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Die Wahrheit · 1914-09-29 · Heft 37 (29.9.1914) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 37 (29.9.1914)
Date
1914-09-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 37. Die Wahrheit Seite?. ö'eit'tfaiVfnö'Säschöinaj-fmvmesapriin^kawod sl, die Himmel erzMeil von der Herrlichkeit Gottes, und voll Hände Wer! predigt die Himmelsveste. Von einem Tage zum ailderen strömt ans das Wort und .von einer Nacht zur anderen ströuit aus die Lehre. Durch gründliche Thorakenntnis gelangt man zur. Gotteserkenntnis,, wer einmal Gott erkannt hat, verbengt sich in tiefer Ehrfurcht vor ihm, denn ehrfürchten heißt, sich den Anordnungen und Befehlen desjenigen, den man Ehrfurcht zn zollen verpflichtet ist. bereitwillig zu fügen. Ein .Spruch unserer Weisen lautet: „Alles was Gott geschaffen hat, hat er geschaffen zu feines Namens Ehre; denn es steht geschrieben": (Jesaia 43) „Wer sich uennr nach meinem Namen, den habe ich zu meiner Ehre geschaffen, gebildet und geluncht." (Sp, der Väter 6. 11.) Das heißt mit arideren Worten, die herrlichen und erhabenen Werke, die Gott geschaffen, geben dem vernünftigen Menschen Anlaß, den Meister derselben zu bewundern, zu verehren und zu feiern und feine Gebotesstreng zn beobachten, wodurch das Heil und Wohl der Menschen gefördert werden kann. Ja, durch gründliche Thorakenntnis gelangt man zrrr wahren Gotteserkenntnis, die die Hauptsänlei bildet, auf der die sittliche Weltordnung beruht. „Gleich bei der Schöpfung," so bemerken unsere /Weisen (Sabbath 31.) „habe Gott mit Himmel und Erde so gesprochen: „Ihr seid von mir nur bedingungsweise geschaffen, die Bedingung von der euer Fortbestand abhängt, ist, daß Israel die Thora annimmt, durch deren Kenntnis die Welt erhalten werden kann, verweigert aber Israel die Annahme der Thora, am. maobsir escbem letobu wöbobu, so fallet ihr in Trümmer und das Tobo-wabobu tritt wieder an eure Stelle." Diese hier ausgesprochenen Gedanken findet man sowohl in der Thora als in den Psalmen ansgedrückt. Moses rief in seinen letzten Reden Israel zn: „Und nun, Israel! Was verlangte denn der Ewige dein Gott von dir, als daß du vom ganzen Herzen und ganzer Seele vor dem Ewigen deinem Gotte Ehrfurcht habest, und diese bezeigst du dadurch, daß dll Wege, die er dir vorgezeichnet, einschlägst, ihn liebest und ihni dienst mit ganzem Herzell und ganzer Seele, d. h. die Gebote'und Gesetze, die er dir gegeben, streng zu beachten letow Io ob, damit dadurch d e i n He il und Wohl gefördert werde. Siehe! die Himniel und aller Himmel Himmel, die Erde, und alles was darauf ist, ist des Ewigen Gottes." D. h. diese göttlichen Meisterwerke sind geeiguet, wenn du sie genau betrachtest und bewunderst, in deinem Herzen die Ehrfurcht vor Gott zn erwecken, alle seine Gebote zu beobachten und das Wohl der Menschheit nach jeder Richtung hin zu fördern. Auch im achten Psalm wird dieses Thema behandelt: „Ewiger unser. Herr! wie mächtig ist dein Name aus der ganzen Erde, da du durch dein Schöpfnngswerk (Himmel) den Glanz deiner Majestät erstrahlen läßt. Aus dem Munde der Jugend) die frühzeitig mit den Grnndlehren der Thora vertrant gemacht wird, wird deine Macht befestigt, um deine Feinde und Rachgierigen uiederschmettern zu. können. Wenn ich deine Himmel, wie überhaupt das ganze Schöpfnngswerk, das du geschaffen näher betrachte, so denke ich mir mo enoscb M siskerenn. Wie sehr ist doch der Mensch von dir besonders bevorzugt, ausgezeichnet, begnadet, nnd reich begabt worden! Du hast ihn ja den Engeln wenig uachgesetzt, mit Ehre und Ruhm gekrönt. Du läßt ihn dein ganzes Reich auf Erden beherrschen, alles hast bn ihm zu Füßen gelegt, alle, möglichen Tiere, die Vögel in der Luft nnd die Fische im Wasser, er bahnt sich Straßen dirrch die Meere. Ewiger, unser Herr, wie mächtig ist dein Name auf Erden." Wenn nun die Thora, die der Menschheit durch Israel am Sinai verliehen wurde — so hören wir sagen —allein geeignet ist das Heil und Wohl der Menschen zn fördern, warum also haben die Mächtigen aller Zeiten gerade auf bas kleine, Völkchen Israel' abgesehen es zn vernichten? Diese Frage ist nicht schwer zn beantworten. In der Thora Gottes wird jede Menschbedrücknng und. Menschenverfolgnng,' jeder Despotismus und Barbarismus als Laster bezeichnet und nur Freiheit, Gleichheit, Menschenliebe und Menschenverbrüdernng, wie überhaupt Friede und Eintracht gelehrt nnd gepredigt. Daß solche humane Lehren nicht dem Geschmacke der Despoten nnd Tyrannen entsprechen können, ist wohl selbstverständlich und leicht begreiflich. Als Moses vor Pharao erschien und ihn im Namen des Ewigeir aufforderte die geknechteten Israeliten in die Wüste ziehen zn lassen, um dort einem Gottesdienste anwohnen zn können, entgegnete mit Entrüstung der Despot: „Wer ist Adonai, dessen Stimme ich gehorchen soll, der es überhaupt verlangt und wünscht, daß die Arbeiter dem Müßiggänge fröhnen, einen beschaulichen Lebenswandel führen und die schöne kostbare Zeit mit der Verrichtung religiöser Funktionen vergeuden sollen? Ich kenne keinen solchen Gott! Das Gold ist unser Gott und das Erwerben des Goldes nennen wir Gottesdienst. Ihr aber. Moses nnd Ahron, seid Aufwiegler. Sozialisteu, Demokraten. Ihr wollt eine Arbeiterbewegung Hervorrufen, die Arbeiter verhetzen, damit sie weniger arbeiten, dafür aber einen größeren Lohn beanspruchen. Heu rabbim atto am boorez webischbattem osom. Ich bin ganz glücklich, daß das Arbeitervolk, jetzt überhand nimmt, daß die Arbeiter mit Lust nnd Liebe an ihr Werk gehen nnd ihr wollt sie mir verhetzen. Das geht doch wohl nicht an! Ticbbad boaboda al hoanoscbim. Die Arbeit muß den Leuten schwer gemacht werden, damit sie vollauf beschäftigt sind, und nicht Zeit und Muße gewinnen sich mit Freiheitsgedanken zn befassen, denn ein freiheitsliebendes aufgeklärtes Volk läßt sich nicht streng — d. h. despotisch — regieren." Diese Pharaonischen Prinzipien haben sich dann die Despoten aller Zeiten zneigen gemacht und alle möglichen Mittel angewandt, um das ihnen so sehr verhaßte freiheitsliebende Israel vernichten zu können, was ihuen aber Dank dem Hüter Israels nicht gelingen konnte. In spätester Zukunft jedoch, bemerkt R. Lewi, wird Gogmagog auf dem Plan erscheinen und sich über die Methode, die seine Vorgänger bezüglich der Vernichtung des Judentums gebrauchte, in abfälliger Weise äußern: „Sie alle waren Narren, denn sie wollten Israel vernichten und dachten nicht, daß dieses Volk unbesiegbar sei, weil es in dem Schöpfer des Himmels einen mächtigen Beschützer hat. Patron, baschomajim. Ich werde daher ganz anders Vorgehen. Ich bin nämlich fest entschlossen den Schöpfer des Weltgebändes dadurch zu bekämpfen, daß ich sein großes Kunstwerk, das bisher den Israeliten nnd den liberalen Völkern und Fürsten Anlaß gab, einen Meister zn feiern, zu verehren, zerstören werde. Ich stecke nämlich die ganze Welt erbarmungslos in Brand und in kürzester Zeit wird das ganze Gebäude in seinen Grundfesten erschüttert, der Liberalismus und jede Kultur zerstört und der große Meister besiegt sein. Habe ich einmal den Patron besiegt, so wird es mir ein Leichtes sein, als mächtiger Autokrat dieses Völkchen Israel niederringen zu können". Nun aber wird die höhere Stimme rufen: Roscho, du törichter Tyrann, mich willst du bekämpfen? Bei deinem Leben! Ich selber ziehe gegen dich in den Kampf und du wirst trotz deiner vielen Millionen Sklaven, die du, um deine Herrsch- und Eroberungssucht befriedigen zu können, zur Schlachtbank zu führen bereit bist, von denen, die du vernichten willst, überwältigt werden. Dr. Fr. Verschiedene Uachrichten. Wien. (Dr. Richard Grün selb.) Oberarzt Dr. Richard Leo G r ü ii f e l d. ein Sohn der Präsidentin des „Ferienheim", Frau Sofie Grünseld. ist den Folgeerscheinungen einer Dysenterie, die er sich in Ausübung fernes milrtärrschen Dienstes zugezogen hatte, in Göding während des Transportes nach Wien erlegen. In dem Dahingeschiedenen verliert nicht nur seine Familie einen teuren Angehörigen, sondern auch seine Freunde einen treuen Kameraden, seine Patienten, die Armen, denen sein Ordinationszimmer stets offen stand, einen wahren Freund, einen Mann, ans den Nothnagels Wort vom guten Arzte, der in erster Linie ein guter Mensch sein muffe, wie geprägt war. Dr. Grünseld hat sich schon als Student hervorragend bei Gründung des Medizinischen Unterstütznngsvereines betätigt. Seit einer Reihe von Jahren

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