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Die Wahrheit · 1916-06-16 · Heft 18 (16.6.1916) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 18 (16.6.1916)
Date
1916-06-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Die Wahrheit Nr. 18. -------—---7-—-■ ------ - --7777-7 energische Propaganda in ganz Oesterreich entgegengewirkt werden müsse. Die Beitröge der Kaltusgemeinden, z. B. der Großgemeinde Wien, welche einen Mttgliedsbeitrag von im Ganzen K 400.— leiste, seien gegenüber dem Millionen» budget viel zu gering. Bor allem müsse endlich einmal der Von den Statuten vorgeschriebene Beirat in der Anzahl von 20 Personen gewählt werden, worüber er vom Bor» stände im Namen der Mitglieder um eine endgültige und entschiedene Erklärung butet. Dr. Schreiber schließt sich in bezug auf die Anerkeunung der ersprießliche» Tätigkeit des Vereines dem Borredner an und meint, daß der Verein über sein Programm hinausgehen sollte, um nicht nur den notleidenden Glaubensgenossen zu helfen, sondernauch die Führung aller jüdischen Organnätionen zu übernehmen. KulluSpräsident Dr- Schass dankt der Bereinsleitnng namens der Lemberger Gemeinde sowie der gesam-ten g a 1 i z i s ch e n Indenschaft für die zur Linderung der Rot unter den Anden gewährte nmfassende Hilfe. Der Vorsitzende beantwortet die gestellten Anfragen und verliest em ans Zloczow eingelanfenes Telegramm des dortigen jüdischen Hilfskomitees: „Der geehrten Generalversammlung und dem verehrten Vorstände übermittle ich im Namen 3000 notleidender Glaubensgenossen in Zloczow innigsten Dank und ergebenste Ehrehrbietnng wie auch die Biue um weitere Hilft. Dr. Mittelmann." Pros. A u t s ch e r l rühmt die 43-jährige Wirksamkeit des Vereines, über dessen Bdenuing insbesondere die Schuljugend seitens aller jüdischen Religiouslehrer in Oesterreich belehrt werden, sollte. Der Samstag vor jeder Generalversammlung sollte in der ganzen Monarchie zur Veranstaltung feierlicher Ansprachen über die hohe Bedeutung der „Allianz" dienen. Der Jahresbericht und die Rechnungsabschlüsse werden hierauf einstimmig genehmigt. Zu den im Berichte angeführten Zahlen über die Hilfsaktion bemerkt Sekretär Dr. Kaminka, daß seit Abschluß des.Berichtes anfangs Mai 1910 bereits weitere Unterstützungen nach Galizien und Russisch-Polen in der Gesamtsumme von nahezu L 200.000 gesandt wurden. Bei den hierauf folgenden Wahlen werden die tnruus- . mäßig ausscheideudeu Vorstandsmitglieder: Dr. Josef Breuer, Richard Bettelheim. Hofrat Dr. Josef Löwner, Direktor Alexander Weiner und Moritz Eißler per Akklamation wiedergewäblt. Die Versammlung wird hierauf vom Vorsitzenden geschloffen. . Hilfsaktion der Wiener Israelitischen Allianz in Galizien und Russisch-Polen. Der der Generalversammlung vorgelegte Bericht zeigt das imposante Bild einer weilausgreisenden Hilfstätigkeit für die Hunderttansende unserer durch den Krieg in Rot geratenen Glaubensgenoffen. Die Fürsorgeaklion der Allianz für die aus Galizien und der Bukowina nach Westösterreich geflüchteten Juden wurde auch im verflossenen Jahre durch Subventionierung einer großen Anzahl von Wohlsahrtseinrichtungen in Wien und von Hilfskomitees in Böhmen und Mähren fortgesetzt. In Wien hat die Allianz bis Anfang Mai 1916 dem Vereine „Einheit", der Israelitischen Volksküche, dem . Verbände der humanitären galizischen Vereine, dem Vereine „Machsite Hadath" und verschiedenen speziellen Veranstaltungen für die Ausspeisungen unserer Flüchtlinge insgesamt K 37.900, der von Herrn Gemeinderat Dr. Rudolf Schwarz-Htller geleitetet» Zentralstelle der Fürsorge für die Kriegsflüchtltuge. zum Zwecke der Erteilung von Unterstützungen in besonderberückstchrignugswerten Fällen an notleidende Flüchtlinge Mouatssubventionen im Gesamtbeträge von K 79.000, den Hilfsaktionen der Frau Anitta Müller, dem Zionistischell Armeu-Aulbulätorium, der Israel. Kinderbewahranstalt und anderen -Institutionen Aii der Höhe von zusammen K 21.000 zugelpendel.. Die Unterstützung armer Rabbiner und Lehrer aus Galizien erforderten K 32.983, die Zahlungen für Schn l g e l d e r, Taxe n und Bücher K 32.843. Insgesamt wurden ip Wien K 203.816 verteilt. - Bon den zirka 150 Hilfskomitees für die Flüchtlinge in den Kronländern erhielt Pilsen allein (zugunsten, einer größeren Anzahl von Flüchtlingsgrltppett) L 43.600.-^-, Budweis K 17.300, Karlsbad K 14.100, für das Barackenlager in Nikolsbnrg wurden K 52.750, für Pohrlitz Kronen _ 12.750, für Gaya K 14.150 verwendet. Größere Subventionen erhielten auch Bodenbach, Elbogen, Franzeitsbad, Kaaden, Komotan, Marienbad, Petschau, Reichenau a. K., Saaz, Schlan und zahlreiche andere Kaltusgemeinden. In noch bedeutend größerem Uinfange war die Allianz seit der Befreiung Galiziens und der Bukowina und der Besetzung russisch-polnischer Gebiete durch die österrreichischungarischen Truppen für die Linderung der Not in diesen Ländern tätig. Um bei dem verbreiteten Interesse für die unglücklichen Opfer des Krieges. und dem gleichmäßigen Streben aller jüdischen Organisationen in Wien, welche schon in Friedenszeiten auf die eine oder die.andere Weise für die Juden in Galizien gewirkt halten, bei der gegenwärtigen großen Not hilfreich einzngreisen, in der Aktion keine. Zer- ' splitternng entstehen zu lassen, trat die Israelitische Allianz mit dem Verbände der jüdischen Hamanitmsvereine „B'nai B'rith" in Oesterreich und dem Hilfsvereine für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien ins Einvernehmen nnd bildete mit Delegierten dieser Körperschaften .ein, gemeinsames Komitee. Für Ostgalizien wurde das Hilfskomitee in Lemberg als Zentralstelle für eine große Anzahl kleinerer Gemeinden eingerichtet. Außerdem wltrden in den größeren Städten (Brody, Stanislau, Kblomea, Jaroslan, Sambor, später auch in Czernowitz nnd Rzeszow) besondere Komitees eingesetzt, für die kleineren Orte in Msttelgalizieu eilt Zentralkomitee in Przemysl und für Westgalizien in Krakau. Bis Anfang Mai 1916, also eigentlich im Verlaufe von imr 6 bis 7 Monaten (da die Organisation des Hilfswerkes in großem Maßstabe erst Ende Oktober 1915 in die, Wege geleitet werden konnte) wurden, auf diese Weise in ungefähr. 200 Orten Galiziens zur Linderung der, Not der jüdischen Bevölkerung, insbesondere zur Erhaltung von Volksküchen, zur Anschaffung von Lebensmitteln und zur provisorischen Unterbringung der Waisenkinder in bereits - bestehenden oder nengegründeten Kinderasylen K 876.766 verwendet. Hinsichtlich der Höhe der für die einzelnen Orte bis zur Abfassung des Berichtes gewährten Unterstützungen steht an der Spitze Lemberg selbst mit K 91.000. Es folgen Glittiany mit L 36.344,'Czernowitz 35.700, Brody 31.334, "Zloczow 29.000, Stanislau 27.0Ä), Przemyslany 25.500, Kolomea 19.000, Jaroslan 16.100, Przemysl 14.300, Belz 13.000, Sambor 13.700, Bnczacz, Rzeszow, Sieniawa je 11.000, Bukaczowce, Rohatyn undSokal je 10.000,^ Gorltce 8000, Ttirka 7750. Kolbnszowa und Niemirow je 7000, Bnsk 6900. Tarnobrzeg 6894, Rymauow 6800, Jaryczow nowy 6700. Komarno 6500, Gologory, Worochta nnd Stary Sambor je 6000, Dembica 5800. Uhnow und Zablotow 5600, Dobromil 6300, Drohobycz 5250, Bialtzkamien, Gwozdziec. Horodenka, Mielec, Nadworna, - RawaruSka und^ Sanok je 5000, und eine lange Reihe kleinerer Orte mit Beiträgen unter K 5000. Am längsten dauerte es, bis die Hilfsaktion für die schwer heimgesuchte Bevölkerung in den okkupierten Gebieten zu organisieren möglich war, da noch in den Herbftmonalen des vorigen Jahres in diesen Gebieten keine geregelte Post- und Telegraphenverbindnng für die Zivilbevölkerung bestand und es mit unüberwindlichen Schwierigkeiten verbunden war, " über die Lage in den jüdischen Gemeinden verläßliche Nachrichten zu erlangen oder Delegierte zu Jnformationszweckeu - dorthin zu entsenden. Es war übrigens bekannt, daß die

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