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Die Wahrheit · 1915-08-20 · Heft 29 (20.8.1915) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 29 (20.8.1915)
Date
1915-08-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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S eile 10. Di Wahrheit Nr. 29. daß es durch seinen tiefen Gehalt und die durchaus bibliophile Ausstattung eine seltene Zierde aus dem jüdischen Büchermärkte ist. Das Buck, ist als erster Baud der jüdischen Liebhabetbibliothek m einer numerierten Auflage von 300 Exemplaren erschienen und wird nur an Subskribenten abgegeben. Der Preis für das in feinstes Kalbleder gebundene Exemplar beträgt K 25. - (Mk. 20.—). Bestellungen nimmt der Verlag noch bis zum 15. September entgegen. Nach diesem Termin erhöht sich der Preis aus K 50.— (Mk. 40.—) pro Exemplar. In der Einleitung zu dem Werke sagt Martin B u b e r: „Der Dichter dieses Werkes und sein Uebersetzer sind in diesem Jahre de» großen Todes von uns gegangen. Jizchok Leibusch Perez ist mitten in dem leidvollen Wirxsal. gestorben, den der Krieg über die Judenschast der Stadt Warschau gebracht hat. Hugo Zuckermann ist als österreichischer Offizier gefalle», wie es sein Reiterliedlein vorahnte. So haben sie, passiv der eine,, aktiv der andere, mit ihrem Sterben das denkwürdige Schicksal hes Jndentumes au der Zeitenwende bezeugt: den kriegführenden Völkern verhaftet zu sein, ihren Streit mit dem eigenen, sinnvoll oder absurd verflochten zu kämpfen, ihr Leid mit dem eigenen unsäglich verschmolzen zu tragen, namenlose Trennung und namenlose Einheit zu erfahren. Zwiefälrig erhöht erscheinen sie heute meinem Herzen. Perez, der Dichter, zeigt auf seine Gestalten und will entschwinden; aber neben diesen Gestalten, noch erdeuschwer und doch fast schon Gestalt wie sie, steht dieser junge Mensch, den ich gekannt und geliebt habe, Hugo Zuckermaumi, ganz still, ganz gelöst und wartet, daß er zum Sinnbild werde." Den Freuden und Verehrern von Znckermann und Perez wird mir dieser Publikation das würdigste Andenken au diese beiden großen Menschen und genialen Dichter geboten. Jüdischer Nationalkalender. Ende August erscheint im Berlage von R. Löwi t, Wien, der Jüdische Nationalkalender für das Jahr 6676, herausgegeben von Dr. Otto A b e l e s und Ludwig B a t o. An diesem Jahrbuche werden alle hervorrageudeu Männer bi» bewußten Jndentumes Mitarbeiten, die in dieser sturmbewegten Zeit zu ihrem Volke sprechen und es beraten wollen. Aufsätze. Novellen, Skizze» und Gedichte nuferer ersten Schriftsteller und ein erlesener Bilderschmuck werden diesem jüdischen Volksküche dauernden Wert verleihen. Der Jüdische National» kalender, ein starker, handlicher Baud, soll mit seinem reichen und mannigfaltigen Inhalt in diesen schweren Tagen allen Inden Erhebung und Belehrung bieten und der jüdischen Familie ein treuer Freund werden. Juden und Deutsche, eine Sprach» und Interessengemeinschaft, von Davis T r i e t s ch, Wien 1915, R. Löwits Verlag. Dieses treffliche Büchlein ist zwar an die Adreffe der Deutschen gerichtet. Es wird hier schlagend bewiesen, daß die Inden für die deutschen Jntereffen, namentlich im Auslande, von immensem Nutzen sind und es daher von p o l it is ch e r U ur e i fe zeugt, wenn man sich durch den Antisemitismus, den Prof. E h r l i ch einen nicht sehr gescheiten Stubentenulk nennt, die Sympathien der Juden verscherzt. Aber auch wir Juden werden es nicht ohne Nutzen lesen, und es wäre eine dankbare Aufgabe, für die Verbreitung dieses Büchleins zu wirken, das dazu geschaffen scheint, die Wahrheit der Nietzsche scheu Worte zu erhärten: Es wäre vielleicht nützlich und billig, die antisemitischen Schreihälse des Landes zu verweisen. (Jenseits von Gut und Böse. S. 220.) Prof. Dr. K a h a n, Znaim. „Unser Kaiser ein 8endhote Bottes“, von Dr. R. F a e r b e r in Mähr.-Ostrau, L 1.20. Der Titel paßt zwar nicht ganz zum Inhalt, aber desto mehr befriedigt eben dieser Inhalt. Acht recht gediegene, in edler Sprache, oft geistreich gehaltene Predigten, wovon fünf zu Kaisers Geburtstag. Und so wünschen wir dem Büchlein recht viele Abnehmer, namentlich da der Reinertrag einem patriotischen Zwecke zufällt. Jeder wird es mit Jntereffe und Vergnügen lesen. Prof. Dr. K a h a n, Znaim. „via weltpolitische Bedeutung Galiziens.“ Von Dr. Stephan Tomaschiwskyj, Privatdozent an der Universität Lemberg. München, F. Bruckmann A.-G., Preis 75 Pfennig. Das Wiener Institut für Kulturforschung gibt ini Verein mit Dr. Ernst I ä ck h in Berlin unter dem Titel „Weltkultur und Weltpolitik" eine Folge von Schriften heraus, die, von Fachgelehrten bearbeitet, die anftauchenden großen Kultur- und Staatsfragen der Gegenwart fachkundig erörtern. Als bedeutsamer und vielversprechender Anfang der österreichischen Reihe erschien soeben ei» Heft über Galizien, in dem ein genauer Kenner der politischen Berhältniffe dieses Landes, der ukrainische Dozent für Geschichte an der Universität Lemberg, ein Gebiet behandelt, deffen Kenntnis gerade jetzt von größter Wichtigkeit ist. Der Berfaffer weist nach, daß der Weltkrieg Galiziens wegen entfacht wurde, mit deffen politischem Schicksal das Ergebnis des Krieges eng verbmlden ist. Galizien, das historische Tor zwischen Ost- und Mitteleuropa, war das Hauptziel Rußlands in diesem Kriege, die Notwendigkeit der Vernichtung deS Ukrainertumes das Hauptmotiv. Das politische Prestige Rußlands ist mit dem Besitze Galiziens so enge verknüpft, daß seine Wiedereroberung durch die Verbündeten einer in ihren Folgen noch unübersehbare» politischen Katastrophe gleichkommt. Durch Toulaschiwskyjs Ausführungen, zu denen eine gedrängte, aber sehr klare Darstellung der bewegten Geschichte Galiziens gehört, werden neue Gesichtspunkte aufgedeckt, die für jeden, der de« inneren Ursachen des WeltbrandeS uachgehen möchte, von höchstem Jntereffe sind. Der Krieg und das Patentwesen. Unter diesem Titel bringt das eben erschienene Ängusthcft der bekannten imSchotteuläuderischen Verlag (Breslau) erscheinende und pom Pros. Är. Ludwig S t e i«' herausgegebene deutsche Monatschrift „Nord und Süd" auch eisten von mehreren Tag es blättern bereits mitgeteilten längeren Artikel „Die österreichische Eisen- und Kohlcnindustrie im ersten Jahre des Weltkrieges" - von Wilhelm K e st r a n e k beinhaltet, das in der wirtschaftlichen Rundschau auch einen gedrängten von dem hochbetagten emerierten Brünner Advokaten Dr. Markus-E p st e i n, den Auszug einer Studie, die die drei in der letzten Zeit etfloffenen, das österreichische Patentwesen betreffenden Mittisterialverordnnttgen vom 2. September v. I., 17. Mai und 1: Juni I. I. zum Gegenstände hat. Beränläffung hiezu gab die Tatsache, daß bekanntlich zu An sang des jetzigen Weltkrieges wiederholt deutsche und österreichische Fabrikanten in den Zeitungen Klagen darüber führten, daß ihnen ihre im Ausland registrierten Patente und Fabriksmarken geraubt oder doch mißbraucht wurden, was seinen Entstehungsgrund darin hatte, daß in Folge des von den feindlichen Staaten erlaffene und später auch in Oesterreich-Ungarn als Reciprozitätsmaßregel eingesührte Zahlungsverbot nach denr Auslande die Zählungen der Jahresgebühren für solche Patente unmöglich waren, was sich' eben ausländische Fabrikanten zurecht legten und die Erlöschung solcher österreichischen und denrschen Patente zn ihren Gunsten voir ihren kompetenten Patentbehörden erwirkten. Das war auch die Ursache, daß sowie in ausländischen Staaten auch in Oesterreich im Laufe dfs vorigen und beurigen JahreS Moratorien sowie die oberwähnten österreichischen Verordnungen bezüglich der Patentgebühren erfloflen. Infolge dessen verstummten später diese Klagen. Diese faktische Sachlage bildet nun die Grundlage dieser intereffanten Studie. Der Autor hatte, solange er noch die Advokatie ausübte und auch später wiederholt Gelegenheit, sich mit dem österreichischen und deutschem Urheberrecht und mit den Fragen des geistige» Eigentums praktisch zu befaffen, weil teilte fachliterarischen Arbeiten auf bahnrechtlichem und volkswirtschaftlichem Gebiete oft von anderen verwertet und nachgedruckt wurden. Erwähnenswert ist hiebei die Tatsache, daß der Autor bereits in seiner im Jahre 1905 anläßlich des damaligen Bibel- und Babelstreites bloß als Broschüre erschienene Arbeit: „Prozessuale Rechtsgrundsätze der Juden" das geistige Eigentumsrecht besprach und die Spuren für dieses schwierige Rechtsproblem, bereits im Altertum, und zwar in einem sonst ganz unverständlichen Satze der über 2000 Jahre alten orientalischen* Pirke-Aboth (6—6) ausgesprochens findet und diesen Satz in einem Motto formuliert, der dem obgenannteu Artikel vorangestellt ist. Es ist dies der Satz: obwb nbiKJ iraö dbo -m -ivirr.t bs. Austritte ans dem Judentum. Stern Max, Kaufmann, geb. 3—Mai 1867 in Krakau. IV., Schäfer-- gaffe 15. Goldzier Ludwig, Mechaniker, geb. 9. Mai 1885 in Wr.»Neustadt. XU, Mandlgaffe 17. Steiner Ignaz, Brauntweinschenker, geb. Juli 1877 in Wien. HL, Steingaffe 4. Fischer Gertrude, Privat, geb. 23. Dezember 1882 in Wien. XIII, , Töpselgaffe 8. Haliczer Amalie, Privatbeamtin, geb. 24. September 1889 in Warschau. IX., Bindergasse 8. Fried Otto, Bürgerschüler, geb. 6. Juli 1901 in Klosterneuburg. XIV. , Kauergaffe 6. Schacher! Viktoria geb. Elsenstädter, geb. 13. November 1873 in- Graz. II., Taborstraße 48. Tritsch Olga, Bankbeamtin, geb. 4. März 1898 in Wien- VHL, Alserstraße 47. Bruckner Hugo, geb. 28. Dezember 1875 in Bisenz. VIII., Neubaugaffe 28. Klei» Malvine, Privat, geb. 8. Dezember 1868 in Budapest. XU., Valerie Cottage 4. W i t t a Joses Karl, Anstreichergehilfe, geb. 9. Februar 1893 in Wien. XVII., Lacknergaffe 10. Adel Valerie, Bahnoffiziantin, geh. 4. September 1886 in BudweiS. XIV., Sechshausergürtel 3. Goldberg Nachum, Straßenbahnkondukteur, geb. 20. Februar 1385 in Brody. VI., Theobaldgasse 2. Friedländer Paul. Vertreter, geh. 13. Dezember 1884. XVI.,. Fröbelgasse 20. Stern Hilda, geb. 1. Mai 1896 in Wie». L o e w Friedrich, geb. 13. Juni 1897 in Wien. Adel Leo Alfred, Handlungsgehilfe, geb. 8. Juni 1884 in Budweis- XIV., Sechshausergürtel 3. Kraus- Julianna, geb. 13. Jänner 1896 in Wien. Jerusalem Erwin, Dr. k. k. Auskulant, geb. 27. Ä^ril 1881 in-' Nikolsburg. XIH., Auhofstraße 7 a. ‘U; Rosenzweig Margaretha recte Rode, geb. 28.. Juli 189L in Czernowitz. VI., Linke Wienzeile 168. - - L

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