Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 8 (19.2.1915)
- Date
- 1915-02-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3062972-3063862-3063870--09464-3076718- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 8. Die Wahrheit Seile 7. Samuel M v h r.-Während das Jahr 1914 in de» erste» sechs Monaten für ijeit - . äußerst ^ersprießlich war, indem er die Besetzung des Gemeinderabbinats mit dem erwünschte» Herrn Dr. Tag licht brachte und die Subvention des Tempelbaues durch den Kulcusvorstand mit einer bedeutende» Summe ergab, war das folgende Halbjahr durch die kriegerischen Ereignisse i» Fortschritt-» des Baues und iu den Frage» der Regelung des Jilgendgokresdieustes und des Religionsunterrichres gehemmr. Aber es besl-hi die. Hoffnung, daß enr baldiger, rühiureicher Friede auch alle Fragen glücklich lösen wird. Diesen Hoffnungen schloß sich eine begeisterte Huldigung für unseren allgeliebten Monarchen an, dem wir:allemit Freude Gut und Blut opfern. Dank und Anerkennung um das Gelingen der oben genannten wichtigen Angelegenheiten, Bausübvent'vn, Rabbinat, haben verdient die Herren Kulcusvorsteher Dr. Jakob Engel, und Max Zir.ner nnd Vereinsvorstandsmitglied Isidor B e r n f e l d, nicht minder Herr Obmann Adolf H o s f in a n n nnd alle jene Freunde des Hietzinger Teulpelvereines im Kulcusvorstand und bei den Vertrau,-lismaililer», welche unsere Bitten tatkräftig unterstützten. Herr Kulcusvorstand Dr. Jakob Engel dankte im eigenen und im Namen des ehrwürdigen Präsidenten des Killtnsvoistandes Dr. Alfred Stern für die Begrüßung . durch den Verein und d ssen rege Tätigkeit, im Jnleresie des Zudentnins und versprach, stets ecn warmer Freund des Vereines zu, bleiben. Die Worte des geistvollen und gewandten Redners fanden lebhastestelen Beifall. Nicht minder die unseres. Kollege», des Kultusvorstandes Max. Z i r n e r, der die gewiß sichere und baldlge.Ersnllu.ng unserer .Wünsche in Aussicht stellte. Auch Herr Ohucaun Adolf H.ofm ann begegnete durch seine, gütigen n»d kernigen Worce allgemeiner. Znstiuimung, als er.den,Zuiammeuschlnß der Tempelvereme für notwendig nnd ersprießlich erklärte. Eine lebhafte Debatte entwickelte sich wegen Regelung des Jugend,gottesdienstes, im allgemeinen und der Lyzealschülerinnen im besonderen'nnd daran nahmei» besonders teil der Herr Rabvmer Dr. T a g l.i ch r, die Herren Fabrikant Adolf Enge l, Dir. S. F e l d b.a n e r, Advokat Dr. P i s k, Prokurist Gustav J,a c v b und der Vorsitzend-'. Es war eure Kultusdebatte, die aicch sicher zu guten Taten führen wird. Unter bestem Dank an die Tempelvocstände Hermauil K u n e r, Leopold G o l d u e r und Adolf Huppert und vor allem au Herrn Dir. Dr. S. K r e n b e r g e r, wie den Kassier Herrn Samuel H o s f m a n u und den Schriftführer Herrn Gustav Jacob schloß die sehr anregende Geiieralveisamiulnng. Wien. (Generalversammlung des Döblinger T e m p e l v e r e i n e s). Die diesjährige Generalverjammlnng des Döblinger Teulpelvereines fand trotz der Ungunst der Zeiten unter reger Beteiligung statt. Namens der Knlrusgemeinde war Herr Vorsteher , H v f s in a n n ans Währing erschienen, sür beit Döblinger Frauenverein die Vorstandsdameir Dr. Kahn nnd S t e r u l i ch t, weiters wohnten der Bersaininlniig bei der Beremsprediger Herr Dr. F r a n k f n r t e r, Herr Direktor Hel l e r vom Blinden-Justltnt. Ehrenmitglied Herr Engel von I a n o ß y, Herr Inspektor Schulrat Kanitz ii. A. ni. Nach Elsiallnng des Rechenichaftsberichtes seitens des Obmann-Stellvertreters Lion wurde dem Borstande für besten Geschäftsführung mit Dank das Absolntorinm erteilt. Die Neuwahlen ergaben nachstehende Bereinsleitung: Obmann Moriz Müller, Obmann-Stellvertreter Rudolf Lion, Tempel-Vorsteher Simon P h i l i p v, Schrijlsührer Dr. Jakob K v h n, Kassier Einannel K o h n, ferner Ludwig P e t a r e f, Max Beck, Jakob B a l i n c und Ludwig Spira; in den weiteren Vorstand wurden wiederbeziehungsweise nengewählt nachstehende Herren: Bela F r a n k l, Paul von Fischer, Herman König, Heinrich Ledere r, D. M a n h e i m e r David M ü l l e r und Lnuis Zern e r. Wien. (I v s e f st ä d t e r T e m p e l b a n v e r e i »). Am 14. Februar d. I. fand m den Räumen des Jvsesstädter Teinpelgebändes die ordentliche Geueralversamnilnng des Tempeibanveieines des VIII. Bezirkes der Sladt Wien, VIII, Nendeggergasse 12, statt. Der Präses kais. Rat Alberc Frankl eröffnete die Sitziuig und begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste, insbesondere aber den Vertreter der Kultnsgemeinde Vorstandsiuilglied Herrn S. B r o d, den Vereinsrabbiner Sr. Ehrwürden Herrn Dr. B a u e r imb den Delegierten des Teulpelvereines im XIII. Bezirk, Herrn I. B e r n s e l b. Der Schriftführer Dr. Sig. Goldberger verliest den Geschäftsbericht, hebt hervor das Wirken des Vereines hinsichtlich des Gottesdienstes, der in bekannter Weise bei sehr zahlreicher Beteiligung Andächtiger (darunter galizische Flüchtlinge nnd Militär) in solenner Weise abgehalten wird,- ebenso hinsichtlich des Unterrichtes der Jugend ui der Ursprache unserer Väter in seiner Bibelschule. Er weist bei dieser Gelegenheit auf die unzureichende Subvention hin, die der Verein von der Kultnsgemeinde erhält, schon ui Anbetracht auf die zu zahlenden Amoitifationszittsen, die fast die ganze Subvention in Anspruch nehmen, ferner auf die geringeren Einnahmen an Trannngsgebühren und für Tempelsitze, während die Anforderungen infolge der kriegerischen Zustände viel höher als im Vorjahre sind. Er bittet den Vertreter der Killcusgemeinde Herrn B r o d um seine Intervention, die gewiß erfolgreich sein dürfte, nmiomehr wenn die Kultnsgemeinde berücksichtigen wird, die Spenden, die der Verein sowohl an die Kultus» gemeinde für das Kriegshilfswerk als auch an zahlreiche Wohltätigkeits- Vereine sür ansschließlich jüdische galizische Flüchtlinge nnverküczt ansbezahlt hat.. Der Vertreter der Kultnsgemeinde Herr Brod anerkennt die hervorragenden Leistungen des Jvsefstädter Tempelbanvereiues und seines, Vorstandes, hebt auch besonders die Tätigkeit seines Präses kais. Rat Albert Frankl hervor und verspricht, die vorgebrachten Wünsche bei der Kultnsgemeinde befürworten zu wollen. Bon der Verlesung des Kastaberichres wird Umgang genommen und dem Ausschuß ans Antrag der Revisoren das Absolntorinm erteilt. Bei den vorgenommenen Wahlen wurden die ansscheidenden Anssctmßm:lglceder die Herren: Architekt Leopold Fuchs, Adolf Getreuer, Gabor Rosenseld nnd Samuel Sidon wieder-, die Herren Wiliielm Freund nnd Gustav König neugewahlt, ferner als Revisoren die Herren I g. Barany, Salomon Bauer und Hermann Stern wiedergewählr. Der Vorsitzende dankt de» Anwesenden für ihr Erscheinen, unterläßt es auch nicht die derzeitigen Kriegsereign sie zu erwähnen, die leider sür unser Reich w viele Opfer fordern, an unsere tapferen Krieger und auch au uns in materieller Beziehung. Unsere Glanbensbrnder sind daran sehr beteiligt und was sie au Gur und Blur und in hnmanitärer Beziehung leisten, ist der vollsten Würdigung und Anerkennung wert. Der Vorsitzende gibt schließlich der Erwartung Ausdruck, daß wir aus diesem Kriege siegreich hervorgeheu werden und mit einer Ovation für unseren geliebten Kaiser schließt er die Versammlung. Laden. (T r a u e r g o t r e s d l e n st.) Sonntag, den 21. d., 5 Uhr abends, sinder im Gotteshanse der israelitischen Kultusaememde Baden ein Tranergottesdienst mit Predigt sür unsere im Kriege gefallenen Soldaten starr. , Znaim. (W o h l r ä t i g k e i t s a k a d em i e.) Die Montag mt Stadttealec zugunsten der im Felde erblindeten Soldaten und der Flüchtlinge ans Gal-zien und der Bukowina statcgesmtdene Wohlläugkeitsakademie unter Leitung der Frau Pros. Helene K a h a n »ahm einen glänzenden Verlaus. Gleich zu Beginn fesselte Frl. Elly Mayer mit einem selbstoerfaßten Prolog, in dem sie mit in den Rahme» des Abends pasienden Worten den Zweck der Veranstaltung ichilderte, die Aufmerkjamkeir des Publikums und der reiche Beifall galt ebenso der Autorin, wie der rhetorischen Glanzleistung. Das reichhaltige Konzertprogramm bestritt b:e Musikkapelle unseres Hansregimenles unter der Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Richard Hnnyaczek mit einer Reihe musikalisch schöner Nummern, die exakt nnd gediegen zum Vorträge gelangten. Der verdienstvolle Kapelllneister wurde durch einen mächtigen mir schwarzgelben Schleifen geziercen Lorbeerkraicz geehrt. Fra» Pros. Kahan erntete mit dem Vortrage mehrerer Arten und Lieder, die mit feinem Geschmack ansgewählt waren, großen Beifall nnd zwar gestel namentlich dir dezente Art ihrer Vvrtragsknnst, die ihr musikpädagogisches Talent verriet. Den Glanzpunkt des genußreichen Abends bildete die kleine Mor.ni, ein Kind noch, aber schon eine V>ol>nvirtuosin von Rang, eine Schülerin Pros. S ch efzi ks. Sie brachte Pagaultti und L-arasate mit verblüffender Technik zu Gehör und mußte sich der nicht endenwollendem Beifall des Publikums immer wieder zu Zugaben entschließen. Am Klavier machten sich Frau Ä. F a b i a it und die Schwester der kleinen Morini verdient. Das küilstlerisch vielversprechende Programm har der guten Sache ein vollkommen ansverkausres Hans -gebracht und dürire daher ein namhafter Betrag den gewidmeten Zwecken zngesi'chrt werden können. Frau Pros. Kahan sei sür den genußreichen Abend nochmals herzlichster Dank gezollc. Aufruf l Svldaicn tut Felde, Verwundere, Flüchtlinge verlangen sorlwähreud Tefillin, Talis. Bet- und andere hebräische Bücher. Die Knltnsgemeinde und Schifiichnl leisten das Möglichste, könueu aber nicht genügen. Wer solche Ritualien entbehren kann, wolle selbe gütigst an mich senden, oder mich verständigen, daß ich solche holen lassen kann. W v l f-P a p p e u h e i in, II., Kl. Psargasse 1. Jüdische Bühne. Direktion M. Siegle r, Regie L e r e S c',u, Hotel Stefanie) II, Taborstr-iße 12. Freitag, den 19. Feber „Das 1V. Gebot." Samstag, den 20. Feber Wohlrängkeirsvorstellnug zu Gunsten des Vereines „Machsika Hadas" „Blümele". Sonntag, den 21. Feber nachmittags: „Der Battlen." Sonntag, den 21. nud Monrag. den 22. Feber „Samson." Dienstag, den 23. Feber. „Die Tochter Jerusalems" von Wollschal. Mittwoch den 24. Feber: „Kol Nldre". Donnerstag, den 25. Fever: Gordm-Adend „Der Unbekannre." B ermißt e. David Eigen aus Brzeszauy. derzeit als Flnchiluig in Kvrinchan, sucht seine Garn» namens Leicze svwie seine Kinder Salamon (15 Jahre), Chaim (8 Jahre), Esther (6 Jahre). Taube (2 Jahre). Mitteilungen werden erbeten an David Eigen, Koritschan, Mähren. Mohlliiligkeitsaktio» des Oefterr. »mg. Kantorenvcreines iu Wien. Infolge des Krieges befindet sich hier eine Anzahl Kantoren samt Familien als Flüchtlinge, weiche, ihrer Existenz beraubt, der größten Not preisgegebeu sind. Der Vorstand des Oesterr.-nng. Kanwrenvereiues appelliert daher, als der b e r n f e n e Vertreter des Ka » t o r e u st a » d e s, an das edle, echt jüdische Herz unserer Glanbensbrüder und bittet dieselben, für diese Unglücklichen, welche schon mit