Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 11 (20.3.1914)
- Date
- 1914-03-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 11. Die Wahrheit Seite 7. Stern zu Stuttgart, Moritz Stiel zu Köln, Salomon Epstein zn Frankfurt a.' M., Bollag-Fenchtwanger zu Basel, Prof. Chajes zu Triest, Stadtältester Wiener, Kattowitz, Prof. Minwoch und Dr. I. Ciusberg. Berlin, sowie Rechtsanwalt Horovitz und Pros. Dr. Bondi zu Frankfurt a. M. gewählt. Die endgültige Konstituierung des geschäflsfnhrenden Vorstandes, des Ausschusses und des Zentralkomitees wird demnächst erfolgen. Es wird nun Sache der Glaubensgenossen Liller Länder sei n, d a r n b e r z n e n l s ch e i d e n, ob d a s n n t e r den günstigsten Auspizien b e g o n- 11 e n e W e rk w ei t e rg e fü b r t werden kann oder ob die ohnehin dezimierte I u d e n h e i t es geschehen lassen will, daß ein nach Z e h nlausenden zählender Bruchteil unserer Gemeinschaft uns endgültig verloren geht, w e i l die Ind enh ei t n i ch t ge.iu illl i st, ch ie Hilferufe dieser versprengten Brüderschaar zn hören. Das internationale P r o f a l a s ch a - K o m i t e e bittet u m G r ü u d u n g von Lokalkomitees au allen Orten, w o solche noch nicht b est e h e u, um L e i ch n n u g e n zu m B a u f o n d s, um Spende n it n d um Beitritt als Mitglied. Alle Mitteilungen sind an Herrn Jnlins G o l d s ch m i d t, Frankfurt a. M., F r i e d b e r g e r Anlage 12 oder an Herr n -Rechtsanwalt H o r o w l tz, Frankfurt a. M., Zeit 123. (Zeilpalast) zu richte w. Geldsendngen wollen an den Schatzmeister der Zentrale, Herrn Salomvn Epstein, Frankfurt a. M., Ualandstraße 39 oder unter der A d r e s s e d e s G eu a nute n auf das Konto „Profalascha" der Pfälzischen Bank, Frankfurt a. M.. Depositenkasfe/Zeilpalast. übermittelt werden. Wilhelm Dannhanser. Am 19. März feiert Herr W i lh es m Dan n h a u s e r in Innsbruck seinen 75jähr. Geburtstag. Als erster Vorsteher der isr. Knltnsgemeinde, die soeben nach 300jähr. Bemühen konstituiert wurde, blickt dieser Ehrenmann, abstammend von einer uralten Patrizierfamilie, auf eine Tätigkeit zurück, die im finstern Lande Tirol ein Unikum ist. Der Mann war .Kidusch haschem, er heiligte den Namen des Gottes Israel durch seine Persönlichkeit und Tätigkeit. Durch volle 25 Jahre war er Gemeinderat der Stadt Innsbruck und ist gegenwärtig noch Kammerrat der Handels- und Gewerbekammer ebendaselbst. Durch 18 Jahre war er Obmann der Gewerbesektion, 40 Jahre hindurch ist er Zensor der österr. ungarischen Notenbank und soeben erhielt er von der Direktion in Wien ein Dankschreiben für sein ersprießliches Wirken und -die selbstlose Mühewaltung auf kommerziellem Gebiete. Wilhelm Dannhauser's Ahne war der sogenannte Judeuboktor „Jakob von Tannhausen", der außer dem Josle Löwy Snlzer, der schon im 16. Jahrhundert Vorsteher in Hohenems war, zu den ältesten Patrizierfamilieu gehörte. Als ich feiner Zeit in Hohenems au der Volksschule und in Innsbruck an den Mittelschulen unterrichtete, war es der edle -Herr Dannhauser, welcher mein Streben förderte und er ließ es sich' angelegen sein, daß ich sowohl dem Statthalter, den Landesschulräten und dem Bürgermeister vorgestellt wurde. Zn meiner schönsten Erinnerung gehört, daß bei dem weihevollen Gottesdienste an hohen Feiertagen in den Burgfälen, wo ich als Kantor und Exortant funktionierte, Herr .'Kammerrat Dannhauser am Versöhuuugstage Schacharit mit feiner herrlichen Tenorstimme und süddeutschem Chasones vortrug mib dem Gottesdienste eine besondere Weihe gab. Als ich vor 25 Jahren nach Wien berufen wurde, waren es die edlen Herren in Innsbruck, an der Spitze Herr Wilhelm Dannhauser, die in einem äußerst schmeichelhaft gehaltenen Schreiben ihr Bedauern über mein Scheiden ansdrnckteu. Innsbruck, welches ich als Religionsprofessor verließ. wird mir mit seinen wackeru Männern unvergeßlich bleiben. Emil Fräukel Eine psalmistifche Advenlstndie. Voir Jmr.-Dr. M. Epstein, Brünn. Bor Schluß dieser Arbeit wurde ich auch auf den in der Berliner Wochenschrift „Die Zukunft" von dem bekannten geistreichen Literaten und Rezensenten Karl Jentsch in Neisse erschienenen Artikel „Die 3 Weihnachtsmessen", aufmerksam gemacht, ein sehr beachtenswerter, mit kritisch philosophischem Geiste geschriebener Artikel, in welchem bei Besprechung der Bedeutung des eigentlichen dogmawidrigen Lesen von 3 Messen an einem Tag e, nämlich am Weihnachtstage und der dadurch znm Ansdruck gebrachten Symbolisiernng des Ringens des menschlichen.Geistes vor der Finsternis zum Lichte auch des deutschen Liedes gedacht wird: „Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab. Rief das Volk in bangen Nächten, Dem Gott die Verheißung gab." Beim Lesen dieser Stelle fiel mir sofort die Stelle aus Jesaias45—50, die da lautet: ns—»yrr ibr crprrcn ptx Also auch dieses deutsche Kirchenlied ist hebräischen Ursprunges, wie das auch bei vielen anderen deutschen Liedern der Fall ist. Nach diesen allgemeinen Feststellungen will ich nun zur Analisieruug der Adventgradualien übergehen, deren es eigentlich 4 gibt, mich aber einstweilen, dem beschränkten Raume eines Zeitungsartikels entsprechend, nur auf die 2 ersten beschränken. Was nun diese betrifft, so ist das Gradnale für den 1. Sonntag dem Kapitel 25. für den 2. Sonntag, , wie ich weiter nuten Nachweise, mehreren u. z. Kapitel 50. 80, 85 und 122 entnommen. Zur klareren Feststellung und zum leichteren Verständnisse habe ich nicht nur den entsprechenden hebräischen Text, sondern auch meine metrische deutsche Uebersetzung beigegeben. Dominica I. Adventus Introitus. 1. Ad te Domine levavi animam meam: 2. Deus meus, in te confido, non erubescam: Neque irrideant me imici mei. 3. Efcenim universi, qui te exspectant, non confundentur, 4. (Ps). Vias tuas, Dömine, demonstra mihi: et semitas tuas edoce me. G-raduale. 5. 8. Universi, qui te exspectant, non confundentur, Domine. 6. 4. Vias tuas, Domine, notas far mihi me. — Alleluja. 7. Ostende nobis, Domine, misericördiam tuam; et salutare tuum da nobis. — Alleluja. Off er t or ium. 8. 1. Ad de Domine levavi animam etc. Psalm 25. 1. Zn Dir, o Gott, erheb' ich meine Seele, (Damit im Leben ich niemals fehle.). 2. Mein Gott, ans Dich fetze ich mein voll Vertrauen, Auf daß ich nie zn Schanden jemals werde. Daß ich niemals mag den Feind erschauen. Wie er meiner höhnt, mit trotziger Gebärde. 3. Niemals werden die beschämt, die Deiner hoffen, Nur die Ruchlosen werden von der Schmach getroffen.