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Die Wahrheit · 1914-06-19 · Heft 23 (19.6.1914) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 23 (19.6.1914)
Date
1914-06-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Lette 6. Die Wahrheit. Nr. 23. Es find in den letzten Jahren manche Versuche gemacht wordew die vielleicht eine Lösung dieses wichtigsten Problems anbahnen. Wir denken dabei einerseits an die Immigration der Jemeniten, die wie es scheint, in naher Zukunft sich wieder erneuern wird.. und die Einwanderung von 80—100 Arbeitern ans Saloniki. Andererseits wird die Vergrößerung der Möglichkeiten zum Uebergange vom Arbeiter zum Häusler und Klein-Kolonisten, die Schaffung von Arbeitersiedlungen bei den neuen größeren Erwerbungen die Schwierigkeiten der Arbeiterfrage vermindern. Von Arbeitgebern und Arbeitern wird jetzt unter Beteiligung unseres Palästina-Amtes eine Enquete unternommen, die den Stand der Arbeiterfrage und die Möglichkeiten ihrer Lösung entwirren will; ihre Ergebnisse sind in naher Zukunft zu erwarten. In unserem Berichte vom 3. Mai machten wir Ihnen von unseren Besürchtungen wegen eines möglicherweise eiutretendeu allzu großen Andranges von unbemittelten Elementen Mitteilung. Wie wir erfahren. dauern die Anfragen an den entsprechenden Stellen zwar noch an, wie uns z. V. letztens vom Jnformationsbureau der I. C. A. in .Nußland bestätigt wurde; doch treten die Folgen in Palästina nur in ganz kleinem Umfange zu Tage. Dies beweist, daß man in der Organisation eine genaue Kenntnis der palästinensischen Verhältnisse erworben hat; man handelt nicht mehr ins Blaue hinein und richtet die Wünsche nach Möglichkeiten. Die Menge der Anfragen andererseits hat uns aber die Notwendigkeit von gut funktionierenden In form ation sbure anx noch stärker als früher bewiesen. Wir haben es daher als notwendig, erachtet, die in Wien und in Triest seit einigen Jahren eingerichteten Jnformationsbureanx in entsprechender Weise zu reorganisieren und in direkte Verbindung mit dem Zentralbureau zu bringen. Selbstverständlich ist es aber unsere Aufgabe, mit dieser großen Strömung nach Palästina, die an und für sich unbedingt erfreulich ist,- zu rechnen und die Möglichkeiten der Einwanderung zu erweitern. Dies..ist aber nur denkbar, wenn uns von anderer Seite entsprechende Kredite zur Verfügung gestellt würden. Einige Schritte sind in dieser Richtung unternommen nwrden. Sodann berichtete Dr. Tschlenow über die Reorganisation des „Bezalel". Das hebräische Schulwerk. Das innere Leben unserer Schulen verläuft in normalen Bahnen. Es fehlen zwar noch einige Lehrer im Seminar und es fehlt auch ein passendes Gebäude für die Realschule in Haifa. Diese Mängel werden sich aber in naher Zukunft beseitigen lassen. Die Zahl der Schüler an unseren sämtlichen Lehranstalten hat sich erfreulicherweise stark vermehrt, was ausschließlich den inneren Beziehungen der Bevölkerung zu dem neuen Werke znzuschreiben ist. Wir erhielten am 5. Mai eine Mitteilung von Herrn Iellin, nach welcher es gelungen ist, unsere Schulen als otto manische I n st i t u t i o n e n zu legalisieren. Laut den letzten Anordnungen bedarf die Legalisierung nur die Genehmigung der lokalen Behörden, die auch ohne weiteres erteilt wurde, lieber unsere Verhandlungen mit dem Odessaer Komitee betreffs Vermeidung von Konkurrenz bei speziellen Schulsammlungen in Rußland und Schaffung einer gemeinsamen Schulbehörde in Palästina find Sie genügend unterrichtet. Die finanzielle Lage. Wie Sie aus unseren Publikationen ersehen konnten, haben wir bis jetzt für das Sch ul werk ca. 210.000 Mark ausgegeben. Das Reinergebnis bis zum Schluffe unseres Finanzjahres (30. Juni) wird uns die Möglichkeit geben, sämtliche Kosten der Einrichtung und das Budget unserer Schulen für dieses Jahr sowie ein Teil der Ausgaben für das nächste Jahr zu decken. Wir werden in der nächsten Zeit dafür sorgen müssen, eine beständige und sozusagen mechanisch lvirkende finanzielle Sicherung des Schuletats zu schaffen. Wir denken in erster Linie dabei an beständige Jahresbeiträge. Daß die Finanzfrage uns keine Schwierigkeiten machen wird, dürfen; wir daraus 'schließen, daß z. B. der Bezalel durchschnittlich 40—50.000 Frcs. jährlich und in guten Jahren auch bis 80.000 Frcs. aufbringt. Es dürfte unserer Organisation ein.Leichtes sein, jährlich das Dreifache dieses Betrages zu beschaffen. Herr Dr. Tschlenow berichtet über die Einzelheiten der Vorarbeiten für die Universität in Jerusalem, ipsbe^ sondere über die Fortschritte der Kapitalwerbung und über die Frage der Universitätsbibliothek. Nach einem Bericht der Sekretäre über Organisation und Propaganda erstattet Herr Dr. V. Jacobson eiiteit ausführlichen Bericht über die politischen Arbeiten der Zionistischen Organisation. In der. Generaldebatte sprachen die Herren: Podlischewsky, Reich. Kavlansky, Goldberg, Heymann, Motzkin, Bodeuheimer, Jdelsohn, Fischer. Weizmayn, Simon, Klee. In der Debatte wurde vor allem die Palästinapolitik des E. A. C. besprochen. Nachmittags fand die Sitzung des Vorbereitenden Komitees der h e b r.ä i s ch e n Universität statt. Die Herren Prof. Weizmann und Jabotinsky erstatteten eingehenden Bericht über die Tätigkeit in den letzten Wochen. . Nacn einer eingehenden Debatte, an der sich folgende Herren beteiligten: Jdelsohn, Jacobson, Leviu, Heymann, Reich, Weizmann, Bodeuheimer, Kellner, Fischer, Simon, Warburg, Motzkin, Tschlenow, Jabotinsky, wurde folgender Beschluß einstimmig angenommen: Das Vorbereitende Komitee zur Gründung einer hebräischen Universität in Jerusalem dankt dem Arbeitsausschuß für die geleisteten Arbeiten und billigt die von ihm geplanten iveiteren Schritte. Das Vorbereitende Komitee fordert den Arbeitsausschuß ans. die Arbeiten zur Herstellung der Pläne für eine medizinische und andere in Betracht kommende Fakultäten fortzusetzen und ans Grund der gesammelten Materialien ihm ein Referat darüber zu unterbreiten. In der Abendsitznng berichtete Herr Dr. T s ch l e n o w über die Lage der P ale s tin e LandDevelopment Company und legte die Gründe dar, aus denen eine allgemeine Kapitalwerbung für die Palatine Land Development Company in den nächsten Monaten beginnen müsse. In der Debatte wurde irisbesondere über die Bodenpolitik des I. N. F. gesprochen, die von einem Teile der .Redner heftig angegriffen wurde. Die Herren Heymann. Goldberg, Levin waren der Ansicht, daß der I. N. F. sich in seiner Arbeit allzu sehr von bodenreformerischen Prinzipien leiten lasse und so in einseitiger Weise privatkapitalistische Unternehmungen vernachlässige. Demgegenüber verteidigten Dr. Klee, Dr. Bodeuheimer, Motzkin die Prinzipien der Arbeit des I. N. F. Die Herren Simon und Tschlenow empfahlen einen vermittelnden Standpunkt, indem sie sich für eine verschiedenartige Behandlung der ländlichen und städtischen Kolonisation aussprachen. - Eine städtische Kolonisation sei ohne die Möglichkeit der Beräußerlichkeit des Grundeigentums undurchführbar. Ueber die Palestine Land Development Company wurde folgender Beschluß gefaßt: Das Große Aktions-Komitee beauftragt das Engere Aktions-Komitee in Gemäßheit des in seiner letzten Sitzung gefaßten Beschlusses gemeinsam mit dem Direktorium der P. L. D. C. mit der Aktion zur Ergänzung der Mittel der P. L. D. C. zu beginnen. Das Aktions-Komitee macht die Organisation auf die außerordentliche Wichtigkeit dieser Mion aufmerksam und fordert sie auf, die Aktion mit allen Kräften durchzusetzen. __ Die hebräische Univerfttäts-Silrliothek iu Jerusalem. Im letzten Jahrzehnt ist im Heiligen Lande - von jüdischer Seite emsige Kulturarbeit geleistet worden. Zn all

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