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Die Wahrheit · 1915-11-19 · Heft 36 (19.11.1915) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 36 (19.11.1915)
Date
1915-11-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite H. Die Wahrheit Nr. 36. einen Aufruf zur Unterstützung feiner edlen Zwecke veröffentlicht und begebt wirklich Jedermann ein gutes Werk, der es dem beute bereit» unentbehrlichen Vereine möglich macht, seine segensreiche Tätigkeit u» ge schwächt aufrecht zu erhalten, denn ohne reichliche Unterstützung wäre die» bei den heutigen L e b e n » in i l r e l p r e i s e n kaum mehr möglich. Wie«. Samstag, den 20. d. feiert das Ehepaar Jakob und Johanna Sch im merlin g im israelitischen Bersorgnngshause die diamantene Hochzeit. Wie«. Herr u. Frau Regierungsral Dr. Frankfurter begehen am 20. November l. I. die Barnnzwahfeier ihres Sohnes Karl im Stadt-Tempel. Wie«. Herr und Frau Karl Kalman II feiern das Barittizwahfest ihres Sohne» Erwin Samstag, den 20. November um 9 Uhr im Leopoldstädter Tempel. Wie«. (Züd. Toynbeehall e XX.. D e n i s g a s s e 33.) Samstag, den 13. d. fand ein erfolgreiches Konzert statt, dessen interessante» und stattliches Programin die Schüler der ausgezeichneteil Gesaugsmeisterin Frl. Alice G o l d b e r g unter lebhaftem Beifall der dankbaren Zuhörerschaft bestrittell. Die Bibelvorträge an den Freitagabenden (7 Uhr) hat der Verein der Nabbinarskandidaren „Theologia" übernomrnen und wird Freitag, den 19. d. Dr. I. A. Mark beginnen. Samstag, den 20. d. findet wieder ein Konzert statt. Sonntag, den 21. d. spricht Herr Sekretär Siegfried Fleischer über das gewiß besonders iiiterefiante Thema: „Die Inden im Kriege". Mittwoch, den 24. d. wird über Einladung de» Vorstandes Frau Sofie Deutsch einen Lichtbilder vortrag „Das Wunderland Indien" halten. Die Lehrknrse, Deutsch, Slenograpliie uildHandelswisienichasten, haben bereits begonnen, doch können noch Einschreibungen am Montag, den 22. Dienstag, den 23 d. abends 1I2 7 im Sekretariat der Toynbeehalle vorgenommen werden, da. wenn nötig, Parallelkurse errichtet werden. Vre«. Das Komitee zur A u s k l ä r u n g über ostjüdische Fragen hat sich in der Weise konstituiert, daß die Herren Dr. Nathan Birubauin, Rabbiner Dr. Max Grnnwald und Adolf Stand das Präsidinm, die Herren B. Locker und Dr. A. Schwadron das Sekretariat. Herr Meier Henisch die Kassa übernahmen und außerdem Herr Löbl Taubes sowie die kooptierten Herren Sigmund Haber und Dr. Theodor Weifielberger an der Leitung der Geschäfte beteiligt sind. Das Komitee ist bereits an die Arbeit heraugetreleu. Seine ersten Bcschlüfie beziehen sich aus die Veranstaltung eines Vorträge-Zyklus in Wien, in dem alle Seiten des ostjüdischen Lebens beleuchtet werden sollen, und die Herausgabe von Flugschriften zu denselben Themen. Die Vorträge, für die schon eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten gewonnen sind — Genaueres deuniächst! — haben am 6. November begonneii. Ziischriflen an das Komitee zur Ausklärung über jüdn'che Fragen. Wien, IX. Scegafie 25—15 oder an einen der genannten Funktionäre erbereu. Zahlstelle: Bankhaus A. Hecht, Wien, XV. Mariahllferstraße 138. Wie«. Herr Adolf Dünmann-Dimanv, Opernsänger, hat sich für die Zeit seines, vor Ausbruch des Krieges absolvierten Gastspieles in Rußland, als konfessionslos angemelder. Derselbe ist gegenwärtig im Felde — und wird dem Glauben seiner Väter nach ivie vor treu bleiben. Baden. Ein tapferer Jüngling ist Montag, am 8. d. M. auf dem israelitischen Friedhöfe zu Baden zu Grabe getragen worden. Und dieser Jüngling, namens Oskar K o h u. war ein Kind aus unserer Kultusgemeinde, deffen Vater Herr Jakob K o h n, eines der angesehensten Mitglieder derselben ist. Z» seinen Jugendjahren war dieser Hingeschiedene Vaterlandsverteidiger ein liebevoller Sohn seiner Eltern, ein treuer Kamerad seiner Mitschüler und später eine hilsrefche Hand feines Geschäftsherrn. Im 21. Jahre rief ihn die Bürgerpflicht zu den Waffen und fand am 3. Mai 1915 in Galizien auf dem Felde der Ehre seinen frühen Heldentod. In Janowize bei Tarnow wurde er mit noch einem gefallenen Kameraden in einen Garten begraben, was seinen tiefbetrübteu Eltern erst nach Monaten behördlich mitgeteilt wurde. Der fromme greise Vater fand keine Seelenruhe, sein gutes Kuld in fremder ungeweihter Erde begraben zu wiffen und so machte er sich in Begleitung mehrerer Familienmitglieder vor einigen Tagen zu dieser beschwerlichen Reise auf, um seinen inniggeliebten Sohn hierher zu bringen und auf unserem Friedhofe begraben zu laffen. Das Leichenbegängnis gestattete sich zu einer patriotischen und liefergreifenden Kundgebung. Die Vorstände der Kultusgememde und der Chewra-Kadischa waren korporativ vertreten und eine lmmens große Anzahl der Gemeindeniltglieder beteiligte sich an demselben. Herr Oberrabbiner Reich hielt dem Verblichenen einen tief empfnndenen Nachruf, der alle Trauergäste zu Tränen rührte. In seinen geistreichen Wendungen verglich er den Tranerfall mit dem unseres Erzvaters Jakob, der den Tod seines angeblich von einem wilden Tiere zerfleischten Sohnes an seinem Hemde erkannte, so hat der greise Vater Jakob K o h n die Leiche seines Sohnes an den „Talis-Koton", das er noch am Leibe anhatle, erkannt. Den gesanglichen Teil exekutierte Herr Kantor Ferdinand Jura >n der von diesem tüchtigen Säuger zu erwarleudeil Weise. Am Grabe sprach >roch Herr Oberleutnant Dr. Oppen hei m, ein Bruder des gewesenen Chefs des Dahingeschiedenc», worauf die Musik die Bolkshymne im Trauertone intonierte. Groffwarder«. Donnerstag, den 4. November ist der Präses der hiesigen Knltusgememde, Herr Adolf Wechsler, im 64. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene widmete sich mit seltener Hingebung mehr, als 20 Jahre den Angelegenheiten der hiesigen Kultusgemeinde. Hem Leichenbegängnisse, das am Freitag, den 5, d. M. stattsaud, wohnten die Spitzen der Behörden, der Obergespan des Komitees, der Bürgermelster, fast die ganze Bevölkerung, viele Vereine und eine Deputation der Orlhodoxen-Gemeinde, bei. Nachdem Oberkantor Jenö Weiß mit ChorbegleitNiig die Tranergesänge in sehr erhebender Weise vorgetragen harte, hielt Herr Oberrabbiner Dr. Kecskemety dem 'Heimgegangenen einen erhebenden Nachruf, woraus Herr Direktor GebestYen die Verdienste der Verblichenen würdigte. Haag. (D e r 'I ü d i s ch e N a t i o n a l f o n d s.) Die September-Eingänge des Jüdischen Natjonalfonds beliefen sich auf Mark 40762.—. Zu dieser Spendensumme haben beigelragen: Nordamerika H 17.307, Oesterreich M 10.419, Deutschland M 7273, Rumänien M 1635, Südafrika M 959, England M 895, Argentinien M 688, Holland M 505, Südslavische Länder M 422, Griechenland M 408, Rußland M 210 und Dänemark M 42. Es ist von Jnteresie, daß selbst inA den ans» schwerste und unmittelbar vom Kriege heimgesuchten Gebieten die Sammelarbeit für den Nauonalfoilds nicht völlig aufgehört hat. So wurde z. B. ans einer Festung in Russisch-Polen wenige Tage vor ihrer Eroberung durch die deutschen Truppen ein größerer Spendenbetrag an das Hauptbilrean des Jüdischen Nationalsond» abgeschickt. Jüdische Bühne. Hotel Stephanie, II.. Taborstraßc 12. Direktion S. Podsamcze. Es gelangt zur Aufführung: „Dns Pintale Jüd."Overetie in vier Anfzügen von Finkelstein. Samstag den 21. November 3^2 Uhr nachm., ermäßigte Preise: „Der zweite Hainau." Operette in vier Auszügen von Bremer. Montag den 22. November: „Fluch der Liebe." Lebensbild in vier Anfzügen von Ch. Wolfsthal. Dienstag den 23. November: „Dns Tojrale." Operette in vier Auszügen von Perlmutter und Wohl. Mittwoch den 24. November: „Bar Kochba." Operette in vier Anfzügen von A. Goldfaden. Donnerstag den 25. November: Wohltäligkeits-Borstellnng, Gordm-Abend. „Mirale EfroS." In Vorbereitung: „Krieg und Liebe." Von Leon Weißberg. Kileralnr. XXlI. Jahresbericht der Jsr.-Theologischen Lehranstalt in Wien für das Schuljahr 1914/15. Voran geht: Da» S ch r i f t w 0 r t in der rabbinischen Literatur. Heft V. Bon V. A p t 0 w i tz e r. Die Arbeit A p t o w i tz e r s ist die Frucht einer mühseligen, grundgelehrten Kleinarbeit ans massoretischem Gebiete und hat nur für einen sehr geringen Teil der Fachgelehrten Interesse und Wert. Der gebildete Laie gebt dabei vollständig leer aus. Wir hätten von diesem geistreichen Gelehrten lieber eine populäre Arbeit als Programmbeilage gewünscht. Das Jndentum braucht zu seiner Kräftigung jede Feder, die ihm etwas sagen kann — und Aptowitzer kann uns viel jagen! Dagegen hat Rektor Schwarz seinem Berichte eine geistreiche, herzerhebende Einleitung vorangeschickt, der wir die weiteste Verbreitung wünschten. Es würde vielleicht geraten sem, sie vollständig ui den jüdischen Blättern wiederzngeben. Pros. Dr. K a h a n. Znaim. Oesterr.ungar. Kantoren - Uerein. Aus der Sitzung vom 4. November 1915. Anwesend: Bauer, Morgenstern, Jurberger, Schlesinger, Grob, Serebrenik, Friedländer, Kühner. Entschuldigt: Dünmann, Kohn, Mayrowitsch. Vorsitzender Präsident Bauer berichtet über deu würdigen feierlichen Verlauf der Trauerandacht für den verewigten I. Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Herrn Dr. Gustav Kohn und widmet hierauf Worte dem so plötzlich verstorbenen Kultusvorsteher kais. Rat Adolf Schramek, welcher ein Gönner des Vereines nnd des Kanlorenstandes war, Worte dankbaren Gedenkens. Im Einlaufe befindet sich eine Zuschrift des Vorstandes der israel. Kultnsgemeinde, in welcher dem Vereinsvorftande der Dank für die große Teilnahme am Leichenbegängnisse des verewigten I. Blzepräsidenlen Dr. Gustav Kohu ansgesprocheu wird. Ferner ein Dankschreiben des Vorstandes des Tempelvereiues im V. Bezirke für die Beteiligung des Vereins-Vorstandes beim 40jährigen Amtsjubiläum des Herrn Kantor Philip Bassel, ebenso eine Zuschrift vom Kantor Bassel aus demselben Anlässe. Der Vereiuskassier klagt über die saumselige Einzahlung der Vereinsbeiträge von Leite der Mitglieder. Nach Genehmigung mehrerer Unterstützungen wird die Sitzung vom Vorsitzenden geschlossen. Die geehrten Herren Abonnenten werden ersucht, die restlichen Abonnewentsbeträge eiusenden zu Wolle«. ----- :

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