Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 26 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 26. Die Wahrheit Seite 5 Galizien herrschenden Teuerung der Lehrerschaft neuerlich -eine Zuwendung von X 30.000 bewilligt. Ueberdies wurden auch an Lehrer, welche durch Krankheit und Todesfälle in Notlage geraten waren, Unterstützungen im Ansmaße von 9.983 X 90 h bewilligt. Auch wurden unverzinsliche Gehaltsvorschüsse gewährt, deren Gesamtsumme am Ende des Schuljahres 25.357 X betrug. Augesichts der erhöhten Verpflichtungen, welche der Stiftung durch das neue Peusiousversicherungsgesetz erwuchsen, hat sich das Kuratorium veranlaßt gesehen, bei dem Umstande, als die Lehrer von Beiträgen zum Pensiousfouds enthoben sind und durch Verehelichungen, Geburten, Gehaltserhöhungen, Quiuqnennalzulagen die Belastungen alljährlich steigen, in diesem Jahre dem Pensionsfonde 32.000 X gegen 28.146 X 65 h. im Vorjahre zuzuwendeu. An Guadengehalten wurden für jene Lehrer und Lehrerinnen, die keinen Anspruch auf Pension hatten, 7901X 61 h verausgabt. Für Persoualeinkommeustener, welche die Stiftung aus eigenem entrichtet, wurden 4679 X 16 h. ausgegeben. Auch die Gebühren bei Ausstellung der Dekrete im Betrage von 723 X 66 li wurden von der Stiftnng ans Eigenem bezahlt, überdies waren an Dekretgebühren weitere 4252 X 50 h nachzuzahlen. Ganz bedeutende Zuwendungen wurden sämtlichen Lehrern, welche außerhalb ihrer Dienstorte mittelschulpflichtige Kinder zu erhalten hatten, aus den Mitteln der Baronin Clara von Hirsch Kaiser Jubiläums-Stiftnng zur Unterstützung von Knaben und Mädchen in Österreich votiert. 12 Söhne von Lehrern waren in dem vom Kuratorium in Kolvmea gegründeten und erhaltenen Schülerheime untergebracht. Die Verwaltung besorgte der dortige Lehrkörper unter Aufsicht des Kreisschtilinspektors Grünes und des Schulleiters Verlas, welchen für die uneigennützige Tätigkeit an dieser Stelle bestens gedankt sei; die Beköstigung der Knaben erfolgte durch die von der Baronin Clara von Hirsch Kaiser Jubiläums-Stiftnng erhaltene Mädchenschule. Seitens des Kuratoriums wurden diesem Schülerheim für jeden einzelnen Knaben größere Beträge bewilligt. Außer dem für den Unterricht für Volksschulen verausgabten Betrag von 445.774 X 37 Ir wurden für Unterstützung der Kinder durch Verteilung von 22.791 neuen Büchern, 41.178 Heften, auch 16.403 sonstigen Schnlrequisiten 13.591 X 92 st gegen 12.877 X 70 st im Vorjahre verausgant. Ans den Mitteln der Jubiläumsstiftung gelangten an die unsere Schulen besuchenden Kinder 10.967 Frühstücke, 82.639 Mittagmahle, 1250 neue, 2025 reparierte Lodenröcke, 1865 Hosen, 1965 Barchentleibel, 3513 Stiefelvorschieber, 2107 Sommeranzüge und 4147 Hemden sowie 7036 Sacktücher mit einem Kostenaufwande von 77.519 X 92 st zur Verteilung. Hiebei sei auch an dieser Stelle bemerkt, daß sämtliche an unseren Schulen verteilten Hemden in den vom Kuratorium gegründeten Mädchenschulen, bezw. Nähschulen angefertigt wurden. Seitens einzelner Schulleiter wurde anläßlich der Bespeisung und Bekleidung armer Schulkinder die lokale Wohltätigkeit herangezogen; ein Ausweis der eingeflossenen Beiträge ist diesem Berichte angeschlossen. An Subventionen wurden wie im Vorjahre für die von den Knltusgemeinden in Brody und Zablocie erhaltenen Schulen 10.350 X bewilligt. A b e n d k u r s e. Die Zahl der im abgelaufenen Schuljahre abgehaltenen Abendkurse betrug 15, dieselben wurden von 533 Schülern besucht, von 35 Lehrern geleitet und erforderten eine Ausgabe von 2815 X gegen 2526 X 10 st. In diesen Abendkursen wurden Analphabeten, die das schulpflichtige Alter überschritten hatten, in den Volksschulgegenständen unterwiesen, ferner wurden Knaben, die vor Erreichung des vollständigen Lehrzieles die Schule verlassen hatten und bei Handwerkern oder Geschäftsleuten nntergebracht waren, weiter unterrichtet. Auch Knaben und Männer, die Kenntnis der Volksschnlgegenstände hatten, wurden speziell in Gegenständen unterrichtet, die ihnen bei Ausübung ihres Berufes besonders von Wert waren, wie z. B. Schlosser, Drechsler, Tischler im Zeichnen, Kommis im Rechnen usw. H a n d w er k. Im Laufe des Jahres wurden ans Kosten der Stiftung 206 Lehrlinge neu ausgenommen, so daß nach Abrechnung von 123 Austritten durch Freisprechung, Auswanderung oder Aufgebung der Lehrstelle am 1. September 1913 519 Lehrlinge verzeichnet waren. Die Bekleidung der Knaben, welche unsere Abendschulen besuchten, erfolgte aus den Mitteln der Baronin Clara von Hirsch Kaiser Jubiläums-Stiftnng. Der für Handwerkslehrlmge im Vorjahre verausgabte Betrag erhöhte sich von 14.851 X 8 st aus 18.286 X 17 st. Gleichwohl ist das Kuratorium bemüht, die Anzahl der bei Handwerkern nntergebrachten Lehrlinge ständig zu erhöhen und hat in wiederholten Zirkularen die Lehrer anfgefordert, dieser für die Stiftungstätigkeit außerordentlich wichtigen Angelegenheit die größte Aufmerksamkett zuzuwendeu. Die in Wien unieigcbi achten Lehrlinge stehen unter Obhut des Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten. Für 15 wurden dievon dem Vorstande ermäßiglen Kosten seiiens des Kuratoriums bestritten. Für 45 kam der Hilssverein sür die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien auf, 30 Lehrlingen wurde von dem Vorstande des Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten die unentgeltliche Aufnahme bewilligt. Das Gerneinde-Uorsteherariit in frühere» Zeiten. (Fortsetzung.) „Am 28. Jjar, dem Sterbetage des Sefardi, kommt man aus der ganzen Umgegend, Fackeln auf dessen Grab zu brennen, es wird hier ein immerwährendes Licht (Ner Tomid) unterhalten. Die Araber verehren ungemein diesen Ort' es war hier viel Schmuck aus Silber, wie auch goldgewebte Gewänder, die aber von den „Vorstehern" aus Jerusalem, die aller Stiftungsgeschenke sich bemächtigt hatten, verkauft worden. Was die Wunde r, die den gewöhnlichen Natnrgang geändert hätten, betrifft, so habe ich so was hier nicht gesehen, noch davon gehört. Man erzählt blos, daß Kranke hier geheilt und „unfruchtbare Frauen" mit Kindern gesegnet werden, wenn sie für diesen Ort Geschenke machen! Ich kann nicht sagen, daß jemand mich angegriffen hätte. Selbst die „Vorsteher" taten mir kein Unrecht. Gott weiß, wie es später gehen wird." Es ist leicht möglich, daß das gelobte Land wieder hergestellt und bewohnt wird; denn der Herrscher hat einen Befehl erlassen, daß die Juden nur die ihnen auferlegte Kopfsteuer zu entrichten haben. Früher mußten die Juden 400 Dukaten jährlich entrichten. Viele, die also Jerusalem der Erpressungen halber verlassen haben, kommen wieder zurück. Möge es Gott gefallen, daß die Stadt und der Tempel wieder aufgebaut werden! Abgeschickt in Eile von Jerusalem den 27. Elul 5249 von deinem Bruder Obadia. Man sieht also, daß es in früheren Jahrhunderten, sowohl im Orient als im Occident an Strebern nicht gemangelt, die, als sie in den Gemeinden zur Herrschaft gelangten, heillosen Schaden angerichtet hatten. Noch im 18. Jahrhundert kam es in österreichischen Gemeinden vor, daß so mancher ehrgeiziger, herrschsüchtiger Vorsteher, so es galt irgend ein Amt ergattern zu können, selbst vor Denitnziationen nickt zurückschreckte. Bekanntlick hatte in früheren Zeiten der jeweilige mährische Landesrabbiner seinen Sitz in Nikolsburg, wo er auch in der Regel zugleich als Lokalrabbiner wirkte. Eine Ausnahme hierin wurde gemacht zur Zeit als R. Moses