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Die Wahrheit · 1914-03-13 · Heft 10 (13.3.1914) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 10 (13.3.1914)
Date
1914-03-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10. Die Wahrheit . Seite 7-. saSMen Besitz es d er' stolzenErbsch ctft, 'deüKölke'Lnder Mrö'e ' ihrön >Gott irnv'E M Wen,' und einer g emeins am eit /. doch ’Joch MeöfMten ^Mssion^d ex Inden, l den Tag näher M-bringen, wo' nur 'ein Gott ' und - - eine « ntenschliche?/ BrüdeWaft sein' ''soll/ Wese Mission Mn- ' tten ' 'wir nur nhrcw ' ErfüMlig entgegenbringen helfen, : indem wir bleiben, was Wir jetzt sind — Teil und Stock! der Völker der Erde.'Es Wird von den Zionisten bean-! sprucht, daß jeder in der Judenheit Geborene — auch ' wenn er ganz losgelöst bom jüdischenGlauben, sei er! selbst ein Atheist oder Agnostiker seinen eigentlichen Platz im Judentum' Hat. Was! mich! betrifft, so kann idj. nicht zugeben, daß in Wirklichkeit ein Judentum. ohne Vertrauen zu dem Geist und ldem Ziel des jüdischen Glaubens nicht nolhvmdig erweise Glaubensbekenntnis und Dogma möglich ist, und während es fern von mir ist, ans dem Judentum irgestd jemand ausgestoßeu sehen zu wollen, der sich nichit selbst durch seine eigene freiwillige Handlung von der Gemeinschaft trennt,, in die er hin eingeboren ist, so ist ies doch sehr klar, daßwofern der Jude nicht den Glauben beibehält, zu dessen besonderem Träger das jüdische Volk gemacht wurde, es nur absehbare Zqjt dauern kann!, bis die Juden verschwinde:: werden. Ohne ihren Glauben werden die Reihen der Juden mehr und mehr durch Mischehen und! stebertritt zu an deren Religionen gelichtet werden, und dieser Auflösungsprozeß, der leider schon begonnen hat, wird schließlich wenn nicht aufgehalten, das Dasein Israels zerstören. Nichts sonst als ihre Religion hat die Juden befähigt, so. viele andere Völker zu. überleben, die zahlreicher und mächtiger a,ls sie waren,. und seine Existenz unter denen zu erhalten, die ist allen Zeitaltern sie zu vernichten gesucht hatten. Die zionistische Doktrin, welche in gleicher Weise Gläubige und absolut Ungläubige für eine , neu zu bildende jüdische Nation willkommen heißt, würde zweifellos, zu der Zerstörung derselben Nation, führen, welche die zionistische Bewegung ins Leben zu rufen wünscht, denn mit der Verwirklichung dieser Doktrin würden Juden und Judentum zugleich vernichtet werde::. Es ist wahr, wenn wir für die Jude:: in Rußland, in Rumänien, im fernen Marokko Und im Jemen fühlen, oder sogar für die schwarzen Jalaschajuden in Abessinien, und immer bereit sistd, ihnen zu helfen, so geschieht dies nicht allein aus Menschenliebe, sondern vielmehr weil wir fühlen, daß auch! sie leide:: müssen, wefl sie denselben religiösen Glauben angehören Witz wir,, aber sehr wenige von uns, auch wenn sie dies nicht zngeben, fühlen, daß sie «einer Rasse mit den marokkanischen, den jemenitischen oder auch vielleicht den eingebornen chinesischen Inden sind, von denen noch eine Handvoll existiert und daß sie ein engeres Verwandtschaftsgefühl für diese, als für ihre amerikanischen andersgläubigen Mitbürger haben. /Bereits vor Jahren behauptete ich — und die Zeit hat meine Ansicht in dieser Beziehung nicht geändert — daß der Vorschlag der Wiederherstellung einer jüdischen Nation die Verzweiflung bedeutet, den Pessimismus, der in den jüdischen Reihen durchs das Unverantwortliche Vorurteil geschaffen worden ist, das das jüdische Leben elend gemacht hat und noch imacht, unjd das in verschiedenen Graden zur Erscheinung kommt, nicht nur in den Ländern, wo die Juden tatsächlich verfolgt werden, sondern sogar — ich! bedauere es sagen zu müssen — in diesem sonst gastfreundlichen und gesegneten Lande. Und deshalb kann 'ich es teilweise verstehen, weshalb der jüdische Nationalismus so viele Anhänger findet, sogar wie ich glaube, in der amerikanischen Jugend. Ich, der ich jüdisches Leben und die Juden unter so vielen Bedingungen gesehen Habe, in ihrem Aufstieg und in ihrer Entfaltung in so vielen Ländern, der ich mich noch aus meiner frühen Jugend der Worte meines Vaters über die Leihen der deutschen Jugend im Ghetto. Und all ihrer bürgerlichen Ungleichheit entsinnen kainn, und der ich andererseits Wie Juden habe .aufsteigen Und zu' Reprasen- . timten der Nation int deutschen Parlament zum Premierminister in Italien, zum Lord Oberrichter in England, zu Ministern in unserem eigenen Land und anderKwo, tzum Gesandten der Bereinigten Maaten bei anderen Nattonen hcwen werden sehen, ich kann mich dieser Doktrin der Bezweiflung, die jüdischer Nationalismus bedeutet, nicht hingeben, sondern ich blicke im Gegenteil mit Optimismus und Hoffnung in die Zukunft, denn ich weiß, wenn ich darauf zurückschjaue, was rmser Volk in einem kurzen Jahrhundert erreicht und erworben hat, gegenüber den zweitausend Jahren schweren Leidens mrserer Vorfahren, daß es der Jah^ehnte nicht vielmehr sein können, wo die Ursachen, denen der Zionismus Und Nationalismus' ihr Dasein verdanken, gänzlich verschwunden sein werden. Bei all der Zuneigung, die wir für Palästina fühlen Mögen, und aller Bereitwilligkeit, die wir dartun sollen seine kulturelle und materielle Wiederaufrichtung mit allen Mitteln zu fördern, ist es doch hohe Zett,. daß. wir als Amerikaner nicht gestatten, daß die Bande fernerhin noch fester geknüpft werden, mit denen uns die jüdischen Nattonalisten an eine beabsichtigte politisch^ Gestaltung fesseln wollen, die unseren Wünschen fremd ist, und für die wir keine Sympathie haben können. Weil ich ein Jude zu sein suche, der sich, selbst und den Geist seines Glaubens achtet, halte ich es für meine Pflicht, das Gefahrenftgnal zu hissen und Sie zu warnen die jüngeren Männer, in deren Kand das zukünftige Schicksal der amerikanischen Juden liegt, sich nicht durch den Sirenengesang der jüdischen Nationalisten verführen zu lassen, die, bereit, sogar ein Judentum ohne jüdischen Glauben willkommen zu heißen, sicherlich, wenn wir ihnen die Oberhand lassen, uns sin Gefahren stürzen werden, die uns früher oder später teuer zu stehen kommen werden, wenn sie nicht .überhaupt zu unserer Vernichtung führen. Die Scheidung der Wege liegt vor Ihnen, überlegen Sie wohl, welchen Pfad Sie wählen. Ans der Wiener KuilnsAemeinde. Aus der Pleuarsitzmiq des Kultus vorstau des vom 9. März 1914 unter dem Vorsitze des Präsideuleu Dr. Alfred Stern.) Einlaufe. Dankschreiben des Israel. Tempelvereines für die Bezirke Wieden und Margareten für die Glückwünsche des Vorstandes anläßlich der Feier des 40 jährigen Vereinsbestaudes. Dankschreiben des Pros. Dr. I. S z e b e r i n y. Präsident des Vereines zur Abwehr des Antisemitismus, für die Glückwünsche des Vorstandes anläßlich seines 90. Geburtstages. Dankschreiben des Präsidenten der israel. Knltnsgemeiude in Troppau. Dr. Theodor S o n n e u i ch e i n. für die Glückwünsche des Vorstandes ans Anlaß seines 25jährigen Vorsteherjnbilänms. Dankschreiben des Ehepaares Moriz und Karoline Weiß für die Gratulation des Vorstandes anläßlich ihrer goldenen Hochzeit. Ferner eine Verständigung des k. k. Bezirksgerichtes Innere Stadt, daß der verstorbene Präsident der Anglo- Oesterreichischen Bank. Herr Karl Ritter v. M o r a w i tz der israel. Knltusgemeinde in Wien eine Billa in Baden mit der Bestimmung testiert hat. daß der Erlös dem Altersversorgnngshanse der israel. Kultnsgenieinde Wien znznfnhren sei und weiters einen Betrag von 250.000 Kronen zur Errichtung einer Stiftung hinterlassen habe. Die Erträgnisse dieses Stiftungsvermögens sollen dazu dienen, um an bedürftige und unterstütznngswürdige Personen jüdischen Glaubens, insbesondere aus dem Kaufmannsgewerbe oder dem Handwerkerstande, welche seit mindestens drei Jahren in Wien domi-

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