Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 13 (3.4.1914)
- Date
- 1914-04-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Anerkennung. Bei der per acclamationem vorgenommenen Ergänznngswahl wurden die turnusmäßig ansscheidenden Herren Siegfried Lengsfelder, Sigmund Löwy. S. Pollitzer und Dr. Julius Weiß wiedergewählt und die Herren Leopold Bruckner und Leo Neumann neugewählt. Als Revisoren mit einjähriger Funktionsdauer wurden die Herren Emil Benisch, Leo Deutsch und Florian Haas wiedergemählt. Nach Erschöpfung der Tagesordnung hielt Herr Rabbiner Dr. Grunwald unter Hinweis ans das segensreiche Wirken des Vereines einen Vortrag über das Thema: „Wohltun ist Gottesdienst" und die gedankenreichen Ausführungen des Redners wurden von der Versammlung mit reichem Beifalle bedacht. Der Vorsitzende dankte Herrn Rabbiner Dr. Grunwald, der gleich feinem unvergeßlichen Vorgänger Rabbiner Dr. S ch m i e d l ein so großes Interesse für den Verein bekunde und schloß hierauf die Generalversammlung. Wien. Der Vorstand des „jüdischen Vereines Einheit" gibt hiemit bekannt, daß wie alljährlich auch heuer in den Speisehallen des Vereines. II. Malzgafse 12, der Seder in feierlicher Weise begangen wird und stehen 5 Säle zur Verfügung. Anmeldungen hiefür werden unter obiger Adresse entgegengenommen. Wien. (Em i g r a n t e n sü rs o r g e d e r Is r a e l i t i s ch en Allianz zu Wien.) Während kdes Monates März 1914 wurden von der Zentrale der Israelitischen Allianz in Wien insgesamt 155 Emigranten, davon 126 russische und 29 rumänische, weiterbefördert, u. zw.: 110 nach den Vereinigten Staaten, 14 nach Argentinien, 3 nach Kanada, 3 nach England, 18 nach Frankreich und 7 nach anderen Ländern. In ihre Heimat zurückbefördert wurden 28 Rückwanderer. Während des Aufentüaltes in Wien wurden im Monare März für 47 Personen zusammen 98 Tage Logis nndvolle Verpflegung bezahlt und an 67-,Perfoueuizusammen 157 speisemarken für die israelitische Volksküche ausgegeben. Es fubreu zu ihren Männern 20 Frauen, zu Eltern (resp. Kindern) 37 Erwachsene und 41 Kinder, zu Geschwistern 26 Erwachsene und 3 Kinder, zu sonstigen Verwandten 19 Erwachsene, ohne Verwandte 9 Personen. Von den Erwachsenen hatten 52 keinen bestimmten Beruf. 20 waren Schneider resp. Schneiderinnen, 2 Schuster, 6 Händler oder Handelsangestellte, 8 Tischler, 1 Fleischer, 1 Spengler, 1 Müllner. 5 Schmiede oder Schlosser, 1 Putzer, 1 Uhrmacher, 1 Goldarbeiter, 2 Riemer. 1 Faßbinder. 1 Miedermacherin. 1 Korkschneider, 1 Maschinist,' 1 Chauffeur und 1 Koffermacher. _ Wien. (I üd j s ch e T v y n b e e h a l l e, XX., Othinargasfe,46) Schlußabend. Samstag den 4. April: Rezitation. Streichquartett Z e r n e r, Frau Raja B a r b e r - W a l d b e r g (Gesang), Schwestern G o l d n e r (Klavier und Violine). Schlußrede: Prof. Dr. Wilhelm Roth. Wien. Die diesjährige Generalversammlung des „jüdischen Vereines „Einheit", welche am 24. März im Turnsaale der „Talmud Thora" in der Malzgaffe stattsand, nahm, wie alle Veranstaltungen dieses vornehmen, - Humanität im modernen, großen Stile übenden Vereines, einen glänzenden Verlauf. Der Einladung des Vereinsvorstandes war ein zahlreichrs distinguiertes Publikum gefolgt. Es waren erschienen: der Obmann Bernhard Hosbauer, Obmann-Srellvertreter Moritz F e l s e n b » r g, erster Schriftführer Direktor Dr. Krende^: g e r, zweiter Schriftführer Dr. Dagobert RibaczevSki, Kaffaverwalter Max Hosbauer, Kassier-Stellvertrerer Hermann K n n e r, Oekonom Adolf Fischer, die Ausschußmitglieder: Bezirksrat Philipp B a k, Alexander E i g e r, Leopold .Für st, Samuel Goldman n, Profeffor Dr. Heinrich N e u m a n n, Dr. Wolfgang Pollaczek. Dr. I. Reiniger. Nathan Schiff, Hofrat Dr^ Julius Schlag, Salomon Straffer und Dr. Ignatz Wein- . tr a u b. Nach Eröffnung der Sitzung begrüßte der Obmann die Gäste, insbesondere den Vertreter der Wiener Kultusgemeinde Knltusvorsteher Dr. Heinrich S ch r e i b e r, die Rabbiner Dr. Grunwald, Dr. Bauer, Reich, F l e s ch, Schenk und G o l d st e i n, Gemeinderat Dr. Schwarz-Hiller und Bezirksrat S. M. R ü b n e r, die Vertreter der Humauirätsvereine „B'nei B'rith": Dr. Josef Bondi und Kommerzialrat S. Rosenzweig, Religionsprofeffor A n t s ch e r l, Amtleiter F r e i st a d t. den Chef des Wohltätigkeitsamtes Rudolf Kraus, Sekretär Siegfried Fleischer, die Oberkanroren Bauer, Morgenstern und Müller sowie die Delegierten der übrigen Vereine und Organisationen. Hierauf gedachte der Obmann des Hinscheideus des verewigten Rabbiners Dr. Schmied l, des Oberkantors Mayer S ch o r r, in dem der Verein einen Freund und Gönner verloren hat, ebenso des Hinscheidens des Vereinsmitgliedes kaif. Rat Alfred Messing er. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen wies Redner auf die erfreuliche Tatsache hin. daß dank der vorsichtigen, und rationellen Wirtschaft der Verein keine Passiven hat, was hauptsächlich der unermüdlichen fachkundigen Tätigkeit des Oekonomen Adolf Fischer zu danken sei, der sich in selbstlosester Weise oft mit Hintansetzung seiner eigenen Jntereffen in den Dienst der guten Sache stellte. Der Verein hatte noch ein großes Ziel vor Augen und zwar die Errichtung eines eigenen Hauses, in welchem die Anstaltsküche, die sich trotz wiederholter Erweirerungeii als zu klein erweist, untergebrachr werden soll. Er ist in der angenehmen Lage, Mitteilen zn können, daß bereits zwei Persönlichkeiten, die vorläufig ungenannt sein wollen, je 1000 Kronen und andere zwei je 500 Kronen für diesen Zweck zugefagt haben. Von großem Interesse war die weitere Mitteilung des Obmannes, daß die Speisehalle des Vereines heute bereits sowohl im Inals auch im Auslande als Muster für ähnliche Institutionen gilt. So wurden in Preßburg und in Budapest genau. nach hiesigem Muster solche Speisehallen errichtet und in.Brüun, Berlin und Frankfurt steht die Errichtung solcher Anstalten bevor. Hierauf wurde der ausführliche Jahresbericht erstattet, der von der Versammlung einstimmig genehmigt wurde. Sämtliche Redner, die hierauf zu Worte kamen, zollten der Vereinsleitung und namentlich dem Obmanne Bernhard H o f b a u e r, dem Schriftführer Dr. Kreuberger, dem Oekonom Adolf Fischer und dem Kassaverwalter Max H o f b a u e r, welch letztere zwei mit bewunderungswürdiger Energie und Umsicht alle denkbaren Hilfsquellen dem Vereine und seinen Institutionen dienstbar zu machen bemüht sind, uneingeschränktes Lob. Kultusvorsteher Dr. Heinrich Schreiber sprach die Anerkennung des Kulrusvorstandes für die Tätigkeit des Vereines aus und versicherte denselben auch der weiteren Sympathien des Kultusvorstandes. Die im Verlaufe der Debatte von Dr. Rybacevski vorgebrachte Bitte, daß der Kultusvorstand seine Subventionen bedeutend erhöhen möge, nahm Dr. Schreiber ad referendum und versprach, dies, soweit es möglich sein werde, zu befürworten. Es sprachen noch Rabbiner Prof. Reich, Hofrat Dr. Schlag, Sekretär Fleischer, Professor A n t s cb e r l, Rabbiner G o l d st e i n u. m. a. Nach Anhörung des Revisionsberichtes des Herrn Jakob Fuchs wurde dem Vorstände das Absolutorium erteilt und die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Alexander E i g e r, Dr. I. Reiniger und Nathan Schiff einhellig wiedergewählt. Sandorf. Am 29. März wurde unter Vorsitz unseres Herrn. Bezirksrabbiuers Dr. Marmor stein Sr. Wohlgeboreu Herr Jakob Deutsch. Realitäten- und Großgrundbesitzer, zum lebenslänglichen Ehrenpräses unserer Gemeinde gewählt. Herr Jakob Deutsch steht unserer Gemeinde bereits ein Vierteljahr-Hundert als Präses vor. In Anerkennung seiner Leistungen, er hat erst vor einigen Jahren den hiesigen Tempel auf eigene Kosten adaptiert, ist ihm diese Auszeichnung zu Teil geworden. Budapest. (Die Neuwahlen in der P e st e r Che w ra Kadischa.) In der vorigen Woche wurde die Hälfte der Mitglieder der Repräsentanz neugewählt. Am 25. März hielt der Verein eine Generalversammlung, in der die Neuwahl des Präsidiums und des Vorstandes vorgenommen und der Ausschuß ergänzt wurde. Auf Antrag Dr. Wilhelm Grauers wurden die bisherigen Funktionäre mit Akklamation wieder gewählt und zwar znm Präsidenten Hofrat Julius Wrnterberg, znm Vizepräsidenten Julius Adler, zn Vorstehern Josef Brody, Baron Bela Dirßtay, Auton von Deutsch und Moritz Lin den bäum. Nach Verkündigung des Wahlresultates wurde Präsident Julius Winterberg von einer Depntation eingeholt. Gustav G. Ehrlich begrüßte in warmen Worten das Präsidium, worauf Hofrat Winterberg folgende Prograinmrede hielt: Geehrte Generalversammlung! Sehr geehrter Freundl Die schmeichelhafte Art, -mit der Sie uns begrüßen, erfüllt uns mit Freude und gerechtem Stolze. Sie gestatten, daß ich Ihnen im Namen aller Gewählten innigen Dank sage. Eine erste Wahl gleicht dem geschlossenen Briefe, von Fremden den Fremden für unbekannte Wege mitgegeben. Inhalt, Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen offenbaren sich zumeist nur nahe dem Endziele. Erst beim Rückblicke wird mancher zu spät gewahr, daß eben das harmonische Band, der lebendige sympathische Zusammenschluß mit dem befruchtenden Nährboden der Gesamtheit fehlte. Eine Wiederwahl insbesondere eine mehrmalige, hingegen ein offenes Sendschreiben, von den Freunden dem Freunde als liebevoller Wegweiser mitgegeben, ein Sendschreiben, darin sich bereits erprobter Männer Wertschätzung laut und restlos ausspricht und wie ein Scheinwerfer leuchtet es, die Vergangenheit aufhellend, auch znkunftsfroh dem kommenden Tage entgegen. Enggeschlossen reiht sich die Schar der Brüder um uns, mitratend, mithelfend, ermnnternd, zustimmend zn weiteren Schritten auf der Entwicklungsbahn hnmanitärer Kultur. Kein Mißton stört unsere Schaffensfreude, opferwillig, edelsinnig bestärkt man unsere Unterbreitungen und all das vollzieht sich so einträchtig, weil Sie, liebe Brüder, nuferen Glauben an die höheren Ziele und Zwecke der Chewra Kadischa teilen. Bertraueusvoll legten Sie die weitere Führung und Leitung der Chevra in unsere Hand, was Wunder, das wir uns frisch erstarkt und neuberufen fühlen, quillt uns doch ans den Wurzeln belebende Tatkraft, die uns methodisch zu weiteren Schöpfungen leitet. Vernehmt es, Ihr Brüder, der Heilige Verein heischr strengen Dienst, erheischi milde Priester, braucht ernste Arbeit und Entsagung, dem hohen Amte wollen wir entsprechen. Hiemit schließe ich die Generalversammlung. Jüdische Bühne. Direktion M. Siegle r. „Hotel Stefanie" II., Taborstraße 12. Freitag, den 3. April 1914, „D i e I o s e j m e", Drama in 4 Aufzügen von I. Gordiu, Auftreten des Frl. Gorskaja. Samstag, den 4. April, H e r z e l K l u b. 1. „Z i r i k g e k i m m e n" von Schalom Asch. 2. „I m Speifewage n" von Theodor Herzl. 3. D e r getaufte Enkel" von Beda. Sonntag den 5. April nachmittags */,4 Uhr: „D i e S t r a ß e n k i n d e r". Sonntag den 5. April 8 Uhr abends : „D i e S e d e r - N a ch t". Bis O st e r - 'so untag geschlossen. Ostersonntag den 12. April, „D ereifern e Mann" von M. Richter. Die geehrten Kercen Kantoren werden Höflichst und dringendst ersucht, die restlichen Köonnernentsöeiträge umgehend einsenden zu molken.