Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 22 (12.6.1914)
- Date
- 1914-06-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3062972-3063725-3063747--09083-3076304- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 22. Die Wahrheit Seite 5. auf der Hohen-Warte X 2000.—, für den israel. Frauen- Wohltätigkeitsverein Wien X 1000.—, für das israel. Taubstummeninstitut Wien X 1000.—, für das israel. Altersversorgungshans Wien X 2000.—, zusammen X 7000.—. Von Herrn Dr. Ignatz Kornfeld, Hofnnd Gerichts- Advokat, zur Errichtung einer „Dr. Ignatz Kornfeld und Frau Henriette Kornfeldffchen Stiftnng für Wohunngsmiete" Rente Nom. X 60.000.—. Von Herrn Ing. Ludwig Brau n anläßlich der Konfirmation seiner Tochter Stella für wohltätige Zwecke X 20.—. Von Herrn Heinrich Bloch für das israel. Armenhaus, III. Steingasse 18, X 10.—. Von Frau Betti Berger, Insassin der israel. Versorgnngsanstalt. eine Schulchendecke. Ferner befinden sich im Einlaufe: Die Mitteilung der Frau kais. Rat Life Vecsei betreffend Einräumung eines Freiplatzes in ihrem Sanatorium am Semmering zur Verfügung der israel. Kultusgemeinde. Zuschrift des M. U- Dr. Ignaz Weiß betreffend die Annahme seiner Berufung in das Komitee zur Errichtung des Kinderspitales der israel. Kultusgemeinde. Zuschrift des Herrn Samuel Bernhard betreffend die Annahme der Berufung als Mitglied des Bethausvorstandes für den XU.—XV. Bezirk. Zuschrift des Herrn Heinrich S o n n e n s e l d betreffend die Nichtannahme einer gleichen Berufung. Dankschreiben der Israel.- Kn ltnsgemeinde Tulln für den Beitrag der Knltusgemeinde zum Temstelbau in Klosterneuburg. Kultnsvorsteher Dr. Josef Breuer hält es für seine Pfficht, dem Plenum zu beantragen, dem Präsidenten Dr. Alfred Ster n, welcher infolge geschwächten Gesundheitszustandes seit einigen Wochen feine dem Wohle der Knltusgemeinde gewidmete Tätigkeit zu reduzieren und in Baden Erholung zu suchen sich genötigt sah. die aufrichtigsten Wünsche des Knltnsvorstaudes für seine baldige vollkommene Genesung änszusprechen. Dieser Antrag wird von dem Plenum-einhellig angenommen. Herr Dr. Josef Breuer nimmt die Gelegenheit wahr, um der nahezu dreißigjährigen hingebungsvollen Arbeit des Präsidenten Dr. Alfred Stern znm Wohle der Wiener Knltusgemeinde zu gedenken, gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es Herrn Präsidenten Dr. Stern baldigst möglich sein werde, vollständig gekräftigt seine Tätigkeit an der Spitze der Gemeinde wieder aufzuuehmen und stellt den Antrag, im Anschlüsse an die Wünsche für die Genesung dem Präsidenten das Vertrauen des Vorstandes znm Ansdrucke zu bringen. Dieser Antrag wird angenommen. Angelegenheit Rabbiner Meyer Mayersohn. In dieser Angelegenheit hatte das Präsidium die beantragte Einvernahme eines weiteren Zeugen angeordnet. Das Vertreterkollegium hat auf Grund der bezüglichen Protokolle beschlossen, daß eine Reassnmierung seines in dieser Angelegenheit bereits gefaßten Beschlusses, wonach kein Grund vorliege, gegen Herrn Rabbiner Mayer Mayersohn eine Disziplinar-Untersnchung einzuleiten, nicht stattzufinden hat, sonach der frühere Beschluß aufrecht bleibt. Dieser Beschluß des Vertreter-Kollegiums wird nach Verlesung der betreffenden Protokolle dem Plenum zur Kenntnis gebracht.- Taxen für Ehescheidungen und Chalizas. Nach einem eingehenden mit Beifall anfgenvmmenen Referate des Herrn Vertreters Dr. Leopold Ko hn werden die schon seit längerer Zeit auf der Tagesordnung befindlich gewesenen Anträge des Vertreter-Kollegiums betreffend eine Neuregelung des Taxwesens für Scheidung und Chalizas nach einer eingehenden Debatte en "bloc angenommen. Dem Referenten wird für sein ausgezeichnetes Referat der Dank ausgesprochen. Seelsorger in der Strafanstalt Stein. r.4 Auf Grund von Verhandlnngen, welche mit dem Justizministerinm und der Oberstaatsauwallschafl gepflogen wurden, beschließt das Plenum die von der Justizverwaltung für die Versehung seelsorgerischer Funktionen in der Strafanstalt Stein an den Bezirksrabbiner in Krems zu leistende Jahresremuneration durch einen Beitrag aus den Mitteln der israelitischen Kultusgemeinde Wien zu ergänzen. Nach Erledigung von Personalien, Steuer», S t i f t u n g s- und Subvention s-Angelegenheiten wurde die Sitzung um 11 Uhr nachts geschloffen. 4. AUösterreichischrr Esperanto- Kongreß in Franzens bad Zu den Pfingstfeiertagen war der weltberühmte Kurort Franzensbad der Schauplatz eines Kongresses, dessen völkereinigende Bestrebungen gerade in unserer von Glanbens- und Nationalitätenhaß so sehr zerrissenen Zeit besonders begrüßt werden müssen. Samstag abends hatten sich zum Begrnßnngsabende im Hotel Biedermeier zahlreiche Esperantisten ans nah und fern eingefnnden, die die herzlichsten Begrüßnngsworte des Präsidenten des Kongreßkomitees, Eisenbahnsekrelür Jakob Hechtl in Franzensbad, mit großem Beifalle aufnahmen. Bei dem vorzüglichen Spiel der Biedermeierffchen Hauskapelle. bei Gesang und deklamatorischen Vorträgen wurde der erste Abend des Kongresses in angenehmster Weise verbracht. Sonntag früh brachten die Züge noch zahlreiche Festgäste in unsere reichbeflaggle und festlich geschmückte Stadt. Immer wieder erschienen in der Festkanzlei im Parkhotel die treuen Jüngerinnen nnd Jünger Zamenhofs. um Festkarte, Kongreßabzeichen usw. zu beheben. Um halb 10 Uhr vormittags fand im großen Konversationssaale des Kurhauses die feierliche Eröffnung des 4. Allösterreichischen Esperanto-Kongresses durch den Kongreßpräsidenten Hofrat August Jnngwirt aus Wien statt. Nach ihm sprach Elsenbahnsekretär Hechtl, der die Erschienenen namens der Kongreßleitung und des Frauzensbader Vereines begrüßte und die Ehrengäste der Versammlung vorstellte, darunter den k. n. k. Hauptmann Adolf Engel vom literarischen Bureau des k. k. Kriegsministeriums, als Delegierter dieses Ministeriums, Bezirkskommisfär Dr. Neudert als Vertreter des Hofrates Kaiser von der k. k. Bezirkshauptmannschaft Eger. k. k. Hauptmanu Schroer als Delegierter des k. k. Landwehr-Jnfanterie-Regimentes Eger Nr. 6, Handelskammerrat Heller ans Leitmeritz als Vertreter der Reichenberger Handelskammer (die Egerer Kammer war nicht vertreten), Finanzkommissär Villau Schmidt aus Prag, Professor Kameryd n. a. Bürgermeister Eugen Loimann entbot den Kongreßteilnehmern den Willkommengruß der Kurstadt Franzensbad und führte u. a. ans, daß in einer Zeit, in der Nationalität nnd Eigenart im politischen Leben jedes einzelnen Volkes eine überaus wichtige Rolle spielen nnd zuweilen recht scharfe und schwer zu lösende Gegensätze schaffen, andererseits jedoch die Vorzüglichkeit und Dichte der Verkehrsmittel die Kenntnis fremder Länder und ihrer Bewohner, den Austausch geistiger und materieller Güter, in ungeahnter Weise begünstigen, die Berechtigung und - Notwendigkeit des Gebrauches einer gemeinsamen und neutralen Sprache erwiesen sei. Im Kleinen demonstriere schon der gegenwärtige Kongreß die Unentbehrlichkeit einer neutralen Welthilfssprache, denn unter den Teilnehmern befinden sich Vertreter fast sämtlicher Nationen unseres vielsprachigen Reiches und jeder Einzelne ist befähigt, den Kongreßberatnngen folgen zu können. Professor Simon—Wien hielt eine zündende Huldigungsansprache auf Se. Majestät dem Kaiser, dem Friedensfnrften und Schirmherrn aller idealen Bestrebungen und gab unter frenetischem Beifall der Festgäste der Freude über die Wiedergenesung des . vielgeliebten Landesvaters Ausdruck. Sodann wurde die Absendung eines Hnldigungstelegrammes an Se. Majestät den Kaiser beschlossen