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Die Wahrheit · 1916-03-10 · Heft 8 (10.3.1916) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 8 (10.3.1916)
Date
1916-03-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Die Wahrheit. Seite 7. Nr. 8. und des Chores werden gewiß, sowie überhaupt der ganze Verlauf der Feier, allen Anwesenden in nachhaltiger Erinnerung bleiben. Ueber Veranlassung des Präsidenten wurde nach dem Gottesdienste an die Kabinettskanzlei Seiner Majestät des 'Kaisers folgendes Telegramm abgesendet: „Der Vorstand des Mariahilfer Tempelvereines mit zahlreichen Gläubigen im Vereinstempel zu einem feierlichen Danlgottesdienst anläßlich der Wiedererobernng Lembergs versammelt. entbietet Seiner Apostolischen Majestät, unserem Allergnädigsten Kaiser und Herrn, den Ausdruck unwandelbarer Treue und Ergebenheit und erfleht Gottes reichsten Segen ans Sein teures Haupt." Hierauf kam folgendes Schreiben dem Vorstände zu: „An den geehrten Vorstand des Israelitischen Tempelvereines von Mariahilf und Neubau. Seine Exzellenz der Herr k. k. Statthalter für Oesterreich unter der Enns hat im Allerhöchsten Aufträge für die vom Vorstande des israel. Tempelvereines für Mariahilf und Neubau anläßlich der Wiedererobernng Lembergs telegrafisch zum Ausdruck gebrachte allernnterkänigste Loyalitätsknndgebnng den Beteiligten den Allerhöchsten Dank bekannt gegeben." Und mit diesem freundlichen lichtvollen Akkord wollen wir nnseren heutigen Bericht schließen. Möge er uns ein Symptom für kommende glückliche Ereignisse sein, möge er ein Vorbote sein für das, was wir alle in heißer Sehnsucht erflehen, für einen baldigen, ruhmvollen und segensreichen Frieden! Das walte Gott!" Der Bericht wurde ohne Debatte einstimmig zur Kenntnis genommen., Herr Dr. Jakob Deutsch dankt dem Vorsitzenden für die freundliche Begrüßung und erklärt, daß er es als eine persönliche Auszeichnung betrachte, in der Generalversammlung einer der hervorragendsten und vornehmsten Vereinigungen des Wiener Judentums als Delegierter des Knltuspräsidinms zu erscheinen und mit besonderem Vergnügen entledige er sich der Aufgabe, dem Vorstande des Tempelvereines für seine erfolgreiche und segenstiftende Tätigkeit den Dank und die Anerkennung des Knltnsvorstandes zu übermitteln. Herr Knltusvorsteher S. Steiner dankt gleichfalls für die ihm zuteil gewordene Begrüßung durch den Vorsitzenden. Er verweist weiters auf die großen Opfer, die die Knltusgemeinde für die Tempelvereine in anderen Bezirken bringt, und gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß der Mariahilfer Tempelverein, der bisher niemals den Gemeindesäckel in Anspruch genommen hat, beim Knltusvorstande das größte Entgegenkommen finden wird, wenn er in die Lage versetzt würde, eine Subvention anzusprechen. Herr Philipp Weiß überbringt die Grüße des Tempelvereines im VIEL Bezirk nnd dankt dem Vorsitzenden für die Beglückwünschung anläßlich seines 70. Geburtstages. In Vertretung des aus Gesundheitsrücksichten fern von Wien weilenden Kassaverwalters, Herrn kals. Rat Friedrich P o l l a k, erstattet Herr kais. Rat Josef T o f f l e r den Kassabericht unter Hinweis und Erläuterung jener Einnahms- und Ansgabenposten, die infolge der Zeitverhältmsse eine Verminderung, resp, Erhöhung erfahren haben. Nach dem von Herrn Moriz M a n t l e r erstatteten Berichte der Revisoren wird dem Vorstande das Abiolurorium erteilt und werden hierauf die Herren Dr. Carl L ö w y und Moriz M a n t l e r neuerdings als Revisoren gewählt. Der Mitgliedsbeitrag pro 1916 wird in der bisherigen Höhe von K 12.— festgesetzt, wobei der Vorsitzende bemerkt, daß im nächsten Jahrs wahrscheinlich eine Erhöhung notwendig sein wird. Zum 6. Punkte der Tagesordnung „Wahlen in den Vorstand" werden die Herren Dav. Koh n, Ad. Hirsch /und Mittler als Skrutatoren bestellt und nach dnrchgeführtem Wahlakte erscheinen die ansscheidenden Vorstandsmitglieder Dr. Jakob Engel, kais. Rat Friedrich P o l l a k und Leopold Waller wiedergewählt und Herr Bernhard W a ch t 1 an Stelle des verstorbenen Herrn Ignaz Klein ueugewählt. Herr Dr. Karl Löwy stellt folgenden Antrag: Der Vorstand des Tempelvereines wird ersucht mit dem Knltusvorstande in Verhandlung zu treten: Erstens betreffs Gewährung von Ruhegehältern an die Funktionäre des Tempelvereines nach den für die Angestellten der Knltusgemeinde geltenden Normen nnd Bestimmungen. Zweitens ausnahmslose Verwendung der Funktionäre des Tempelvereines bei den Leichenbegängnissen aller im VI. und VII. Bezirke wohnhaften Israeliten. Im Falle das Ansuchen des Tempelvereines in dieser Form nicht erfüllt werden könnte, soll eine Schadloshaltnng durch eine entsprechende Subvention eintreten. Die Erledigung der Angelegenheit wird bis Ende Mai 1916 erwartet. In ausführlicher Begründung erklärt der Antragsteller, daß mit Worten des Lobes, wie sie bisher immer in den Generalversammlungen seitens des Delegieren der Knltnsgemeinde geführt wurden dem Vereine nicht gedient sei, vielmehr müsse die Anerkennnng durch Taten znm Ausdrucke kommen. Der Antrag soll auch eine Bresche schlagen in das bisherige System des Tempelvereines zlir Wahrung der Unabhängigkeit nnd Selbständigkeit in finanzieller und kultureller Beziehung eine Subvention der Knltnsgemeinde nicht anzusprechen. Der Tempelverein ist heute nicht mehr in der Lage, sich mir dem Mantel des Stolzes zii umhüllen und da wie der Bericht des abgelaufenen Jahres zeigt, seine Mittel kaum mehr genügen, nm die berechtigten Allsprüche der Funktionäre zu befriedigen, so ist es nur recht und billig, daß die Kultusgemeinde dem Tempelverein, der bisher nie etwas von ihr verlangt hat, m ausgiebiger Weise beisteht. Die Forderung betreffs Zuweisung der Funktionen bei Leichenbegängnissen an die Vereinsfunktionäre muß mit aller Entschiedenheit erhoben werden. Ihre Nlchtersüllung wäre eine Mißachtung eines der steuerkräftrgsten Bezirke der Knltusgemeinde. Wir wollen aber keine Gnade seitens des Knltnsvorstandes oder der Beamten des betreffenden Ressorts sondern eine gerechte Lösung, die in der Sprengeleinteilnng, wie sie bei den anderen Konfessionen besteht, gelegen wäre. Ueber den Antrag ent'.vickelte sich eine sehr lebhafte Debatte, an welcher sich Knltusvorsteher S. Steiner. Präsident Dr. Jacob Engel, der in merito sich gegen den Antrag erklärte, Herr kais. Rat T o s f l e r, Herr Lr. Bloch, Herr Adolf H i r i ch. Herr Moriz M a u t l e r. Herr Rothberz nnd Herr Spira beteiligten. Fast sämtliche Redner stimmten dem Antragsteller zu. Nach beendigter Debatte wurde der zweite Teil des Antrages mit einem von Dr. Bloch beantragten Zusätze, daß die Funktionäre im Falle der Ausschaltung bei Leichenbegängnissen durch die Parteien entschädigt werden sollen, angenommen. Ueber Punkt 1 unterblieb bie Abstimmung, nachdem eine vom Antragsteller beabsichtigte Modefikation desselben aus formellen Gründen vom Vorsitzenden nicht zngelafsen werden konnte. Döblinger Tempelverein. Die diesjährige Generalversammlung des Döblinger Tempelvereines brachte wie immer Erörterungen allgemeiner Natur, au denen die breiteste jüdische Oeffentlichkeit nicht ohne Interesse vorübergehen kann. Nachstehend der Bericht: Der Obmann Herr Moriz Müller begrüßt die Erschienenen, insbesondere den Vertreter des Tempelvereines im DL Bezirk. Herrn Fuchs, sowie die Präsidentin des Döblinger Franenvereines Frau Dr. Kahn. Entschuldigt hatten ihr Fernbleiben die Herren Rabbiner Dr. Feucht-

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