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Die Wahrheit · 1916-05-05 · Heft 14 (5.5.1916) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 14 (5.5.1916)
Date
1916-05-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Die Wahrheit Nr. 14. nicht zu Tode hungern und hat im progressiv zunehmenden Maße durch die herausgeforderte Kriegführung mit Unserseebooten und Zeppelinen zu leiden. Er konnte trotz seiner Vergewaltigung Griechenlands und Bedrohung Hollands doch nicht den Untergang Serbiens und Montenegros hindern, auch nicht, daß die tapferen Heere der mitteleuropäischen Verbündeten die westrussijchen Borlatide abrissen und die Bulgaren sich selbst die ihnen im zweiten Balkankriege wieder entrissenen Gebiete mit dem Schwerte zurückholten. Sogar die mißachteten und unterschätzten Türken wiesen die Krieger der Entente endgiltig von den Dardanellen ab und haben nun in in Mesopotamien ein großes Britenheer gefangen genommen. Gegen diese gewaltigen Erfolge verschwinden die gelungene Einnahme Erzernms und Trapeznuts. Die so gewaltige militärische Uebermacht der Entente sieht sich daher bewogen, neue Kräfte krampfhaft zu suchen und wenn Portugal auch sonst nichts leisten kann, als eine Anzahl friedlicher deutscher Handelsschiffe zu rauben, so wird auch das dankbar angenommen. Der Präsident der Nordamerikanischen Union, des Landes der Milliardäre und der Welttrnsts. er erklärte sich bereits am Kriegsbegiun als „Vertreter der Menschlichkeit und Förderer des Friedens", was aber die seinen! Staatswesen angehörendeu Großunternehmer nicht hinderte, den Weltkrieg als günstige Gewinngelegenheit änznsehen und den Staaten der Entente für Milliardeuwerte Krieasmittel zu erzeugen nnd zu liefern. Er bezeichnet in einer Note den deutschen Unterseebootkrieg als „Verletzung des anerkannten Völkerrechts und der Gebote der Menschlichkeit", der im Falle der Fortsetzung die nordamerikanische Union zwinge, die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland ganz zu lösen. Als ob der Unterseebootkrieg nichts durch die englischen Völkerrechtswidrigkeiten gerechtfertigt erschiene! Zum Glücke sind sich die deutschen Lenker des Völkerverkehres der Größe ihrer Verantwortung wohlbewußt und gönnen beleidigten Nerven keinen Einfluß. Die Würfel sind noch nicht gefallen und es ist zu hoffen, daß die Feinde der Zeutralstaaten zu frühe frohlocken. Es wäre ihnen wohl recht, wenn sie einen so gewaltigen und gotlgesegneten Staat wie Nordamerika jetzt ganz auf ihre Seite bekämen. Das wird aber kaum geschehen und wenn der Entente in ihrer augenblicklichen Not die neue Erwerbung eines so bedeuten Kriegs- Helfers nicht gelingt, daun sind auch bald die Tage des Weltkrieges gezählt. Die großen nnd machtgewaltigen Männer mögen aber damit einhalten, große Worte wie „Völkerrecht, Menschlichkeit" eitel und nichtig zu gebrauchen. Weite Volkskreise sind ohnehin mißtrauisch und ungläubig geworden und es liegt weder in ihrem noch im Interesse der Menschheit, noch den letzten Rest von gutem Glauben der breiten Volksmassen zu eutwurzeln> R. L. An» der Wiener Knttnsgemeinde. (Nachtrag aus der öffeutlichen Plenarsitzung des Kultusvorstandes vom 13. April 1916 unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Alfred Ster n.) Im Einlaufe befinden sich: Mitteilung des Regimelltskommandos des k. k. Landstnrm-Jnf.-Regimentes Nr. . . an beti Vorstand, betreffend die Verleihung .des M i l i t ä r v e r d i e n st k r e n z e s III. Klasse mit d e r K r i e g S d e k o r a t i o u für tapferes Verhalten vor dem Feinde, an den Oberleutnant Emil Engel, Sekretär-Stellvertreter der Wiener Knltnsgemeinde; Dankschreiben des Herrn Komm-Rat Jnlins Ko hu für die Gratulation des Kultusvorstandes anläßlich seines 70. Geburtstages; Dankschreiben des Ehepaares Jakob und Betty Hirsch für die ihnen anläßlich ihrer goldenen Hochzeit seitendes Kultusvorstandes zuteil gewordene Ehruug; Dankschreiben der Knltnsgemeinde Groß-Kanizsa für die Veranstaltung eines würdigen Leichenbegängnisses, sowie für die Bewilligung eines Ehrengrabefür den in Wien verstorbenen Oberkantor Leo K a r 1 s ch m a r o j; f; Dankschreiben der Fr an Ernestine A d n t t für die Kondolenz des Kultusvorstandes anläßlich des Ablebens ihres Vaters, des sel. Herrn Liccv A d n t t; Dankschreiben der Frau Friedrich N e n m a n n für die Teilnahme des Kultusvorstandes anläßlich des Ablebens ihrer Vaters, des sel. Herrn Max Nenmänn; Mitteilung des Herrn Dr. Ignaz Schwa r z, betreffend Annahme seiner Berufung in die Bibliothekskommission, sowie in die historische Kommission; Note des Magistrates der Stadt Wien, betreffend die Keuutnisuahme der vorgenommenen Kooptierung von Vorstandsmitgliedern; Aote des Magistrates, betreffend Kenntnisnahme der Konstituierung des Kultusvorstandes; Mitteilung an den Vorstand.' betreffend die Ernennung des Herrn Dr. Markus Spitzer znm Mitgliede des n.-ö. Landesschulrates; Dankschreiben des k. k. Oberarztes Dr. Antön Lieben für die Gratulation des Kultusvorstandes anläßlich der ihm verliehenen Allerhöchsten Auszeichnung, gold. Berdienstkrenz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille; Dankschreiben des Herrn Wilhelm Kuffn er für die Gratulation des Kultnsvorstandes anläßlich seiner 70. Geburtstages; Dankschreiben des Ehepaares Adolf Sachs für die ihnen anläßlich ihrer goldenen Hochzeit seitens des Kultusvorstandes erwiesene Ehrung; Dankschreiben des Herrn Direktor Dr. Paul Hammerschlag für die Teilnahme des Kultusvorstandes anläßlich des Ablebens seiner Mutter Frau Betty H a m m e r s ch l a g. Im P r ä s i d i a l b e ri ch t teilt der Präsident mit, daß das Spital der Kultnsgemeinde (Rothschildstiftnng). welches derzeit znm größten Teil als Reservespital Nr. 8 des Patr. Hilfsvereines vom Roten Kreuz für Militärpersoneu in Verwendung steht, am 15. März l. I. durch den Besuch Ihrer kaiserl. Hoheit Frau Erzherzogin M arte Valerie ausgezeichnet wurde, welche sich nach mehr als eineinhalbstündiger Besichtigung der Anstalt in der anerkennendsten Weise über die Einrichtungen bes Spitaler ausgesprochen hat. Ueber Einladung Sr. Exzellenz des Herrn Bürgermeisters Dr. Richard W e i ß k i r ch n e r wird beschlossen, der von demselben eingeleiteten Aktion für den Wiederaufbau der Stadt Ortelsbnrg in Ostpreußen mit einem Stifterbeitrag von K 1000.— beizutreten. An Stelle des znm Mitgliede desk. k. n.-ö. Landesschulrates ernannten Herrn Vertreters Dr. Markus Spitzer wird Herr ^Vertreter ,Dr. Wilhelm Pappenhei m als Mitglied des Bezirksschulrates in Vorschlag gebracht. Die von den betreffenden Vereinsvorständeu erfolgte Wahl der Frau Direktor Carl F l e i s ch m a n n in den Vorstand des Israel. Frauenvereines, des Herrn Jakob Treb lisch in den Vorstand der Chewra-Kadischa, der Herren Direktor Wilhelm Kux und k.!. Kommerzialrat S. Rosenzweig in den Vorstand der Armenanstalt wird" genehmigend zur Kenntnis genommen. Der Präsident bringt folgendes an ihn gelangtes Schreiben des Herrn Rabbiner Dr. Nobel zur Verlesung: Frankfurt a. M.. 30. März 1916. Ew. Hochwohlgeboren werden im Besitze eines Telegrammesein, daß ich von Berlin ans au Sie zu richten mir erlaubt habe. Sogleich nach meiner Rückkunft aus Wien wurde mir hier eine Adresse überreicht, die von den liberalen und konservativen Führern der Gemeinde, vom gesamten Vorstand und Re-

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