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Die Wahrheit · 1916-02-25 · Heft 6 (25.2.1916) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 6 (25.2.1916)
Date
1916-02-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Die Wahrheit. Seite 7. Rr. 6. 300 Abbildungen sämtliche Architekturreste nach Zeichnungen und Photographien wiedergegeben; Grundrisse und Rekonstruktionen erläutern das Bild der aus Trümmern neugewonnenen Bauten, und die Wiedergabe eines Modells der Synagoge von Tell Hllm (Kapharnanm) vermittelt auch dem Laien eine Vorstellung von ihrer ursprünglichen Erscheinung. In ausführlicher Darstellung wird die historische Stellung dieser so in die Architekturgeschichte des Altertums eingeführten Bauten untersucht, ihre Zeit und, ihre Bedeutung bestimmt. Von verschiedenen Seiten, ans der Prüfung der Banglieder, der jüdischen Embleme und der literarischen Ueberlieferung, ergibt sich ein einheitliches Resultat. Seit der Wende des zweiten und dritten Jahrhunderts, unter dem Kaiserhaus des Septimiils Severus, sind diese Bauten mit ihrem starken heidnischen Einschlag und der gegen die strenge Auffassung des jüdischen Gesetzes verstoßenden reichen figürlichen Dekoration entstanden. Es ist die Zeit, in der die Mischna gesammelt wurde, eine Blütezeit des galltäischen Judentums, zu deren Beginn die geistliche Leitung der jüdischen Gemeinden Galiläas der Patriarch Jehnda-ha-Nesi I. besaß, von dessen nahe Beziehungen zu dem jungen Kaiser C.iracalla der Talmud berichtet. Von hier ans erweitert sich die Darstellung zu einem Ueberblick über die Bauform, der antiken Synagoge überhaupt, die bis in die hellenistische Zeit zurückverfolgt wird, ans der wir die großartige Synagoge in Alexandria durch die im Talmud überlieferte Schilderung kennen. Ein Ausblick am Schlüsse weist ans die wichtigen Zusammenhänge hin, dre den Henerschlossenen Banlypns der Synagoge mit den ersten basilikalen KirchenbaNten der Konstantimschen Zeit in Palästina verbinden; die Frage der Einwirkung der Banform der Synagoge auf die christliche Basilika wird von der Grundlage Des architektonischen Tatbestandes aus-neu geprüft. Die jüdischen Deputierten der neue« griechischen Kammer. Aus Saloniki wird geschrieben: Bei den jüngsten Wahlen zur griechischen- Kammer Haben die Juden Griechenlands überall die Gnnaris-Kandidaten eifrig unterstützt und auch vielfach zu ihren Siegen verholfeu. Wie bekannt, vertritt die Gnnaris-Partei den Standpunkt, daß Griechenland sich gegen die Entente wenden, und Anschluß an die Zentralmächte suchen soll, was dem Standpunkte der griechischen Judenfchaft voll und ganz entspricht. Bei den Wahlen haben auch fünf Juden Mandate zur .'Kammer erhalten. ' An erster Stelle unter , den fünf gewählten jüdischen Deputierten steht Dr. Marice Coffinas, früherer Deputierter. Dr. Coffinas, ein sehr angesehener Arzt in Volo, hat in edler Weise sein Können in den" Dienst der vom Glücke Enterbten gestellt. Er hat in Volo ein Hospital für Arbeiterfrauen und ein Asyl für arme Kinder gegründet. Dr. Coffinas hat unermüdlich während der Dauer seiner Kammeriängkeit für die Konsolidierung der jüdischen Gemeinschaft und die Lusicherung gewisser Privelegien der jüdischen Wohltätigkeitsvereine Salonikis gearbeitet. Herr Haimoli Cohen, ebenfalls früherer Deputierte, ist ein ausgezeichneter Jude. Er ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Altgriechenlands; er hat schon öfter den großen Einfluß', dessen er sich in Athen erfreut, zugunsten seiner Stammesgeuossen geltend gemacht. Man macht sich von der Achtung, die er in Altgriechenland genießt, ein Bild. Wenn man weiß, daß der König oft sein Gast in Trikola war. Herr Leon Gattegno, Mitglied des jüdischen Gemeinderates in Saloniki, interessiert sich stets für Gemeindeangelegenheiten und besonder-' für die Unterrichtsfragen. Herr Peppo Mastah, früherer Deputierter, hat in der letzten Kammersession eine sehr lebhafte und fruchtbare Tätigkeit entwickelt; er tat stets sei» Bestes, ltm den Interessen des Vaterlandes und seiner Stammesgenoffen ztt dienen. Herr Mallah verstand es, sich in kurzer Zit die Achtung der Regiernngskreise zu erlverben und wurde in einem Zeitraum von wenigen Monaten ein einflußreiches Mitgied der nationalen Gunarispartei. Herr Salomon Meir ist eine neue Erscheinnng. Er ist einer der Leiter des Bankhauses Baruch und Salomon Levy in Bold und hat d»e Leitung des Hauses Salomon Meir in Trikola inue. Er ist edeldenkend und tätig. Kürzlich machte er die jüdische Gemeinde ein Geschenk von 10.OO0 Fres. Herr Meir trägt sich mit der Absicht, in Achen em Bureau zu gründen, das eine Art Filiale der jüdischen Gemeinde Salonikis sein soll. Dieses Bureau soll alle Reklamationen prüfen, die mau ihm übergeben wird. Verschiedene Nachrichten. Wien. Am 16. d. M. ist hier Herr Rabbiner Dr. Frankl - Grün, der durch Jahrzehnte als Ravvinee in Kremsier verdienstlich wirkce und sich vor einiger Zeit ans Gesundheitsrücksichten ms Privatleben zurückzog, im 70. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene, der auch em langjähriger Mitarbeiter unseres Blattes war und demselben noch in letzter Zeit schätzenswnrte Beiträge lieferte, war durch seine fruchtbare, literarische Tätigkeit in weiten Kreisen bekannt. Nebst der talmndischen Literatur widmete er sich vornehmlich geschichtlichen Forschimgeil und sein Werk „Geschichte der Inden in Mähren" wurde vielfach als Qnellenwerk angezogen. Das Leichenbegängnis fand Freitag, den 18. Februar unter großer Teilnahme statt. Herr Oberrabbmer Dr. Güdemann hielt dem Verblichenen einen sein Wirken als Seelsorger und Forscher würdigenden Nachruf und Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang widmete namens der Amtsbrüder denl Heimgegangenen tiefempsnildene Abschiedsworte. Wie». Zur Ergänzung des Berichtes über die Generalversammlung des Jojefstädrer Tempelvereines wird uns von besonderer Seite mitgeteilr. daß, Herr Kantor Josef Grob, welcher über Einladung des Borstandes der letzten Generalversammlung als Gast beiwohnte vom Vorsitzenden aufs wärmste begrüßt wurde. In dem vom Schriftführer Dr. Goldberger erstatteten Rechenschaftsbericht wurden auch die Leistungen des Herrn Kantor Grob hervorgehoben der bereits über em Jahr — in Abwesenheit seines Amtskollegen — sämtliche Kantorale Funktionen zur vollster Zusriedenhelr versieht, und wurde denl wackeren Fuilktionär Nameus des Vorstandes für seine überaus anstrengende und hingebungsvolle Leistung der Dank und Ailerkeimuiig ausgesprochen. Wie». Montag, den 28. Februar, 7 Uhr abends findet im Restaurant Tonello, Ü., Lllienbrllnngasie 5, die Generalversammlung des Kaiserin Elisabeth Lehrmädchen- und Arb eiterinneu- Heimes statt. Tagesordmmg: 1. Verlesung des Prvlvlles der letzten Generalversammlung. 2. Erstattung des Rechenschaftsberichces. 3. Bericht des Präsidenten. 4. Kaffabericht und Bericht der RechnungSrevijoreu. 5. Statutenänderung. 6. Wahl de» Vorstandes. 7. Wahl der Rechnungsrevisoren. 8. Eventuelle Anträge. ^Vie». (I u g e n d g o t t e s d i e n st.) Ein renoinmiertes Obergyinilasium m nächster Nähe der Wiener Universität machte kürzlich in emer Kurrende der Direktion die Studierende auf die Wichtigkeit eines korrekte» Betragens beim Jugendgottesdienste besonders und in ernster Werse aufmerksam. Die Worte machten tiefen Eindruck, was bereits der letzte Samsraggortesdienst deurlich zeigte. Geschieht das an allen Mitrelschnten daun wir mit einem Schlage ein musterhaftes Betragen des jungen Studenten in allen Gotteshäusern zur Norm werden, was uur sehnlichst von den Freunden unserer Jugend gewünscht wird. Wie». Am 12. d. M. fand im Tempel de» XIII. Bezirke» die Barmizwafeier des Neffen unseres allverehrten Temvelvorstehers Herrn Herm. ä li n e r statt. Der Konfirmant Hans Getsiel las die Hastora korrekt und mit vielem Berstäildnis vor. Herr Vorsteher Küner widmete ans diesem Aulasie namhafte Spenden für wohltätige Institutionen, Erster Kantor T o n k o n o g i rezitierte den Mischeberoch und Rabbiner Dr. P r o ß u i tz hielt an den Koufirmanren eine Ansprache. Wien. B e n s e w und M. E. Ster n. ihr Leben und Wirken, bildeten den Inhalt eines Vortrages, den Professor Mociz A u t s ch e r l beim letzten Geschichtsabende des Berhamidrasch „Talmud Thora", II., Malzgaffe 16, hielt und deffen kurze Wiedergabe unseren Lesern gewiß willkommen sem wird. Inda Leb B e n s e w, geboren am 18. Angust 1764 zn Lelnw a. Biala gab eine ganze Reihe jüdischwiffenschafrlicher Werke heraus, kam 1800 als hebräischer Korrektor in die Druckereien Hraschansky und Schund nach Wien, wo er bis zu seinem am 15. Februar 1811 erfolgten Tode verblieb. Vorher war er in Krakau und längere Zeit in Breslau und war auch in Hamburg und anderen Städten. Trotz schwacher Gesundheit war Beusew einer der tätigste» Gelehrten feiner Zeit. Ein schlichter Grabstem ziert sein Grab am Wiener Währiuger isral. Friedhofe. Daselbst ruht auch der im Todesjahre Beusew» am 2. November 1811 in Preßburg geborene Max

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