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Die Wahrheit · 1914-05-15 · Heft 18 (15.5.1914) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 18 (15.5.1914)
Date
1914-05-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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, Nr. -18. Die Wahrheit Seite 7 : Nach , der mit großem Beifall aufgeuommelleu Rede des Präsidenten, trug der Präsident den Bericht des Vorstandes vor, in dem der Verdienste des Spitalsdireklors Lofrates Dr. Adolf v. Szily mit großer Anerkennung gedacht wird. Dr.. Alexander Lederer nimmt wohl den Bericht znr Kennlnis. weist jedoch auf einige Uebelstände im -konfessionellen Leben hin. Es gibt zahlreiche hervorragende Mitglieder' der Jndenschaft — sagte der Redner unter anderem— die sich an dem konfessionellen Leben nicht beteiligen; ivenn dies so weiter geht, ist es zu befürchten, die Jndenheit hört auf. Nachdem Dr. Friedrich Halaß und Dr. Wilhelm Grauer gesprochen hatten, ergriff der Präsident das Wort, um in begeisterten Worten den Ausführungen Lederer's entgegenzutreten. Er führte aus, das Judentum ist keine exklusive Religion, es ist der reinste Gottesglaube, welches nicht nur eine herrliche Vergangenheit, sondern eine vielverheißende Zukunft hat, denn Welten mögen zu Grunde gehen, der Glaube an den einzigen Gott bleibt ewig! Nicht endenwollender Applaus war Beweis dafür, daß der Präsident den Gedanken aller Anwesenden in schöne und wahre Worte faßte. Sekretär Dt. Moritz Kramer legte sodann den Bericht der Revisoren vor, worauf der Revisionsansschnß gewählt wurde. Der Ausschuß besteht aus folgenden Mitgliedern: -Edmund v. Domony, Alexander Fleischl, Wilhelm Földiak, Wilhelm Fuchs, Jaqnes v. Simon, Bela Wahl und Adolf Dirnfeld. Es folgte nun die Verhandlung eines wichtigen, vom Börsenrat Josef Steiner unterbreiteten Antrages, der folgendermaßen lautet: Die Generalversammlung ersucht das Präsidium, den Vorstand und den Ausschuß der Religionsgemeinde, daß sie je früher, zur Erringung einer einheitlichen Autonomie der ungarischen Jndenschaft in der energischesten Weise eine Landesaktion einleiten und über ihr Vorgehen sowie über das Resultat der Aktion der nächsten Generalversammlung einen ausführlichen Bericht erstatten mögen. In der Motivierung des Antrages heißt es unter anderem: Seit Jahrzehnten hat die ungarische Jndenschaft die verschiedenen Regierungen ersucht, ihre konfessionellen Angelegenheiten endlich einmal zu regeln und den jetzigen unhaltbareü und beschämenden Zuständen ein Ende zu bereiten. Doch unsere Bitten wurden leider nicht erhört, und die ungarische Judenschaft wird vom Staate noch immer stiefmütterlich behandelt. Die Gerüchte, daß wir bald eine Autonomie erhalten und in Vertretung unserer Konfession ein hervorragender Gelehrter in das Magnatenhans ernannt werden wird, haben sich als unbegründet erwiesen. Trotz der angeblichen Gleichberechtigung der jüdischen Konfession sehen wir betrübten Herzens, daß die Angelegenheiten unserer Konfession an vielen Orten von Stnhlrichtern und Panduren erledigt werden. Während der Revolution und auch seither war die ungarische Jndenschaft stets die erstein der Erfüllung der patriotischen Pflichten, sie hat daher ein Recht daraus, eine gleiche Behandlung, deren sie sich längst würdig erwiesen hat, zu fordern. An die Erlangung der Autonomie knüpreu sich nicht nur moralische, sondern auch materielle Interessen, da die uns gewährte Staatssubvention znr Erhaltung unserer konfessionellen Institution nicht genügt. Der Präsident ergänzte den Antrag des Börsenrates Josef Steiner, mit dem Vorschläge des Vorstandes, mit der Durchführung des Antrages ein Komitee zu betrauen. Hofrat Franz Szskely schilderte die hierauf bezügliche bisherige Bewegung der Jndenschaft nnd betonte, die patriotische Jndenschaft verdiene es, daß die Regierung ihre Wünsche erfülle. Nachdem noch Dr. Bsla Feleki, Dr Max Szabolcsi und der Präsident zu dem Anträge gesprochen hatten, wurde der Antrag Steiner samt dem Vorschläge des Vorstandes angenommen. In das Komitee wurden gewählt: Dr. Samuel Brody, Arnold Kohn, Baron Dr. Adolf Kohner, Dr. MoritzMezei, Dr. Franz Mezei, Josef Steiner, .Franz Szskely, Dr. Wilhelm Vä-zsonyi und Julius Winterberg. Uerschiedene Nachrichten Wren-Mnrinhrlf Samstag, de» 16. d. M. il2 10 Uhr vormittags findet im Tempel, VI., Schmalzhofgaffe 3, eine Gast predigt Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Simon Man dt ans Nentitschein, nnd Samstag, den 23..d. M. eine Gastpreidlgt Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Johann S t ö ß l e r aus Trebitsch statt. Wie» (Verband der i s r. R e l i g i o n s l e h r e r an den ö st e r r. M i t r e l s ch n t e »). Der Ausschuß hielt am 4. Mai unter dem Vorsitze seines Obmannes des Herrn Rabbiners Dr. M. R o s e n m a n n die dritte Sitzung ab, in welcher über erlangte weitere Bonifikationen m den Kurorten für die.Verbandsmitglieder Mitteilung gemacht wurde. Sodann wurde ein dreigliedriges Komitee gewählt, behufs Ausarbeitllng und Ueberreichung eines Memorandums bezüglich günstigerer Anwenduilg der bevorstehenden neuen Dienstpragmatlk auf die Rechts- und Pensionsverhältniffe der iir. Religionslehrec an den Mittelschulen. Wien (Verein „Iüdisches Asyl fürObdckchlos e" W i e n). Die bisherigen Aktionen dieses Vereines zeitigten schon glänzende Erfolge. Dem Vereine, dem bei seiner vor etwa 3 Monaten stattgefnndenen Gründnngsversainnilnng ca. 50 Personen angehörte», sind nnn schon ungefähr 1200 Personen beigetreten und es wurde bisher von diesen Leuten, rrvtzdem der Mirgliedsbeitrag nur X. 3.— jährlich beträgt, mehr als X 10.000.— eingezahlt, d. s. durchschnittlich pro Mitglied X 8.50. An größeren Spenden sind von einigen Personen auch scho:i viele rausende Kronen eingezahlt worden. Einige Leute verpflichteten sich, beim Beginne des Baues des Asyls größere Beträge abziiführeu. Um den Gedanken der Schaffung des Jüdischen Asyls für Obdachlose recht bald zu realisieren, möchte der Verein znm Ankauf eines Banplatzes schreiten. Da jedoch die vorhandenen Mittel auch zu diesem Zwecke noch nicht ansreichen, wendet sich der Verein an die große Oeffentlichkeit und speziell an alle jene, die die baldige Schaffung des Asyls wünschen, mit der Bitte ihm größere Beträge zukoinmen zu laffen. Es existieren sicherlich noch Menschenfreunde, die der Sache des Vereines „Jüdisches Asyl für Obdachlose" Interesse entgegenbringen und die baldige Schaffung des Asyls wünschen und? ihr Scherflein noch nicht beigetragen haben. Der Vorstand bittet auch bei jedem in Betracht kommenden Anlaß, des Asyls zu gedenken. Aus. viele an ihn gerichtete Anfragen teilt er mit, daß ins Jüdische Asyl statutengemäß Leute, ohne Unterschied der Konfession und Nationalität Aufnahme finden werden. Geldspenden nehmen entgegen: Der Kassier des Vereines Herr Bezirksrat Josef Haslinger, Wien, II. Stefaniestraße 11 und die Administration unseres Blattes, die die bei ihr einlaufendeu Spenden auch ausweist. Wien. Mittwoch, den 6. hatte sich der Vorstand des „Oesterr.-ung. Kantorenvereines", bestehend aus den Präsidenten Jak. Bauer, den beiden Vizepräsidenten S. Dünnmann und Josef Morgenstern, den Vorstandsmitgliedern S. Jnrberger, I. Schlesinger, M. B. Kaufmann, I. Baffer, L. Szerebrenik, S. Rosenberger — I. Schleifer, Friedländer und Kohn hatten ihr Fernbleiben entschuldigt — in der Wohnung des Vereinssekretärs Herrn Dr. Moritz Löwy eingefunden, um demselben das Ehrenmitglieds-Diplom zu überreichen. Präsident Oberkantor Bauer hielt an das neue Ehrenmitglied eine Ansprache, in welcher er die Verdienste des jüngsten Ehrenmitgliedes um den Verein betonte und würdigte, und Herr Dr. Löwy gab das Versprechen, sein Jntereffe und seine Aufmerksamkeit dem Vereine zu widmen. Znm Schluffe verlas Vizepräfes Oberkantor Morgenstern eine von ihm verfaßte hebräische Hymne, die er Herrn Dr. Löwy Überreichte. Wien. Samstag, den 23. Mai findet im Tempel, XXI., Holzmeistergaffe Nr. 12, die Barmizwafeier des Konfirmanden Artur Rosenmann, Sohn des Herrn Rabbiners Dr. M. Roseumailn statt. Wien. Die „Adas Israel") Schiffschnl) versendet den Jahresbericht für das Jahr 1913 und 1914. Aus demselben geht hervor, daß der Vere.in für alles Vorsorge triffr, was das jüdische Leben erfordert. Mit dem laufenden Jahre vollendet die Schiffschnl das fünfzigste seit ihrer Erbannng. Nun ist ein Neubau eine dringliche Sache. Die Eiunahinen beliefen sich im Jahre 1912 ans K 67.980 — und im Jahre 1913 auf X 65.040.—. Die hauptsächlichsten Titel sind: Schmiere X 15.723.— (15.985.—). Spenden int Bethause X 19.418.— (X 16.344.—), Haschgachagebühr X 9169.— (K 9240.—) rc. Die Ausgaben setzten sich zusamineir aus Gehälter X 19.172.— (X 21.123.—), Kosten der Haschgachah und Schechita X 11.925.— (X 12.797.—), Subventionen an Vereine X4482.— (X4155.—). WohltätigkeirsausgabenX2244.— (X 2379 —). Im ganzen schließt das Jahr trotz der wirtschaftlichen Krise mit einem Aktivsaldo. Am Sonntag, den 21. Jjar. c17 Mai) um 10 Uhr vormittags sinder im Saale des Beth Hamidrasch. II.. Große Schiffgasse 8. die Geueralversamiillung statt. Tagesordnung : 1. Bericht des Obmannes. 2. Rechenschaftsbericht. 3. Bericht der Revisoren, 4. Borstandswahl und 5. Anträge und Anfragen. Wien (Adas I i sro e l, S ch i f fs y n a g o g e, II., Große S ch i f f g a i s e 8). Mit Bezug auf eine Meldung eines hiesigeit jüdischen Blattes sieht sich der Vorstand, der „Adas Jisroel" (Schiffschul) vecaulaßt. die nachfolgende bestimmte Erklärung abzugeben: Der Vorstand der „Adas Jisroel" hat a>f die Entwicklung oder die * Erörterung der jüngsten Affäre, die das öffentliche jüdische Leben Wiens in der letzten Zeit so unangenehm beschäftigte, in keiner Weise einen Einfluß zu nehmen versucht und wird auch weiterhin aus dieser seiner Passivität nicht heraustreten, weil für die „Adas Jisroel" als selb-

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