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Die Wahrheit · 1914-09-18 · Heft 36 (18.9.1914) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 36 (18.9.1914)
Date
1914-09-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Nr. 36. Die Wahrheit bildeten HäüshertM können übrigens nichtsin den Himmel, wachsen und die wenigen iKriegswochen haben bereits über--/ große MietZPreistz ebenso unmöglich gemacht, als die allgemeine Einschränkung der Lebensführung die Lebensmittelpreise regelt. Die große heroische Zeit hat auch in der großen-Mehrzahl der Menschen heroischen Opfermut ausgelöst und wer nicht abgrundtief rückständig ist, setzt sein kleines Ich der großen Masse nicht als das Wichtigste mehr entgegen, sondern füolt sich als Stäubchen in der großen Vereinigung. Unzweifelhaft hat aber dieser Weltkrieg leider dargetan, daß der Nationalismus den Humanismus noch beherrscht. Wie wäre es sonst möglich, daß die I u t e r n a t i onalität der Sozialdemokratie durch den Weltkrieg derart gründlich z e r st ö r t wurde, wie dies jüngst zu Tage trat? Wie könnte mau sonst die tenstischen, nationalen Orgien erklären, welche die hochkultivierte belgische Nation der Welt bot? Freilich ist auch die tiefste Korruption dabei im Spiele gewesen und der „russische Rubel" hat in Ostgalizien unzweifelhaft mehr „Russophilen" geschaffen, als der Panslavismns, wie sich der Moskowitismus gerne nennt. Viele bedauerliche Verwilderungen der gegenwärtigen Kriegsführnng haben unstreitig auch die korrupte und verlogene Presse aller Staaten und der militärische Uebermnt am Gewissen. Gegen die verlogene Auslandspresse mußte sich bekanntlich der deutsche Kaiser an den nordamerikanischen Präsidenten Wilson wenden und der Soldatenübermnt des reichsdeutschen Lemenants Forstner zeitigte nun im Elsaß bittere Früchte, so wie die österreichischen Agrarier und nationalen Kriegshetzer den Haß in Serbien lichterloh schürten. Dieser beispiellose Weltkrieg wird in seinem Verlaufe noch viele beklagenswerte Folgen begangener Sünden zutage fördern und ein derber aber eindringlicher Lehrmeister für die Zukunft werden! Gar manche bis zur Gegenwart geübte Regiernngsmaßnahmen werden als zweckwidrig und schädlich erkannt und verworfen werden! Die Wahrheit wird und mnß die dichten künstlichen Lügennebel wieder durchbrechen mH) mit Wut und Granen werden jene gewissenlosen Banditen zur Rechenschaft gezogen werden, die den Weltbrand vorsätzlich anqezüudet haben! Die unschuldigen gegeneinander gehetzten Völker müssen sich ja schließlich doch wieder als M e n s ch e n fühlen. Möge der allgewaltige und allgütige Welteuschöpfer und Lenker diesem gotteslästerlichen Massenmorde bald wieder ein Ziel setzen! Möge dieser Krieg der letzte sein und die altjüdische Messiasidee zur Wahrheit werden und wie es der Prophet Jesaija so schön zum Ansdrucke bringt, alle Völker einander als Brüder erkennen und Völkerverbrüderung und Friede ans Erden für immer eintreten! N. L. Der Weltbrand. Ernste Gedanken in ernster Zeit. „Wenn ihr in euerem Laude in einen Krieg zieht gegen euere Feinde, die euch bedrücken, so sollt ihr mit den Trompeten Lärm blasen, dadurch wird der Ewige euer Golt euerer bedacht sein und euch vom Tyrannen befreien. (4. M. 10.) Eine der mächtigsten und kräftigsten Säulen, auf welchen, nach dem Ausspruche unserer Weisen, die sittliche Weltordnnng beruht, ist der Friede. „R. Simon ben Gamliel sprach: Auf drei Dingen besteht die Welt: auf der Wahrheit, auf der Rechtspflege und auf dem Frieden! (Spr. der Väter 1. 10.)- Der Friede ist demnach das kostbarste Kleinod der Menschen, denn in den Kreisen, wo die Menschen im tiefsten Frieden leben, sich gegenseitig brüderlich behandeln, liebewoll umfassen, wo der Eine den innigsten aufrichtigsten und., lebhaftesten Anteil au dem Geschicke des Andern nimmt, wo der Reiche nicht mit Stolz und Verachtung auf den Armen und der Arme nicht auf den Reichen neidisch und mißgünstig blickt, können unmöglich Lüge und Ungerechtigkeit Raum finden, denn diese verabscheuenswerten Untugenden, oder richtiger Laster, sind, durchaus nicht geeignet den ^Frieden zu fördern, sondern, wielmehr Zwist Und Zwietracht hervorzurusen. Der echte und rechte Friede, dessen Begleiter „Wahrheit und Gerechtigkeit" sind, ist nur dort zu finden, wo der reine, geläuterte Gottesglänbe feste Wurzel in den Herzen der Menschen gefaßt. „Wenn ihr nach meinen Gesetzes wandelt, meine Gebote streng beobachtet, sollt ihr euch des blühendsten Wohlstandes erfreuen usw. Friede wird in euerem Lande, herrschen, so daß ihr „ungestört die Ruhe genießen werdet, ohne einen feindlichen Überfall befürchten zu müssen". (3. M. 26) Und wer beobachtet tatsächlich streng und gewissenschast, ohne Heuchelei und Frömmelei die Lehren, Vorschriften und Satzungen der göttlichen Religion, der Thora? Derjenige, der ans innerer Ueberzenguug unter allen Umständen und in allen Verhältnissen seines Lebens fest nnd unerschütterlich, au Gott glaubt, auf ihn vertrant, ihn ehrsürchtet, seinen großen Namen verherrlicht nnd feiert. „Und nun, Israel! was verlaitgt denn der Ewige dein Gott anders von dir, als daß du ihm Ehrfurcht bezeigest, und zwar dadurch, daß du stets den dir in der Thora vorgezeichneten Weg ein-" schlagest, ihn (Gott) liebest, ihm dienest mit ganzem Herzen und ganzer Seele, seine Vorschriften und Satzungen beobachtest, damit es dir wohl ergehe". (5. M. 10.) Ferner: „Den Ewigen deinen Gott sollt di: ehrfnrchten, ihm dienen, ihm treu anhänglich sein und bei seinem Namen schwören." (ibid.) — Mit einem Wort, der wahre ungetrübte Frieden ist die natürliche Folge der aufrichtigen ungehenchelten Gottesverehrnng. jnir'D vn In jener Zeit, da Gott, der Herr in Jeschurun als der Herr der Welt, als der König aller Könige, als Vater aller Menschen und Leuker aller Geschicke verehrt, gefeiert und gewürdigt wurde, als die Gläubigen von der festen Ueberzengnng durchdrungen waren, daß der himmlische Vater — der Urquell der Liebe, Wahrheit und.Gerechtigkeit — dessen Name Scholaum (*) und dessen Siegel Emes (2) lautet, in seinem väterlichen Wohlwollen, in seiner väterlichen Fürsorge für das ewige und zeitliche Heil nnd Wohl seiner Kinder es sehnlichst wünsche, daß sie ui Frieden und Eintracht zusammen leben nnd sich gegenseitig als Kinder eines Vaters brüderlich behandeln sollen, herrschte auch tatsächlich der tiefste Frieden in Israel, vn mn rpnrVQ So oft sich die Vertreter des Volkes versammelten, um zu beraten, welche Mittel angewendet werden müssen, das geistige und physische Heil und Wohl des Volkes nach jeder Richtung hin fördern zu könnnen, gab es keine Opposition, keinen Streit und Hader, keinen Zwist und keine Zerklüfttlng, ba-w ■'tantr ni-p sondern alle Stämme Israels waren eines Sinnes, eines Geistes und eines Herzens. Ja, die G o t t e s e r k e n n t n i s nnd wahre aufrichtige Go t t e s v e r e h r u n g fördern den wahren aufrichtigen Friedett. „"HUbol Bonajich limude Adonai sind alle deine Kinder frühzeitig in der Lehre Gottes gründlich unterrichtet nnd für den reinen geläuterten Gottesglanben begeistert worden, weraw Sclielom bonajich., dann werden sie in Frieden nnd Zufriedenheit leben nnd sich glücklich fühlen". „Friede, Friede dem Fernen wie den Nahen" spricht der Ewige, dann können alle krankhaften Zustände geheilt, überwältigt werden; denn dort, wo der ungetrübte Friede herrscht, ist nicht nur ein geistiger, sondern auch ein materieller Aufschwung leicht möglich, weil das, was dem Einen abgeht, sucht der Andere durch seine ihm innewohnenden Kräfte zu ersetzen. In Kreisen aber, wo die Menschen sich unausgesetzt beneiden, hassen, verdächtigen, verleumden, befehden und bekämpfen, kann von einer a n f r i ch t i g en Gottesverehrung und ungehenchelten Religiosität keine Rede sein, und eine Welt, die nicht ans Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden hält, hat keinen Halt und keine Stütze und muß gleich einem morschen, verfallenen Mauerwerk zusammenbrechen, zusammen - stürzen. , R. Elasar Hakapor sagte: „Neid, Genußsucht, Ehrgeiz und Herrschsucht bringen den Menschen aus der Welt" y M nnpn ibmn

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