Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 29 (20.8.1915)
- Date
- 1915-08-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 29. Die Wahrheit Seite 9. Solche Umstellungen des Butgalatexies begegnen wir im Missale sehr lsft. An dieses Gradnale schließt sich ein sogenanntes Alleluja an. Dasselbe läntet: Deus, qui sedis «uper, thron um et judicas aequitatem, esto refugium pauperum in tribulatione. DaS ist offenbar Psalm 9 (8, 10) i«D3 taawöb pia Nach Mendelsohn: 8. Aber ewig herrscht der Herr, fest steht zu Gericht lein Thron. 9. Er' richtet die Welt nach Gerechtigkeit und spricht lein gerechtes Urteil über Nationen. 10. Der Herr wird die Zuflucht der Bedrängten sein, ider Armen zur Zeit der Not. Nach meiner Uebersetznng: 8. Gott ruhet ewig in seiner Herrlichkeit Hat anfgebaut seinen Thron auf Gerechtigkeit.;9. Er richtet das Weltenall mit Gerechtigkeit Und die Volker alle nach Verdienst und Redlichkeit. 10. Gott ist die Zuflucht aller schwer Bedrängten, ' Zuflucht aller vom Zeitenstrom Eingeengte». (Schluß so lgt.) Uerschiedeue Uachrichten. Wie«. (A u s z e i ch u u n g e u.) Oberleutnant Leo Pollack Edler v. Parii egg, der vor kurzem das Signum laudis erhielt, wurde jetzt auch mit dem Eiseruen Kreuz ausgezeichuet. — Der seil Kriegsbegiuu als Reserveleumant der Artillerie im Felde stehende Dr. Heinrich O r n st e i u, Sohn des Wiener Hof- und Gerichrsadvokateu Dr. Karl Ornstein, ist für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Signum laudis ausgezeichnet worden. — Dem Ober-Offizial der Wiener israelitische» Kultusgemeinde Leopold Ferster, der als Infanterist zu Kriegsbegiuu bei der k. u. k. Sanität eingerückt und inzwischen zum Feldwebel avanciert ist, wurde in Anerkennung vorzüglicher Dienstleistung vor dem Feinde von Sr. Majestät mit allerhöchster Entschließung vom 23. Juli 191.5 das Silberne Berdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferke'tsmedallle verliehen. .Herr Feldwebel Leopold Ferster ist auch Besitzer der Ehrenmedaille vom Roten Kreuze. Wien. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaiser» veranstaltete der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Mittwoch den 18. August 1915, u m 1lill Uhr vormittags einen solennen Festgottesdienst. Derselbe wurde, mit 'Rücksicht auf die beschränkten Raumverhältniffe des Stadttempels, im großen Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasfe 3, abgehalten. An den OytteSdienst schloß sich eine Festsitzung des Kultnsvorstandes. In den 'Gemeindebethäusern I., Seirenstetlengaffe 4. XV., Tnrnergaffe 32, XVI.. Hubergasse 8, fand die Geburtstagsfeier im Anichlnsie an den Morgengoltesdienst, im Floridsdorfer Tempel um 5 Uhr nachmittags statt. Wien. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Sr. k. u. k. Majestät Franz Josef I. fand Dienstag, den 17. d. M., 7 Uhr abends, im Israel. Tempel, IX., Müllnergafle 21 (Grüne Thorgaffe), ein feierlicher Festgottesdienst statt. Wien. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers sand Mittwoch, den 18. August l. I., um 9 Uhr vormittags ui der Synagoge des Vereines „Beth Israel", II., Leopoldsgaffe 29. ein feierlicher Gottesdienst statt. Wien. (Silberne Hochzeit.) Dienstag, am 24. d. Mts. begeht Herr Eduard Herrlinger mit seiner Gattm Rosa das Fest der silbernen Hochzeit. Herlinger feiert auch gleichzeitig fsein 25 jähriges Geschäftsjnbiläum als Wiener Gastwirt und gilt ein« Restauration dank der Mitwirkung seiner rührigen Gattin als erstklassig und erfreut sich allenthalben zahlreichen Zuspruchs- Außer dem Wiener Geschäfte 11.^ Cirkusgasse 3, betreibt Herr Herlinger auch das Hotel-Restaurant, Casö Communal .in Böslau, dessen Leitung er schon vertrauensvoll in die Hände seines ältesten Sohnes'legen kann. Wien. (Adas Ji sr o e l, II, Große Schiffgaffe 8.) Zur Feier des allerhöchsten Geburtstages fand Mittwoch» den 18. Angust %12 Uhr vormittags in der Schiffschnl ein Festgottesdienst statt. Wien. Erster Kantor Jsak S ch i l l e r, der sich auch nach seiner Pensionierung großer Popularität erfreut, erhielt anläßlich seines 70. Geburtstages zahlreiche Sympathiekundgebungen und fanden sich in der Wohnung des Jnbilares viele Freunde, Gönner und Gemeinde- Mitglieder ei»-, Den Reigen der Gratulanten eröffnere die Bertrernng des Vorstandes de» „Oesterr.-nngar. Kantorenvereines" bestehend ans dem Präfideuteu Oberkautor Bauer und den Vorstandsmitgliedern Erster Kantor Jnrberger. Kantor I. Grob, die Vizepräsidenten Oberkantor Dünnma»» und Oberkantor Morgenstern waren durch Funktionen verhindert zu erscheine». Präsident Bauer würdigte in feiner Ansprache die BedeurNng des Jubilars als Kantor und Chase» und als eine» der hervorragendsten Jünger und Interpreten des Altmeisters Salomo» Suizers und übermittelte ihm die Glückwünsche der Kollege». In Vertretung des Bethausvorstandes der Kultusgemeinde erschienen die Herren Dr. Mark. Spitzer, kais. Rat Ad. S chr a m e k, Dr. Münz, Dr. K a v r a l i k und Herr Dr. Markus Spitzer beglück» wünschte in gsist- Und gemütsvollen Worten den Jubilar. In Hectretuug der Beamten erschien Herr Sekretär Dr. Emil Adler. Es gratulierten weiters Oberrabbi Dr. Güdemann, Präsident Dr. Stern, kais. Rat Dr. Lieben, Baronin Königswarter, Baron Gustav Springer, die Kultnsgememde Wie», Lerpnik, Kojeteiu und viele Beamte der Kultusgemeinde. Steiuamauger. Es wird uns mitgeteilt, daß Herr Oberkantor M. Goldstern, welcher vor längerer Zeit erkrankte, sich zur Freude seiner Gemeinde und ferner vielen Freunde, aus dem Wege der Befferuug befindet. Amstetten. Anläßlich der silbernen Hochzeit des Herrn Erzherzogs Franz Salvator und der Frau Erzherzogin Marie Valerie, die in Wallsee, welches dem Sprengel unserer Kultus» gemeinde gehört, ihren Wohnsitz haben, gratulierte anch unser Herr Bezirksrabbiner Dr. Ch. G. Bertisch. Ans Radmer (Steiermark), wohin das hohe Jubelpaar ans dem Kaiserhanse sich znrückzog, langte an Herr» Rabbiner Berrisch folgendes Telegramm an: „Ehrw. Herrn Doktor Ch. G. Bertisch, Bezirtsrabbiner, Amsterten. Ihre kaiserlichen und königlichen Hoheiten der durchlauchtigste Herr Erzherzog Franz Salvator und die durchlauchtigte Frau Erherzogin Marie Baler-e danken Herrn Doktor für die anläßlich höchstderen silbernen Hochzeitsfeier freundlichst dargebrachten Glückwünsche vom ganzen Herzen. Freiherr von Lederer, Obersthofmeister." Mähr.'-Ofttau. Herr Rabbiner-Stellvertreter Dr. Rubi» Fa er der hat von der Bezirkshaupcmanuschaft nachstehende Zuschrift erhalten. „Seine k. u. k. Apostolische 'Majestät haben über alleruntertänigsten Bortrag des Oberstkämmerers Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät mit Allerhöchster Entschließung vom 21. Juli l. I. die von Ener Ehrwürden inner dem Titel „Unser Kaiser, ein Sendbote Gottes" behufs Unrerbreitung an Allerhöchster Stelle in Vorlage gebrachte Sammlung von Predigten der huldreichsten Annahme für die k. u. k. Familien-Fideikommisbibllothek zu würdigen und anznbefehlen geruht, daß Ihnen ans diesem Anlaffe der Allerhöchste Dank bekanntzugeben sei. Hievon beehre ich mich über Ersuchen des Oberstkämmereramtes Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät vom 24. Juli 1915, Zl. 157? zufolge Erlaffes des k. k. mährischen Statthalterei-Präsid'.ums vom 29. Juli 1915, Zl. 46889/pr. die Mitteilung zu machen. Der k. k. Bezirkshauprinann Gjchmeidler m. p. Luhatschowitz. Sonntag den 8. August fand im großen Lesesaal eine Vorfeier des Gebnrcstages Sr. Majestät des Kaisers statt, welche als überaus gelungen bezeichnet werden muß. Das Reuierträgnis wurde zu Gnnsten der Kriegsfürsorge verwendet. Der als Gast hier weilende Rabbi Dr. Nürnberger aus Ung.-Brod hielt die Begrüßungsansprache, welche große Wirkung auf das zahlreich erschleuene Publikum übte. Es folgten dann deklamatorische Vorträge von Fr>. Marianne Kupfer, welche eine ausgesprochene Begabung für die Bühne verriet. Frl. Kupfer besitzt ein hübsches Organ, eine deutliche elegante Sprache, versteht mit warmer Empfindung vorzutragen. Herr Edgar Zwilling sand mir dem Vorcrage mehrerer Lieder, die er m>t seinem schwachen Organe dennoch mit gewisser Technik zu Gehör brachte, vielen Beifall. Herr Erich Brauner entzückte mit seinem meisterhaften Klaviervortrag. Im Einakter „Eine nächtliche Gardinenpredigt" brillierte Frau Bilma Schönbek, ebenso war ihr Partner Herr Alfred Binard tüchtig. Zum Schluffe wurde noch ein Lustspiel aufgeführt, in welchem die Damen Ella und Olga Jellmek, Frau Schönbek, Frl. Marianne Kupfer und Flora Schönberg mitwirkten und wohlverdiente Anerkennung erhielten. Um das Gelingen des Festes haben sich besonders Herr Albert Löw, Fran Marianne Kupfer sowie Frau Bilma Schönbek verdient gemacht, deneii zur Seite ein wackeres Komitee stand. Besonderer Dank gebührt dem Herrn Direktor der Knrververwaltung, welcher den Lefesaal in Anbetracht des wohltätigen Zweckes für diesen Abend überlaffen hat. Die hiesige Kurverwaltung ist überhaupt bestrebt, den Aufenthalt der Kurgäste, ohne Unterschied der Nationalität und Konfession, so angenehm und wohltuend als nur möglich zn gestalte». B . . . r Litrratnr. I. L. Perez: „vis Nacht auf dem alten Markt“. Deutsch von Hugo Z u ck e r m a u u. Dieses von uns bereits angekündigte Werk ist soeben im Verlag R. Löw i t, I, Rotenturmstraße 22, erschienen. Es darf gesagt werde«.