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Die Wahrheit · 1914-05-15 · Heft 18 (15.5.1914) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 18 (15.5.1914)
Date
1914-05-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite [8. Die Wahrheit Nr. 18. ständigen Verein die Lösung der Frage aus bekannten Gründen, zumal in ritueller Beziehung, vollkommen belanglos ist. Es ist sichcrgcstellt daß der „Hausjournalist" der Schiffschul der Veröffentlichung im ^Israelit" fernsteht. Ganz entschieden muß überdies noch die verhetzende Bemerkung zurückgewiesen werden, als ob die Zugehörigkeit zum „polnisch-jüdischen" Ritus bei der Schiffschul von Nachteil wäre. Für nus koulmt uur in Betracht, ob jemand ein ehrlicher, überzeugter Anhänger des.thoratrenen Judentums ist. nicht aber dessen politische oder Nationale Parteizugehörigkeit. Alle kulturelleu nnd Humanitären Anstalten der „Adas Jisroel" kommen allen Juden in gleicher Weise zu statten. Von diesem objektiven, wahrhaft jüdischen Standpunkt wird sich die >Adas Jisroel" nie und nimmer, abdrängen lassen. Eger. Sonntag den 3. Mai 1j7B Uhr nachmittags wurde Herr Joses H e r m a n n, Chef nnd Begründer der Firma Josef Hermann in Eger. zu Grade getragen. Sein frühzeitiges Hinscheiden erweckte große Teilnahme, welche auch durch die große Beteiligung beim LeicheNzuge zum Ausdrucke kam. Zahlreiche Vertreter des Gremiums der Kauflente in Eger, eine starke Abteilung der hiesigen sreiw. Feuerwehr mit ihrer*Musikkapelle und das Rettungs-Korps erwiesen dein allgemein beliebten Verblichenen die letzte Ehre. Am Grabe rühmte in beredten Worten Ebrw. Herr Rabbiner Dr. G r ü n s e l d den unermüdlichen Arbeitseifer und das gute Herz des Dabingeschiedenen und seine trostiperidendeu Worte rührlen die zahlreiche Trauergemeinde zu Tränen. Die Sterbegebete zelebrierte Herr Oberkantor Wilkowitsch in präziser Weise unter Affistenz des Herrn Kantor Lederer. — Wie verlautet, bedachte Herr Josef Hermann in seinen letztwilligen Verfügungen eine Anzahl von Wohltätigkeitsveerinen und die Armen mit ansehnlichen Spenden. Ehre dem Andenken des Dahingeschiedenen! Nürnberg. Am 20. April fand hier die vierte General-Bersammlnng des Allgemeinen deutschen Kantorenverbandes statt. Bei der Beiprechnng des Jahresberichts kam auch die Ausländerfrage zur' Besprechung. Es wurde folgende Entschließung gefaßt: 1. Der vierte Kantorentag des Allgemeinen deutschen Kantorenverbondes nimmt noch eingehender Besprechung mit Bedauern davon Kenntnis, daß die Anstellung nicht einwandfreier und allgemein wie sachlich ungenügend vorgebildeter Beamten, entgegen den bestehenden Anstellungsvorschriften und unter gänzlich unzureichenden Gehaltsverhältnissen, insbesondere - in den östlichen Provinzen Preußens in erschreckendem Maße zunimmt. Der Allgemeine deutsche Kantorenverband protestiert anss schärfste gegen eine derartige Herabwürdigung des Kantorenberuses und die dadurch bedingte Schädigung des jüdischen Gemeindelebens nnd erwartet von deu Gemeinden und den zuständigen Behörden tatkräftige Unterstützung in seinem Bestreben, einen nach jeder Richtung geeigneten, seiner hohen Aufgabe durchaus würdigen deutschen Kantorenstand heranzubilden. 2. Ausgehend von der Erkenntnis, daß inländisches'Beamtenmaterial zur Zeit in Deutschland nicht ausreichend vorhanden ist, weist der Allgemeine deutsche Kantorcnverband auf folgende Wege zur Beseitigung der oben bezeichueten Mißstände hin: a. Gründung einer Kantorenfachschule bezw. Umgestaltung bestehender Lehrer-Bilduugsaustaltea in solche zur Ausbildnng von Kantoren und Lehrern. d. Unterstützung finanziell schwacher Gemeinden bei Allstellung von Beamten. . o. Schaffung von Stipendien zur Gewinnnng deutscher Jünglinge zum Kantorenberns. 3. Der vierte Kantorentag beauftragte den Ausschuß des Allgemeinen deutschen Kantorenverbandes geeignete Maßnahmen zur Ausführung dieser Vorschläge zu treffen. Ferner wurde beschlossen, in Zukunft alle zwei Jahre eine General-Versammlung abzuhalten. Ans der Vorstaudswahl gingen hervor: Heule-Hamburg (1. Vorsitzender), Fabisch-Göttingen (2. Vorsitzender) Zivi-Elberseld (Schatzmeister), Levy-Frankfurt a. M. (1. Schriftführer), Bellak-Zittau (2. Schriftführer), Davidsohn-Berlin, Heymann- Srraßbnrg, Hosstein-Dresden. Neustadt-Berlin (Beisitzer). — Ferner wurde mitgeteilt, daß der Verband sich mit der Uuterstützungskaffa des Lehrerverbandes dahin geemigt habe, zwei Vorstandsmitglieder in die Verwaltung der Kassa zu delegieren und gegen völlige Gleichberechtigung der Mitglieder des Allgemeinen deutschen Kantorenverbandes mit denen des Lehrerverbandes auf Gründung einer eigenen Hilfskaffe zu verzichten. — Die Versammlung nahm unter Teilnahme weiter Kreise einen durchaus harmonischen Verlauf. Insbesondere fand der wissenschaftliche Vorrrag des Oberkantors Kirschner-München, über „mittelalterliche hebräische Poesien nnd ihre Singweisen", ungeteilten Beifall. Kileratnr „Bier Synagogengesänge und ein Religiöses Lied" von Hauvlkantor u. königl. Musikdirektor Aron Friedmanil, Berlin. Der anerkannte Autor vieler gediegener Synagogen-Mnsikiverke, Herr Aron Fciedmann, hat uns abermals ein wertvolles Bändchen kantoraler Gesänge mit Orgel bescheert. das, wie seine vorangegangenen Arbeiten, gereiftes Können zeigt und subjektiven 'Charakter trägt. Das neue Opus bringt zunächst 3 Keduschas, in denen sich die chasamsche Fantasie des Autors so recht ausleben konnte, und doch imponiert alles durch vornehmes Maßhalre», nichts erinnert an ein gewolltes Knnstprodukt, j ede'Phrase scheint Nur zur Erbauun g, zur Hebung der Andacht bestimmt. Sehr wir knugsvoD und sanglich ist. der „Jahr-Kaddisch". wenngleich hier eine genaue Anreihung der Melodien nach, .dem Kalender sinniger wäre. Ein Novüm und eins eigenartige Bereicherung der Literatur aber ist das religiöse Lied, „Dies ist die Thora", eine pompöse, dank- - bare Nummer für den Sänger; sie zeichnet sich nicht, nur durch frische Motive und, natürlich thematische Gestaltung, sondern' auch durch formelle Rundung und physiognomische Einheit des Ganzen aus. Die Arbeit ist wieder eine wertvolle Bereicherung der musikalischen Synagogen-Literatur, in der wir ja Friedmann schon viel Gutes verdanken'. Singer-Kattowitz. Austritte ans dem Judentum. Stein b ach Moriz, Ingenieur und Stadtbaumeister geb. 15. Dezember 1830 in Brünn. XU., Silbergasse 4; Pelz Adolf, geb. 18. November 1894 in Wien. Eichenwald Sironie, Klavierlehrerin', geb. 14. Juni 1893. I.,. Auerspergstraße 4. Köhler Alfred, Dr. Konzipient, geb. 2. Oktober. 1879 in Znaim,. VII., Stistgaffe 7. Farkas Armin, Artist, geb. 8. Juni 1687 in Borzik, XV., Löhrgaffe 19. Erben geb. Jritzer Marie, geb. 1. Juli 1877 in Preßburg. I:, Teinsaltstraße 7 H i r s ch s e l d Gisela, Schauspielerin, geb. 20. Oktober 1879 in Gänserndorf. II., Ennsgasse 5. L ö w y Helene Charlotte, Schauspielerin, geb. 11. Oktober 1886 in Wien. VI., Köstlergaffe 11. Grünwald Georg, Musiker, geb. 12. November 1890 in Wien. XIV., Sechshauserstraße 46. S ch u b e r t Ernst, Mediziner, geb. 23. Dezember 1891 in Preßburg. IX., Hähngaffe 7. Gunst Bartholomäus, Kaufmann, geb.jb. Juli 1859 in Szenta. JH.r | Dapontegasse 2. In hu Helene, Privat, geb. 8. Oktober 1886 in Groß-Jedlersdorf bei Floridsdorf. II., Lessinggasse 17. Prinz Gustav. Juwelier, geb. 11. Juli 1855 in Wien. IX., Währingerstraße 24. , P r i lt z geb. Klämann Bertha, geb. 22. Juni 1861 in Jassy. Flieder geb. Schweb Elisabeth, geb. 26. Mai 1867 in Marcheqq. XX., Spaungasse 17. Stern Stefanie, Hilfsarbeiterin, geksi 22. Oktober 1694 in Wien. XX., Leystraße 77. Lilienfeld Josef, Dr., Arzt, geb. 23. September 1869 in Podhajee. VIEL, Zeltgasse 1. „ 33 e II o f Paul, Privatier, geb. 16. September 1891 in Wien. I., Kohllüeffergasse 8. Hochner Hugo. geb. 4. Jänner 1860 aus Schloß Saar. HI., Erdbergerstraße 131. Frankl Paul, Kanfiuann, geb. 12. Juni 1885 in Wien. II., No- ' varagasse 49. Golei n b a Sofie. Tonkünstlerin, geb. 26. August 1891 in Wien. II., Tabvrstraße 41. ' . : Kostler Friedrich, Dr., geb. 10. Dezember 1886 ans Wien. III., Streichergasse 4. Klein geb. Natter Luise, geb. 26. Februar 1879 ans Mährisch-Neustadt. Wohnhaft in Prödlitz. Klein Ernst, Wien. . , Klein Hans, 3Vien. Klein Karl, Wien. Verzeichnis der Werttorffenen vom 3. Mai bis Inklusive 9. Mai 1914. Ignatz Feiertag. Privat, 70. I. Osias Leib Brill, Trödler, 63 I. Ferdinand Neumann, Uhrmachergehilfenskiiid, 1 Jahr. Irma Blumenthal, Privat, 36 'I: 'Ettzel' Grün, "Verkäuferin,' 21 I. Heinrich Wmrerfeld, Hausierer, 52 I. Dr. LVilhelm Trenschiuer, Direktor, 60 I. Zldolf Deutsch, Kaufmann. 56 I. Ignatz Wengraf, Kaufmann, 81 I. Leon Reich. Gutspächter. 46 I. Sigmund Weffely, Agent, 60 I. Grete Tanffig, Privatens- ' kind, 11 Wochen. Wilhelm Mayer, Reisender. 37 I. Katharina Pauly, Jnstallarenrsgattin, 59 I. Wilhelm Klein, Privat, 91 I. Rosa Großberg, geb. Flakoutsch, Bäckersg'attni, 42 J. Jda Singer, Verschleißerin, 40 I. Hilda Haller, Posamenlierergehilsenskind 3^ I. Samuel Fischer, Reisender, 70 I. Olga Jnwald. geb. Kohn, Allgestelltensgultin, 29 I. Anna Friedmaiiu, Kausmännsgattin, 55 I.. Leopold Deutsch) Spediteur, 63 I. Antonie , Steiuhylz. Pfründnerm,. 70 I:' Herma,iMeitger,' Privat, 74 I. Katharina Kraus, geb. Berger, Privat,' 77 I. .Gisela Bloch, Revidentensgattin, 37 I. Mathilde Ledner ged. Fröhlich,. Jllreiidailtensgatliii, 46 I. Heinrich Kantorek Kanfmann, 46 I.-Ernestine Hartstein, geh. Heitler. Kaufmaltttswitwe, 57 I. Signinnd Leitersdorf, Diener, 48 I. 'rtWM fffl IHIMIIIWW..I « I

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