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Die Wahrheit · 1915-01-29 · Heft 5 (29.1.1915) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 5 (29.1.1915)
Date
1915-01-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Die Wahrheit Nr. 5. russischen Machtpolitik und der zarischeu Despotie degradieren. Die große Kriegsbegeisterung in Deutschland und Oesterreich- Ungarn für diesen allschädigenden Weltkrieg wurde eben dadurch entfacht, weil er sich gegen die Uebermacht des moskowitischen Tyrannen richtete. Die deutsche Bürgerschaft sieht in diejem Kriege den endlichen Entscheidnngskampf um die Hegemonie in Europa zwischen Deutschen und Slaven und die patriotischen österreichisch-ungarischer! Staatsbürger erblichen in diesem Riesenkampse ein endgiltiges, die Entscheidung bringendes Ringen gegen den seit vielen Jahrzehnten schon gehässigen und arglistigen östlichen Nachbar, der alle ihre bereits errungenen Volks- und Bürgerrechte nach seiner barbarischen Manier zu vernichten droht. Die Arbeiterschaft und Jndenschaft nicht nur Deutschlands und Oesterreich-Ungarns sieht aber in diesem gigantischen Kriege die langersehnte Gelegenheit, mit dem modernen Tyrannen und Mörder aller Menschenrechte endlich fürchterlich abznrechnen. So lange der frechbarbarische Zarismus in Rußland nicht gebrochen ist, ist ein solcher Friesen mit Rußland u nmöglich, denn er Verstöße in Deutschland und Oesterreich- Ungarn gegen die heiligsten Interessen der Ueberzahl seiner Völker. Eher wäre ein Teilfriede mit dem französischen Gegner möglich, wenn derselbe endlich die rettende Konsequenz ans' seinen in diesem entsetzlichen Weltkriege erlebten gräßlichen Enttäuschungen zöge, die ihm seine Bundesgenossen bereiteten. Die russischen Heere haben Frankreich nicht entlastet und die Bundestrene des Zaren wird eben durch die besprochenen Teilfriedeusvorschläge trefflich beleuchtet. Die frechen, großmäuligen britischen Versicherungen von der noch bevorstehenden jahrelangen Dauer dieses blutigen und für den ganzen europäischen Kontinent verderblichen Krieges sind wohl auch nicht geeignet, die Treue und Ausdauer ihres französischen Bundesgenossen zu erhöhet? und zu festiget?. Schon die Sprengung der Entente gegen Rußland und England wäre für die mitteleuropäischen Bnndesgenossen in diesem Momente vori uugeheurem Vorteile und das Deutsche Reich könnte heute ohne Schaden gegenüber feinem tapferen, schwer ringenden französischen Nachbar großmütig sein, wenn es ihn dadurch von der unnatürlichen Verbindung mit den barbarischen Russen befreien könnte. Rußland und England würden dann wohl bald die Fortsetzung dieses greulichett Weltkrieges anfgeben und sich bequemen, einem Friedensschlüsse zuznstimmen, der Deutschland und Oesterreich- Ungarn genehm wäre und eine lange, segensreiche Friedens- Periode einleiten könnte. Hoffen mir, daß der Weltkrieg, der an Furchtbarkeit alle früheren Kriege weit übertrifft, seinen Höhepunkt bereits überschritten habe, aber Rußland muß in diesem Kriege gedemntigt werden, die Krallen des russischen Bären müssen stumpf gemacht und gegen künftige moskowitische Barbareien, die ganz Europa die Schamröte ins Gesicht treiben, müssen in einem entsprechenden Friedensschlnffe wirksame Garantien geschaffen werden, sonst ist das viele Menscheublut vergeblich geflossen, sonst ist der Untergang der Freiheit und Kultur in Europa nicht endgiltig verhindert, sonst ist auch dieser entsetzliche Weltkrieg nicht der letzte gewesen! R. L. Der Anteil der Inden am Kriege. Im „Neuen Wiener Journal" veröffentlicht Oskar Linden folgenden Artikel über den Anteil der Inden im gegenwärtigen Kriege: Der Anteil der Inden in dem gegenwärtigen Kriege ist ein bedeutend größerer und erweiterter, als in allen bisher vorangegangenen Konflikten zwischen den Völkern. Die allgemeine Wehrpflicht im Deutschen Reiche wie in Oesterreich- Ungarn hat die Einwohner mosaischen Glaubens beider Länder zum Dienste mit der Waffe herangezogen und auch in Frankreich, Rußland und Serbien tun Inden Felddieust. Zn den genannten Ländern stehen schätzungsweise in der Front, und zwar in Rußland 300.000, in Oesterreich- Ungarn 150.000, in Dentschlaitd 100.000, in Frankreich 30.000, in England 5.000 und in Belgien 1.000, während Serbien etwa 700 Inden unter seinen Soldaten zählt. Die vorteilhafteste Stellung nimmt der jüdische Soldat in Oesterreich- Ungarn, die schlechteste in Rußland ein. Von den 150.000 Inden im österreichisch-nngarischen Heere sind fast mehr als 40 Prozent in Unteroffiziers- und Osfizierschargen aktiv und. in der Reserve und von diesen ungefähr wieder 10 Prozent in Stabsoffiziers- und höherem Range, darunter zwei Generale in kommandierender Stellung. Von den im dentschell Heere stehenden 100.000 Inden werden annähernd 15 Prozent im Dienste als Unteroffiziere, Feldwebel, Feldwebellentnante und Offiziersstellvertreter im Felde stehen. An Offizieren jüdischen Glaubens dient im Heere der Deutschen etwa 1 Prozent der gesamten in das Feld bernfenen Jndenschaft. Frankreich dürfte, wie Oesterreich-Ungarn, an 40 Prozent seiner Jitden als Unteroffiziere und Offiziere im Felde stehen haben. In Serbien sind fast alle Inden als Unteroffiziere in das Feld gerückt. Von den in der Armee des Zaren dienenden Inden gehören fastmehr als90Prozent deinMannfchaftss1ande und die übrigen den Korporalschafte» an. Sie dienten bisher fast alle als Kanonenfutter und wurden bei allen stattgefnndenen Zusammenstößen mit den dentscheil und österreichisch-nngarischen Korps in die Feuerlinie gestellt und zum Teil auch znm Vorgehen durch die Revolver der Offiziere und die Gewehre ihrer Kameraden gezwungen, wobei das Blntopfer nicht zu gering zu schätzen ist. Nichtsdestoweniger hat der Großrabbiner des Zarenreiches ' dessen Beherrscher 16.000 Rttbel für die russischen Soldaten überreicht! Auch die Blntopfer der jüdischen Soldaten in den beiden verbündeten Staaten sind ganz besonders starke und zeugen von einem aufopfernden Patriotismus der jüdischen Soldaten in beiden Neichen, so daß in Deutschland ein große Anzahl derselben mit dem Eisernen Kreuze und in Oesterreich- Ungarn mit goldenen und silbernen Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet wurden. Das israelitische Element in diesem Kriege hat also militärisch einen Anteil, den, unparteiisch genommen, niemand leugnen kann und nur engherzige Anschauung kann den jüdischen Soldaten und Offizieren den Ruhm tapferer und anfopfernngsvoller Krieger wegnehmen. Von diesen schönen militärischen Tilgenden sprechen in den Listen der Verbündeten die vielen an Inden verliehenen Auszeichnungen und die — Lazarette eine sehr beredte Sprache. Aber auch noch auf anderem Gebiete haben im Weltkriege 1914 die Inden Ihren Anteil. In erster Linie an den Zeichnungen der Kriegsanleihe in Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Die Großbankiere Bleichröder und Rothschild zeichneten außer der bereits erlegten Wehrsteuer Millionen, ihnen folgten der jüdische Großhandel, die jüdische Geschäftswelt aller Branchen und die zahlreichen unter Leitung von israelitischen Direktoren stehenden Banken und Aktiengesellschaften, die durchweg bedeutende Beträge für die Kriegsanleihen der verbündeten Mächte leisteten. Die Summen, welche das jüdische Privatvermögen dem Roten Kreuz zuwenden wird, sie werden einige Millionen erreichen, ungezählt jener vielen Liebesgaben, die der Großhandel jüdischen Glaubens im Osten und Westen unseren Tapferen znwandte. Es macht diese Gabe eine Summe ans, die ihrem Zwecke nach auch nur nach Millionen berechnet werden kann. Dazu kommt noch die jüdische Charitas und ihre Tätigkeit. Die von Bleichröder und Rothschild ausgestatteten und von ihnen in den barmherzigen und menschenfreundlichen Dienst gestellten Sanitätszüge samt Aerzten. Mannschaften und Krankenschwestern zeigen den großen Anteil, welchen die Inden an dem augenblicklichen Kriege nehmen. Ferner die unzähligen Aerzte des israelitischen Glaubens, die teils als aktive Militär-, teils als Zivilärzte im Felde stehen oder ihre Dienste in den Lazaretten tun.

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