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Die Wahrheit · 1916-04-21 · Heft 13 (21.4.1916) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 13 (21.4.1916)
Date
1916-04-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Die Wahrheit Nr. 13. Bielecki, griechisch-katholischer Generalvikar von Lemberg; Dr. Josef Bieczewski, römisch-katholischer Erzbischof von Lemberg; Leon Ritter von Bilinski, Obmann des Polenklubs; Bischof Emmerich Bjelik, apostolischer Feldvikar; Philipp Broch. Direktor der k. k. privilegierten Allgemeinen Verkehrsbank, Wien; Eduard Gras Choloniewski, Oberzeremonieumeister; Dr. Ludwig Gwiklinski, k. k. Sekliouschef; Dr. Julius v. Derschalta, Präsident des Oesterr. Lloyd; Dr. S. Ehrmann. k. k. a. o. Universitätsprofessor; Viktor v. Ephruffi; Gräfin Fünfkirchen-Liechtenstein; Frau Lisette Gelber; Agenor Graf Goluchowski, Minister a. D.; Dr. Philipp Ritter^v. Gomperz; k. k. Universitätsprofessor Hofrar Dr. Karl S. Grünhur, Herrenhansmitglied; Doktor Moritz Güdemann, Oberrabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in Wien; Max Ritter v. Gntmann, Präsident des Zentralverbandes der Industriellen Oesterreichs; PH. Doktor Bertold Hatschek, Universitätsprofessor. k. k. Hofrat; Samuel Edler v. Horowltz, Präsident der Handels- und Gewerbekammer in Lemberg; Rsgierungsrat Dr. Wilhelm Jerusalem; Isidor Kaufmann, akademischer Maler; Adolf Klein, Generalrat der Anglo-Oesterreichischen Bank; Frau Bertha Kolischer; Dr., Witold Ritter v. Korytowski; Stanislaus v. Kozmian; Dr. Joses Kranz, Präsident der Allgemeinen Depositenbank; Dr. Karl Graf Lanckorinski, Oberstkämmerer; Rudolf Ritter v. Lewicki; Alois Prinz Liechtenstein, Laudmarschall von Niederösterreich; Dr. Josef Löwner, k. k. Hvfrat i. R.; Fürstin Marie Adam Lubomirska; Heinrich Mendl; Ludwig Neurath, Direktor der k. k. privilegierten Oesterreichischeu Creditanstalt; Dr. Adam Politzer, Universitätsprofessor, k. k. Hofrat i. P.: Leopold Pollack Edler v. Parnegg; Bernhard v. Popper, Direktor des Wlener Bankvereines; Ingenieur Josef Popper-Lynkeus. Schriftsteller; Gräfin Potocka, geb. Prinzessin Radziwkll; Louis Freiherr v. Rothschild; Julian Romanczuk, Vizepräsident des Abgeordnetenhauses; Dr. Adam Fürst Sapieha, Fürsterzbischos von Krakau; Universitätsprofessor Hofrat Doktor Jos. Freiherr v. Schey. Herrenhansmitglied; Dr. Artur Schnitzler, Schriftsteller; Paul v. Schneller, Präsident der Handels- und Gewerbekammer in Wien; Universitätsprofessor Dr. Richard Schüller.!. k. Ministerialrat; Fürstin Therese Schwarzenberg; Dr. Alfred Stern, Präsident der Israel. Kultusgemeinde Wien; kaiserl. Rat Julius Stern; Dr. Josef Theodorowicz, armenisch-katholischer Erzbischof von Lemberg; Dr. Alf. Thorsch; Dr. I. R. v. Twardowski, k. k. Ministerial-- rat; Alexander Weiner, Direktor der k. k. priv. Allgemeinen Oefterreichischen Bodenkreditanstalt; Alois Weishut, Direktor der Unionbank, Wien; Alexandrine Prlnzessiin zu Windifch- Graetz. Die Keteitignug der Inden am Kriege. Ein Appell an die K n l t u s g e m e i n d e n. Die Budapester „Allgemeine Jüdische Zeitung" hatte angeregt, daß jedes ungarische Rabbiuat eine genaue Statistik der Beteiligung der Jndenschast des betreffenden Raobinatsbeziikes am Kriegsdienst znsammenstelle. Sie erhielt nun die erste Zusammenstellung ans dem Bezirke B e t h l e n. 238 Juden sind dort eiugerückt, und zwar 113 verheiratete (die insgesamt 198 Kinder haben) und 125 ledige. 34 sind jünger als 20 Jahre, 102 stehen zwischen dem 20. und 30., 57 zwischen dem 30. und 40., 36 zwischen dem 40. und 45. uad 9 zwischen dem 46. und 50. Lebensjahre. Dem Berufe nach sind: 2 Advokaten, 1 Gerichtsexekutor, 1 Bezirks-Rechnungsrevisor, 1 Steueramtspraktikaut, 1 Advokamrskandidat, 4 angehende Aerzte, 6 Buchhalter, 5 Aanzleiangestellte, 3. Agenten, 18 Kaufleute, 8 Handelsangestellte. 14 kleine Landwirte, 82 Handwerker und Handwerksgehilfen, 64 Gastwirte und Gemischtwarenhändler, 12 Fuhrleute und 6 Arbeiter. Dem Range beim Militär nach sind: 1 Oberleutnant, 3 Leutnants, 6 Kadetten und 24 Unteroffiziere. Bis jetzt waren 172 an der Front. 18 werden noch ansgebildet. Den Heldentod erlitten« 10. In Kriegsgefangenschaft gerieten 12; 13 wurden schwer, 27 leicht verwundet, 5 sind gänzlich invalid. Ausgezeichnet wurden bis jetzt 8. Wie ersichtlich fehlt in dieser sonst mustergültigen Statistik noch die Angabe der Zahl der in dem Bezirke wohnenden Juden im Alter von 18 bis 50 Jahren, eine Angabe, durch welche man auch das prozentuelle Verhältnis der jüdischen Eingernckten zur Zahl der jüdischen Ein-' wohner in den in Betracht kommenden Altersjahrgängen feststellen und daun mit dem entsprechenden Verhältnis auf nichtjüdischer Seite vergleichen könnte. In einer statistischen Aufnahme t|n orthodoxen Rabbinatsbezirke Kolta (Komitat Komorn) für die „Allgemeine Jüdische Zeitung" ist denn auch schon dieser Mangel beseitigt. Nach dem betreffenden Berichte sind von den 40 Inden des Bezirkes, die im Alter zwischen 18 und 50 Jahren stehen, 30 eingerückt, wovon 18 ledig und 12 verheiratet sind. Wenn die jüdischen Kultnsgemeinden nicht nur in Ungarn, sondern auch in Oesterreich und anderwärts, ihre Aufgabe in dieser verantwortuikgsschweren Zeit verstehen wollen, dann müssen sie der Anregung des ungarisch-jüdischen Blattes Folge leisten. Es gHt doch für jede Gemeinde, ob grvß oder klein, wirklich nichts Leichteres als eine Statistik, wie die beschriebene, anzulegen und zu führen. Möge bedacht werden, daß sich ans diesen Einzelstatistiken ein genaues nnd bedeutendes Bild der jüdischen Gesamtleistung im Militärdienste ergeben würde. Wir appellieren an alle jüdischen Knltnsgemeinden, uns ihre Zusammenstellungen einzusenden. An uns wird es liegen, sie für den Gesamtzweck zu sammeln und zu verarbeiten. Jüdisches Kriegsarchiv Wien, H. Zirkusgasse 33. Rechnungsabschluß der Wiener Knltnsgemeinde für das Jahr 1915. In der am 13. d. M. unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Alfred Stern stattgehabten öffentlichen Plenarsitzung des Kultusvorstandes wurde der Rechnungsabschluß für das Berwattungsjahr 1915 vorgelegt, wobei der Finanzreferent, H. Vizepräsident Dr. Leopold Ko hn, mit gewohnter Klarheit ein eingehendes Referat über alle Zweige der Gemeindeverwaltung erstattete, das wir im Nachfolgenden auszugsweise wiedergeben: „Sehr geehrte Herren! Wie Sie ans dem Summarium zum Rechnungsabschlüsse unserer Kultusgemeinde für das Verwaltungsjahr 1915 entnehmen, beziffern sich die Einnahmen des Jahres 1915 mit K 3.547.885-80. Die ordentlichen Ausgaben betragen K 3,677.932 65. die außerordentlichen Ausgaben K 112.980 66, zusammen Kronen 3,790.913-31. Es ergibt sich daher für das abgelanfene Verwaltungsjahr rechuuugsmäßig ein Defizit von Kronen 243.027-51. Gegenüber den präliminierien Einnahmen per K 3,107.950 93 betragen die faktischen Einnahmen. Kronen 3,547.885'80. Es resultiert daher ein Plus an Einnahmen von K 439.934 87. Die präliminierten ordentlichen Ausgaben betragen K 3,300.038 88, die präliminierten außerordentlichen Ausgaben K ß2.000, zusammen K 3,382.538 88. Die faktischen ordentlichen Ausgaben betragen K 3,677.932 65. die faktischen außerordentlichen Ausgaben K 112.980*66,• zusammen K. 3.790.913 31." Ans den an diese allgemeine Aufstellung ungerechten Details wollen wir jene Ausführungen hervorheben. die sich mit dem Beerdigungswesen, mit dem Spital und der Bersorgungsaustalt beschäftigen, da gerade bei diesen Kapiteln die Einwirkung der Kriegsverhältnisse auf die Gemeindewirtschaft besonders hervortritt.

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