Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 33 (15.10.1915)
- Date
- 1915-10-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 33. Die Wahrheit Seite 13. er hat die Pflicht, die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, auf die das Vaterland, durch die Feinde bedroht, 'das Vorrecht hat. Me Bürger, die durch Ansehen, und Stellung Einfluß haben, müssen dafür in unentwegter Kleinarbeit durch Belehrung und Aufklärung in ihren Kreisen wirken. Es ist keine schwere.Pflicht, die der Staat hier von seinen Bürgern fordert, kem Opfer oder Gewinueutgang, nur die Bereitwilligkeit, die finanziellen Mittel dem Staate zur wirtschaftlichen Krregsrüstung zn leihen, somit beizutragen -zum endlichen siegreichen Abschlüsse des Weltkrieges. Die -finanzielle Kraft unseres Staates verbürgt den Zeichnern der Kriegsanleihe die Sicherheit ihres Kapitales und eine höchst vorteilhafte Verzinsung. Mögen.daher alle Kreise der Bevölkerung. Landwirt» Schaft und Industrie, Kapital und Handel, Private und Gesellschaften, alle ihre Mittel für den Dienst der großen Sache zur Verfügung stellen -durch Zeichnungen auf die dritte Kriegsanleihe. Wien, im Oktober 1915. Der k. k. Statthalter: Dr. Richard Freiherr v. Bienerth m. p. Verschiedene Nachrichten. Wien. (I s r a e l i t i s ch e K u l t n s g e m e i n d e.) O e f f e n tliche Plenarsitzung des Vorstandes der israel. Knltusgelneinde Wie», Sonntag, den 17. Oktober d. I., 11 Uhr vormittags, I. Seitrnstettengasse 4, II. Stock. Tagesordnung: Trauerktlildgebltttg für den verewigten Ersten Bize-Präsidenten Dr. Gustav K o h n. Wien, 12. Oktober 1915. Der Präsident. Wien. (B e t-h a M i d r a j ch.) Die Mischnah-Vorlesungen des Herrn Rektors Prof. Dr. A. Schwarz finden jeden Samstag von 6—7 Uhr abends un Hörsaale der israelitisch-theologischen Lehranstalt, Wien, II. Tempelgasse 3, 1. Stock, statt. , Wien. (Vorlesungen im Wiener Bet ha-Midrasch, H. Ferdinandstraße 23 im Walter-Semester 1915/16. Samstag 11—12 Uhr vormittags. Lektor Dr. S. Rubin: Die lausende Parascha. Samstag 6—7 Uhr abends. Rektor Dr. A. Schwarz: Mischna. Sonntag 6 —7 Rhr abends. Lektor Dr. S. Rubin: Midraschkohelet. Montag 6—7 Uhr abends. Lektor Dr. S. Rubin: Talmud. Dienstag 6—7 Uhr abends. Gemeinde-Rabbiner Lektor Dr. S. Gelbhans: Psalmen. Mittwoch 6—7 Uhr abends. Gemeinde-Rabbiner Lektor Dr. S. Gelb Haus: Psalmen. Mittwoch 7—8 Uhr abends. Rabbiner Dr. A. K a m i n k a: Maunouides, More Nebuchim. Donnerstag 6—7 Uhr abends. Rabbiner Dr. A. K a m i n k a: Maimonides, More Nebuchim. Die Borträge im Bet Ha-Midrasch sind .öffentlich und bieten jedem gebildeten Juden in Wien Gelegenheit, sich durch den Besuch derselben an der Pflege der hebräischen Literakur zu beteiligen. Wien. Der in den weitesten Kreisen hochgeachtete Ehrenpräsident der türkisch-sephardischen Gemeinde in Wien, Herr Licco I. A d n t t, lvurde vom Kaiser mit dem goldenen Berdienstkreuz mit der Krone ausgezeichnet. LÜien. Samstag, den 23. Oktober findet beim Morgengottesdienste, halb 8 Uhr, im Schiffschul die Barmizwah des Daniel Freund, Sohn des Beamten der Chewrah Kadischah, Heinrich Freund, statt. Vien. Der Verein „Einheit", Wien, II., Malzgasse 12 hat vom .„Patriotischen Hilfsverein vom Roten Kreuze für Niederösterreich" folgendes Dankschreiben erhalten: „Die Berwaltungs-Kommiffion .unseres Vereins-Reservespitales Nr. 9 hat uns mitgeteilt, daß der Verein „Einheit" anläßlich der. israelitischen Feiertage allen in diesem Spitale unrergebrachten verwundeten Soldaten israelitischer Konfession .Ansspelsnngsmarken unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Wir beehren uns, dem geehrten Präsidinm für sein hiedurch und auch früher schon wiederholt bewiesenes humanitäres und patriotisches Wirken unseren verbindlichsten Dank auszusprechen. Für die Bereinsleitung: Franz Graf Thnrn m. p." Wien. (D o p p e l ju b i l ä n m.) Der bekannte Musikprofeffor und Biollupädagoge Herr Max Adler vollendete am 29. September d. I. seinen 50. Geburtstag, gleichzeitig auch, seine 35jährige Tonkünstlcrlehrtätigkeit. Geboren in Gajür (Ungarn), erhielr er den ersten Musikunterricht bei dem Organisten Janczy B Lny Lr und bildete sich später vei dem berühmten Altmeister Prof. Jakob D o n t in Wien zum Bivlinpädagogen aus. Harmonielehre und Komposition bei dem weltberühmten Altmeister Prof. Anton Bruckner. Er wirkte in vielen Wohltätigkeits-Konzerten mit und veranstaltete auch selbst solche unter andere» zu Gunsten der unter dem Protektorate des Herrn Erherzogs Karl Ludwig stehenden Bersorgungs-Beschäftignngs-Anstalt für erwachsene Blinde, zur Beschaffung von Heilserum für arme, an Dlphtheritis erkrankte Knaben und Mädchen in Wiener Kmderspitälern, .dem Zentralverein' zur Ausspeisung armer Schulkinder, dem Bausand der Rettungsgesellschaft nsw. Sein 25- und LOjähriges Tonkünstler- Jnbiläum brachten ihm große und wohlverdiente Ehren. Seine Skalen- und Akkordstudien für die Violine bezeichnet die Kritik dieses Werk als „geradezu unentbehrlich", welches sich „würdig an die Werke des größten Violinpädagogen, Meister Jakob D o n t anreiht". Diese Studien sind zufolge ihrer außerordentlichen Vorzüge bereits an zahlreichen erstklassigen Musiklustimten des In- und Auslandes eingesührt worden. Ans der Fülle der anerkennenden Urteile hervorragender Fachmänner seien im nachstehenden einige angeführt unter anderen: Prof. Josef H e l l m e s b e r g e r, k. u. k. erster Hofkapellineister usw.. Prof. Arnold R o s s, k. u. k. Kammervirtuose rc., Karl Nowotny, k. k. Hof-Bnrgtheater-Kapellmeister, Biolin-Pädagog- Prof. Karl P r i l l. t k. Konzertmeister der Hofoper rc. Prof. I. M. Grün, u. a. m. Die Herren Musikreserenren der „Neuen Freien Preffe", des „Neuen Wiener Tagblatr". des „Wiener Jllustr. Extrablatt", des „Neuen Wiener Journal", des „Deutschen Bolk-blactes" u. a. m. Das bekannte Lied „Das gehört zum bon ton", Text von Isidor Fuchs, in welchem ein prächtiges Flügelhorn-Solo vorkommt ist im Repertoire der Wiener Mllitärkapellen ausgenommen. Die Bearbeitung des „Moto-Perpetuo" von Paganini, „Das Taschenbuch der modernen Bwllnliterarur für die Jugend", „Systematische Verwendung der Meisterwerke für Violine von Prof. O. S e v c l k. beim Unterricht", haben große Verbreitung etzielr. Seitens eines Komitees von Freunden und Verehrern wird aus Anlaß dieses seltenen Jubiläums em großes Wohltätigkeits-Konzert zu Gunsten des Roten Kreuzes, zn welchen» bereits namhafte Künstler ihre Mitwirkung bereitwilligst zugesagt haben, veranstaltet werden. Seme Musikschule im IX. Bezirk, Porzellangaffe 49 A hat viele schöne Erfolge zn verzeichnen und seine Schüler rekrutieren sich aus den besten Wiener Bürgerhäusern. Er ist Vorstandsmitglied des Gremiums der konzessionierten Musikschnlen Wien's, Mitglied des Oesterr. Musikpädagogischen Reichsverbandes usw. Eger (F i r m a - I u b i l ü u m). Am 1. Oktober a. c. waren es 25 Jadre. daß die Kohlengroßhandlnug Schlesinger & Co., Eger, gegründet wurde. Der Seniorchef,Herr Leopold Schlesinger, hat unter Mitwirkung seiner Gattin, Frau Seraphine Schlesinger geb. Sachs vor einem Bierteljahchundert den Kohlengroßverschleiß begonnen, durch unermüdlichen Fleiß und äußerst reelle Geschäftsführung es verstanden, innerhalb dieser Zeit sein Geschäft zn einer derartigen Höbe zn bringen, daß schon nach einigen Jahren unter der gleichen Firma em Geschäft am Prager Platze errichtet werden mußte, welchem die Mitinhaber der Firma,Herr kaiserlicher Rat Leopold Sachs und Herr Otto Augstein vorstehen. Wiewohl beide Firmen heute mit zu den größten des Ju- und Auslandes zählen, zeichnen sich die Firmen-Jnhaber dessenungeachtet in der ihnen angeborenen Weise durch äußerst leutseliges Wesen nicht unr un Verkehre mit den Geschäftsfreunden und Bekannten, soudern auch insbesondere mit ihren Angestellten aus, so zwar, daß die Letzteren diesen Tag zum Anlässe einer stillen, aber umso herzlicheren Ehrung dadurch nahmen, daß die Bürovorstände in dem festlich geschmückten Chefzimmer ihren Wünschen für ein weiteres gedeihen Ausdruck gaben, gleichzetig des bisher bekundeten Wohlwollens und Fürsorge gedenkend. Der Seniorchef Herr Leopold Schlesinger, welcher überdies Gesellschafter der Boigtländischeu Kohlenhandelsgesellschaft m. b. H., Plauen, ferner Gesellschafter und Aufsichtsrat der Bereinigten Wildstem Neudorfer Tonwerke G. m. b. H., Eger, ist, hat ebenso wie seine Mitinhaber den 25 jährigen Firmenvestand dazu benützt, verschiedene wohltätige Jnstirntionen, die er »m Laufe der Jahre stets gefördert, mit entsprechenden großzügigen Spenden zu bedenken. Nagy-Kanisza. An den verflossenen hohen Festtagen har Herr Julius Haber aus Wien (Schüler O berkantor Bauers) im großen Tempel an der Seite unseres hochverehrten Meisters Prof. Oberkantor Kartschmaroff das Schachrisgebet und im kleinen Tempel das Muffafgebel versehen und durch seine klangvolle Stimme und korrekten sympatischen Bortrag allgemeine Anerkennung gefunden. Literntin. Veutsvks Gebete für das Gotteshaus XIX. Bezirk. Wien, von Dr. Armin Frankfurter. „Ans der Bedrängnis rief ich, ward erhört mit freiem Raum." Nämlich, als mir das Büchlein ans den Tisch gelegt wurde, ward ich im Gemüte recht bewegt und erregt. Wie, das Lied Z ons ans fremdem Boden? Aber nachdem ich mich zum Lesen dnrchgernngen, ward nur wohl und befreiend zumute. Nicht um „Reformen" geht es, nicht gilt es eine weitere Entfremdung vom ererbten Gute; vielmehr soll das Büchlein ein pädagogischer Führer im Gocteshause erscheine», Einleitung, Ergänzung und Erläuterung zu den Gebeten in der geheiligten Sprache sein: ein deutsches Tikute Z‘wi. So fördert das Buch das Jutereffe für die Liturgie, das Gorreshans, das jüdische Leben. Und dieses Jntereffe brauchen wir gar sehr» um es dem Jndiffereunsmus enrgegeuzustellen, der unser Erbe arg bedroht. Und wer da und was da Vorschub leister, sei willkommen. Was nur an dem Werke besonders zusagr, ist die einfache Sprache; fern von Ueberschwänglichkeit befleißigt es sich des biblischen Tones, der Schriftstelle entsprechend: Nicht im Himmel ist die Lehre, daß du u. s. w.; nicht ist sie jenseits des Meeres n. s. w., sondern sie spricht von Mund zu Herzen. Und Schlichtheit und Innigkeit sind ja Schivestern, wenn nicht Mutter und Tochter! Die Ausstattung des Büchlems ist geschmackvoll, ansprechend. Glück auf den Weg! M..;