Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 13 (3.4.1914)
- Date
- 1914-04-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13. Die Wahrheit Leite 11. Mtrratnr. Soeben erschienen: Der Haushalt der israel. Kultusgemeinden nach dem geltenden österreichischen Rechte. Mit der einschlägigen Rechtssprechung des k. k. Berwaltungsgerichtshofes. Bon Dr. Leopold Ster n, Rechtskonsulent der israel. Kultusgeineinde Wien. Verlag R. Löwit, Wien, I. Rotenturmstraße 22. Preis K 1.20, Mk. 1.—. Das Berfassungsgesetz der israel. Religionsgesellschaft in Oesterreich vom 21. März 1890 wird in kurzer Zeit ein Vierteljahrhnnderr seines Bestandes vollenden. Dieses Gesetz bildet den Kristallisationspnnkt für die Entwicklung des geltenden staatlichen Rechtes der israelit. Kultusgemeinden. Der diesbezüglich angesammelte Rechtsstoff entbehrt bis nun einer den speziellen Bedürfnissen der autonomen Knltnsgemeinde-Verwaltuugen entsprechenden zusammenhängenden Darstellung. Dieser Aufgabe auf dem Gebiete des für die Kultusgemeinden so wichtigen Finanzwesens zu entsprechen, ist der Zweck der obbezeichneten Schrift. Den mit solchen Angelegenheiten Beschäftigten soll ein praktischer Behelf an die Hand gegeben, die einschlägigen Ministerial-Vervrdnungen und die Judikatur des Berwaltungsgerichtshofes sollen ihnen leicht und übersichtlich zugänglich gemacht werden. Zur Charakterisierung der Arbeit diene folgende summarische Uebersicht: Die Kultnsgemeinde ein Finanzobjekt der öffentlichen Verwaltung; die formelle Ordnung des Haushaltes der Kultusgemeinde; Arten der Einkommensteuerquellen; Leistungen für israel. Knltuszwecke (gesetzliche Bestimmungen); die Musterstatuten als Rechtsqnelle des Abgaben« und Gebührenwesens; direkte Kultusbeiträge (Kultussteuern); Konfeffionszngehörigkeit; Angehörigkeit zur Kultnsgemeinde; Materielle Leistungsfähigkeit; Beginn und Ende der Kultnssteuerpflicht; Veranlagungsilnd Bemessungsverfahren; Evidenzhaltnng der Angehörigen derKnltusgemeinde; statutarische Rechtsmittel; Rechtsmittel im staatlichen Jnstanzenzuge; politische, subsidiäre gerichtliche Exekution; Taxen und Gebühren für verschiedene Knltuszwecke, insbesondere im Leichen- und Friedhofwesen und im Koscherfleischwesen; freiwillige Beiträge für Knltuszwecke. Hieran schließt sich die Rechtsprechung des k. k. Berwaltnngsgerichtshofes (22 Erkenntnisse und 2 Beschlüsse). Die Arbeit erscheint somit auch als ein geeigneter Behelf für die juristische Praxis übethauvt und wird den interessierten Kreisen höchst willkommen sein. Heinrich Heines Briefwechsel. In dem Münchener Berlage Georg Müller läßt der Wiener Professor Friedrich Hirt ein sehr bedeutungsvolles Werk erscheinen: den Briefwechsel Heinrich Heines, wovon der erste Baud eben an die Oeffentlichkeit trat. Diese neue Sammlung der Briefe des Dichters des „Buches der Lieder" stellt sich als die größte und umfassendste aller bisher erschienenen dar. Eine große Anzahl von sehr wichtigen und interessanten Briefen Heines ist zum überhaupt erstenmale darin abgedrnckc, alle anderen Briefe konnte der Herausgeber nach den Handschriften in ihrem Wortlaute richtigstellen. Hirth hat damit eine außerordentlich verdienstliche Leistung zustande gebracht, die um so.bedeutungsvoller ist, als er den Handschriften der Briefe Heines an vielen Orten nachgehen mußte. Die außerordentliche Mühe, die er auf das Zustaudebringen seines grundlegenden Werkes verwendete, ist denn nun auch von vollstem Erfolge begleitet. Heinrich Heine hat hier ein Denkmal bekommen, daß seiner dichterischen Bedeutung durchaus angemessen ist. Aus seinen Briefen lernt mau ihn von der bestrickendsten Seiten seines reichen Wesens kennen; er ist ein außerordentlich guter, treuer Sohn, liebevoller Bruder und Schwager, ein ergebener Freund. Alle die schlechten Eigenschaften. die ihm seine Gegner unberechtigt audichten wollen, sind ans keiner Zeile dieser Briefe zu erkennen. Ueberhaupt gewinnt man durch Hirths Sammlung die tiefsten Einblicke in den Lebens- und Dichterkampf Heines. Die berüchtigte. Affaire mit dem Grafen Platen erfährt ihre sehr wesentlichen Berichtigungen, aus denen hervorgeht, daß Heine, von seinem gehässigen Gegner grundlos angegriffen, sich zur Wehre setzte, daß also keinesfalls er der Angreifer in dieser häßlichen Polemik war. Auch sonst gewinnt man aus den Briefen sehr wertvolle Einsichten. So stellt sich das Verhältnis Heines zu den deutschen Regierungen in völlig neuem Lichte dar, ebenso zu seinem Verleger Campe, der ein schlimmer Ausbeuter der dichterischen Kraft Heines war, den er immer jämmerlich honorierte. Die Einleitung, die Hirth dieser wertvollen Brjessammlueg voranschickt, ist ein kleines Meisterstück eindringlicher Charakterisierungskuust. Die Ausstattung des Werkes entspricht den höchsten Anforderungen und so ist dieses in jeder Hinsicht eine der wertvollsteil Publikationen, hie in den letzten Jahren ans dem deutschen Büchermärkte erschienen, wert, von jedermann gelesen und gekauft zu werden. A r m i h R e d a b. Subskriptionseinladung. Unter Bezugnahme auf die Kundmachung Sr. Exz. des Herrn Leiters des k. k. Finanzministeriums wird der Betrag von Nominale 396,600.000 Kronen steuerfreier 4%%iger österreichischer amortisabler Staatsschatzanweisungen vom Jahre 1914 zur Subskription aufgelegt. Die Subskription, auf welche Anmeldungen vom 2. April 1914 an angenommen werden, wird Dienstag, den 7. April 1914, 12 Uhr mittags, geschlossen. Verzeichnis der Verstorbenen vom 22. bis inklusive 28. März 1914. Otto Weiß, Kind, 4 Monate. Samuel Bergmann, Kutscher, 58 I. Siegmund Hnth. Schirmmacher, 63 I. Abraham Med recte Äelzer, Agent, 73 I. Regma Friedländer, Anstre,chersgattin 45 I. Babette Goldschmidt geb. Frank, Private, 81 I. Dr. Karl Biueer, Privat, 54 I. Rosa Ochs geb. Pollak, Kommissionärswitwe, 63 I. Rudolf Witlmann, Fabrikant, 52% I. Marie Hirschler geb. Pollak, Privat, 68 I. Louise Pollak, Privat, 60 I. Marie Roseumann geb. Brust, Privat, 55 I. Siegmund Steinfeld, Schauspieler. 32 I. Rojalie Barth geb. Soffer, Private, 63 I. Rosalia Steiner geb. König, Buchhaltersgattin. 61 I. Paula Rosenfeld geb. Rothfeld, Kaufmaunswitwe. 50 I. Paula Gerstl, Private, 24 I. Ernestine Fraenkl geb. Kollisch, Private, 80 I. Jonas Becker, Kaufmann 74 I. Oranka Reisz, Kontoristin. 19 I. Moritz Kohn, ohne Berns, 77 I. Julius Goldschmidt, Prokurist. 71 I. Sidonie Singer geb. Wiener. Buchhaltersgattin, 45 I. Betti Flesch geb. Herzl, Private ,63 I. Heinrich Böhm, Direktor und Prokurist, 58 I. Ernst Karpeles, Privatbeamtenskind, 18 Tage. Anna Wurmfeld geb. Karplus, Advokatensgattin, 49% I. Lina Mayer, Private, 48 I. Anna Poffert geb. Mautner, Pflegling, 86 I. Sofie Schiller, Private. 65 I. Sofie Müller, Private, 55 I. Ignatz Zucker, Kaufmann. 60 I. Hermine Lampl, Schneiderskind, 3J. Leon Wein, Kaufmann, 45 I. Therese Pollak geb. Eckstein, Privat, 77 I. Chancie Fischer, Fleischhanersgattin, 50 I. Antonie Ascher geb. Sabetey, Großhändlerswitwe, 76 I. Max Bauer, Kaufmann, 77% I. Anton Höllischer, Kaufmann, 75 I. Abraham Adleser, Pflegling, 87 I. Fritz Lewengarz, Kassiererskind, 1 Tag. Heinrich Jellnich, Privat, 76 I. Wolf Grünstein. Hansiererskind, 5% I. Franz Geiringer, Metallwarenerzeuger 39 I. Benjamin Scherner, Agent, 56 I. Jakob Grünbanm, Produktenhändler 47 I. Leopold Kohn, Reisender, 40 I. Therese Polacek, Private, 67 I. Sarah Sturmwind. Privat, 23 I. Leopoldine Sonnenschein, Kistentischlerstochter 37 I. Climka Jeckel, Private, 69 I. Frances Strakosch, Privat, 60 I. David Josef spitzer. Privat, 77 I. Samuel Eisenstädter, Getreideagent. 66 I. Jüdische Familien - auf dem Lande! ~— in gesunder Gegend, die bereit sind, erholungsbedürftige arme Personen, Erwachsene oder Kinder, gegen Bezahlung bei sich aufzunehmen, werden ersucht, ihre Adresse nebst Preisangabe für "Wohnung und Verköstigung an die „Zentralstelle für das jüdische Armen wesen“ :: Wien, I., Seitenstettengasse 4, einzusenden. _Verband zur Fürsorge für Kurhedurttige. Die seit 40 Jahren bestehende, bestrenommierre mssa Mazzesfabrik nUCQ Pinkus Juhn — - hat heuer ihr Verkaufslokal 3-X- X-.iliezx'bTTa.n.rLg-a.sse KTx. Si. Die Erzeugung steht unter der Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates in Floridsdorf, des Rabbiners Herrn Dr. NI. 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