dem Oder-Offizial k.k. Feldwebel Leopold Ferster für tapferes Verhalten vor dem Feinde die bronzene Tapferkeitsmedaille; dem Unter-Osfizial Mausred E h r e n r e i ch für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde das silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Topserkeitsmedaille verliehen. Aufschub o er Wahlen in den Kultusvorstand und der Vertrauensmänner., Ueber Antrag des Bertreterkollegiums wird der Aufschub der Wahlen in den Kultnsvorstand und der Vertrauensmänner im Sinne des § 18 der Wahlordnung (Anhang I des Statutes) auch für das Jahr 1917 beschlossen. Errichtung eines provisorischen Ambulatoriums für das zu errichtende Kinderspital, Erster Vizepräsident Hofrat Dr. Benjamin Rappaport berichtete über den Stand des Fränkelschen Legates per K 300.000 und teilt mit, daß auf Grund der in dieser Angelegenheit gepflogenen Verhandlungen und mit Zustimmung der in betracht kommenden Behörden nunmehr die Vorarbeiten für ein provisorisches Ambulatorium für das zu errichtende Kinderspital in Angriff genommen werden. In Aussicht genommen ist, einen Teil des projektierten definitiven großen Ambulatoriums jetzt schon zur Ausführung zu bringen. Der Bericht wird zustimmend zur Kenntnis genommen. Neuer Friedhof — Errichtung einesProvisoriums. Vizepräsident Dr. Leopold Kohn berichtet über den Stand der Angelegenheit der Errichtung eines Provisoriums. Mit Rücksicht auf die sehr reduzierte Belegfläche auf » der jüdischen Abteilung des Zentralfriedhoses war eS geboten, auf dem für den künftigen Friedhof angeschafften Grunde ein Provisorium zu errichten und sind die Vorarbeiten schon so weit gediehen, daß bereits im nächsten Jahre auf einer Anzahl von Gruppen der Belag wird vorgenommen werden. Nach Erledigung von SubventionS-, Personal-, Stenermid Friedhof-Angelegenheiten wird die Sitzung geschloffen. * * * (Aus der Plenarsitzung des Kultusvorstandes vom 26. Oktober 1916 uuter dem Borsitze des Präsidenten Dr. Alfred Stern.) Im Einlaufe befinden sich: Antworttelegramm des k. k. Ministerratspräsidiums für die Trauerkundgebung des Vorstandes anläßlich des 'Hinscheidens Sr. Exzellenz weil, des Herrn Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh. Dankschreiben des Herrn k. k. Regimentsarztes Doktor Sigmund Stiaßny für die Kondolenz des Vorstandes anläßlich des Hinscheides seiner Mutter, der Frau Julia Stiaßny, s. A. Nach Erledigung von Friedhofs-, Stiftungs-, Subventions- und Personal-Angelegenheiten brachte der Oberoffizial Hugo Weiß den nachfolgenden Bercht über den Verlauf der gottesdienstlichen Veranstaltungen anläßlich der hohen Feiertage im Jahre 1916 zur Verlesung: „Zum drtttenmale seit Kriegsbeginn hatte die Knltusgemeinde die Aufgabe, aus Anlaß der hohen Feiertage für die religiösen Bedürfnisse der in Wien lebenden Juden Sorge zu tragen und es sei gleich zu Beginn des nachstehenden Berichtes ^bemerkt, daß hiefür in vollkommen ausreichender Weise gesorgt war. In sämtlichen Gemeindetempeln, Vereinsbethäusern, Privatminjanim war ca. 60.000 Personen Gelegenheit geboten, ihre Andacht zu verrichten und diese Zahl hat durch jene Personen, welche nur zur Maskirandacht die Bethäuser aufsnchten und überall, ohne Einschränkung, für die Dauer dieses Gebetes Einlaß fanden, noch eine Erhöhung erfahren. Die Kultusgemeinde selbst hatte außer den 6 großen Gemeindetempeln 9 temporäre Betlokale, und zwar im I., H., III. und XX. Bezirke, wie auch in den Vororten 0 Minjanim errichtet und damit den größten Teil der in Wien lebenden armen Juden und Flüchtlinge, welche auf Gratissitze reflektieren, befriedigt. Auch im Allgemeinen Krankenhause, Israelitischen Spital, Versorgungshaus, Am Steinhof und Landesgericht wurde anläßlich der hohen Feiertage für den entsprechenden Gottesdienst durch die Kultnsgemeinde Vorsorge getroffen. Seitens des Vereines „Tefilath Haneorim" wurde durch Errichtung von 5 Betlokalen der Jugend (Knaben und Mädchen) 'Gelegenheit geboten, ihre Andacht zu verruchten. Für Militär war zum größten Teile der große Konzerthaussaal reserviert. Für die russischen Kriegsgefangenen wurde in der Rossauerkaserne, für Internierte rc. in einem vom Austanschkader zur Verfügung gestellten Lokale Gottesdienste abgehalten. An ca. 160 Gesuche um Bewilligung zur Errichtung von Privatminjanim liefen in diesem Jahre ein, welche ohne Ausnahme bewilligt wurden. Von den in Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark in ca. 200 Ortschaften untergebrachten jüdischen Flüchtlingen (ca. 20.000 an der Zahl) liefen Gesuche um leihweise Überlassung von Ritualien, hauptsächlich Seforim, ein und wurde allen Gesuchen Folge gegeben. Durch den Bethansvorstand I. nud n. Bezirk wurden ca. 5000 Gratissitze verteilt, doch reichten hiezu die durch die Errichtung von temporären Betlokalen zur Verfügung, gestandenen Betsitze nicht aus und mußten Betsitzkartell fürdiverse Betlokale angekauft werden. Zn diesem Zwecke widmete Herr Gemeinderat Dr. Schwarz-Hiller namens der Zentralstelle für Flüchtlingsfürsorge K 1000. Für unsere Soldaten im Felde, wie' auch für die Kriegsgefangenen in Rußland und Italien wurden durch die Kultnsgemeinde im Wege der in Betracht kommenden Stellen ca. 5000 Gebetbücher und Machsorim abgegeben und damit den vielen Ansuchen, welche ans dem Felde einliefen, vollkommen entsprochen. Nach den bisher eingelaufenen Berichten kann gesagt werden, daß die gottesdienstlichen Veranstaltungen überall würdig verlaufen sind und auch nicht eine behördliche Anzeige wegen Uebertretung der Vorschriften eingelangt ist. Ungeheure Mühe erforderte es, all die anläßlich der hohen Feiertage, notwendig gewesenen großen Vorarbeiten ausznführen und hat das Bureau mit Rücksicht' auf den so reduzierten Beamtenstand permanent tätig sein muffen, um diese Arbeiten zu bewältigen. Dieser Bericht wurde znstimmend zur Kenntnis genommen. Ueber Antrag des Präsidenten Dr. Stern wird dem Bureau und insbesondere dem Oberoffizial Hugo Weiß für seine in

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