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Die Wahrheit · 1915-06-25 · Heft 24 (25.6.1915) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 24 (25.6.1915)
Date
1915-06-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. -Die Wahrheit und eingebildeten Albion schon manch großen Schaden und Sorge bereitete. Der grandiose Lügeufeldzug der Entente konnte die traurige Wahrheit aus die Dauer nicht verhüllen und die katastrophalen Niederlagen der Russen in Ostpreußen, in Galizien und in der Bukowina, die ergebnislosen, aber für die Angreifer verlustreichen Expeditionen in den Dardanellen und im Bosporus werden bekannt und weder die Drohungen noch die höflichen Biltp ozefsionen der Entente konnten bisher auch nur einen neutralen Staat dazu bringen, an dem blutigen Weltkriege für ihre Interessen teilzunehmen. Nur die beutegierige italienische Regierung konnte zum Treubruch verlockt werden. Freilich sind die wahren Ursachen dieser verspäteten italienischen Kriegsiuiervention noch nicht bloßgelegt, es mag sein, daß der albanische Knochen im Maule der serbischen Hyäne den gierigen italienischen Räuber ans der Neutralität herausriß. Das unmoralische Treiben der internationalen Diplomatie wird aber am treffendsten ditrch das Vorgehen der nordamerikanischen Regierung beleuchtet, die in dem Augenblicke „die Menschlichkeit" zn schützen vorgibt, in dem sie Millionenwerte au Kriegsmaterial an die Kriegsgegner Deutschlands und Oesterreich-Ungarns übers Meer zn senden gestattet. Ja, der heilige „Rebach" ist in jeder Weise erlaubt, aber wenn dadurch ein solcher Rebachmacher Gefahr läuft, sein teueres Leben einznbüß-n, dann muß dies snrchtbar gerächt werden. Doch es ist ja nur amerikanischer Bluff und wird es hoffentlich bleiben. Nur nicht einschüchtern lassen, sondern fest und furchtlos zugreifen! Trotz der kühnen Ankündigung der nun bald kommenden gewaltigen Joffre'schen Offensive, trotz der englischen Versicherung einer nun tolsicheren Eroberung der Dardanellen und Konstautinopels stehen wir, insbesondere nach den glänzenden Waffenlaten unserer verbündeten Truppen in Ostgalizien und der Wiedereroberung Lembergs, deren katastrophale Folgen sich nicht nur auf Rußland beschränken werden, dem Schlüsse des Weltkrieges vielleicht näher als wir glauben. Der Zarismus und seine Gewaltregime wird von den tapferen Scharen der Zeutralstaaten bereits katastrophal zerschmettert, was seine schwer enttäuschten Bundesgenossen bereits zngeben und auch der englische und französische Kraftwahn stauen bereits ab. Mag auch ein eventueller Friedensschluß trotz der Siege nach der materiellen Seite weniger ertragreich für Deutschland und Oesterreich-Ungarn sein, so wird er dennoch für sie iegensvoll werden, denn diese Staaten haben sich durch die Kraft und Treue ihrer Völker gewaltig in Respekt gesetzt und kein Staat wird es wohl leicht mehr wagen, das Schwerr der lrenverbüudeten Zeuiralftaaten aus der Scheide zn locken. Ihre Kriegsfahnen waren rein und fleckenlos und man wird ihre Rechte in Zukunft respektieren. Diese Staaten werden aber auch nicht bald wieder vergessen, daß ihre Kriegserfolge nur durch die Treue und Opferwiüigkeit der breiten V o l k s m a s s e n möglich wurden und die staatliche Fürsorge, welche gegenwärtig die Kriegsnot bezwang, um Hungersnot zn bannen, wird auch im Friedenszustande eine ständige Einrichtung werden müssen. Die nötigsten Lebensmittel werden der willkürlichen Verteuerung entzogen werden müssen, denn die großen Kriegsmassen haben Blut und Leben nicht dafür geopfert, daß die übermütige Oligarchie durch die Not der Armen noch reicher werde. Kleinliche, egoistische Katzbalgereien müssen nach diesem heroischen Weltkriege in die finstersten Winkel flüchten, denn derselbe war geeignet, die Moral auch in die große Weltpolitik wieder hineinznzwingen. Die politischen Lehren Machiavellis wurden zum Heile der Menschheit entthront und Treubruch und Heuchelei werden nun in der Politik ebenso lebhafte Entrüstung allgemein anslösen, wie im häuslichen und gesellschaftlichen Leben. R. L. Nr. 24. Der Patriarch Abraham als Sieger im ersten Weltkriege. Nach der Sintflut hatte die ganze bewohnte Erde nur eine und zwar äußerst mangelhafte Sprache. Die Menschen im allgemeinen standen damals noch ans einer sehr niedrigen Stufe der Kultur und Bildung, ihr Gesichtskreis war noch sehr beschränkt, ein höheres Streben, wie überhaupt höhere Ideale kannten sie nicht, waren vielmehr träge und denkfaul, ließen andere für sich denken. Der törichte Götzendienst, dem sie fröhnten, hatte sie vollends verblödet, was Wunder also, daß sie leicht beeinflußt, suggeriert und despotisch beherrscht werden konnten. Diese tristen Zustände und Zeitverhältnisse benützte Nimrod, auch Amrophel genannt, der einer der Mächtigsten der damaligen Zeit war, die über die Erde herrschten (Pirke de R.-Elieser.il), um ein Weltreich zn gründen und als Autokrat die Bewohner der Erde beherrschen zu können. Es wurde vor allem die Parole ausgegeben: „Wir wollen uns eine große Stadt als Mittelpunkt des Reiches bauen und einen hohen in die Wolken reichenden Turm errichten, damit wir aller Welt imponieren, zur Macht gelangen, uns eines Weltrufes erfreuen und nicht über die ganze Erde zerstreut werden." Dieser verruchte, die Gesetze Gottes und der Natur tief verletzende Plan mußte selbstverständlich für alle Zeiten scheitern, denn der Allgütige hat nicht das schöne, prachtvolle, imposante Weltgebände ins Dasein gerufen, damit BarbarenGelegenheitgebolensei, ihreHerrschsnchtzn befriedigen, die Untertanen zn tyrannisieren und tu der finsteren Nacht der Verdummung schmachten lassen zil können, sondern nur deshalb, damit die Menschen im allgemeinen in dieser herrlichen-, mit allen möglichen Hilfsmitteln reich ausgestatteten Welt Gelegenheit finden, die ihnen innenwohnenden Geistesgaben sorgfältig verwerten, sich ihrer hohen Aufgabe als höhere, im Ebenbilde Gottes geschaffene Wesen in glänzendster Weise erledigen, eine überaus segenreiche Tätigkeit entfalten. Kultur, Bildung, Religiosität, Moral, Sittlichkeit, Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenliebe und Menschenverbrüderung fördern und verbreiten zn können. Es ertönte daher die göttliche Stimme: „Hen am echod!“, ..Siehe! Jetzt bilden sie alle, die verschiedenen Nationen, ein Volk und eine Sprache haben sie alle, wese hacMLom loosos und die Folge davon ist. daß sie nicht, wie es mein Wunsch war, die ganze Erde füllen, sondern sich an einen Punkt derselben klammern, hübsch beisammen bleiben mib sich von einem Despoten leiten, führen und beherrschen lassen wollen. Weatto lau jibozer mehem kol ascher josmu laasos? Und nun soll ich ihnen das so hingehen lassen, ohne sie von diesem zn ihrem Verderben führenden Vorhaben, abznhalten? Das geht wohl nicht an, denn sonst müssen sie geistig verkrüppeln und verkümmern. Howo nerdoh. wenowlo scliorn sefosom. Das Selbstbewnßtsein muß in ihnen wachgerufen werden, damit sie sich aufraffen, die Sklavenketten, die ihnen ein Barbar, der allein die ganze Welt beherrschen will, angelegt, sprengen, für die Erhaltung ihrer Nationalität und Sprache Sorge tragen, in allen Weltteilen Staaten gründen und sich von würdigen, hochherzigen, warmfühlenden Fürsten leiten und führen lassen können." So geschah es auch. Die verschiedenen Nationen fingen an, ihre nationalen Sprachen zu pflegen, infolgedessen entstand unter ihnen eine Verwirrung, so daß der eine die Sprache des anderen nicht verstand und so zerstreute sie der Ewige von dort über die Fläche der ganzen Erde. Der Ban der Stadt mußte daher unterbrochen werden, darum nannte man sie Babel nsw. Die unbezähmbare Herrschsucht Nimrods (Amrophels) ließ ihn nicht ruhen, er sann vielmehr auf neue Mittel, um sein sich gestecktes Ziel endlich doch erreichen-zu können, indem er es versuchte, die v e r s ch i e d e n e n Nationen zn Hetzen, Kriege z)t entfachen, die ganze damalige

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