Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 13 (3.4.1914)
- Date
- 1914-04-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Die Uörtörrjetr. Seile d. Und mm noch ein paar Proben von der Gründlichkeit Zieglers. König Salomo hat sich nach ihm (S. 5) k r. i ege r i s ch betätigt. Mit wem er die Kriege geführt, hat er 'uns nicht verraten. — Amos prophezeit im Namen Gottes: Die Heiligtümer Israels werden zerstört werden nnd gegen das Hans Jarodeams werde ich mit dem Schwerte mich erheben. Daraufhin denunziert der Priester Amazia den Amos beim König' als einen Verschwörer. Daraus folgert Ziegler, daß Adel und Volk es für ein Ding der Unmöglichkeit hielten, daß Israel untergehen könnte, weil es gegen die S i t t l i ch k e i t s g e b o t e sich vergehe, trotzdem es den Kultus streng beobachtet und Jahwe allein opfere (S. 22)! Wie soll man solche Phantasien benennen? — Die Worte Hoseas (2, 2b): Ich werde sprechen zum Nicht — mein — Volk mein Volk bist Du und es wird sprechen: (Du) „mein Gott"! gibt Ziegler wieder: O, mein I a h w e. Nun ist es im Hebräischen geradezu unmöglich, „mein Jahwe" zu sagen, außerdem steht ja im Text „m ein Gott nnd nicht „m ein Jahwe"! —- War hier auch die sorglose Phantasie im Spiele? — Josef empfiehlt seinen Brüdern, dem Pharao zu sagen, daß sie Hirten seien, damit sie in Hosea wohnen sollen, da . ja alle Schafhirten den Aegyptern ein Greuel seien (Gen. 46, 34). Nach Ziegler geschah es, um sie nicht zur Anbetung ägyptischer Gottheiten zwingen zu müssen (11)! Zum Schluß sei noch ein Beispiel für die sorglose Schreibweise Zieglers angeführt. Er schreibt S. 8: „Omri, der gleich den meisten seiner Vorgänger von meuterischen Soldaten auf den Thron gehoben wurde, machte Samaria zur Hauptstadt". — Omri hatte im ganzen f ü n f Vorgänger. Von diesen fünf haben z w e i. nämlich Baesa nnd Simri, ihre Vorgänger ermordet und sich des Thrones bemächtigt. Die meuterischen Soldaten und die meisten Vorgänger sind Erzeugnisse der Zieglerschen Phantasie! Soll von da her das Heil für unsere Religion erstehen?! Es wäre doch unsere heiligste Aufgabe, die haltlosen und zum Teil recht lächerlichen Behauptungen der protestantischen Theologen in ihre Schranken zurück zu weisen, wie es zum Teil Jacob (Die Thora Moses) getan hat. Aber ihre verderblichen Hypothesen als Tatsachen hinzustellen und der jüdischen Intelligenz beiznbringen, das kann nicht die Aufgabe eines jüdischen Religivnslehrers sein, noch weniger aber der Zweck jüdischer Bolksschrifteu! — Zentralstelle fitv das jüdische Armemvesen. Im großen Sitznugssaale der Wiener israel. Kultusgemeinde fand Donnerstag, den 26. März, 6 Uhr abends, unter überaus starker Beteiligung die statutenmäßige Delegiertenversammlung der Zentralstelle für das jüdische Armenweseu statt. Erschienen sind die Damen nnd Herren: Frau Professor Roth (Kinderhort I), Frau Professor Tauber, Hermiue Kadisch (Taubstummen-Jnstitut und Volksküchenverein), Lonise Kuffler (Präsidentin des Ansspeisnngsvereines im 20. Bezirk), Leopold Herz, Prokurist der Fa. Max Springer, Knltusvorsteher Max Zirner und Frau, Dr. Rudolf Th. Schorstein (Baronin Hirsch-Sliftnng), Dr. Arnold Ascher (Baron Hirsch-Stiftung), Heinrich Mendl, Dr. Gustav Kohn, Landesschulrat, Präsident des Kuratoriums, Cäcilie Frankl (Vize-Präsidentin des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchenheim,) Sofie. Deutsch, Regine Kopstein (Präsidendin des Frauen- Hort), Gottlieb Drab, Rudolf Urbach (Verein der Kinderfrennde Ottakring-Hernals), Dr. Emilie Weiß. Marie Kohn (Franen-Verein XX. Bezirk), Lea Bondy (Biknr Chvlim), Emmy Wechsler, Sofie Walluch (Biknr Chäulim), Antonie Elsner (Theresien-Kreuzer-Verein), Ignaz Glück (Treubnnd). Siegfried. Fleischer („österr. israel. Union" und „Kinderheim"), Kais. Rat Dr.. S. Krüger, Direktor Jakob Mautner (Waisenverein), Reg. Rat Rosa Wien (Auskunftstelle für Wohlfahrtsangelegeuheiten), Frau. Dozent Sofie Grünfeld, Präsidentin des Vereines Ferienheim mit den Vorstandsdamen Dr. Friedmann nnd Jenny Frank, Emma Hönigsberg, Emma Altmann (Verein zur Ausspeisung hungernder Schulkinder vom XX. Bezirk), Maria Sriaßny, Frau von Doclor, Clotilde Benedikt (Franenhorl), Helene Knranda, Direktor Regiue Ullmanu (Mädcheu-Unterstntzuugs-Verein). Selma Peretz-Böhm (Propaganda-Verein). Arnold Lemberger, Amalie Korany (Pestalozzi-Verein), Dr. Julius Flesch, Dr. Friedrich Welt (Verein für zugereiste kranke Israeliten), Jda Figdvr. Frau Professor Gnnnann, Frau Dr. Hopfinger (Znsiucht), Rosalie Cahn, Emannel Beer (Osten), Dr. I. Winter (Chewra Kadischa XVIII. Beznk). Vorsteher S. Goldmann (Chewra Kadischa I.), Aunsleiter Wilhelm Freistadt, Amtsleiter Rudolf Kraus. Hermine Gerber. Dr. Nauy David, Alexander Steiner nnd Frau (Jubiläums Franen- Verein). Dr. Isidor Braun, Professor M. R. Salzmann, Apotheker Naditz, Gisela Weiß. Frau Dr. Stein (Verein zur Unterstützung jüdischer Kurvedürfligei), Frau Dr. Helene Deutsch. Berta Brüll (Greisinnen-Füriorge). Jsidv-r Trebitsch (Menschenliebe), Dr. Phila Drucker, Moriz Ungar (Zukunft), Salo Lemberger (Donanperle). Josef Kohn (Die Brüder), Dr. Hugo Rosiuger. Frau Ingenieur Gelbhans (Franen- Verein Mariahils-Nenbau). Margarete Sternlicht (Franen- Verein Döbling), Charlone Frischaner (Franz Josef Kinderhort), Direktor Laura Krenberger, Frau Jakob, Franziska Birmann (Hietzinger Franen-Verein), Max Hofbaner (Einheit), Josef Frendenberg (Eintracht), Dr. Oskar Joköbowicz (Pestalozzi). Alice Fischer (Franen-Verein Wieden-Margareten), Sigmund Rochmis (Chewra Kadischa XVI. Bezirk), Herr Schäfer (Gute Herzen), Isidor Frommer (Verein zur Unterstützung kranker Ji aeliten), Regine Kander (israel. Kinderbewahranstalt). Josef Popper (Fides). Ihr Fernbleiben hatten entschuldigt: Professor Dr. Wilhelm! Roth, Frau Grünwald (Präsidentin des Floridsdorfer Franen- Wahltätigkeits-Vereines), Ernst Simon, Karl Freund, Frau Jnlie Zerner (Präsidentin des Vereines „Jugeudschntz"), Frau Rosa Frankl (Verein gegen Verarmung nnd Bettelei). Der Vorsitzende, Präsident des Kuratoriums Dr. Gustav Kohn, eröffnete die Delegiertenversammlung mir der Begrüßung der Erschienenen nnd widmet hierauf den im Berichtjahre verstorbenen Mitgliedern der Zentralstelle, Ignaz B i t t m a n n, Heinrich Egger nnd Max I e i t e l e s Worte pietätvollen Gedenkens, die von der Versammlung stehend angehört werden. Nach Verlesung des Protokolls der vorjährigen Delegiertenversammlnng durch den Sekretär der Zentralstelle Dr. M. Löwy erstattet Vizepräsident Dr. Rudolf Schorstein folgenden Bericht: „Geehrte Generalversammlung! Aus den Ihnen im Folgenden vorznlegenden Ziffern werden Sie ersehen, daß die Zentrallstelle für das jüdische Armenwesen im heurigen Jahre auf allen Gebieten normale Fortschritte gemacht hat und auch die im vorigen Jahre erst angeschlossene Sektion für Kurbedürftige zur vollen Ausgestaltnug bringen konnte. Es ist die Anzahl der Mitglieder, die Anzahl der Anfragen, die Anzahl der erteilten Auskünfte, die Anzahl der Katasterblätter, durchwegs nicht unerheblich gestiegen und ich glaube der Hoffnung Raum geben zu können, daß die angeschlossenen Vereine und Einzelpersonen mit der Arbeit der Zentralstelle zufrieden sein werden. Möglicherweise könnte Ihnen eine Differenz in den Spenden auffallen, die um K 5500.— im Vorjahre höher waren. Im Vorjahre waren es aber größtenteils Zweckspenden, mit der ganz bestimmten Widmung, sie der Kinderbekleidung zuzuführen und es wurden auch aus diesen Spenden wieder K 4900.— für diesen Zweck verausgabt, so daß die Zentralstelle als solche nur eine Dnrchlansstation gebildet hat. wie sie es im heurigen Jahre im Kurve rbande gewesen ist. Die Zentralstelle für das jüdische Armenwesen sammelt dem Kurverband die Gelder für jene Fälle, welche das Exekutivkomitee für würdig empfiehlt ein und besorgt dann die vollständige Durchführung