Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 21 (4.6.1915)
- Date
- 1915-06-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. Die Wahrheit Nr. 21. Ministerprästhent-AsquiH telegrgpHier te qn hjm itgliegischen MinisterprHhentE so"dprmHen:„ Ickb/griißx Sajcjubrg im Namen tzes eimsischen Hplkeß und hoffe, Hlß Mpfer» keit des itqfienischAl HeerB den enhAltigen Hieg be^chlelpugen wird." Die" Botschafter der Ententestaaten in Rom äußerten ihre Freude im Sinne der Umkehrung moralischer Hegriffe, denn Sir Nenne! Rodd meinte, er sehe am fünfzigsten Gedächtnistage reiner ersten Romfahrt die italienisch-englische Freundschaft zum Schutze der Freiheit (?) ans dem Schlachtfelde besiegelt und Her; v- Gierst pries gar den gemeinsamen Kamps der Italiener und Nüssen für die Sache Üer G e r e ch t i q k e i t rr n d E h r e gegen d i e B a r b a r e \\ Europas (? I) Wahrlich, die Lüge nnd Heuchelei der Ententediplomaten wetteifert an Größe mit den ungeheuren Kriegsschäden, welche ihre gottlose Gewalttätigkeit über die W.elt heransbeschworen Hai Jedem jüdischen Kenner der Psalmen fällt' da das charakterisierende Wort des Psalmisten ein, das bekanntlich lauret: ^Jhr Mund spricht unwahr und ihre Rechte ist eine falsche Rechte." Fromme und treue Menschen, unter rveHe der Großteil der Jilden zu zahlen ist, lassen sich aber auch in -der harten Gegenwart ihre unerschütterliche Hoffnilug ans den schließlichen Sieg des Rechtes, der Gerechtigkeit nnd der Wahrheit über Lüge nnd Heuchelei nicht rauben nnd sehen dem Ansgange des gegenwärtigen Weltkrieges mit Gottvertrauen ruhig entgegen. Der geliebte österreichische Kaiserp.alriarch erklärte in seinem letzten Manifeste: „Ein Treubrnch, dessengleichen die Geschichte nicht kennt, ' ist von dem Königreiche Italien an seinen beiden Verbündeten begangen worden." Nach einer eingehenden Schilderung dieses degüngenen Treirbrnches und der leichtherzigen Verjüngeruug des Weltkrieges, den Kaiser Franz Josef mit großen und schmerzlichen Opfern zu verhindern bemüht war, erklärt der Kaiser am Schluffe: „Ich grüße meine kampsbewährten, siegeiprobten Gruppen, ich vertraue ans sie und ".ihre Führer! Ich vertraue auf meine Völker, deren beispiellosem Opfermut mein innigster väterlicher Dank gebührt. Den Allmächtigen bitte ich, daß er unsere Fahnen segne und unsere Sache in seine gerechte Obhut nehme!" Fromme Inden unterstützen das im letzten Satze enthaltene kaiserliche Gebet mit Andacht und denken an folgende Worte des Psalmisten: „Gerecht ist der Herr in allen seinen Wegen nnd gnädig in allen seinen Taten." „Nahe ist der Herr allen, die ihn rufen, allen, die ihn in Wahrheit anrnfen". ..Den Wunsch derer, die ihn ehrsürchten, erfüllt er und ihr Flechen erhört er und Hilst ihnen." „Der Herr behütet die, welche ihn lieben und alle Frevler vertilgt er." Wenn der italienische König und seine Minister aus dem Entgegenkommen Kaiser Franz Josefs im Interesse eines baldigen Friedensschlusses ans Oesterreich-Ungarn Schwäche schlossen, dantl irren sie sich gewaltig. In Südtirol nnd im Küstenlande wird den italienischen Heeren noch tüchtig zur Ader gelassen werden nnd wenn unsere' tapferen Kriegsscharen zwecks Schonung des kostbaren Menschenmateriales auch ans die Gebirgskämme znrückgenommen . werden, die Gebirgsgreuzeu werden sich gegen Italien mindestens als ebenso nnüberstejgliche Wälle bewähren, wie die Karpathen gegen Die russischen Kriegshorden. Der Ankunft der italienischen Kriegsffotte an den Ostküsten des Adriatischen Meeres können unsere Seehelden ruhig entgegensehen, sie wird es nach den Ereignissen an der Westküste der Adria wohl nicht, so rasch wägen. Die Balkanstaaten, besonders Bulgarien, haben auch tioch nicht an den von Rußland ins Leben gesetzten zweiten Balkarckrieg vergessen und der Treubrnch Italiens kann ihren Eintritt in den Ententekrieg deshalb nicht beschleunigen. Italien hat durch seinen Treubruch eine ebenso schlechte Unternehmung gewagt wie England nnd dürfte bald ebenso, in Gefahren und in Schaden geraten. Urner wackerer deutscher Verbündeter teilt nlit nus den moralischen Eckel und den Z o r n über Italiens frechen Treubrnch. Der deutsche Reichskanzler verurteilte denselben qg; 28. Mai im Iteichsta^e nsit kräftigen Worten und kbnffatierte,. daß sich'sin italienischen'DriegHitsaiiiseste das s ch'seH txH e w?is se n hiufer hgh len Phra sen versteckt? Dr. v. Pethmann-HpÜweg meinse treffend: „Die römischen StaWmauper hatten kein'Recht, an hie Vertranenswürdißkeit ariderer Nationen d e n s e l b e n M a ß st g b anznlegen, den sie sich für die eigene Vertragstreue gebildet haben. Dasselbe Spiel wie gegen uns spielten die römischen Staatsmänner glich gegen ihr eigenes Polk. Hst werden ihm auch die Augen anfgehen, wie leichtsinnig es in diesen Krieg hineingehetzt wurde. Wir werden auch diesen Sturm anshalten. Nicht mit Haß führen rpir diesen Krieg, aber mit Zorn, mit heiligem Zorn." Wertvoll waren besonders folgende Worte: „Je wilder uns der Sturm umtobt, umso fester müssen wir unser eigenes Hans hauen?' Dieser Ausspruch wurde auch durch ein,Versprechen des Staatssekretärs Dr. Delbrück betreffs der Bergarbeiter bekräftigt. Wertvoll war. in dieser Reichs- ' tägssitznng auch die Versicherung des sozialdemokratischen Abgeordneten Ebert: „In dieser Stunde gesteigerter G.efqhx bekennen sich die Sozialdemokraten rückhaltslos zu dem, wgs sie am 4 August vorigen Jahres und später im Hanse er? klärt haben." Präsident Dr. Kaemtzs schloß die Schlußrede n. a. mit folgenden tressenden Worten: „Mit der stolzen . Perachtnng, die.jeder Deutsche dem Treub rn ch e entgegenbringt, mit ruhiger Entschlossenheitwird das deutsche Volk unerschrocken auch diesem neuen Feinde gegeiiübertreten. Wr halten Treue unserem Verbündeten, vertraue n. a n f G o t t und unser Recht und ans die militärische und wirtschäft? liche Stärke unseres Vaterlandes." . *' Den gottlosen und übermütigen, ausschließlich ans ihre materiellen Kriegsmittel vertrauenden Diplomaten der Entente können fromme Inden mit dem Psalmisten znrnfen: „Nicht die Körperkrast des Pferdes und nicht die Lenden des Mannes erregen Gottes Wohlgefallen. Der Herr bringt sein Wohlgefallen denen entgegen, die ihn ehrsürchten und seine Gnade herbeisehnen." R. L. Hnlditzttttgsletegramm der Wiener Knltnsgemeinde nnd Dank des Kaisers. Namens des Vorstandes der Wiener israel. Knltnsgemeinde richtete das Präsidium das nachfolgende Httldigungstelegramm an den Kaiser: „An die Kabinettskanzlei Sr. Majestät des Kaisers. Angesichts des unaufhaltsamen siegreichen Vordringens unserer ruhmbedeckten Armee im Norden und des trenlosen Ueberfalles eines neuen Feindes an,der südwestlichen Grenze unserer Monarchie erlaubt sich der Vorstand der israelitischen Kultnsgemeinde Wien im Sinne der patriotischen Kundgebungen anläßlich der jüngsten Plenarsitzung des Vorstandes nnd. in der Ueberzeugung, hiemit der Gesinnnng der gesamten österreichischen Jndenschaft Ausdruck zu. verleihen, die allernntertäuigste Bitte zu unterbreiten, Se. Majestät, unser allergnädigster, geliebter Kaiser und Herr geruhe das neuerliche Gelöbnis unverbrüchlicher Treile und unbegrenzter Liebe für Sr. Majestät geheiligte Person und unser geliebtes Vaterland allergnädigst entgegenzunehmen. In pietätvollem Gedenken all der unvergeßlichen Helden, welche ihr Leben für Kaiser und Reich opferten, in tiefster Dankbarkeit und nNerschültkrtichem -Vertrauen zu unserer heldenmütigen Armee wird 'die Jndenschaft Oesterreichs nach wie vor in den Reihen aller Mitbürger Gut und Blut opfern, auf -haß der Feinde Tücke an der stählernen Kraft unserer Waffen zerschelle und Habsburgs mächtigem Reiche der ehrenvolle, dauernde Friede gesichert werde. Der Präsident Dr. Alfred Stern, der Oberrabbiner Doktor MMtz lGüd.emann, der erste Vizepräsident Dr. Benjamin Rappaport, der Sekretär Dr^ Emil Adler.? - -.■ s' ■ 1 1 - 5 ■ > - - •*' f-