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Die Wahrheit · 1914-05-01 · Heft 16 (1.5.1914) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 16 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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„Das erstemal seit 400 Jahren werden wir wieder einmal 'das Wort eineZ jüdischen Gelehrten in einer spanischen Versammlung hören, Unter der Aegide der spanischen Regierung, in Anwesenheit einer von echter Toleranz beseelten Menge. Zum erstenmale wird ein Jude zu uns sprechen von der glorreichen Vergangenheit seines Volkes in .Spanien. Wahrlich eine edle, quasi offizielle Reparation der vor Jahrhunderten begangenen unseligen Fehler.. . WeNn Dr. Iahnda in der spanischen Akademie der Jurisprudenz seine Stimme erheben wird, nt» den Ruhm seiner Rasse, welcher auch der Ruhm Spaniens ist, zn verkünden, wenn er der ehrfurchtsvoll lauschenden Menge erzählen wird von Jbn Gabirol. Abarbanel, Nagrela und Maiinonides und von so vielen anderen, wird dies wahrlich die feierliche und öffentliche Annullierung des verhängnisvollen Ediktes vom Jahre 1492 bedeuten! Von neuem wird die Sonne jener glorreichen Zeiten, in welcher der Genius beider Rassen die Fackel des Triumphes schwang, über Spaniens Himmel aufgeheu! Und die Juden des Orients, die von Amerika, ja die der ganzen Welt werden dem Herzen Spaniens begeistert zujubeln und Spanien wieder jene Liebe entgegenbringen, die sie dem Lande ihrer Väter Jahrhunderte hindurch treu bewahrt haben! Die Vorlesungen Dr. Iahndas werden herrliche Folgen haben und wir sagen der Regierung Dank dasür, daß sie uns Gelegenheit bietet, die geistige Macht des sephardischen Genius zu bewundern, und man kann sich wohl kein innigeres Band echter Humanität denken, als daß inmitten eines christlichen Reiches der Ruhm Israels verkündet wird. Und inmitten des stürmischen Applauses im Saale der Akademie der Jurisprudenz werden unsere jüdischen Brüder nichts anderes hören, als das Echo der Harmonie, des Friedens und der Eintracht!" Das sind frohe Klänge, bei denen man sich bei aller Nürchternheit und Reserve gegenüber der Aktion zur Abwanderung der Spaniolen nach Spanien eines Gefühles aufrichtiger Freude nicht enthalten kann. * Schon seit längerer Zeit ist in Kanada ein Gesetz in Kraft, das der Regierung das Recht gibt, Einwanderer, die nicht im Besitze eines Auslandspasses sind, nicht in das Land einznlassen. Bisher hat die kanadische Regierung von diesem ihrer Rechte nur Italienern und Schwarzen gegenüber Gebrauch gemacht. Seit dem 1. März dieses Jahres nun hat auf Grund eines Erlasses der obersten Einwanderungsbehörde diese Maßregel auch gegenüber den Einwanderern ans Rnßlattd in Anwendung zu kommen. Bedenkt man, daß die meisten russischen Einwanderer in Kanada bisher Inden waren, die aber, weil sie ans politischen Gründen oder wegen ihrer Religion verfolgt, das Land verlassen hatten, begreiflicherweise nicht im Besitze eines Auslandspasses waren, so wird man begreifen, welch schwerer Schlag diese verschärfte Maßregel der kanadischen Regierung für die von den russischen Behörden verfolgten Juden ist. 150|iU|viße Jtibdfeiev der Wiener Chewra Kadischa. In glänzender, ihrem Ansehen und ihrer Bedeutung würdig entsprechender Weise hat die Wiener Chewra Kadischa die Feier ihres 150 jährigen Bestandes begangen und dank der mnnifizenteu Großzügigkeit des Präsidenten, Herrn Salo Cohn, dem hingebungsvollen Wirken sämtlicher Vorstandsmitglieder und der mit uneingeschränkter Anerkennung zu wertenden Arbeitsleistung der wenigen, aber überaus tüchtigen Beamten, war das Arrangement der festlichen Veranstaltungen ein so gelungenes, daß dieselben allen Teilnehmern in unvergeßlicher Erinnernng bleiben werden. Donnerstag, den 23. 'April- 7 Uhr abends, fand im Leopoldstädter Tempel ein Festgottesdienst statt, bei welchem Rabbiner Dr. G r n n w a l b i» gedankentiefer Festrede die ruhmvolle Geschichte und das segensreiche Wirken der Wiener Chewra Kadischa illustrierte und Oberkantor Morgenstern mit verstärktem Tempelchore die herrlichen Sülzer'fchen Festgesänge brillant exekutirte. Die musterhaften Choranfführnngen wurden von den beiden Chordirigenten des Stadt- und Leopoldstädter Tempels. Z e l ln i k und H e i ni a n n. abwechselnd dirigiert. An dem traditionellen Bruder mahl. das Sonntag, den 26. April in den prunkvollen Räumen des großen Konzerthaussaales veranstaltet wurde, nahmen nebst den offiziellen Vertretern der Gemeinde und zahlreichen Chewramitgliedern eine Anslese der Wiener jüdischen Gesellschaft und auswärtige Gäste teil. Die prachtvolle Ansftattnng des Saales, die herrlich mit Blumen reich gedeckte Tafel im weiten Parterre, der anmutige Kranz von Damen' in den Logen und auf den Balkons, alles in gehobener Festesstimmung, das bot ein entzückendes Bild, an dem das verwöhnteste Ange sich erfreuen mußte. Anwesende: Ueber 600 Personen haben an dem Brndermahle persönlich teilgenvmmen. Ohne ans Vollkommenheit Anipruch zu erheben und ohne Rücksicht auf irgend eine Reihenfolge heben wir hier folgende Persöirlichkeiten von den Anwesenden hervor: Chewra Kadischa in Wien: Präsident Salo Cohn und Gemahlin. Vizepräsident phil. et jnr. Dr. Markus Spitzer, Jakob Kann. Salamon Simon. Moritz Breilner, Moritz B. Eißler, Samuel Goldmann, Jgn. Klein. Jaqnes Karpeles, Philipp Kohn. Carl Lang, Leopold Otto, Samuel Steiner, Präsident der israel. Knltusgemeinde Dr. Alfred Stern, die Viceprasidenten Dr. Gustav Kohn und Hofrat Dr. Benjamin Rappaport mit den Vorstandsmitgliedern Richard Bettelhenn, Professor Dr. Salamon Ehrmann, Dr. Jakob Engel. Emannel Grünwald. Ernst Hirsch, Emannel Hoffmann, kais. Rat Siegmuud Kanders. Adolf Schrämet, Dr. Heinrich Schreiber, Kommerzialrat Leopold Simon. Oberrabbiuer Dr. Moriz Güdemann. die Herren Rabbiner Dr. Fenchtwang, Dr. Rosenmann, Dr. Taglicht, Banmgarten. Fleich. Dr. Bauer, Dr. Gelbhans, Dr. Mandel. Papo. H. L. Reich. In Vertretung der Chewra Kadischa Wien, XU—XY, deren Präsident Weinberger und Kassaverwalter Kommerzialrat Simon. Chewra Kadiicba XYI, Obmann Sigmund Weiler. Chewra Kadischa XVIII, Chewra Kadischa XXI, deren Obmann Max Nenmann. Chewra Kadischa Graz durch den Präses Jgn. Adler, orth. Chewra. Kadischa Preßbnrg durch Präses Lazar Gestetner, aut. orth. Knllusgemeiude Preßbnrg durch Vizepräsidenten David Krausz. Knltusgemeinde Linz: Präsident Benedikt Schwager. Chewra Kadischa Linz: Präsident Adolf Fürst und Vorstandsmitglied Emil Bruder, türk.-israel. Verband (Sephardim) in Wien: Präsidenten Licco Adult und Mvsco de Majo. Salamon R. Farchy, Chewra Kadischa Friedek-Mistek durch Direktor Ferdinand Geiringer. Die Gemeinderäte Medizinalrat Dr. Löwenstein, Stadtbanmeister. Edmund Melcher, die Bezirksräte I. Gießkann. Edmund Hoffmann, Alexander Pollak und Rübuer. Oberst Wecker. Oberst Hnsserl, Kammervirtuose Professor Alfred Grünfeld, Konzertsänger Viktor Heim, die akad. Maler Isidor Kanfmann und Lazar Krestin, Cellovirtuose Professor- Snlzer, Obei finanzrat Adolf Goldfarb. Regiernngsrar Dr. Frankfurter, Hofrat Dr. Schlag, Hofrat Dr. Löwner, Oberlandesgerichtsrat Dr. Spitzkopf. Die Professor en Dr. Ludwig Braun, Dr. Königstein. Dr. Pineles, Dr. Stefan Weidenfeld, Dozent Dr. Zappert, Direktor Dr. Fleischmann, kais. Nat Dr. Krüger. Die Advokaten Dr. Herman Fialla. Dr. Theodor Guttmann jun.. Dr. M. Hilschmann, Dr. Jakob Löwinger. Dr. Elias Münz, Dr. Wilhelm Pappenheim, Dr. M. Schnabl. Direktor Wilhelm Kux, Kön. Rat Dr. Albert Mittler, Julius-Wolf. kais. Rat Paul Lemberger. kais. Rat Eduard Wiener, Dr. Bela Taussig, Rudolf Kohn, Dr. Arnold Hildesheimer, kais. Rat Albert Frankl, kais. Rat M. Geiringer, Börierat Gustav Sobotka. Kammerral S. Steinhübl, Julius Marburg, Dr. Fritz Schick, kais. Rat Naumann Schefftel, kais. Rat Benda. Sigmund Popper, Alfred Rosenfeld, Leopold Herz. Prokurist des Baron Springer,

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