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Die Wahrheit · 1915-02-19 · Heft 8 (19.2.1915) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 8 (19.2.1915)
Date
1915-02-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Die Wadrdelt Nr. 8 Seile 6 Ein stellungsloser Kantor bekam von Snlzer auf der Straße zwei Papiergnlden. Er war nicht befriedigt. „Herr Professor, ich bin der Sch., habe auch einmal eine sehr schöne Stimme gehabt — leider aber verloren." Snlzer stutzt einen- Moment, sieht ihn ganz nahe an und sagt : „Ja so! Na, geben Sie einen Gulden zurück!" „Weshalb, Herr Professor?" „Sa", sagte Snlzer, „wenn der kommt, der Ihre Stimme gefunden hat. muß ich ihm doch auch etwas geben!" Ein Provinzkantor mit dem Namen Fuchs sandte Snlzer eine nznnp und bat um ein Urteil. Snlzer schrieb auf das Titelblatt: ..Fuchs, Du hast die ganz gestohlen", und sandte ihm das Blatt retour. Ein Wiener Kantor zeigte Snlzer ein ganz dickoänchiges Werk ans dem Anslande, in dem von . Wochentag bis zu Jom-Kippnr alle Nezitative für den Kantor enthalten waren. Snlzer blätterte es durch, klappte das Buch bald zu, hob den Zeigefinger der rechten Hand sehr hoch und sagte: „Ja. das ist eine große Sache! Nun kann jeder Nachtwächter — Kantor werden." Einen ungarischen Kollegen N. N., der in Wien oft zu sehen war, wollte Snlzer 11 i e als pn anerkennen. Als wir wieder einmal von dem N. N. sprachen, sagte Snlzer: „Heute Nacht habe ich so merkwürdig geträumt, ich war gestorben, kam in den Himmel und oben waren so viele Zimmer, daß ich nicht wußte, wo ich hineingehen solle. Da sehe ich auf einmal den pn N. N. in einem Zimmer und will hineingeheu. „Halt!", schreit der -jK^a, „da gehörst dn nicht rein, Schloime Sülzer!" Ich sage aber, daß in dem Zimmer doch der pn N. N. drinnen ist; da sagt der-in^a: „Was fällt dir ein, der war in seinem Leben kein pn!" Einst sprach ein Kantor vor, der Snlzers Urteil hören wollte, aber gleich voraus bemerkte, daß er Schüler des berühmten Professors .. . und einen phänomenalen Stimmumfang besitze. Der Mann sang ein bis zwei Sachen, worauf Snlzer sich vom Stuhle erhob und folgendes sagte: „Mein Lieber, wenn Sie in der Höhe das hätten, was Ihnen in der Tiefe fehlt, dann wäre Ihre Mittellage zu schwach." Daun nahm er seine Pfeife und ließ den Sänger mit seinem phänomenalen Umfang stehen. Verschiedene Nachrichten Wie«. Freitag, den 5. März 1915, Predigt im Tempel, VIII., Nendeggergasse 12. Wien. (Freitagabend-Vortrag im Beth-Hamidrasch „Talmud-Thora, IL, Malzgaffe 16.) Auch Frauen zugänglich. Am 19. Februar l. I.. halb 8 Uhr abends: „Unsere Gebete, ein Labsal für die Seele in Kriegszeiteu", von Professor Moritz Antscherl. Wien. (Bortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur.) Donnerstag, den 25. Februar 1915, */,8 Uhr abends. findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, I., Eschenbachgaffe 9, ein Bortrag des Herrn Dr. H. T o r c z i n e r, Dozent au der k. k. Universität Wien, statt. Thema: „Zur Charakteristik der hebräischen Sprache". Eintritt frei — ohne Karten. Wien. (Bo r tr ä q e i u der T o y n b e e h a l le, XX., Denisgasse 33. Josefine Meudl-Wohlsahrrshaus). Freitag, den 19. Februar: Bibelvortraq von Herr I. R o s u e r. Samstag, den 20. Febrnar: Kammermusikabend, Frau Sophie K a r y, Konzertmeister Z i m b l e r, Fräulein Else Aldor (Gesang). Sonntag, den 21. Februar: „Kaiser Joses II. und seine Zeit". Lichtbilder-Borlrag von Herrn Jacques Jaeger. Mittwoch, den 24. Februar: „Unser Gebet in Wort und Melodie. Ausgesührt von Oderkantor M o r g e n st e r u. Professor Autsch erl, Heinrich A n t s ch e r l (Geige), M. Me nz er (Harmonium). Donnerstag, den 25. Februar: „Jugendbund". „Bölkerrecht und Bölkerunrecht", Bortrag von Dr. Panl Ei sing er. Wie«. (Chewra Kadischa I.) Der. Vorstand der Chewra Kadischa veranstaltet am Vorabend des 7. Adar, Samstag den 20. Februar 1915, 7 Uhr abends, im Gemeindetempel II. Tempelgaffe tiue Gedacht»lsandacht für die im kaufenden Jahre verstorbenen Mitglieder der Chewra Kadischa. Die Trauerfeier wird auch dem Andenken des am 26. Jänner l. F. verstorbenen hochverdienten Borstandsmit» gliedes Herrn Jakob Kann s. A. gewidmet. Wie«. (A d a ß I i s r o e l.) Sonntag, den 7. Adar (21. Februar) Todestag von Moscheh Rabbenu, wird Herr Rabbiner S. Fürst in der Schiffschul eine Deraschah halten. Im Anschluffe an das Minchah Die Gebete für den Sieg unserer Waffen. Beginn 5 Uhr. Wie«. Sonntag, den 21. d. M. “HK't 1/i6 Uhr abends findet im Tempel, IX. Mülluergaffe, eine Trauerfeier für die im verflossenen Jahre verstorbenen Mitglieder, sowie für die im -Kriegs Gefallenen statt. Wie«. (V erein für K ra n keilpf l e g e und Unters stützun g'h andlnng s an geh ör ig e r I s r äe l i t e n.) Montag, den 22. Februar abends, 7 Uhr, findet im Gemeindetempel, I. Seitens stetteügafse Nr. 4 die statutengemäße jährliche Gedächtnisfeier für die verstorbenen Bereinsmitglieder statt. , T Wien Montag, den 22. Februar 1915, abends halb 8 Uhr, findet im S tzungsfaale der Israelitischen Knltnsgemeinde, I., Seitenstettengaffe 4, 2. Stock, die Generalversammlung des Vereines für Krankenpflege und Unterstützung handlnngsangehöriger Israeliten statt, Tagesordnung: I. Wahlangelegenheiten und Abgabe der Stimmzettel für die wie folgt vorznnehinenden Wahlen: a) Neuwahl von 4 Vorstandsmitgliedern, b) Neuwahl eines Vorstandsersatzinaunes; c) Neuwahl des Revisionskomitees. 2. Bortrag des Jahresbrichtes pro 1914. 3. Ecsttttnng des Revisionsberichtes. 4. Eröffnung der Debatte und Abstimmung über die. vorgetragenen Berichte. 5. Pcoinnlgieruiig des Wahlresultates. Die Herren 'Funktionäre, deren Mandat statutenmäßig abläuft, sind wieder wählbar.;- Wien. Montag, den 22. Februar' 1915, abend» 7 Uhr, ft tbet: im Zereinonlensaals des Tempels, IX., Müllnergasse 21, die ordentliche Generalversammlnug für das 44. Berein-jahr des Israel. Bethansvereines. „Chewra-Beth-Httfilah" im IX. Bezirke statt. " Wie«. Unser Oberkailtor Josef Morgenstern wird' am 24. d. M. in der jüdischen Toynbeehalle, XX. Denisgasse 33, um' 7 Uhr abends, der an ihn ergangenen Einladung folgend, hebräisch: Gebetstücke singen. Die Erlänternng der Letzteren übernahm Herr Mor. Antscherl, die musikalische Begleitnng besorgen die anerkannt tüchtigen Musiker Heinrich Antscherl und M. Menzer. Wie«. (Zum 25. Todestag Salomo» Snlzer's!) Am Sabbat Schiro, Sabbat des Liedes, haben eine große Anzahl Rabbmen und Prediger des Meistersängers Salomon Snlzer gedacht, der vor 25Jthren in die E vigkeit eülging. Ec war es, der die traditionellen Melodien Israels gesanlinelt, in seineilKompositionen verwertet und dadurch dem Judentum den geregelten Gottesdienst ermöglichte. Das ist das Verdienst Znlzers für alle Zeiten. Diejenigen, welche das Glück hatten, den geilialen Sänger zu hören, der durch 56 Jahre int Stadttempel wirkte, diese Glückseligen fi lden noch heute nicht Worte genug des Entzückens und der Begeisterluig. Wenn Snlzer betete, sei das Hans in derartige Aildachtsstiminnng geraten, daß man die Illusion hatte, als ob sich die göttliche Schechina herabgelassen. . . Auch beim Jngendgottesdienste am Sabbat Schiro gedachten die meisten Exortan teii Snlzer» im Angesichte der Ktndersch rar, als Huldigung an dem Schöp fer der „Dlickoim." (Veilchen), ivelche er für den Jugengottesdienst komponierte. Besonders interessant waren die Ansführnngen des im I. Bezirk Vortragenden Professors I ispektor M. Kanitz, welcher in getstoollster Weise in warmen Worten das Genie Snlzers hervorhob und seine Verdienste feierte. Im Tempel des III. Bezirkes legte Rabbiner Dr. Abeles den Kindern es ans Herz, die Gesänge Snlzers, die sie von Jugend an im Gottesdienste gehört, zu pflegen, deiin ans dem Munde der Kinder ertönt Gottes Macht! Auch in Hohenems, der Heimat Snlzers, hielt Rabbiner Hauser eine Gedenkrede, wo er daraus hinwies, daß Snlzer schon als 18jähriger Jüngling in Hohenems wirkte, daß in der heiligen Lade die Tora der alten Familie Snlzer sich befinde, das Harinonium im Tempel zu Hohenems eine Spende Salomon Snlzers ist und daß er seine „8a!iir Zion" zuerst seiner Heimatsgemeinde widmete. Durch Snlzer sei der Name „Hohenems" als dessen Heimatsort, allen israelitischen Kirltusgemeiildeii bekannt. Auch in Innsbruck, Bozen und Meran wurde in Gedenkreden des Meisters gedacht. E. F. Wien. (Todesfall.) Am 11. d. M. wurde die Oberkantorswitwe Frau Berta S ch o c an der Seite ihres ihr vor Jahresfrist im Tode vorangegangenen Gatten, des rühmlichst bekannten Oberkantors Mayer Schor, am Wiener Zentralfriedhofe bestattet. Herr Rabbiner Dr. I. M. Bach hielt der Verewigten, ihre besondere Frömmigkeit, ihre Liebe zur Familie und ihren Wohltätigkeitstrieb hervorhebend, einen würdigen Nachruf und Herr Oberkantor Morgenstern sang so gefühlvoll, daß kein Auge tränenleer blieb. Ehre ihrem Andenken und Trost werde ihren wackeren Söhnen zuteil, die fast alle ins Feld gezogen sind und nun den H ngang ihrer guten, aufopferungsvollen Mutter betrauern. Unter den Trinergästen bemerkte man den Vorstand des Tempelvereinev „Beth-Jisrael", sowie den Präsidenteii des „Oesterr.-- nngar. Kantorenvereines Oberkantor Bauer, Oberkantor Baffer, Oberkantor Kaufmann und Jurberger. Am Grabe rezitierte im Namen des Kantorenvereines Oberkantor Baffer in erhebender Weise das „El nrols rachamim". K «. k Feldkurateu erhalten die schönsten und billigsten Uiiiforinen in der bekannten Uiiiformierungsanstalt Rudolf G oldste in, Wien, II. Taborstraße 54. Wie«. (XI. Generalversammlung des Tempelvereines des XIII. Bezirkes der Stadt Wie it.) Die sehr gut besuchte Generalversammlung fand am 10. Feber unter dem Vorsitze des Direktors Dr. Salomon Krenberger statt. Als Vertreter des Knltnsvorstandes war Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Jakob Engel erschienen. Außerdem begrüßte man als Ehrengäste Rabbiner Doktor Taglicht nnd den Präsidenten des Tempelvrreiues Wiede n-M a r g a r e t e n, Herrn Adolf H o f m a u n. Ihr Fernbleiben ' entschuldigten die Herren kaiserlichen Räte Dr. Theodor Lieben und Sigmund K a u d e r s, Rabbiner Professor H. L. Reich und Bezirksöbinaun

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