Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 8 (27.2.1914)
- Date
- 1914-02-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8. Die Wahrheit Seite 9 Troppau; Das 25 jährige Vorsteherjubiläum unseres allbeliebten, verdienstvollen Kultuspräsidenten, Herrn Doktor Theodor S o n n e »schein, welches äm 15. d. M. gefeiert wurde, gestaltete sich .zu-einer imposanten Kundgebung, die nicht nur für den verehrten Jubilar, sondern für die ganze --Gemeinde ein Ehren- und Festtag in wahrem Sinne des , Wortes bedeutete. Zur Festsitznng im blumengeschmückten Ge- Meindesaal sind erschienen: der Herr Landespräsident Seine Exzellenz Gras Coudenhove, der Herr Bürgermeister .Kn dl ich und als Vertreter des Landesschulrates Herr Hofrat Chmel, der gesamte Ausschuß der Kultusgemeinde, die .Kultusbeamten, die Vertreter sämtlicher hiesiger jüdischer 'Vereine und die Vorsteher und Vertreter sämtlicher-Kultus- -gemeinden Schlesiens und.Ratibor und Mähr.-Ostran. Der .zweite Vorsteher, Herr Dr. Wolf, hielt eine eindrucksvolle -Festrede, in welcher er einen Rückblick ans die segensreiche Tätigkeit und die bleibenden Verdienste hinwies, die der .Jubilarnicht nur für unsere Gemeinde, sondern um das Jndentnm überhaupt sich erworben hat. Znm Schluß überreichte er eine Prachtvoll ausgeführte Dankadresse. Hieraus hielt der Herr Landespräsident, Se. Exzellenz Graf Coudenchove, eine warme Ansprache an den Jubilar, dessen Verdienste er in sehr liebenswürdigen und schmeichelhaften Worten würdigte und beglückwünschte ihn im Namen der k. k. Staatsregierung. Aber auch die Knltnsgemeinde, so führte der Herr Landespräsident ans, sei zu beglückwünschen, die es verstanden .hat, ihren verdienstvollen Verweser so lange an der Spitze ihrer Verwaltung zu fesseln! Sodann sprach der Herr Bürger- .Meister Küdlich im Namen der Stadtgemeinde herzliche Worte. Jür die anwesenden Vorsteher und Vertreter der Kultnsgemeinden Bielitz, Teschen, Ratibor, Mähr.-Ostran, Jägeruidorf, Friedeck. Oderberg. Freudenthal, Freiwaldau, Wagstadtl und Hotzeuplotz beglückwünschte Herr Kultnsvorsteher Doktor Hilf aus Mähr.-Ostran den Jubilar und die Gemeinde zu der schönen Ehe, die heute ihre silberne Hochzeit feiere, und wünschte, daß dieser schönen Ehe auch das goldene Hochzeits- 'fest beschieden sein möge. Für die jüdischen Vereine sprach .Herr Dr. Lichtwitz, und für die Beamten Herr Rabbiner Dr. Friedman n. Nun ergriff der Jubilar das Wort und dankte tief ergriffen in schlichten, aber herzlichen Worten für die hohen Ehren und Auszeichnungen, die ihn so tief ergriffen, und schloß mit einem Hoch auf unseren geliebten Kaiser, in .das die ganze Versammlung mit Begeisterung einstimmte. Damit schloß die ungemein würdige und erhebende Feier, die -allen Anwesenden stets unvergeßlich bleiben wird. Es war -ein Ehrentag für uuserere Gemeinde, der mit goldenen Buchstaben in die Geschichte der Troppauer Knltnsgemeinde eingetragen werden, soll. Um 1 Uhr vereinigte sich die Fest- Versammlung zu einem gemütlichen Bankett, das sehr zahlreich besucht war und den geselligen und gemütlichen Teil -dieses herrlichen Festes bildete. In unzähligen Toasten, teils ernsten, teils heiteren Inhaltes, wurde Herr Dr. Sonnenschein wieder außerordentlich gefeiert. Nach Hunderten zählende Telegramme von nah und fern bewiesen, welch großer Beliebtheit und Verehrung sich der Jubilar weit über unsere Grenzen erfreut. Znm Schluß wurde von Oberkantor Singermaün das Tischgebet und ein von' ihm in hebräischer Spräche verfaßter „Hornchamon" vorgetragen, womit diese herrliche und denkwürdige Feier ihren Abschluß fand. 8. Ec Born jüdischen Theater in Wien. Die Wintersaison des Wiener jüdischen Theaters dürfte in absehbarer Zeit beendet sein. Die Direktion bemühte sich in der diesjährigen Saison, mehrere neue Stücke zur Aufführung zu bringen, unter welchen die von Wolfsthal komponierten Operetten vom Publikum mit vielem Beifall .ausgenommen wurden. Vor Schluß der Saison aber soll noch dem Wiener jüdischen Theaterpubliknm Gelegenheit geboten werden, ein Stück zweier dem Wiener Publikum nicht unbekannter Autoren auf der jüdischen Bühne zu sehen, „Gotts - Mis chpo t", ein Stück vom jüdischen Leben in Galizien, in vier Aufzügen, von Leopold Jungwirth, Musik vom Kantor Josef Grob. L. Jungwirth, dem Publikum des hiesigen jüdischen Theaters kein Fremder mehr, steht jetzt im 26. Lebensjahre. Kind wohlhabender Eltern in Krakau, war er ursprünglich von seinen sehr frommen Eltern zum Rabbiner- Studium bestimmt. Nach Absolvierung der Gymnasialklassen war er auch mehrere Jahre Hörer der jüdischen Präparandeu- Schule zu Bnrgreppach in Bayern. Die Liebe zur jüdischen Bühne veranlaßte ihn aber, das Rabbinerstndinm aufzugeben und so gehört er seit mehreren Jahren dem jüdischen Theater an. Daß er das Richtige gewählt hat, beweist die Sympathie, welcher er sich seit seinem Wirken auf der hiesigen jüdischen Bühne beim Publikum erfreut. Was den Verfasser der Musik zu diesem Stück anbetrisft, ist es, so glauben wir, nicht nötig, denselben erst besonders vorzustellen. Ist doch der Name Grob den Wiener. Juden schon lange nicht fremd. Der im Alter von 33 Jahren stehende Kantor war infolge seines vielseitigen Talentes schon wiederholt Gegenstand besdonderer Ovationen. Seit zwölf Jahren als Mitarbeiter hervorragender jüdischer Zeitungen, ist Josef Grob nicht nur der Liebling des jüdischen Lesepnbliknms geworden, sondern gleichzeitig der gefürchtetfte Bekämpfer der Feinde des jüdischen Volkes. Vor zwei Jahren haben auch viele Blätter anläßlich seiner zehnjährigen schriftstellerischen Tätigkeit seine Verdienste auf diesem Gebiete entsprechend gewürdigt. Und gerade so wie der Schriftsteller Josef Grob seine Bewunderer hat, gerade so hat der Kantor I. Grob infolge seiner musikalischen Fachkenntnisse und seiner ausgezeichneten, echt jüdischen Vortragsweise die Sympathien aller seiner Zuhörer zu sichern sich verstanden. Der Autor Leopold Jungwirth und der Komponist Kantor Josef Grob, deren Stück schon in der nächsten Woche auf der hiesigen jüdischen Bühne zur Aufführung gelangt, die Namen dieser briden Lieblinge des hiesigen jüdischen Publikums, sind begründete Garantien dafür, daß der Schluß der diesjährigen Saison des jüdischen Theaters in Wien ein erfolgreicher sein wird. Ch. G. Wien, den 24. Februar 1914. » Sehr wichtige Mitteilung! Zu der ganzen heutigen Auflage ist wiederum ein vorteilhafter Prospekt des Geldinstitutes rGlückradtt in Brünn beigelegt, welches wir allen zur sorgfältigsten Durchsicht anempfehlen. Sollte jemand zufällig unsere Beilage nicht erhalten haben, der schreibe um dieselbe an die Adresse: „Glücksrad“, Brünn, Rudolfsgasse 12, wohin auch sämtliche Bestellungen, Anfragen usw. zu richten sind. WM" Jeder ist seines Glückes Schmied I Iie geehrten Kerren Kantoren werden höstrchst und dringendst ersucht, die restlichen Köonnementsöeiträge umgehend einsenden zu wollen.