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Die Wahrheit · 1914-03-06 · Heft 9 (6.3.1914) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 9 (6.3.1914)
Date
1914-03-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Nr. 9. Die Wahrheit. 4SqO Frank entstammte von dem französischen Ministerium des Äeutzern, nicht dem des Innern wie die Unterstützungen der deutschen Flüchtlinge, und sollte nur den! Journalrsten Heine Leeinftüssen, respektive zum Stillschweigen '.bewegen, tvar also Bestechung. Die Annahmeder „Pension" durch den, angeblichen Freiheitskämpfer Heine ist umso belastender, als das, Ministerium Guizot reaktionär war! , 6. Heine hat Preußen, auf. Lessen Boden jetzt sein Denkmal steht, in der Vorrede zu den „französischen Zuständen^ (1838) als „langen frömmelnden Kamaschenheld. mit dem weiten Magen und mit dem großen Maule und mit »dem Korporalstock, den, er erst in Weihwasser taucht', ehe .er zuschlägt," als »Gemengsel von Weißbier, Lüge, und Sand", als das «steife heuchlerische scheinhellige Preußen", als „Tartüfse unter den Staaten" charakterisiert und doch immer wieder durch seinen Freund Varnhagen um eine Anstellung in ihm oder einen Gehalt von ihm bemüht, so noch 1838.— Er hat auch Hamburg, die Stadt, die ihm jetzt ein Denkrnal setzen will; und Frankfurt a. M., das es getan hat, verhöhnt und beschimpft. - - 7. Heine hat Friedrich den Großen der Sodomiterei bezüchtigt, Friedrich Wilhlm 3. einen „trockenen Taps, einen nüchternen „Duckmäuser" genannt, Friedrich Wilhelm 4. als Trunkenbold und Impotenten hingestellt, den späteren Kaiser Wilhelm mit den übrigen Prinzen von Preußen aus dem Brandenburger Tor Hinauswersen lassen wollen und die Hoh'enzollern samt und sonders mit Pferden verglichen. Trotzdem steht sein Denkmal in dem Lande eines Hohenzollern. 8. Heine hat Frankreich als das Mutterland der Zivilisation und Freiheit hingestellt und von dem „Entsetzlichen" geredet, roemt es verloren ginge „durch Leichtsinn und Verrat und die Junkersprache schnarrte wieder durch die Straßen von Paris und schmutzige Teutonenstiefel befleckten wieder den heiligen Boden der Boulevards und der Palais Royal röche wieder nach Juchten'". In der Schlacht bei Waterloo siegte nach Heine „die schlechte Sache des verjährten Vorrechtes, triumphierten der servile Knechtsinn urrd die Lüge, und es waren die Interessen der, Freiheit, der Gleichheit, der Brüderlichkeit, der Wahrheit und der Vernunft; es war die.Menschheit, welche die Schlacht bei Waterloo „verlor". 9. Die Zukunft Deutschlands verlegte Heine in „Deutschland, ein Wintermärchen" in einen Nachtstuhl: „Doch dieser deutsche Zukunftsduft Macht alles überragen, . — Was meine Nase je geahnt—7 Ich tonnt es nicht länger ertragen." lg. In den „Geständnissen" (1863—54) feierte Heinrich Heine Napoleon 3. den Dezembermann, als feinen „legitimen Souverän", da er, Heine, in dem später von Preußen „okkupierten" Grotzherzogtum Berg, das de jure Napoleon als Nachfolger feines verstorbenen Bruders Francois gehöre, geboren sek. 11. Heine hat alle literarischen Fehden mit persönlichen Gemeinheiten geführt, hat kaum einen seiner deutschen Dichterkollegen (Goethe, A. W. Schlegel, L. Uhland und die Schwaben Pickten, N. Lenau, Ferdinand Freiligrath; Herwegh) unLeschmutzt oder doch unverleumdet gelassen. Den Musiker Meherbeer, den er erst für Geld zum Himmel erhoben, hat er dann als die Unterstützung wegfiel aufs grausamste verspottet; ebenso hat er gegen Liszt einen Erpressungsversuch unternommen. 12. Auch Frauen, wie die Frau Wolfgang Menzel und Frau Jeanette Wohl Börnes Freundin, hat Heine ohne jede Veranlassung in seine gemeine Polemik hineingezogen. Das sind 12 unwiderlegbare Tatsachen, die ich dem deutschen Volke zu gründlicher Ueberlegung vor Augen halte. Auf das im übrigen seinem öffentlichen Leben entsprechende Privatleben Heines, u. a. auf den Kamps um seine Pension gegen den Vetter Karl Heine, der einige wundervolle Selbstcharaktcristiken zu Tage förderte, gehe ich nicht ein, kann aber andrerseits auch nicht gestatten, daß man Heinrich Heines Schamlosigkeiten einfach mit seinem Dichtermantel zudeckt. Heine ist, wie ich in dem genann- Buche nachgewiesen habe und wie es bei seinem Charakter ganz felbswerständlich ist, als Dichter nicht so bedeutend, daß man ihm seine vielen Schandtaten verzeihen könnte. Selbst wenn er nicht der'Beschimpfer Deutschlands, der politische Neisläüfer und bestochene Journalist gewesen wäre, hätte er noch keinen Anspruch auf ein Nationaldenkmal: Uhland, Eichendorff. W. Müller; wertvollere Dichter.als er, denen er den. großen. Teil . seines Besten verdankt, selbst MVrike haben auch keins. Die im. Notfall zu 'entschuldigende ' örtliche Ehrung hat Heine durch Gedenktafeln an seinem Gebürtshäüs, an seinen Wohnhäusern in Göttingen und Berlin und durch das'Grabdenkmal auf dem Montmartre in Paris bereits empfangen, und das war genug und übergenüg. Es bedeutet weiter nichts als eine Kraftprobe bestimmter jüdischer und radikaler Kreise, wenn man uns 'Deutsche jetzt das Heine-Nationaldenkmal aufgezwungen'.hat/ eine sehr bedenkliche Kraftprobe, denn sie wird uns, wie gesagt auf der ganzen Welt lächerlich machen und politisch böse Folgen haben. Der deutsche Boden ist durch ein öffentliches Heinedenkmal und gar ein sogennanntes Nationaldenkmal besudelt. Ob der Jude Heine diesen ohnmächtigen Wutausbruch mit allen Anzeichen der Dekadenz nicht mit sardonischem Lächeln quittiert hätte! Und ein Lessing. Börne, Anerbach re., was für Missetaten haben sie begangen, möchte nicht der hochlöbliche Herr Professor ans Weimar im innigen „Entente cordiale“ mit dem wahrheitsliebenden Alpenblättle uns etwa den gelben Fleck anheften?! Flora Wilhelm Fränkel. Das Alte Testament im Sichte des Christentums. Es ist wiederholt von christlicher Seite darauf hingewiesen worden, wie die Antisemiten, die den Juden bzw. der „verjudeten" Presse fortgesetzt unter gröblicher Entstellung der Wahrheit eine Beschimpfung der christlichen Religion vorwerfen, nicht nur das „Alte Testament," sondern auch die christliche Glaubens- und Sittenlehre in den Staub ziehen, sie am liebsten mit Stumpf und Stiel ausrotten und an deren Stelle „den deutschen Himmel" Max Beweis setzen möchten. An sich ist — vom antisemitischen Standpunkte — diese Gleichschätznng bzw. gleiche Mißachtung des Alten und Neuen Testaments durchaus logisch. Denn ohne die messianischen Weissagungen des Alten Testaments gäbe es kein Christentum. Das ist der Punkt, wo sich, alldeutsche und konservative Antisemiten scheiden. Wenn sich die ersteren auf Herder berufen, der es beklagte, daß die durch Bonifazius erfolgte Angliederung Deutschlands an Nom es verhindert habe,'daß Deutschland eine germanisch christliche Kirche entwickelt hätte, wie er schon früher darauf gedrungen hatte, in Sprache und Gebrauch des Christentums „den alten Judaismus zn germanisieren", so ist damit noch nicht eine fendselige Gesinnung des Weimarer Generalsnperintendenten gegen das alttestamentarische Judentum erwiesen: denn derselbe Herder, der den Antisemiten der damaligen Zeit mit Recht entgegenhielt „Was hat dieses Volk (die Inden D. R.) erdulden müssen? Es ist geradezu eine Borniertheit, deren Verfolgungen als ein Strafgericht Gottes anzuseheil", hat auch (in seinen Briefen über das Studium der Theologie und in seinen Ideen zur Philosophie") sich nur in Worten höchster Anerkennung über das Volk Israel ausgesprochen: „Israel war und ist das ausgezeichnetste Volk der Erde: in seinem Ursprung und Fortleben bis auf den heutigen Tag, in seinem Glück und Unglück, in Fehlern und Vorzügen, in seiner Niedrigkeit und Hoheit so einzig, so sonderbar, daß ich die Geschichte, die Art, die Existenz dieses Volkes für den ausgemachtesten Beweis der Wunder und Schriften halte, die wir von ihm haben und wissen." Ebensowenig ist Paul de Lagarde ein vollwichtiger Zeuge für die Antisemiten. Es ist richtig, daß er sich in heftigen Worten gegen das Alte Testament ergangen, hat: „Was ist uns Adam und Eva? Was Abraham, Isaak und Jakob? Fremde sind sie uns : sie gehen unser Empfinden nichts an. Schafft euch zunächst die biblische Geschichte des

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