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Die Wahrheit · 1915-11-19 · Heft 36 (19.11.1915) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 36 (19.11.1915)
Date
1915-11-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 36. Die Wavrljeit. Seite 7. Hon wo größere Geldbeträge zilgewieseli wurden, 'welche es ermöglichten.' den besonders Bedürftigen stets Unterstützungen zu geben, was dank der guten Handhabung noch heute geschieht; so werden allein monatlich für verschiedene Medikamente zirka 100 Kronen in der Apotheke bezahlt. Ganz besonders aber ist die Beschaffung der Mazvlh hervorzuheben, zu der auch Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Spitzer viel beigeiragen hat. Die beiden Herren haben es verstanden, durch persönlichen Einfluß und' Bekanntschaft nahmhaste Spenden für diesen Zweck zu verschaffen, die ermöglichten, daß Ostern die Mazvlh zn 92 h bis zn K 1 28 pr. Kilo zu haben waren, während diese anderswo 2 bis 3 Kronen kosteten. Betont muß aber doch werden, daß die Barackenbewohner in Asch durchwegs die Mazoth llmsonft bekamen uiid unter anderem auch Geldunterstützttttgen erhalten. Ferner zn verdanken ist es der Frau Louise Spiegl, daß während des Winters über 100 Kisten Kleidungsstücke, zum Teil neue, an die Flüchtlinge verteilt wurden, wobei außer der Genannten die Frau Rabbiner Dr. Spitzer und Herr Moritz Spiegl viel milgewirkt haben. Und noch immer wird von dieser Seite für uns gesorgt. Herr Theodor Spiegl war es auch, der bei der Behörde wegen der Nenbekleidnug der Flüchtlinge sich einsetzte und dank seiner Bemühungen sind wir auch mit dlesen Kleidern beteilt worden. Noch vieles wäre anfznzädlen, für das wir jedoch die Worte des Dankes nicht besitzen. Zum Zeichen der ewigen Dankbarkeit wollen wir daher den Allmächtigen inbrünstig bitten, er möge der Familie Theodor Spiegl sowie allen unseren Wohltätern (unter denen auch Herr Dr. Lteinsberg für die unentgeltliche Behandlung und Heilung der Flüchtlinge besonderen Dank verdient) feinen Segen mit Glück und Wohlergehen augedeiheu lassen. Das soll unser Dank sein. Samuel Wolf Klein aus Mielce (Galizien). Oskar Z e l s e l, Nisko (Galizieu). Moses W a är s m a n n ans Podgorze bei Krakan. S. Rosen stra n ch aus Podgorze bei Krakau. Juda S ü ß k i n d aus Limauowa. Berisch Z e i s e l aus Nisko (Galizien). Mendel Es riet, Stroze. Diese Danksagungen wurden in interessierten Kreisen, da man aus ihnen ersah, daß die Flüchtlinge die ihnen erwiesenen Wohltaten voll und ganz zn würdigen wußten, mit Wohlwollen ausgenommen. Im Mai des Jahres 1915 setzten die tapferen verbündeten Heere der Zentralmächte mit der gewaltigten Offensive in Polen und Galizien ein und trieben auf allen russischen Schlachtfeldern den Feind in die Flucht. Die einzige uns verloren gegangene Festung Przemysl wurde wieder erobert. Und nun giugs im Allegroschritt von Sieg zn Sieg! Die Machricht, daß die galizische Hauptstadt Lemberg, die der Feind mit verzweifelter Kraft zn halten suchte, wieder in unseren Besitz gelangte, durcheilte blitzschnell alle Gaue unseres weiten Vaterlandes. Sie war der Hoffnung erster Keim, daß die Heimatlosen bald wieder zur Scholle ihres Erbes zurückkehren werden dürfen. Es wurde deshalb eine Frendenlundgebung von den Flüchtlingen improvisiert, die zu den denkwürdigsten Aufzügen Egers zählen darf. Ueber diese Siegesfeier berichtete die „Egerer Zeitung" am 24. Juni 1915 wie folgt: Die Kriegflüchtlinge ans Galizien und der Bukowina der Knltusgemeinden Eger und Franzensbad veranstalreten am Mittwoch, den 23. Juni 1915 um 5 Uhr nachmittags eine imposante Freudenknndgebnng, die folgenden Verlauf nahm: Genau 5 Uhr bewegte sich der nach vielen Hunderten von Männern, Frauen und Kindern zählende Zug vom Johannisplatz durch die Stemgasse zum Marktplatze. Mit klingendem Spiel, unter Vorantragung von Fahnen, geschmückt mit dem Kaiserbilde und heiligen Silbergeräten der Gesetzesrollen ans dem Tempel zn Eger, zogen sie zum Gebäude der k. k. Bezirkshanplmaniischafl zu. Schön und sonnig war der Tag, schön wie die Hoffnungen der Völker unserer Doppelmonarchie, und es wimmelte der Marktplatz wie in den Tagen unserer höchsten Feste. Eine Abordnung der Knltnsvorstände, der Herren Eduard Löwy, Eger, und Theodor Spiegl mit dem Rabbiner. Ehrwürden Herrn Dr. Spitzer, Franzensbad, au der Sp tze, gefolgt vom Oberkaiuor Wilkowitsch, Eger, und zweier Flüchtlinge ans Eger und Franzensbad begab sich hierauf zum Herrn Hofrat Kaiser, an den der Rabbiner in einer schwungvollen Ansprache die Gefühle der Dankbarkeit und der Tiefergebeuheit der Flüchtlinge, wie der gesamten Judeuheit der oberwühucen Gemeinden für die erhabene und geheiligte Persoli Seiner Majestät des Kaisers verdolmetschte ilild bat, diese zum Ausdruck gebrachte Freudenknndgedung ans Anlaß der Eroberung Lembergs an die Stufen des Thrones Sr. Majestät gelangen zu lassen. (Schluß folgt.) Uerschiedcue Nachrichten. Wie»». Ueoer Die in bei Plenarsitzung des k. k. u.-ö. Landesschulrates vom 25. Oktober l. I. avgehaltene Trauer knndgebuug für das verstorbene Mitglied k. k. Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, erster Vize-Präsident der Kulrusgeineiude, ist au baS Präsibium der Wiener Israel. Kultusgemeinde nachfolgende Znichrifc ergangen: „Geehrtes Präsibium! In der Pleuarsttzuug des k. k. u.-ö. Landesschulrates am 25. Oktober l. I. hielt der Vorsitzende vor dem Eingeoen in die Tagesordnung dem verstorbenen M rgliebe Herrn Dr. Gustav Kohn emen Nachruf, in welchem er der Charaktereigenschaften und Verdienste beS Verbilchenen mit ehrenden Worten gedachte und über die vom Präsidium deS Landesschulrates ans diesem berrüdenden Anlasse zum Ausdrucke gebrachte Teilnahme berichtete. Die Versammlung nahm die Mitleilnngen deS Vorsitzenden mit anfrlchrigem Schmerze entgegen und beschloß, diese feierliche Tcauerknndgebnng dem Protokolle der Sitzung einzilvelle-beir- Hievon beehre ich uiich, da» geehrte Präsidium mit der Versicherung meiner ausgezeichneten Wertschätzung in Kenntnis zu setzen. B l e ll e r l h m. p." TLien. (Kaiser Franz Josef I.-H u l d l g n n g s r e in v e l II.. P a z m a n i t e n g a f i e 6.) Sonntag, am II. Kislew 5676 (21. November 1915) um a/4 5 Uhr abends findet uh Kaiser Franz Josef I. Hnldigniigstempel die Tranerfeier für den verewigten kaiserlichen Rat Adolf Schramek, Präsidenten des BelhansvereineS „Am Bolkert", statt. Nach der Tranerfeier öffentliche Plenarsitzung deS Vorstandes im Sitznugssaale. Die VereinSleitung. Wien. Am 14. d. erschienen einige hervorragende Persönlichkeiten in der Wohnung deS Herrn Oskar Schramek, um ihm-für-Äas heilige Land, im Namen der Armen und Bedürftigen Palästinas, das Amt eines Gaboi anzubieten, welches der verewigte Vater desselben» Herr kais. Rat Adolf Schramek s. A., viele Jahre hindurch hliigebnngSvoll verwaltet hatte. Herr Schramek erklärte sieh bereit, dieses Amt zu übernehmen und im Sinne feines dahingefchiedenen Vaters führen zn wollen. In der Verwaltung tritt sonst keine Aenderung ein. Herr S. H o r n st e , n, II., Nestroygasse 8, wird auch fernerhin die milden Gaden einsammein und werden die gesammelten Summen nach wie vor zur Hälfte der österreichisch-ungarisch-döhmisch-mähriichen Gemeinde und zur Hälfte der galizischen Gemeinde im heiligen Lande zugeführt. Wien. (V e t e ui „E i n h e i c".) Dieser Verein, der seit Kriegsbeginn täglich über 4000 Menschen, darunter Beamten- und Angestellreii-Familien gegen ganz geringes Entgelt und zum großeil Teil sogar unentgeltlich Mit gesundem Essen ausipeist, har es auch auf sich genommen, nufere in den verschiedenen Svirälern vesindlichen jüdischen Soldaten rituell ansznspeisen. Dem Verein ist nun von der Zenrralleltnng des „R oteu Kre n z" ein überaus schmeichelhaftes Dankschreiben zugekommeu, welches wie folgt lauter: „Die Verwalcnngs- Kommiffion unseres VereiilS-ReservespiraleS Nr. 9 har uns milgeteilt, daß der Verein „E i u h e i t" anläßlich der israelitischen Feiertage allen in diesem Spitale untergebrachlen verwunderen Soldaten israelitischer Konfession AnsspeisungSmarken unentgeltlich zur Verfügung gestellt har. Wir beehren uns. dem geehrten Präsidium für sein hiedurch und auch früher schon wiederholt bewiesenes humanitäres und vatrivtlscheS Wirken unseren verbindlichsten Dank auSzusprechen. Für die Vereinsleirung: Franz Graf Thur n m. p." — Anschließend wollen wir noch erwähnt haben, daß einige an der Spitze des Vereines stehende Vorstandsmitglieder sich auch sonst um das „Rare Kreuz" vielfach verdient gemacht haben und dafür auch entsprechend ausgezeichnet worden sind. Es sind dies die Herren Bezirksrat Philipp Back, Direktor Alexander Geiger, und Doktor Wolfgang Pollaczek. Der Verein „Einheit" dar erst kürzlich

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