Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1916
- Issue
- Heft 25 (22.9.1916)
- Date
- 1916-09-22
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 25. Die Wahrheit Seite 9. nnd durch unsere Konsulate au Ort und Stelle verteilen lassen. Hiermit haben wir in erster Reihe die Ostgalizicmer, Bulowinaer und Marinaroser mit Mehl und anderem Lebensunterhalt versorgt, weil diese von der Kriegsnot am härtesten betroffen worden sind, ferner wurden weit übet 200 Kriegswaiseu in Safed allein in Pflege genommen, außerdem andere Arme nt ganz Palästina ohne Unterschied der Staatsnnd Gemeinde-Angehörigkeit unterstützt, sowie verschiedene Wohlsahrtsinstitute und die in Wien znrückgebliebenen Palästinenser mit monatlichen Beiträgen bedacht. Für die Besserung der sanitären Verhältnisse im Heiligen Lande ist von uns die „Kriegsspüalshtlfe für Palästina" ins Leben gerufen worden. Wir bedürfen dringend weiterer Mittel mtb bitten alle Glaubensbrüder, bei den Spenden vor der Sefenora, besonders an den hohen Festen? min rnivVi ’.yaw .man .maa ni’ .wv.n vrrn anch unsere H i l f s k o m m i s s i o n für P a l äst i nsa LN bedenken. Gott lohne jede, auchIdie bescheidenste Gabe! Mit vorzüglicher Hochachtung v'nia na-oi Für die Hilfskommission 1915 für Palästina: Oberrabbiner W. Reich, Baden. Rabbiner Dr. Max G rnuwald. Dr. Adolf Kapralik. k. k. Hofrat Dr. Julius Schlag. Adressen für sämtliche Zuschriften: Dr. Adolf Kapralik, Wien, IV. Frankenberggasse 14. Z a h l st e l l e: für Oesterreich : Bankhaus S. M. von Rothschild. Wien, I. Renngasse 3; für Ungarn: Magyar .Altalanos Hifcelbank. Budapest: für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin, Postcheck-Konto Nr. 1000 (auf Konto „Hilfslommiffion 1915 für Palästina"). Verschiedene Nachrichten. Wien. Seit mehr als drei Jahrzehnten fungierte Herr Alois n I f a als Oberkantor bet den von der Knltusgrmeinde an den hohen Festtagen im großen Musikvereinssaal veranstalteten Gottesdiensten, entzückte immer die zahlreichen Besucher durch den Zauber seiner Stimme, durch seine hervorragende Gesangskunst und seine weihevolle Vortragsweise. Kulka. der auch nr Fachkreisen einen klangvollen Namen als Kantor und Chasen genießt, war in früheren Jahren in großen Stellungen tätig, so in Braila, Lundenburg und im VI. Wiener Bezirk. Anch die Wiener Knltnsgemeinde hatte vor Jahren Kulka als Kantor an der Seite Josef Goldsteins engagiert nnd fungierte derselbe damals sowohl im Stadtals anch im Leopoldstädtertempel. Alois Kulka ist auch als Schriftsteller und Journalist in der Residenz bestens bekannt und anerkannt und die von ihm heransgegebene „Korrespondenz Kulka" hat vielfache Verbreitnng. Seit Gründung dieses Blattes ist er verantwortlicher Redakteur desselben und seine schriftstellerische''Tätigkeit ist wiederholt ausgezeichnet worden. Kulka, der im '75. Lebensjahre steht, ist trotz seiner Rüstigkeit und seiner stimmlichen Disposirion von der Ausübung der Funktionen an den "bevorstehenden Festtagen selbst znrückgekreten, aber die ständigen Besucher des Gottesdienstes nn Musikvereiussaale werden ihn wohl lange nicht vergessen. Wien. Nach längerem, schwerem Leiden ist Donnerstag, den 14. d. M>, der Universitätsprofessor Dr. Josef Pollak gestorben. Der Verblichene, der an zahlreiche Humanitären Institutionen werktätigen Anteil nahm, gehörte auch seit nahezu 10 Jahren dem Kul- .tnsvorstande an. m dem seine "reiche Erfahrung und seine besonders in früheren Jahren vielfach beteiligte Arbettssreudigkeit anerkannt nnd geschätzt wurde. Dem Leichenbegängnisse, das Sonnrag, den 17. d. M., vormittag ans dem Wiener Zeutralfriedhose stattsand, wohnte eine ungewöhnlich große Anzahl von Trauergästen, uamenrlich aus ärztlichen und schriftstellerischen Kreisen bei. Auch die Kultusgemetnde und zahlreiche humanitäre Vereine waren vertreten. Unter anderem waren anwesend : der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern, Vizepräsident Hofrat Dr. Rappaport und die Vorstandsmitglieder Primarius Dr. Joses Breuer, Dr. Jakob Deutsch, Moritz B. Eisler, Architekt Jakob Gärtner, Emannel Hoffmann, Dr. Felix Katzau, kais. Rat Siegmnnd Kauders. Dr. Artur Knranda, Hofrat Dr. Joses Löwner. Dr. Wilhelm Pappenheim, Kommerzialrat Leopold Simon, Landesschulrat Dr. Marcus Spitzer. S. Steiner, die Sekretäre kais. Rat Dr. Theodor Lieben und Dr. Emil Adler sowie Amtsvorstand Freistadt. dann der Dekan der medizinischen Fakultät Prosesioc Dr. Tandler, die Hoiräre und Profefforen Dr. Urbantschitjch und Politzer, die Professoren Dr. Leopold Königstein, Dr. Ehrmann, Dr. Bing, Dr. Erben. Dr. Alt, Dr. Herzseld, Dr. Hajek, Dr. Zappert, Dr. Heinrich Nenmaun, Dr. Alexander, Dr. Groß. Dr. Stransky, Dr. Gomperz, der Direttor des Rothschild-Spitals Primarius Dr. Karl Fle«schma»n mir Dr. M. Korauyi, die Dozenren Dr. Sch'ff, Dr. Frankl. Dr. Eisen» schütz und Dr. Fachs, Gememderar Medizinalrar Dr. Löwenstein. der Bicepräsident des Journalisten- und Schriftstellervereines „Coucordia" Bernhard Münz mir mehreren Mitgliedern der Berivalrnng. die Schriftsteller Dr. Josef S. Bloch. Dr. Ignaz Deutsch nnd Siegfried Loewy, die Präsidenten der humanitären B'nai Brith-Rereine „Wien" und „Eintracht" Regietungstar Professor Wilhelm Jerusalem nnd Ernst Simon mit vielen Mitgliedern der beiden Bereinigungen, der Direktor der Escomptegesellichafr Wilhelm Kux. Notar Bermann. die Rabbiner Dr. Taglichr und Dr. Rosenmann, nr Vertretung der „Jsr. Allianz" die Herren Wilhelm Pappenhelm und Sekretär Dr. Kaminka, der Präsident der Toynbeehalle Karl Freund, Direktor Alexailder Hecht. Domänendirektor Heinrich Glücksthal, die Industriellen Kommerzialräte Max Schweiger und Goitlied Kantor sowie Ernst Götzl, in Vertretung der isr. Religionslehrer Religionsinivekcor Professor Kan>tz. kais. Rat Karl Hirsch, kais. Rat Dr. Arnold Ascher, kais. Rar Gewitsch, Direktor Türki. Bankier Hugo Tugendhaft, die Industriellen Karl Lemberger, JäcqneS Karpeles, Julius Wolf, Hugo Kadisch und Gemahlin sowie Kommerzialrat S. Rosenzweig. eine Abordnung des Verbandes der Krankenkassen W.ens nnd Niederösterreichs, bestehend ans Direktor Dr. Trunda. Ooerrevident Stemdler und Sekretären Spökiler und Leißner, die Hof- und Gerichcsadvokaten Dr. Albert Knh, Dr. Wilh. Knöpflmacher. Dr. Schileeberger. Dr. Max Jerusalem, Dr. Joses Pick nnd Dr. Zipjer. OberbezirkSarzl Dr. Friedrich Fuhrmann und Dr. Emil Fuhrmann, die Aerzte kais. Rat Dr. Eisinger, Medizinalrat Dr. Franz Spitzer, Dr. Eisenstädter, Dr. Edmund Kahn, Dr. Ignaz Weiß, königlicher Rat Dr. Mittler, Regner, Dr. Artur Singer, Dr. Kaufmann nnd Revisionsarzt Dr. ischiffmann, eine Abordnung der Zöglinge der Meroresschen Waisenhausstiftung niw. Nach dem Bortrage der Trauergeiänge durch Oberkanlor Morgenstern »ahmen in kurzen Traneireden Abschied voll dem Toten: Präsident Dr. Alfred Stern für die Israel. Knltnsgemeinde, Hofcät Professor Dr. Pollitzer namens der Freunde und Regiernilgsrat Professor Dr. Jerusalem namens des humanitären Vereines B'nai Brilh, Wien. Hierauf wurde die Leiche Prosesioc Dr. Pollaks an der Seite der Mutter des Verewigten beigesctzc. Wien. Ganz unerwartet ist der allgemein beliebte und hochgeachtete vieljährige Funktionär der „Schiffschnl" Herr Bernhard L ö w y aus dem Leben geschieden. Der Verblichene, welcher über 32 Jahre sein heiliges Amt hier ansübte, wirkte vorher 12 Jahre als Erster „Chaseit" ui Baden bei Wien. Er gehörte der alten Schule an und besaß ein mächtiges Organ und tiefes Verständnis für seinen Berus als Vvrbeter und Kore. Durch seinen lauteren Charakter, durch seine Gelehrsamkeit nnd Frölninigkeit sowie durch seinen allbekannteit Wohltätigkeltssinn genoß er hohe Achtung und Auerkeunung nicht nur in seiner Gemeinde „Adas Jisroel", sondern auch beim Vorstände der Knltnsgemelilde und der Chewra Kadischa, in welcher Bernhard Löwy ebenfalls Funktionär war. Das Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer nuposanten Trauerkundgebung und strömten von Nah und Fern viele Trauergäste herbei, um dem edlen Menschen und würdigen Chasen die letzte Ehre zu erweisen. Man bemerkte unter den zahlreichen Tranergästen, in Vertretung der Kultusgemeinde den Vizepräsidenten der Chewra Kadiicha Dr. Marens Spitzer, Vorsteher Karl Lemberger, Sekretär Dr. Adler, Amlstelter Freiftadt, den Gesamtvorstand der „Schiffschnl", die Präsidenten des Oesterr.-ungar. Kaiilorenvereules Oberkanlor Bauer nnd Morgenstern, Vertreter verschiedener Bereute. Bor dem Eingänge der „Schiffschnl" wurde der Sarg abgestellt, dort hielt Rabbiner Fürst, selbst tief ergriffen, einen Nachruf, m welchen er alle die seltenen Eigenschaften des Dahlilgeschiedenen „Scheliach Zibur" schilderte. Als der Rabbiner schluchzend ausrief — die Schiffschul trauert, das Berh-Hamldrasch weint, die Armen und Bedürftigen trauern und weinen um dreien seltenen frommen und guten Menschen, vernahm manein wehmütiges Schluchzen unter allen anwesenden Tranergästen'. Nach Beeudlgnug d'.ejer ergreiseuden Rede trug Overkanror Müller das „El mole rachamim“ meisterhaft und erhebend vor. D'e Leiche ivnrde üoer Wunsch des Verklärten nach seiner Vaterstadt Preßbucg üversührr, wo am 12. d. M. die Beerdigung startfand. Es erschienen dorr der Vorstand der „Adas Jisroel", Vertreter mehrerer Vereine, soivie eine große Anzahl von Mitgliedern nnd Verwandten aus Wien und Preßourg. Am Grabe sprach un Namen des Vorstandes der „Schrffichul" Herr Wolf Pappenheim Worte des Dankes für das unvergeßliche, pflichttreue Wirken des jo früh dahmgeschledenen Funktionärs. rrSQSn. . . . r. Wie» Oberkantor I. M o r g e n st e r it ist von seinem Urlaub zmückgekehrc nnd wird diesen Samstag und ebenso am ersten Tag Selichot die Funktionen am Leopoldstädter Tempel versehen. Eger. (G a l l z i s ch e Flüchtlinge.) Mittwoch den 23. August um die Mittagsstunde langte in Eger ein Trupp galizischer Krregsflüchtlntge au, der nach einigen Stunden die Weiterfahrt nach Asch anrrar. Es waren an 60 Personen, Weiber und Kinder, dazu enuge greise Männer unt dein geretteten beweglichen Vermögen, wozu