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Die Wahrheit · 1916-03-03 · Heft 7 (3.3.1916) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 7 (3.3.1916)
Date
1916-03-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 7. Die Wahrheit Seite 5. rechte verletzten, sind sie doch nicht vorwärtsgekommen, gelang es ihnen dennoch nicht, ihre Gegner niederznringen und deren Gebiete sich anzueignen. Wenn sie aber trotz alledem noch den traurigen Mut besitzen sich als Helden, d. h. Maulhelden, zu gerieten, Redeschlachten zu halten, yon einem Endsiege zu faseln und ihre Völker in dem Wahne zu bestärken, daß sie. die noch immer den Zentralmächten weit überlegen seien, am Ende doch einen glänzenden, eiltscheidenden Sieg erringen müssen, so beweist dies, daß sie nur ihr liebes „Ich" vor Augen haben, daß sie den Frieden fürchten, weil durch denselben ihre Existenz stark erschüttert werden könnte, daher sie lieber noch hunderttansende Menschen schlachten lassen, als Frieden schließen. Verdienen diese Herz- und gewissenlosen Menschen — die van von den spätesten Geschlechter noch verdammt und verurteilt werden werden — nicht, daß man vor ihnen allsrilst: „Hanne Achberi reschin ninhu, diese Raubritter sind doch äußerst boshafte Geschöpfe, Dämone. die furchtbares Unglück über die Welt gebracht haben. Böse, herrschsüchtige Menschen hassen den Frieden, das kostbarste Gut der Welt und lieben nur den Kampf.' „Böse Menschen, Reschoim, sind wie ein aufgewühltes Meer, das nicht ruhig werden kann, stets wühlen seine Wasserwogen Schlamm und Unrat ans. Kein Friede! sagt mein Gott, diesen Frevlern. (Jes. 57.) Veritas. Unzeitgemäßes ans Ungarn. Wie selbst in den gegenwärtig schweren Zeiten, die ein einträchtiges Zusammenwirken aller nationalen, konfessionellen und gesellschaftlichen Elemente der Monarchie gebieten, bei einzelnen Parteien die Neigling besteht, gewisse durch den Burgfrieden, niedergehgltene Strömlingen an die Oberstäche zu bringen, das zeigte sich in einer im ungarischen Abj geordnetenhause kurz vor seiner Vertagung abgeführten Debatte, j über welche der „Jüd. Zeit." folgendes berichtet wird: l Im nngarischen Parlament hat das Mitglied der Un-! abhängigkeitspartei Jnlins Sag Hy. der gewesene Rektor der Blldapester Universität, an den Minister des Innern die Anfrage gerichtet, warum er es dulde, daß noch immer „so viele Galizianer in Budapest herumlanfen. Diese Flüchilinge j seien der Krebsschaden an unserem Lebensmittelmarkte und! man muß sie alle nach Hause schicken; je früher desto besser."! Ein Bndapester jüdisches Blatt bemerkt hiezu, daß alle! Flüchtlinge, deren Heimat von den Russen frei ist, ohnehin von Budapest foitgeschickt worden sind. Es sind nur 6000 l geblieben, deren Heimatsorte entweder noch besetzt oder zerstört! sind. Von diesen arbeiten sehr viele in Fabriken und in anderen Betrieben. Wenn es unter ihnen auch Preistreiber gibt —- es gibt auch außer ihnen solche — so, mögen sie bestraft, aber ^ichl „die Flüchtlinge" beschuldigt werden. Aber j unter den zwei Dutzend jüdischer Abgeordneter fand sich! kein einziger, der sich bei dieser Gelegenheit zu Worte gej meldet hätte. j Dagegen war der Abgeordnete, der bald darauf die Wiedereinführung der Sonntagsruhe in derselben Strenge! gefordert, wie sie vor dem Kriege bestanden hat, „natürlich" ein Jude. Nämlich der ans der früheren Flüchtlingsdebatte bekannte Dr. Wilhelm Vazsonyi. In seinem Bndapester Wahlbezirke gibt es viele Orthodoxe, denen der Zwang in; in dieser Zeit, zwei Tage in der Woche zu feiern, eine ungerecht große Last bedeutet. Dem Drängen dieses Inden haben die AnderSglänbigen j nachgegeben und die strenge Sonntagsruhe ist wieder einj geführt worden.; Auch eine allgemeine Jndendebatte gab es im ungarischen Parlamente. Georg S z e m r e c s a n y i richtete heftige Angriffe gegen die Regierung, weil sie für Schweinefett und Speck die' Preise zu spät festgesetzt habe, nachdem die Kreditbank alles zusammengekanft hatte. Geza P o l o n y i: Rothschilds Geld! Jüdisches Geld für den Handel mit Schweinen! Aurel Förster: Halten darf man sie ja, nur essen nicht. Szmrecfanyi: Ich bitte diese Frage viel ernster zu behandeln. Der Zweck, den der Abgeordnete Paul Sandor (Jude) mit seinen Angriffen ans die Volkspartei verfolgt hat. war, die Aufmerksamkeit von anderen Fragen abzulenken. Er berief sich auf die Macht des jüdischen Kapitals. Die Volkspartei wird, wenn die Zeit dafür gekommen sein wird, die Bevölkerung darüber ansklären, wem sie ihr Elend und Leiden zu verdanken hat. Wir werden jene Hunderttansende Familien darüber aufklären, w e m sie ihr Darben und Hungern zu verdanken hat zu einer Zeit, wo das Familienoberhaupt am Schlachtfelde sein Blut für König und Vaterland vergießt. Wir werden das Land anfklären, wer die gewissenlosen Schacherer sind, die auch aus den durch das Elend ausgepreßten Tränen für sich Kapital zn schlagen wußten. Ministerpräsident Graf Tisza, der nach ihm das Wort ergriff, hat auf diesen Teil der Rede Szmrec'anyis nicht reflektiert, wohl aber hat in der folgenden Sitzung Paul Sandor eine lange Rede gehalten, in welcher er „natürlich" nicht vom jüdischen Standpunkt gesprochen, sondern alles auf das persönliche Gebiet geschleift hat, indem er dem und jenem Antisemiten oder Klerikalen dieses und jenes Vergehen Nachweisen wollte. Derlei Politiker können noch immer ans dem Wahn nicht heraus, den Antisemitismus zu zerschmettern, wenn sie den einen oder anderen Antisemiten als nicht tadellos hinstellen. Die Verstellung ging da so weil, daß der Abgeordnete I n r i g a sich veranlaßt gesehen har, zu sagen, man solle doch den Mut der Ueberzeugung haben und aufrichtig sagen, daß sich die Debatte um die Jilden drehe. Aber Abgeordneter Desider Abraham hob hevor, daß durch die „Rezeption die Jndenfrage ans dem öffentlichen Leben ausgeschieden wurde" „(!) Dieses Ausgeschiedensein wurde durch die folgende Rede Rak ovszkys schön illustriert, in welcher er erzählte, daß die ungarische Regierung Bedenken getragen habe, einen Advokaten zum Notar zu ernennen, weil dies unter der betreffenden katholischen Bevölkerung Erregung Hervorrufen könltte. Aber dieser Jude wurde doch ernannt, — well er der Advokat der Familie Rakovszky war, wie Abgeordneter Sandor festgestellt hat. Rakovszky fragte, warum Sandor diesen Advokaten in die Debatte hereingezogen habe — „vielleicht weil er Schlesinger heißt?" Da lachte das ganze Haus; Sandor hat nämlich vor seiner Magyarlfierung auch Schlesinger geheißen. Der durch die unerhörte Telleruug hervorgerufene Kampf zwischen den Agrariern und Merkantillsten wird aus dem Rücken der Inden ausgetragen. Der Chasftdismns. Bon Prof. Dr. Kahau, Znaim. Als ich einmal einen galizischen Inden fragte, ob er ein Ehossid wäre, antwortete er mit einer gewissen Entrüstung: Wie heißt a Ehossid? Bin ich denn a meschnggeuer Jüd?! Damit wäre eine ziemlich richtige Definition des Chassidismus gegeben, tpenn nicht zum Chassidismus aitßer der Masse der Gläubigen auch noch die Gründer und Häupter gehörten. Die Definition muß also etwa so erweitert werden: Der Chassidismus umfaßt einen Teil der Juden, die eine gute Portion Verrücktheit mit einer noch größeren Portion Betrug in sich vereint. G r a e tz lleuut den Chassidismus einen häßlichen Auswuchs des I n d e n t u m s, offenbar eine zu milde Bezeichnung für etwas, das mit vollem Rechte der gräßlichste Schandfleck des Judentums genannt werden muß. Wenn es Moses Wunsch war, daß das jüdische Volk in den Augen der anderen Völker als ein weises vernünftiges Volk sich bewähre (Deuteronomium 4, 6), so gibt es keinen größeren Chilliil hasckem als das Treiben der Wnuderrabbis und das Gebühren der Chassidim; so ist keine Verurteilung scharf

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