Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 14 (9.4.1915)
- Date
- 1915-04-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3062972-3063862-3063876--09536-3076796- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 14. Die Wahrheit. Seite 9. Festessen verabreicht. Ein Schützling des Heims trug in wirkungsvoller Weise ein von dem Verwundeten Herrn Rudolf Harrer verfaßtes ans die Feier beznghabendes Gedicht vor, während namens der Mannschaft ein Soldat in schlichten Worten für die ihm und seinen .Kollegen gebotene Festesfreude den Dank anssprach. Die schöne Feier, welche auf alle Anwesenden tiefen Eindruck machte, hat wieder gezeigt, daß der Vorstand des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnen-Heims auch in den jetzigen schweren Zeiten seine Fürsorge den Heimschützlingen in ungeschmälerter Weise zu Teil werden läßt. Wien. (Internationale wissenschaftliche Bereinigung israel. .Kantoren.) V o r st a n d für O e st e r r e l ch - U'n g a r n: Bauer- Wien, Dünnmann-Wien, Löwit-Wien, Lazarus-Pest, Kartschmaroff- Kanizsa. M i t g l i e d e r: Heller-Brünn, Singermann-Troppau, Rendi- Agram, Löwenherz-Temesvar, Goldstein-Steinamanger. Vorstand für Deutschland: Birnbaum-Königsberg, Friedmann-Berlin, Singer-Kattowitz. Mitglieder: Linhardt-Hannover, Kornitzer- Hamburg. Alle ausländischen Vertreter werden nach Beruhigung der Lage genannt. Vereinsorgan: „Wahrheit". Wien, II. Bezirk, Novaragasse 27. Alle zwei Mouate ein Bericht über die Tätigkeit, wissenschaftliche Aufsätze, event. musikalische Beilagen. Alle Zuschriften ,nnd Arbeiten an: Smger-Kattowitz, Preußen, Grundinailnstraße 40. Den 27. März 1915. Das Aktionskomitee. Wien. Mittwoch, den 14. April. 4 Uhr nachmittags, findet im 'Leopoldstädter Tempel die Trauung des Herrn Dr. Leo R a b i u o w i tz Mit Fräulein Hanniea T h a l e r, Tochter des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Eduard Thal er. statt. Wien. Den vielen Akten der Wohltätigkeit, welche die Juden Wiens an ihren galizischen Glaubensgenossen, die vom Feinde gedrängt ihr Heimatslaud verlassen mußten, verüben, reiht sich neuerdings eine würdige Tat an. Während der Pesachfeiertage wurden von dem Verein ^,Machsike Hadath", der es sich zum Ziele gesetzt hat, zugereiste arme Glaubensgenossen gastfreundlich zn bewirten, 500 Personen täglich reichlich beköstigt, so daß sie mit Zufriedenheit und völlig gesättigt den Tisch verlassen konnten. Unter den vielen, die sich eifrig des guten ^Werkes eifrig annahmen,. ist vor allem Herr Rabbiner Mayersohn. der Ehrenpräsident des Vereines, zu nennen. Nicht minderes Lob gebührt dem Präsidenten Herrn Jakob März, der sich mit aller Aufopferung dem frommen Werke hingab. Bor Beginn des ersten Sederubends hielt der Bankier Herr Tninim ans Przemysl, deffen hervorragende ralmudische Kenntnisse sowie Redegewandtheit allgemein bekannt find, an die zahlreichen Versammelten eine ergreifende Ansprache, deren Wirkung so groß war, daß auch nicht ein Auge tränenleer blieb. Die Armen, die ein so schweres Los zn tragen haben, setzten sich dann aufgemnutert durch die Schlußworte, worin der Redner ihnen Trost Lusprach, zum Tisch, um würdig das Pesachfest zn begehen. Hoffentlich .wird es einem jeden von ihnen gegönnt sein, nächstes Jahr in ihrem -eigenen Heime deu Namen Gottes zn preisen. B. Böslau. Wie alljährlich, so waren auch heuer zu den Osterfeiertagen das Voll- und Wannenbad sowie der große Schwimmteich für Freibäder den Besuchern geöffnet. Die Eröffnung der Bäder und der anderen kurörtlichen Einrichtungen erfolgt auch heuer mit 1. Mai •tu uneingeschränktem Maße. Der Gesundheitszustand der einheimischen Bevölkerung und der anwesenden Rekonvaleszenten ans dem Militärsiande ist ein normaler, für die Approvisionierung des Ortes in der Saison wird schon jetzt durch ein eigenes Komitee bestens gesorgt, die Nachfrage nach Sommerwohnungen ist eine ziemlich starke. Viele Hotels und Pensionen sind jetzt bereits geöffnet. Znaim. Anläßlich des Pessachfestes veranstaltete die Znaimer Knltusgemeinde unter Leitung Seiner Ehrwürden des Herrn Prof. Rabbiners Dr. Kahan, des Knltnsvorstandes Rudolf Wozilka und des Herrn Josef R o s e n f e l d für die in Znaim garnisonierende Jüdische Mannschaft, die zum großen Teile aus Wienern besteht, feierliche Sederabende, wofür ihnen die Mannschaft hiemit auch öffentlich auf diesem Wege den verbindlichsten Dank ansspricht. Budapest. (W o h l t ä t i g k e i t s k o n z e r t.) Im Tempel der israelitischen Knltusgemeinde in der Tabakgaffe fand ein großes Konzert für die Zwecke der Kriegshilfe statt, das durch sein hohes künstlerisches -Niveau hervorragend, nicht minder auch als gesellschaftliches Ereignis betrachtet einen glänzenden Verlauf nahm. Der fast viertausend Menschen fastende Riesenraum war von einer kunstandächtigen Menge überfüllt. Auch Erzherzogin Auguste war mit ihrer Hofdame Baronin M a j t h s n y i erschienen. Die hohe Frau wurde im Vestibül von der Baronin Sigmund Kornfeld, Frau Anton v. Deutsch und den Präsidenten der Gemeinde Ludwig Adler und Hofrat B r e i t n e r empfangen. Anwesen d waren ferner Honvedminister Baron H a z a i, Ilnterrichtsminister Dr. Bela v. I a n k o v i ch, die Staatssekretäre Alexander I e ß e n ß k y und Dr. B a d ä ß, die Geheimen Räte I a k a b f f y, Baron Friedrich H a r k ä n y i und Gustav v. K ä l m & n, der Präsident des Obersten Rechnungshofes Thur 6 c z y, Bürgermeister Bä,rczy mit Gemahlin, die Magnatenhansmitglieder Ullmann und O r m o d y und Baronin Errst Daniel. Hervorgehoben mögen werden, daß sämtliche mitwirkende Künstler ihre Mitwirkung dem wohltätigen Zweck ohne Honorar gewidmet haben. Das Konzert wurde mit einer von dem Gemeinde-Organisten Josef Bohnert trefflich -gespielten eigenen Komposition „Phantasie und Fuge" eingeleitet. Dann fang der Chor der königlichen Oper Szegfis Königshymne. Vom Orchester der Oper begleitet, spielte Professor Emil Bars mit edler Künstlerschaft Goldmarks „Air". Prachtvoll klang das herrliche Organ des Kammersängers Hermann Jadlowker in zwei Händelfchen Arien. Namentlich das jubelnde „Machet hoch die Tore" war von imposanter Wirkung. Das reiche Programm enthielt noch David Poppers stimmungsreiches Recsniem für drei Violoncelli (Professor Schiffer. Ladislaus B u t t u l a. Emerich H a r r m a n n) und Mendelssohns herrlichen Psalm „Wie der Hirsch schreit", d u Chor und Orchester der Oper unter Leitung des Chordirekrors Wilhelm R o n b a l meisterlich exekirtierten. Die Soli fangen Frau Anna Medek und die Herren Dsri, Pilinßky, Ney und St klm kn. Zum Schlüsse brachte dann noch der Bläierchor der königlichen Oper unseren „Hymnus", „Die Wacht am Rhein" und das „Gorterhalle" znui Bortrag. Stehend und ergriffen laiischle die vieltanienvköpfige Menge den erhabenen Volksgesängen. öerlin, 7. April. Wie das „Tageblatt" von der russische» Grenze meldet, hat der Personenverkehr zwischen Warschau und Zyrardow, wie Warschauer Blätrer berichre», sehr abgenommeu. seit die Inden aus Grodz'k nnd Zyrardow und den umliegenden Ortschaften ansgewieien worden sind. Dazu kam in der letzten Zeit noch die Answeiinng aller Perionen deutscher Herkunft und evangelischen Glaubens. Nach Berechnung der Petersburger jüdischen Gesellschaft sind in der letzten Zeit ungefähr 25.000 von rnssischeli Behörden ans ihren Wohnorten ausgewieseue Inden in Warschau eingetroffen, so daß die Zahl der obdachlosen Inden gegen 80.000 beträgt. WoWiMgkeilsaklio« des O e st e r in n g. K a u t o r e u - B e r e i n e s in Wien. Der Vorstand des ..Oesterr.-nngar. Kanwren-Vereines in Wien" hat eine Wohltätigkeits-Aktion zugunsten der durch den Krieg in Not geratenen Kantoren-Flüchtlinge nnd deren Familien eröffnet, und haben sich an derselben Gemeinden, Vereine, Kantoren und hochgeehrte Philanthropen nnd Wohltäter beteiligt nnd uns namhafte Spenden gewidmet. Wir gestatten uns, auch an dieser Stelle allen Gönnern neuerdings den tiefgefühltesten Dank ansznsprechen. Der Vorstand des „Oesterr.-nngar. Kantoren-Vereines" hat 35 Familien größere Unterstützungen gewährt und neuerdings fast sämtlichen Flüchtlingen und stellenlosen Kantoren für N22 Beträge zngesendet. Wir appellieren daher an die löbl. Gemeinden, sowie an unsere Kollegen, die Sammlungen forlznsetzen, damit wir die Mittel zlir Verfügung haben, weitere Unterstützungen diesen in großer Not sich befindenden Kantoren-Fam i l i e n, welche als Flüchtlinge hier exiftenzlos leben, geben zu können. Spenden erbittet man an den Präsidenten, Oberkantor I. B a u e r, II., Novaragasse 27, sowie an den Vizepräsidenten, Oberkantor I. Morgenstern, H., Ferdinandsftraße 23. Für d e n V ö r st a n d des „Oesterr. - n n g. Kantoren- Vereines: Oberkantor I. Bane r, Präsident. Oberkantoren S. D ü n n m a u n. Jos. Morgenstern Vizepräsidenten. Erster Kantor Sal. Jurberger, Kassier. Spenden-Ausweis VI. Sammlung durch die Herren Kantoren Fuchs und Faust, Ignaz Kolban. K 9_ Rosa Fassel. .... 2.— Jakob Huppert. .... 2.— Alois Ehrenhaft. .... 2— Anna Dalf. .... 2— Dr. Leopold Allbruck . . . .... 10.— Richard Dunkaw. .... 4.— Josef Salverteu. .... 2— W. Pnner. .... 5.— Heinrich Grünseld .... .... 5.— Isidor Hesser . . . . .... 2.— Joses Wald. .... 2— Schramek. .... 3.— Max Mandl. .... 3—