Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 25 (2.7.1915)
- Date
- 1915-07-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 25. Die Wahrheit Seite 7. ferlierendig die hosimiig das die welt wird sich wen zurück stellen so wie gewesen; darieber haben wir Inden sehr Heutig eine Indische himoristische Zeitung welche sol uns treisteu und anfleben und ferschaffen uns mnth welchen wir haben schon ferloren. Wir bekommen auch deutsche Zeitungen aber fon 100 Personen kennen btos 10 lesen deutsch, alsden ich proponiere ihnen zu bearbeiten für uns eine Jndesche Zeitung mit dem namen „Berliner Tage Blatt". Ich garantiere ihnen das sie werden bei grossen Profit haben und die Jndescher befölkernng viel nutzen bringen, ich nehme mir vor die Zeitung zn ferspreiten fon.bis Lodz-Kalisz und weiter, und wen Polen wird mit göttlicher Hilfe in die deutsche Hände ferbleiben. so werden wir kannen bis 100,000 blatt ferwenden forlenfig garatiere ihnen für 20,000 blatt täglich, ich kann ihnen solcher Geld einschiken, nur mit diesen beding das die Zeitung fol gedrückt sein mit der selber schrift wie ihre vorige Zeitung .." schreiben sie mir ihre Bedingungen. das Blatt binf so hergeschelt sein wie, das Deutsche Berliner Tage Blatt. X. Y. ich kann auch sehr fiel anonssen für die Zeitung aufgeben." Chalonns und Rezitativ. Was versteht der Fachmann der Jetztzeit unter Chasonns'? Man sollte meinen, die vom Chasan gesungenen Solvlätze. Da aber unter dem Namen Chasan die einen den Sänger, die anderen den Vorbeter überhaupt, manche sogar den Schamesch verstehen, ist es notwendig, zu erklären, daß der Fachmann unter Chasorlns die althergebrachten traditionellen Melodien versteht. Wie bei allen Ueberliefernngen von Mund zn Mund durch Zusätze und Abkürzungen Verschiedenheiten entstehen, so auch ans dem Gebiete des Chasonns. Trotzdem haben sich so ziemlich treu drei Hanptärten von Chasonns erhalten, und zwar (nach Minhag, Polen) norddeutsches; (nach Minhag Aschkenas) süddeutsches; (Minhag Sefard) sogenanntes fränkisches Chasonns. Im großen „Baal Tfilo" von Baer — das reichhaltigste Chasonnsweik — sind die meisten Aufzeichnungen auf diesem Gebiete enthalten. Das Alter dieser ver'chiedenen Melodien anzugeben, überlasse ich den Fachmännern, die das zn ihrem besonderen Studium gemach: haben. So viel steht fest, daß die meisten — vom Lokalchafonns abgesehen — so alt sind wie die Texte, mit welchen sie vorgetragen werden. Unter Rezitativ (Redegesang) versteht der Fachmann sowohl die unter musikalischer Begleitung, als auch frei (ohne .solche) vorgetragenen, an Rhythmus (musikalische Zeitabteilungen) weniger gebundenen Sätze. Beides. Chasonns wie Rezitativ-Vortrag, hat genaue Kenntnis des Tonartenbaues wie Motivcharakters zur Voraussetzung. Bei aller Freiheit, des letzteren ist auch Text, Inhalt und Form genau zn beachten. Will man aber die Leistungen eines Fachmannes recht taxieren, dann muß mau feinen Vortrag von Chasonus- Rezitativ hören. Unter Chasonus-Rezitativ möchte ich znm Unterschiede des sogenannten gebundenen Cliasonns wie bei Pismonim. manchen Pintim und Tfilos, das Rezitieren langer Gebetstücke, beispielsweise Schmone esre, Tfilas Schema und Tescha (Malchios, Sichronos und Schofros usw.) verstehen, die nach althergebrachter Weise (nach charakteristischen Tonarten und Motivenban) vorgetragen werden. Wie bei einem freien, musikalischen Rezitativ die öftere Wiederholung eines Motivs, der Oberterze und Quinte, wie zu große Jnlervallensprünge, noch mehr falsche Betonung und gegen den Wortsinn verstoßende Melodiengestaltung keinen guten Geschmack verraten, so auch wird beim Chasonus- Rezitativ durch zn häufige Wiederholung des eigentlichen Motivs, sowie durch falsche Charakterisierung des Textes, z. B. „El eljon" mit dem tiefsten, „melech memis" mit dem höchsten Ton hervorheben, nur fachliche Unwissenheit gezeigt. Die schönste Stimme, größte Lnngenkrafl und sonstige musikalische Fertigkeit vermögen den Mangel an Chasonnskenntnis nicht wett zn machen. Im Bethans kommt der Vorbeter in erster Reihe. Kunstgesang itnd Sänger müssen sich ihm mit aller Kraft unterordnen. Nun ist es ja das Verdienst unserer älteren und jüngeren Meister, die meisten alten Melodien ausgezeichnet zu haben und der junge Fachmann hat es jetzt leicht, solche sich auznschaffen und zn studieren. Aber auch da kommt es mehr als auf das Was ans das Wie an. Man muß nicht nur singen, was man weiß, sondern wissen, was mau singt. Wie bei dem guten Volkslied und bei klassischer Musik überhaupt, ist auch das Kennzeichen eines 'guten Chasonns-Rezitativs einfache diatonische Fortschreitung ohne zu große Jntervallensprünge und Kunstverzieruugen. Die einzige wahre Kunst des Vortrages aber bleibt die einfache, seelenvolle Wiedergabe der andächtigen Stimmung. Oberkantor T e n n e n b a u m, Stuttgart. * * * Semiros Isroet. In meiner umfangreichen synagogalen Musikbibliothek findet sich auch ein Werk mit obgenauntem Titel; derselbe ist allerdings nur auf dem Deckel in Gold geprägt, darunter eine Harfe. Ein eigentliches Titelblatt fehlt leider, ebenso jede Spur der Drucklegung. In dem Buche wechseln Sologesänge mit vierstimmigen Sätzen, Orgelvorspiele mit deutschen Hymnen und Kantaten. Die ganze Konstellation der Arbeit ist mit keinem anderen Werke zn vergleichen. Es ist mir seit Jahren nicht gelungen, den Arrtor dieser Gesäuge festznstellen und will ich mit diesen Zeilen die Kollegen bitten, mir eventuell darüber Ausschluß zn geben, ob ein solches Werk bekannt ist. Ich betone gleich, daß es sich nicht um das Werk ..Semiros Jsroel" der königlich württembergischen israelitischen Kirchenbehörde handelt, auch nicht um die Synagogenlieder „Semiros Jsroel", die der Berliner Kantor Joel Brühl im Jahre 1791 herausgab. S i n ger-Kattowitz. Uerschiedene Uachrichte» Wie». Samsiag, den 26. Juni l. I. wurde in der Schiffsynagoge der „Adas Jisroet" beim Morgengottesdienste eine Siegesfeier veranstaltet. Nahezu raufend Personen sandten in tiefster Andacht heiße Dankgebete für den Sieg unserer glorreichen Armee und inbrünstige Gebete für das Wohl unseres heißgeliebten Kaisers und den Sieg unserer gerechten Sache zum Himmel empor. Montag, den 28. Juni fand >m Aiischlnsse an das tägliche Geber für Se. Majestät und für die Armee eine Trauerfeier für weiland Sr. k. u. k. Hoheit Erzherzog Franz Ferdinand und höchstdeffeu Gemahlin Herzogin von Hohenberg sowie für unsere fürs Vaterland gefallenen Heldenföhne statt. Die Synagoge war überfüllt und in tiefster Ergriffenheit wurden die Gebete verrichtet. Bei beiden Veranstaltungen fungierte Oberkauror Müller mir gewohnter Meisterschaft. Außer Herrn Rabbiner F ü r st von der „Adas Jisroet", dem Gesamtvorstande der „Adas Jisroet" und des „Beth Hamidrasch", Vorstehern vieler Vereine bemerkten wir die ehrw. Rabbiner kau. Rar L e w i n von Sambor, S t e i n b e r g, Przemyslany und U n g e r, Zabno. LVien. (Kaiser Franz Josef I. - Huldigungstempel. W i e n, II., P a z in a n i c e n g a s f e N r. 6.) Sowohl anläßlich der heldenhaften Wiederbesetzung von Przemysl als auch der glücklichen Wiederoberung Lembergs fand nn Kaiser Franz Josef I.- Huldignngstempel ein Festgotresdienst verbunden mir einer Festrede, die von dem neugewählten Rabbiner Dr. 2. Fnnk in Boskowih gehalten wurde, statt. Gelegentlich der ersten Festseier machte Herr kaiserlicher Rar Adolf W enge r, der als Schlifchi zur Thora gerufen wurde, nebst einer höheren Berelnsfpende eine Spende von K 500.— für das Kriegsfürsorgeamt, wofür demselben von dem k. k. Kriegsmmlsterium ein schönes Dankschreiben zugemittelt wurde. Bei der Samstag, den 26. Juni startgefundenen Feier ließ sich Herr kaiserlicher Rat Adolf Wenger wieder als Schlifchi znr Thora rufen und spendete wieder nebst einer ansehnlichen Vereinsspende einen weiteren Betrag von K 200.— für arme Lemberger Flüchtlinge. Dieser Betrag wird in der Vereinskanzlei zwischen 6 und 7 Uhr abends verteilt und mögen sich daher berücksichligungswerte Bittsteller melden. Wie». Sonntag, den 27. Juni l. I. fand im festlich beleuchteten Tempel des 21. Bezirkes die Trauung des allgemein beliebten Chor-