Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 25 (2.7.1915)
- Date
- 1915-07-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8. Die Wahrheit. Nr. 25. dirige»teu des Gemeindetempels im 21. Bezirke, Herrn Samuel Perl mit Fräulein Klara Krakauer statt. Unter deu Äuweseudeu bemerkte mau Herrn Mediziualrat und Obmaun der Bezirkskommifsion Dokfor Jakob Kön , g. Herrn Kulmsvorsteber Emanuel G r ü n w a l d, Herrn Obmannstellverlreler G. Dukes, ferner die Herren Tempelvorsteher H. Glaser, Jgn. Grünwald, Moriz Schwarz, Adolf Reiuinger, die Präsidentin des Frauenvereines Frau Henriette G r ü n w a l d, die Bizepräsidentiu Frau Rabbiner Dr. Rose nm a n n und deren Schwiegermutter Frau Anna Rosen m a n n, Herrn Ignaz A l l e r a m, die Oberkantoren B a s s e r, M ü l l e r, K a u fm a n n, die Kantoren E i b e n s ch ü tz, Hirsch und säst den ganzen Chor des Leopoldstädter Tempels u. v. a. Herr Rabbiner Doktor R o s e n M a n u hielt eine ebenso geistreiche wie herzliche Ansprache an das Brautpaar, worin er in erhebenden und zeitgemäßen Worten die Beliebtheit des Bräutigams, der bereits zehn Jahre in diesem Bezirke als Chordirigent tätig ist, besonders hervorhob. Die Trauungsgesäuge dirigierte Herr Chordirigent B r a s l a w s k y in ausgezeichneter Weise, die kantoralcu Funktionen versah Kantor. M a r g n li e s exakt. . . . . tz. Wie». (Eine Doppelfeier im Ottakringer Gem e i n d e t e m p e l.) Der Temvel in Ottakring, XVI., Hubergasse 8, war Samstag, den 19. v. M. der Schauplatz zweier Feiern, die wahrlich noch lauge im Gedächtnisse der Wiener Jndenschaft sortleben werden. Herr Hermann Rosen bäum feierte dorr mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit. Gleichzeitig wurde der k. n. k. Stabsfeldwebel des 75. Jlisanterireglmentes Leo Lustig, besten Name anläßlich seiner Dekorierung mit der goldenen und großen silbernen Tapserkeitsmedaille durch alle österreichischen Blätter gegangen, zur Thora ausgernsen. Herr Rabbiner Dr. I. Ai. Bach richtete an das Jubelpaar und an den jungen Helden eine gedankenvolle Ansprache, worauf Herr Oberkantor Kaufmann eineu künstlerisch vollendeten Mischederach unter Chorbegleitnng zu Gehör brachte. In Vertretung des Bürgermeisters war Stadtrat G r ü n b e ck erschienen; der Kultusvorstand hatte den langverdienten Obmann des Ottakringer Tempels, Hof- und Kammerphotographen S. Weitzmann, der sich aus dem Gebiete der Armenpflege euren Namen gemacht hat, mit der Durchführung der Feier betraut. Herr Wertzmann richtete herzliche, bewegte Worte au das Jubelpaar und überreichte ihm ein Ehrengeschenk der Knltusgemeiude. Wreu. Der in den weitesten Kreisen bekannte Bürgerichuldirekror und Sekretär des Waisenvereines, Herr Jakob M a u t h n e r, hat durch de» Heimgang seiner Gattin, Fran Antonia Manthuer, einen tiesschmerzlichen Verlust erlitten. Dem trauernden Gatten wendet sich allseitige Teilnahme zu. Das Leichenbegängnis fand am 27. Juni l. I. auf dem Zentralsriedhofe statt. Am Grabe sprach Rabbiner Doktor F e u ch t w a n g. Wien. Samstag, den 19. v.'M. hielt Herr Religionslehrer Adolf Rotter bei der Exhorte im III. Bezirke seinem plötzlich verstorbenen, langjährigen Kollegen und Amtsgenossen, dem in seiner Berufstätigkeit im Lehrzimmer erkrankten und wenige Stunden darauf in ein besteres Jenseits Heimgegangenen Herrn Natan Vogel einen tief empfundenen Nachruf. Herr Vogel hatte durch 14 Jahre die Aufsicht seiner Schüler, Knaben und Mädchen des III. Bez., Salmgasse, beim Jngendgottesdlenste. Herr Vogel war ein geborener Lehrer. Sein ruhiges, leidenschaftsloses Temperament ließ nie eine Erregung aufkommen und er verstand es, durch menschenfreundliche Güte die Liebe und Anhänglichkeit seiner Schüler und Schülerinnen und deren Angehörigeu zu erringen, so daß die Kinder, wenn sie ausgeschnlt waren, stets ihres ehemaligen Lehrers freundlich gedachten. Diese Anhäglichkeit und Liebe dokumentierte sich auch durch die zahlreiche Beteiligung der Schülerschaar beim Leichenbegängniste des geliebten Lehrers. Mit den Worten: „Gesegnet sei das Andenken des Gerechten!" schloß Herr Religionslehrer Rotter seinen Nachruf, den die Kinder mit sichtlicher Rührung stehend anhörten. Wien. (H a u s i e r b n ch - V e r l ä n g e r u n g.) Der „Erste österr. Rechtsschutz-Verein für Hausierer" in Wien, hat sich überzeugt, daß die Hausierbefngnlste einberufeuer Hausierer zu erlöschen drohen, weil ihre zurückgelasseuen Frauen die gesetzlichen Vorschriften nicht kennen. Er fordert deshalb alle Hausierersfrauen, deren Männer sich am Kriegsschauplätze befinden, auf, die Hansierbücher ihrer Männer rechtzeitig (3 Monate vor Ablauf) zu erneuern und die Hausierstener am Verfallstage pünktlich zu bezahlen, weil sonst die Hansierbefugnis erlischt. Nähere Auskünfte und unentgeltlichen Rechtsschutz erteilt das Sekretariat des „Ersten österr. Rechtsschutz-Vereines für Hausierer", Wien, II., Taborstraße 66. Auch schriftlich! Baden. Mittwoch, den 23. v. berief der Präsident der israelitischen Kultusgemeindc Baden Herr Moriz Leitnec den Ausschuß Hu einer Sitzung ein, um ans Anlaß der Rückeroberung der Stadt Lemberg einen Dankgottesdienst anzuordnen, der für Samstag, 26. v. angesetzt wurde. Zum Schluß der Sitzung wurde folgendes Hnldigungstelegramm an die Kabinetskanzlei Sr. Majestät des Kaisers'abgesandt: „Eure' kaiserliche königliche apostolische Majestät! Zn dem gewaltigem in seinen Folgen noch kaum zu ermeffenden und in der Weltgeschichte einzig dastehenden Sieg, mit welchem unsere heldenmütigen Truppen vereint mit unseren treuen Verbündeten unser geliebtes Lemberg wieder eroberten, gestattet sich die huldigenden Glückwünsche der dankerfüllten gesamte» jüdischen Bevölkerung der Stadt Baden bei Wien Eurer kaiserlichen und königlichen Majestä, in tiefster Ehrfurcht zu unterbreiten. Moriz L e i t n e r, Pcäsiüent der israelitischen Kultusgemeinde Baden". Auf Ansuchen der hier weilenden jüdischen Flüchtlinge aus Galizien und Bukowina erfolgte im Gemeindetempel ein solcher Festgoltesdienst schon am folgenden Donnerstag in Anwesenheit des Gesamtvorstandes und einer ansehnlichen wie zahlreichen Versammlung der Flüchtlinge, wobei Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner W. Reich in glänzender Weise die Festpredlgt hielt, worauf Herr Rabbiner Dr. Samuel Rappaport aus Lemberg eine mit aus tiefem Herzen strömenden Worten eine Ansprache an die Anwesenden richtete, die ebenfalls einen wohltuenden Eindruck machte. Hier nahm der illnstre Redner die Gelegenheit wahr, dem Vorstand und dem Oberrabbiner den Dank für das sehr freundliche Entgegenkommen gegenüber den Flüchtlingen auszusprechen, indem denselben alle mögliche» Unterstützungen, wie auch die Beistellung des Bethamidrasch und der Bibliothek gewährt wurde. Herr Kantor Julius S m o t r i tz k y. Wien, leitete den gesanglichen Teil des Gottesdienstes, der mit Absingnng der Volkshymne abschloß. — Samstag, den 26., V210 Uhr vormittags fand der vom Vorstände angesetzte Dankgottesdienst statt. Der Gesamtansschnß unter Führung des Präsidenten Herrn Moriz Leitner erschien im Festgewande und war der Tempel bis aus den letzten Platz von festlich gekleideten Andächtigen gefüllt. Als Vertreter der Bezirkshauptmannschaft erschien Dr. Johann Karl Vogl. Die von Herrn Oberradbiner W. Reich gehaltene Festpredigt wirkte auf die Anwesenden tief und gewaltig und löste zugleich in allen Herzen eine freudige Stimmung aus. Mit vom Herrn Oberrabbiuer vor offener Bnndeslade gesprochenen Kaisergeber, worauf die Bolkshymne intoniert wurde, schloß der feierliche Gottesdienst. Wr.-Neustadt. Am Sonntag, den 27.'Juni l. I. fanden in den hiesigen Gotteshäusern aller drei Bekenntnisse feierliche Dankgottesdienste anläßlich der glorreichen Siege der verbündeten Heere statt. Die meisten der Honoratioren hatten sich von den Kirchen auch in die Synagoge begeben, wo man Vertreter der Bezirkshauptmannschaft, des Stadtrares, Monsignore Pater Flocken von der Leopoldskirche, Vertreter des Stiftes Nenkloster, des Akademiekommandes, des Stationskommandos, Landesgerichtsrat S t r a ß g s ch w a n d t u e r in Vertretung des Kreisgerichtes, Dr. Eber st aller in Vertretung der Staatsanwaltschaft, Vertreter der evangelischen Gemeinde, der Schulen usw. benierkte. Knltnsvorsteher Dr. Wolf, in Paradennisorm eines Regimentsarztes, empfing die Gäste, unter denen auch zahlreiche jüdische Soldaten und Verwundete waren. Den Gottesdienst versah Herr Oberkantor M. A. L a n d a rr in meisterhafter Weise, die Festpredigt hielt Herr Rabbiner Dr. Moritz B a u e r aus Wien VIH. Die zündende, patriotische Ansprache übte einen mächtigen Eindruck aus. Nach dem Kaisergebet sprach Herr Oberkantor Landau einen hebräischen Segenspruch für unsere im Felde stehenden tapferen Soldaten. worauf die ganze Festversammlung die Volkshymne sang. Damit schloß die erhebende Feier. Oesterr.-ungar. Kautoreu-Berein. Die geehrten Mitglieder werden ersucht, die restlichen Vereinsbeiträge unverzüglich an den Bereinskassier, Ersten Kantor S. In r b erg er, II., Tempelgasse 3, zu senden. Anmeldungen und sonstige Zuschriften sind an den Präsidenten Oberkantor I. Bauer, II., Novaragasse 27,. zu richten. Die verehrten Kollegen werden ersucht, die Wohttäligkeits-Mtion des Vereines zu fördern. Der V o r st a n d des Oesterr.-ungar. Kantoren-Vereines. Austritte ans dem Judentum. Mafsarik Melitta, geb. 16. Jänner 1889 in Wien. III., Untere Weißgärberstraße 45. G orniak Beile Miudel geb. Helseb, Kaufmanusgattin, geb. 14. Oktober 1877 in Rzeszow (Galizien). I., Kärntuerstraße 28. Brüll Eduard, Realschüler, geb. 27. August 1900 in Wien. I., Eßlinggaffe 9. F r i e d m a u u Wildelm, Kaufmann, geb. 28. Mai 1874 in Wien, Weiß Isidor, Schauspieler, geb. 1. Juni 1881 in Wien. Die geehrten Herren Abonnenten werden ersucht, für das am 1. Juli beginnende III. Quartal, sowie die restlichen Abonnementsbeträge umgehend einsenden zn wollen.