Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 11 (20.3.1914)
- Date
- 1914-03-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8. Die Whvrheit Nr. 11. 4. Lehr, o Gott, lehre Deine Wege mich, Auf Deine Stege leb' getreulich mich. 5. Latz Mich stets den Weg der Trene schreiten, Lasse Deine Hand stets stützend mich gleiten. Auf Dich allein da hoffe ich alle Tage Zn jeder Zeit, in jeder Lebenslage. 6. Gedenk' o Gott Deiner Barmherzigkeit, von alters her. Und Deiner Gnadenfülle von ew'gen Zeilen her. MpX XPX '»SU n -['Px 1. "P 12'1X i2Px' Px XV12X Px nönoa “ja L. Cp'l L'i:i2X' TO A&O' xp -pip Pd em 3. '-'-irr'? -pninnx -rir-nn m Ton 4. crn p2 *nip qmx w mPx nnx '3 'JiaPi -jnöX2 wm s. .opira '2 -p-cm m *pam 121«- Hier wäre nur noch der allerdings nicht uninteressante Umstand zu erwähnen, daß Psalm 25 einen aus 22 Versen bestehenden akrostischen Psalm bildet, indem die Verse des Urtextes mit den 22 Anfangsbuchstaben des hebräischen Alphabetes in fortlaufender Reihe beginnen, was auch im vorliegenden hebräischen Texte der ersten 6 Verse durch die betreffenden Anfangsbuchstaben ersichtlich gemacht ist, ferner daß dieser Dominica die ersten 6 Verse des Urtextes zu Grunde liegen und daß sich hier einzelne Verse in den 3 Teilen des Graduates wiederholen, was durch das Gleichheitszeichen kenntlich gemacht wurde. Auch das sei bemerkt, daß ich in meiner deutschen metrischen Ueberfetzung bedacht war, mich genatl nach dem hebräischen Urtext zu halten, wenigstens den Gedanken desselben wiederzugeben; nur war ich veranlaßt, hie und danm des Reimes Willen eine Zeile beizufügen, die im hebräischen Urtexte nicht vorkommt, was ich durch das Klammerzeichen ersichtlich gemacht habe. Dominica II. Adventus. Introitlus. 1. Populus Sion, ecce, Dominus veniet ad salvandäs gentes, et auditam faciet Dominus gloriam vocis suae in laetitia cordis vestri. 2. (Ps.) Qui regis Israel, intende: qui dedueis, velut ovem, Joseph. G r a d u a 1 e. 3. Ex Sion species decöris ejus, Deus manifeste veniet. 4. Congregäte illi sanctos ejus, qui ordinaverunt testamentum ejus super sacrificia. -— Alleluja. 5. Laetatus sum in his, quae dicta sunt mihi: In domum Domini ibimus. — Alleluja. Offertorium. 6. Deus, tu conversus vivificäbis nos et plebs tua laetabitur in te. 7. Ostende nobis, Dömine, miserieordiam tuam, et salutare tuum da nobis! Communio. 8. Jerusalem surge, et sta in excelso, et vide jucunditatem, quae veniet tibi a Deo tuo. 2 (80—2) Du. Hirte Israel, schenke gnädig nns Gehör, Der Du leitest Josefs Stamm wie eine Schäferherde. Der du hoch über den Chernbin thronest. Zeige Dich wieder einmal ans der tiefen Erde, 3. ' (60—2) Von Zion her, dieser Erdenkrone, Zeigt sich Gott seinem Volk zum Lohne. 4. (50—5) Lasset alle meine Frommen Zu mir heran nun kommen, Die am Altar mit mir den Bund geschlossen, Wo des Opfers Blut so reichlich ist geflossen. 5. (122—2) Ich freue immer mich Vom Herzen gar inniglich, Höre ich den Ruf ertönen von Andern: Ins Gotteshaus wollen nun wir wandern! 6. (85—7) O Gott, willst Du nicht wieder uns erquicken Und dein Volk mit Freude neu beglücken? 7. (85—8) Lasse uns, o Gott, Deine Gnade wieder schauem Biete uns Deine Hilfe, auf die wir bauen. Diese Dominica läßt aber eine sonderbare Gestaltung, eine merkwürdige Konstruktion erkennen, denn sie setzt sich ans mehreren Psalmenstellen aus verschiedenen Kapiteln zusammen, u. z. aus 50, 80, 85 und 122, obzwar das Psalmzeichen „Pi." bloß einmal n. z. dem Schluffe des Jntroilns beigesetzt ist. Aus welchen Psalmversen diese Zusammenstelluug erfolgte, habe ich bei dem hebräischen Urtexte sowie bei der metrischen Ueberfetzung genau nach Kapiteln und Versen zur Darstellung gebracht. Um aber keinen Zweifel darüber anfkommen zu lassen, daß diese Verse der Dominica tatsächlich die genannten hebräischen Texte zu Grunde liegen, habe ich den Text des Gradnals mit dem der Vulgata und auch dem des Psalterinms vom Prof. Dr. Mlooch (Olmntz 1910) verglichen. Letztere, eine für katholische Theologen berechnete sehr schätzbare Arbeit, bringt nämlich nicht nur den unveränderten Text der Vulgata, sondern auch bei jedem Kapitel die auf Grund des hebräischen Textes von. Prof. Dr. Mlooch selbst hergestellte lateinische Ueberfetzung. (versio textus hebraici), so daß bezüglich der Richtigkeit der Unterlage der von mir hier angeführten Textstellen fein Zweifel obwalten kann. Die Vulgata übersetzt das hebräische njni mit: qui regis Israel — qui es pastor, wie der Kirchenvater Hieronymus. Was dagegen den Anfang und den Schluß dieser Dominiea (Vers 1 und 8) betrifft, so konnte ich trotz sorgfältigen Schurfens in den Schächten der Psalmen die betreffenden Stellen nicht entdecken. Ich wandte mich daher schriftlich mit dem Ersuchen um näheren Aufschluß an das Brüuner Rabbinat, erhielt aber keine Antwort. Ob aus Indolenz oder aus einem anderem Grunde, weiß ich allerdings nicht. Dagegen kam mir eine über meine an den Wiener katholischen Hofprediger Prof. Dr. Wolfsgruber gerichtete Anfrage die umgehende Aufklärung, ' daß diese beiden Verse tatsächlich nicht den Psalmen, sondern dem Propheten Jesaias entnommen seien, und wurde ich bezüglich des Näheren auf das Missale Pomanum verwiesen^ Hier fand ich nun tatsächlich, daß der erste Vers ans Jesaias Kapitel 30 und der letzte Vers dem apokryphischen- Bliche: Barnch 4 und 5 entnommen. ist. Die Stelle ans Jesaias 30 Vers 19 lautet im Urtexte: nPan-ra 2iyn puta Lp '2 .-pp 1NPL102 “|npJ7? PlpP -PN' -pjn ,132n xp 122 Die Vttlgate übersetzt wortgetreu: Populus enim, Sion habitat in Jerusalem, plorans n quaquam plorabis, miserans miserebitur tu: advocemclamoris tüi statim, utaudiveritrespondebittibi. Zn meiner eigenen Ueberraschnng fand ich diese mir schon entfallene Stelle in meiner schon vor 5 Jahren verfaßten, aber noch immer bloß im Manuskript vorliegenden metrischen Ueberfetzung nachstehend übersetzt: Du Zions Volk lvirst in Jerusalem bald wieder wohnen. Drum gib dich nicht so sehr der Tränenklage hin, Er wird Deine Seufzer reichlich mit seiner Gnade lohnen Und deinen Klageruf erhören mit treuem Sinn. Luther übersetzt diese Stelle in vollem Einklänge mit dem Urtexte und mit der Vulgata: Denn das Volk Zion wird zu Jerusalem weinen. Du wirst nicht mehr weinen, Er wird dir gnädig sein, wenn du ihn rufest, Er wird dir antworten, sobald er es höret.