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Die Wahrheit · 1914-03-13 · Heft 10 (13.3.1914) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 10 (13.3.1914)
Date
1914-03-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Nr. 10. Die Wahrheit zitteren, unverzinsliche Darlehen zu gewähren. Dem Vorstände der Kultusgemeinde bleibt die Festsetzung der näheren Modalitäten dieser Stiftung, welche voraussichtlich erst nach' Jahresfrist aktiviert werden dürfte, Vorbehalten. Spenden. Ein Anonymus spendete durch den Präsidenten der israel. Kultusgemeinde, Herrn Dr. Alfred Stern, anläßlich der Feier des hundertsten Todestages von Aron Leidesdorf s. A. einen Betrag von nom. K 4000.— 4°/0ipe Nordwestbahu - Staatsschuldverschreibungen nebst Zinsen von X 55.55 in barem zur Errichtung einer „Aron und Ludo wika Leidesdo rfsch e« Widmung". Die Zinsen dieser Widmung sollen bestimmt werden zur Berteiluug an Personen, welche Aufnahme in dem israel. Spital suchen, aber nicht ausgenommen werden können, sei es. weil ihre Krankheit sie von der Aufnahme ausschließt oder weil die voraussichtliche Krankheitsdauer eine Aufnahme unmöglich macht oder wegen Platzmangel oder für Personen, welche das Spital verlassen und bedürftig sind. Weiters sind an Spenden eingelanfen: Von einem Anonymus zum Bau eines Asyles für jüdische Obdachlose K 2000.—; für das Asyl für verkrüppelte und rekonvaleszente jüdische Kinder in Laa K 2000.—; für das hebräische Schulwerk in Palästina K 2000.—; zum Ban eines jüdischen Studentenheimes in Wien K 2000.—; als Fonds für zinsenfreie Darlehen an jüdische Hausierer des jüdischen Volksvereines für die Leopoldstadt X 1000.—; zusammen K 9000.—. Der anonyme Spender hat den Wunsch geäußert, daß die ersterwähnten X 9000.— durch das Vorstandsmitglied Herrn Oberingenieur Stricker zur Verteilung gelangen. Ferner zur selbständigen Verfügung des Vorstandes der israel. Kultusgemeiude, und zwar zur Verteilung au wohltätige Institute K 2500.— K11500.—. Von den Erben des Herrn Karl Ritter v. Morawitz zur Berteiluug an jüdische Arme Wiens .....K 4000.— Von Herrn Siegfried Aschkenasy aus Odessa, durch Herrn Dr. Jakob Nireusteiu, anläßlich des Ablebens seiner Tante, Frau Friederike Nireusteiu, für Arme. „ 1000.— Von Herrn Sandor Wolf aus Kismartou an Stelle der bisherigen Kultusstener eine freiwillige Spende von. „ 800.— Von Herrn Moritz H e r r m a n n für das israel. Greisenasyl. „ 100.— Von Frau Nanette M a u t h n e r durch den Sekretär der Armenanstalt, Isidor Pollak, anläßlich des Ablebens der Frau Jolan Cohn für das Altersversorgungshaus. „ 50.— Von Herrn Philipp W i n t e r st e i n zur Errichtung eines jüdischen Kinderspitales. „ 30.— Von Herrn F. Ernst für die Jsr. Allianz X 5.—, zur Ausspeisung armer Schulkinder K 6 —. „ 10.— Von Herrn Hermann Berliner für den Fünfhauser Tempel eine Kanzeldecke. Vertrauenskundgebuug für den Präsidenten. Vor Eingang in die Tagesordnung führt kais. Rat Kanders aus, daß während feiner mehrwöchentlicheu Abwesenheit von Wien in Wiener jüdischen Blättern Angriffe gegen den verehrten Präsidenten erschienen sind, die wegen ihres ganz besonders scharfen Tones und wegen der Gehässigkeit, die aus ihnen spricht, den Vorstand verpflichten, zu ihnen Stellung zu nehmen. Ohne des Näheren ans diese Ausfälle einzngehen, beantragte er die folgende Kundgebung, welche bereits die Unterschriften von sämtlichen anwesenden Mitgliedern des Vorstandes (mit Ausnahme der beiden zionistischen Vorstandsmitglieder Dr. E h r l i ch und Ingenieur Stricker) trägt. Die Kundgebung hat folgenden Wortlaut: " „In jüngster Zeit sind, in hiesigen jüdischen oppositionellen Zeitungen wiederholt gehässige Angriffe gegen die Person unseres verehrten Präsidenten Dr. Alfred Stern erschienen. Bei Anerkennung selbst des weitestgehenden Rechtes der Kritik der Tätigkeit des Knltnsvorstandes im'allgemeinen und des Präsidenten der Kultusgemeiude im besonderen, kann in diesen Angriffen nichts anderes als die Absicht erblickt werden, das Ansehen des Präsidenten und, des Gesamtvorftandes in unberechtigter Weise in den Augen der Ge? meindemitglieder herabznsetzen und dadurch den Unfrieden in die Gemeinde zn tragen. Indem wir uns gegen ein solches Vorgehen verwahren, sprechen wir gleichzeitig dem Herrn Präsidenten das vollste Vertrauen aus und richten an ihn die Bitte, unbekümmert um diese Angriffe auch weiterhin seine unschätzbare Kraft und seine reichen Erfahrungen dem Wohle unserer Gemeinde zu widmen." Präsident Dr. Alfred Stern dankt für diese Kundgebung und erklärt, so wie bisher, auch in Zukunft sein ganzes Können in den Dienst der Gemeinde stellen zu wollen. Der Vorstand hat bisher es verstanden, das Ansehen der Gemeinde nicht nur in Wien und Oesterreich, sondern auch im Anslande zu wahren und, wie bisher, werde er auch in Zukunft das größte Gewicht darauf legen, daß das Ansehen der Gemeinde und ihres Vorstandes nach innen und außen gewahrt bleibe. (Beifall.) Wahl eines Rabbiners für den Gemeindetempel in Fünfhaus. Knltusvorsteher Dr. Leopold Ko hu erstattet namens des Vertreterkolleginms ein eingehendes Referat in dieser .Angelegenheit welches dahin konkludiert, daß das Vertreterkollegium von einem Nominativen Vorschlag an das Plenum, zu. erstatten, Abstand genommen, hat. Nach einer eingehenden Debatte, an welcher die Herren Dr. Jakob Eng el, S. B rod, Dr. Heinrich Schreiber, kais. Rat Jonas Weil, S. Steiner, Max Z i r n e r, Oberingenienr S tri ck e r,. Dr. Markus Spitzer und Dr. Leopold Kohn teilnahmen, wurde zur Abstimmung geschritten. Nachdem in den ersten zwei Wahlgängen keiner der Kandidaten die im Statnt vorgeschriebene Stimmenanzahl von 18 erhalten hatte,, wurde ein dritter Wahlgang vorgenommen, bei welchem der Rabbiner des Tempelvereines in Mariahilf, Dr. Israel T a g l i ch t, mit 20 von 27 abgegebenen Stimmen zum Gemeinderabbiner für den Tempel. XV., Tnrnergasse 22, gewählt wurde. Umbau des Gemeindehauses, XV., Tnrnergasfe 22. Das Vertreterkollegium und das Bankomitee beantragen mit Rücksicht auf den ungemein baufälligen Zustand des Gemeindehanses in Fünfhaus den Umbau desselben und die Errichtung eines je drei Stock hohen Gassen- und Hoftraktes znr Unterbringung von Kanzleien, Amts-und Privatwohnungen. Der Antrag des Vertreterkollegiums wird bei Anwesenheit von 26 Mitgliedern einhellig angenommen. Nach Erledigung von Stenerangelegenheiten und Personalien wird die Sitzung um 9 Uhr abends geschlossen. Eine psalmistische Adventstndie. Von Jnr.-Dr. M. Epstein, Brünn. 2. Sowohl das Breviariunt romdnum wie das Graduale ist der lateinischen Ilebersetzung der Bibel, der sogenannten Vulgata (entstanden int 2. Jahrhundert nach Christi Geburt) entlehnt, welcher wieder die.griechische Bibelübersetzung, die sogenannte Älerandrina oder Septuaginta zugrunde liegt, deren Namen davon herrührt,, dast sie von 70 Gelehrten der sogenannten Merandrinischen Schicke, und zwar int Jahrhundert vor Christi Gebürt veranstaltet wurde. Zwischen der griechischen Md

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