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Die Wahrheit · 1914-02-27 · Heft 8 (27.2.1914) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 8 (27.2.1914)
Date
1914-02-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 8. Kapralik unter dem Titel: „Gibt es in Europa Arier?" eröffnet. Der Vortrag findet am 3. März l. I. um halb acht abends, im Lokale der Mensa statt und werden alle Mitglieder und Kollegen zu diesem höflichst eingeladen. Gäste willkommen! Wieu Der Verein „T i f e r e s B a ch u r i m" hielt am 15. Feber seine alljährliche Generalversammlung ab, der Vertreter der Israel. Kultnsgemeindc Herr Adolf Schrame!, Delegierte vieler anderer Vereine, sowie zahlreiche Mitglieder und Gäste beiwohnten, Nach der schönen Eröffnungsrede des Vorsitzenden Herrn Jakob P i n k a s erhielt der Festredner Herr Oberrabbiner M. M. B i n et h aus Szombathely das Wort, der mit seinem sinnreichen Vortrage die Zuhörerschaft in größter Spannung hielt. Begrüßungsschreiben sandten die Herren Rabbiner Seidel-Galantam, Sofer-Paks sowie Dr. I. Reininger Wien. Das darauf folgende Bankett gestaltete sich zu einer schönen Sndo schel Mizwo, wobei die Herren Oberadbiner Bineth, Rabbiner Flesch, Benedikt, Pros. Antscherl, Kultusvorsteher Schramek, Felsenbnrg, Pappenheim, Frnmmer. mit ihren geistvollen Tischreden lebhaft acclamirt wurden. Die von Oberkantor Müller, vorgetragenen Gesänge entzückten alle Anwesenden. Die so wohltätigen Leistungen des Vereines fanden allgemeine Anerkennung und veranlaßteu zahlreiche neue Mitglieder, sich demselben anznschließen. Wien. Donnerstag, den 5. März halb 8 Uhr abends findet die Generalversammlung des Vereines für Krankenpflege und Unterstützung Handlungsangehöriger Israeliten im Sitzungssaale der israelitischen Kultnsgemeinde I. Seitenstettengasse 4, 2. Stock statt. Vor der Generalversammlung wird im Stadttempel um 7 Uhr abends eine Gedächtnisfeier für die verstorbenen Mitglieder abgehalten. Baden. Am 11. d. M. fand im Hotel Brüder Rausnitz das 40 jährige Jubilänmsfest der Badner Chewra-Kadischa statt. Das Brndermahl, zu welchem sämtliche Vereinsmitglieder und viele auswärtige Ehrengäste eingeladen waren, gestaltete sich zu einer glänzenden Manifestation für diesen nach allen Seiten hin wohltätig wirkenden heiligen Verein. Vor Beginn des Mahles begrüßte der Präses der Chewra Kadischa, Herr- Moritz Lei tu er, umgeben von den Vorstehern Anton Schneider, Sigmund R a u s n i tz und Gustav Oedenbnrger, die Erschienenen in schwungvollen Worten, brachte zum Schluffe einen Toast auf Se. Majestät den Kaiser aus, worauf die den Saal füllenden Anwesenden in ein stürmisches dreimaliges Hoch ausbrachen und enthusiastisch die Volkshymne anstimmten. Hierauf wurde an die Kabinettskanzlei Sr. Majestät ein Huldigungstelegramm abgesandt. Die Festrede, welche sodann Se. Ehrw. Herr Rabbiner W. Reich hielt, bildete den hellsten Glanzpunkt zu diesem Festmahle. Im Aufträge des Vereines hat auch Se. Ehrw. Rabbiner W. Reich eine gediegene und inhaltsreiche Festschrift verfaßt, die jedem Kuvert beigelegt war und von den Gästen mit großem Beifalle ausgenommen wurde. Ueber die Vortrefflichkeit der Speisen braucht nicht besonders gesprochen zu werden, da die Brüder Rausnitz hiebei sich übertroffen haben. Schon nach dem ersten Gange wurden launige Toaste losgelassen, von denen viele mit Ernst untermischt waren, wie die der Herren Anton Schneider und Jakob K o h n. Selbstverständlich tönte aus allen das schönste Lob für den Vorstand der Chewra Kadischa und die humorvollen Speechs des Herrn Rabbiners heraus, was dem Festmahle die beste Würze darbot. Zur Gemütserhebung au diesem schönen Abend trug auch Kantor Leo Z o l t a n viel bei, indem er in seinen Gesangsvorträgeu unermüdlich war, die, wie . auch der von ihm vorgetragene „Mi-Sclieberach“ die Anwesenden entzückte. Und so verrann Stunde auf Stunde bis der Morgen graute und die noch Zurückgebliebenen ermahnte zum Morgengottesdienste in das Bethaus zu gehen. Semlirr Aus Anlaß der Uebersiedlnng unseres allgemein beliebten Oöerkantors, Herrn D. Czernowsky, nach Prag, veranstaltete der hiesige jüdische Leseverein eine äußerst würdige Abschiedsseier, bei welcher sich Vertreter des Gemeindevorstandes und verschiedener Vereine einfanden, Viezepräses Herr M. Reiter hielt die Festrede und der scheidendeOberkantor wurde mit Ovationrn überschüttet. Eger. Sonntag den 8. d. M. fand im Restaurant Heller die Generalversammlung des Franenvereines statt, wobeiauch die Vorstandswahl vorgenommen wurde. Herr Rabbiner Dr. Grünfeld, wie auch die Vorstandsdame Frau. Emma A b e l e s würdigten in ihren Ansprachen die Verdienste der Präsidentin, Frau Charlotte Kohn, die nahe an 30 Jahre diesem idealen Vereine vorsteht und wünschten im. Sinne der ganzen Versammlung, daß die wackere Präsidentin uns noch viele viele Jahre rüstig an Geist und Körper erhalten bleiben möge. Nach Verlesung der im verflossenen. Vereiusjahre gewidmeten Spenden und des Rechnungsberichtesdnrch den Schriftführer, Herrn Heinrich Kohn, wurde die Neuwahl des Vorstandes per Akklamation vorgenommen, wobei nachstehende Damen gewählt wurden: Frau Charlotte Kohn, Präsidentin, Josesine Schnabl deren Stellvertreterin, Frau Emma A b e l e s, Frau Dr. Bäu m e l, Frau, fall': Rat Kohn, Frau L. L ö w e n st e i n, Beiräte; Frau Therese K o h n, Frau Klara Kohn, Frau Marie Fleischl, Frau Kamilla F ü r t h, Frau Louise G o t t l i e b, Frau Fanni Herr m a n n, Frau Oberkantor W i l k o w i t s ch, Frau, Kamilla Lang, Frau M. H ü b s ch, Vergnügnngsausschuß^ Hohenems. Ende dieses Monates übersiedelt das Landesrabbinat und das Matrikelamt von Hohenems nach Innsbruck. Herr Landesrabbiner Dr. I. Link wird sowohl, in Innsbruck wie in Hohenems die Rabbinatsfunktionen versehen, was schon früher einmalanläßlich der Affaire des Rabbiners Dr. Gordon mit der Hohenemser Kultnsgemeinde vorkam. bei dessen plötzlicher Entlassung Herr Religionsprofessor Emil Fränkel den Religionsunterricht in Hohenems wie an den Mittelschulen in Innsbruck versah und allwöchentlich die Reise von Hohenems nach Innsbruck unternahm. Nun ist in Hohenems die Schule geschlossen und Rabbiner Dr. Link wird in Hohenems zeitweilig die Seelsorge versehen so wie die einstigen Kreisrabbiner in Böhmen. In Hohenems wurde als Cantor, Thoraleser (3 jähriger Cyklus), Exhortant und Sekretär Herr Hauser aus Wien angestellt, der eine sympathische Teuvr-Barritonstimme besitzt und in seinem Vortrage sich strenge an den Schir-Zion hält.' Sein bescheidenes ansprnchloses Benehmen machte überall den besten Eindruck. In seiner Antrittsexhorte dankte er dem Allmächtigen, daß er ihn in eine Gemeinde geleitet, wo ein Stern des^ Judentums, Salomon S u l z e r, aufgegaugen ist. Brünn. (80. Geburtstag). Der langjährige nnd geschätzte Mitarbeiter unseres Blattes, Herr Dr. Markus Epstein, einer. Advokat in Brünn, feierte vorige Woche im engsten Familienkreise seinen 80. Geburtstag in voller körperlicher nnd geistiger Frische. . Er wirkt verdienstlich als Fachschriftsteller aus juristischem nnd volkswirtschaftlichem,, namentlich bahntarifarischem Gebiete. So ist vor kurzem eine Broschüre „Die Stempelpflicht im bahuämtlichen Reklamationsverfahren" erschienen, die einen Separatabdruck mehrerer in der Wiener „Zoll- und Speditionszeitung" erschienenen Artikel bildet und die in den fachlichen Kreisen Aufsehen erregte. Viel bemerkt wurde in der „Industrie" sein Artikel „Der Güterverkehr zwischen Oesterreich nnd Kanada" auf Grund statistischer Daten ans der letzten österreichischen Handelsstatistik, welcher Artikel die Veranlassung zu einer vom Bunde der Industriellen in den letzten Tagen durch den Abgeordneten Friedmann beim Handelsministerium übereichten Petition wegen Wiederaufnahme des Güterverkehres mit -Kanada gegeben hat. Auch die Pleuissimarentscheiduugeu des Obersten Gerichtshofes ans der letzten Zeit bezüglich der Liefersristberechnung bei der Möglichkeit mehrerer Bahnwege, z. B- Brünn — Paris, dann bezüglich der Vererblichkeit des Schmerzensgeldes wurden von ihm kritisch besprochen. Mehrere von ihm bei Kaiserjnbiläen ans Grundlage der Psalmen verfaßte Huldigungshymnen wurden der kaiserlichen Fideikommißbibliothek einverleibt.

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