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Die Wahrheit · 1914-02-20 · Heft 7 (20.2.1914) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 7 (20.2.1914)
Date
1914-02-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 7. Die Wahrheit Seite 5. Die Inden in den Kefreinngskriegeu. (Schluß.) Ueber Fr-e-iheitskämpfer der Jahre 1813—,1815 aus Städten der Provinz Posen hat in diesem Jahre ferner die Zeitschrift: „Ans dem Posener Lande" einen Artikel aus ver Feder von L. Lewin gebracht, dem wir das Folgende entnehmen: Dr. Karl Siegfried G uns bürg, ein gebürtiger Lissaer, wandte sich mit seinen patriotischen Hoffnungen in einem „Zuruf an die Jünglinge, welche den Fahnen des Vaterlandes folgen wollen" (Berlin 1813) Jakob Bad, ein HandluNTsdiener aus Schwersenz, war 1813/14 Freiwilliger ersten schlesischen Infanterieregiment. . Gleichfalls aus Schwerfenz. war der Kaufmann Moritz Schwarzheim, der im Kolbergschen Infanterieregiment Dienste tat. Der Handlungsdiener Josef Hermann aus Schneidemühl diente im 2. westpreußischen Infanterieregiment und wurde bei Dresden verwundet. Wyszogrod (an der Weichsel) .im Herzogtum Warschau entstammte der Student der Medizin Adolf Schlesinger, der Freiwilliger des Garde-Jnfanteriebataillons war, „später Chirurg hei den Feldlazaretten zu Pfaffendorfbei Leipzig Philippsruh in Hanau und Arnsburg (Frankfurt a. Main), wo er überall vorzügliche Zeugnisse von feinen Vorgesetzten erhielt". Jakob Wollner, aus Zoreck im Czenstochauer Kreise gebürtig, wtr freiwilliger Jäger im freiwilligen Jägerdetachement des schlesischen Grenadierbataillons ein Jahr und vier Monate. Wie der Generalmajor v. Kessel ihm bescheinigt, hat er „während der Daue^. des Krieges vorwurfssei und mit Ehren gedient" Ter Oberst von Burghoff, zurzeit in Lissa, bezeugt -ihm, „daß sich derselbe nicht allein in allen Schlachten,Affären und uns Märschen als ein braver Soldat mit Ausdauer ausgezeichnet benommen, sondern sich auch während jener Dienstzeit sehr moralisch und musterhaft geführt hat". Kriegsfreiwillige waren ferner 1815 Selig Bernhard, ein Handlungsdiener aus Schermeisel (damals zu-m Posenschen gehörig), im 3. ostpreußischen Infanterieregiment Laus Frank, ein Kaufmann aus Posen, im Alexanderregiment, Mp ritz Loewe, ein Handlungsdiener aus Karge, im 1. pommerschen Infanterieregiment. Auch in den jüdischen Fordon und Bromberg wurden mehrere „equipierte Freiwillige gestellt". Zu denheldenmütigen Streitern von Lützen gehörte nach dem allgemeinen Zeugnisse der Studiosus Meyer Hilsbach, d-er im Detachement der Jagergarde die heilige Sache deZd Vaterlandes mit Heldenmut verteidigte. Von ihm berichtet die „Vossische Zeitung" in einer Nummer vom 5. Juli 1813 aufGrund euer Origmalzuschrift aus Breslau: „Er ist im heißesten Kampfe, ein Vorbild seiner Mitstreter gewesen. Dreimal verwundet, hatte er das Schlachtfeld noch nicht verlassen; erst später, als er einen Todesstoß auf die Brust erhielt, führten ihn die Freunde aus dem Getümel. Doch es war ihm nicht 'bestimmt, im Kreise der Semigen Erquickung bei seinen Scherzen und die Ehre seiner Daten zu genießen; er starb mit männlicher Fassung auf dem Wege hierher; nur sein Leichnam ruhet imter uns. Seine Glaubensgenossen (er war Israelitischen Glmtbens), aus deren Mjitte er vor allen anderen auf den Ruf seines Königs unter die Vaterlandsfahnen trat, mögen es dankbar erkennen, daß sein Beispiel manche Zweifel und Bedenklichkeiten beseitigte, und ihren Jünglingen ein herrliches Muster -aufstellte. Die hiesige Universität darf sich mit Recht rühmen, dem Vaterlande unter ihren Söhnen einen solchen Kri-eger gegeben zu haben. Er ist noch lebend auf dem Schlachtfelde zum Offizier erannt worden." Dieser Meyer Hilsbach, Leutnant und Ritter des eisernen Kreuzes, befindet sich auch neben den beiden bei Groß-Görschen den Heldentod gefallenen Jägern Lazarus Zülchauer und Julius Burgheim ans der in der Breslauer Synagoge zum „Weißen Storch" aufgehängten Gedenktafel der Breslauer Juden, die in-den Freiheitskriegen gefallen sind. In der Zeitschrift „Hessenland" _ (Druck u. Verlag Friedrich Scheel, Kassel) findet sich im 2. Märzheft 1913 auf Seite 93/94 eine Abschrift der Ehrentafel der kurhessischen Vaterlandsverteidiger ans Rinteln a.W., die im Kampfe gegen Napoleon mitgefochten haben. Auf dieser befindet sich u. g. auch der Name „Goldschlnidt, Jakob ( Jsrtelit)". Weiterhin ist in vorigem Jahre festgestellt worden, daß als einziger Telnehmer an den Befreiungskriegen gegen Ntpoleon 1813 und 1815 auf dem Kriegerdenkmal in Köppern j. T. ein Jude I. Sonneborn verzeichnet ist. Eine solche patriotische Gesinnung bekundeten die deutschen Juden vor 100 Jghren, obwohl sie in. Napoleon nicht —> wie ihre christlichen Mitbürger — einen Peiniger und Unterdrücker, sondern den Erlöser ihres Volkes aus jahrhundertelanger Ghettokchmach erblicken mußten. Von den dem Sammelwerk angefügten Urkunden interessiert u. a. ein Schreiben der Gebrüder Berend aus Potsdam an den Staatskanzler von Hardenberg. (12. 2. 1813): Gerne würden wir dem Ruf unseres gnädigen Königs folgen und unser Vtertand mehreren anderen braven Staatsbürgern gleich verteidigen helfen; aber leider sind wir ftir diesen persönlichen Dienst z-u betagt und unsere Kinder noch nicht im Alter, die Waffen ergreifen zu können. Wir wagen -es daher in tiefster Untertänigkeit Ew. Erellenz durch die 50 Stück Friedrichs d'or einen nur zu geringen Beweis an den Tag legen zu können, wie sehr wir wüschen, Sr. Majestät unserm geliebten König die Di-enstwilligkeit zu -bezeugen, welche uns die Vorsehung aus jede andere Art entzogen, und bitten nur diese Summe bei anderen angewendet zu sehen, welchen -es an Mitteln zur Bekleidung- Wohl fehlen dürfte." Ferner findet sich ein Schreiben der jüdischen Gemeinde trt Breslau an den Staatskanzler (23. 2. 1813) folgenden Inhaltes: „Die hiesigen Statsbürger, die sich zur mosaischen Religion bekennenvon dem Wivnsche beseelt, hren Patriotismus, ihre Anhänglichkeit an ihren vielgeliebten König und Vaterland an den Tag zu legen, fanden sich veranlaßt, eine Subskriptionsliste unter sich.zu eröffnen, und die freiwilligen Beiträge der Individuen auszunehmen und zu sammeln. Unterzeichnete Deputierte haben die Ehre, Eure Hochfreiherrliche Exzellenz die laut beiliegendem Verzeichnis von 27 Mitglidern Unterzeichnete und beigetragene Summe mit der alleruntertänigsten Bitte zu überreichen. Euer Hochfveiherrliche Exzellenz wollen diesen Betrag allergnädigst äufnehmen, und solchen zur Bekleidung der freiwilligen vaterländischen Jäger 'allergnädigst zu verwenden. Unterzeichnete Deputation wird es sich zur angenehmen Pflicht machen, die auf gedachter Subskriptionsliste noch ferner eingehenden Beiträge zu sammeln, und solche zur Zeit Euer Hochfreiherrlichen Erzellenz ganz untertänigst zu überreichen." Insgesamt betrug die Summe der von der jüdischen Gemeinde gesammelten Beiträge — abgesehen von den Einzelbeiträgen —> 2850 Taler und 2 Friedrichs d'or. Eine ganz hervorragende patriotische Gesinnung und Opferwilligkeit zechnete, wie wir ferner einem, in diesem Jahr rfchinenen Auszuge aus dem Werke: „Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden in Hohensalza" von P. Heppner und I. Herzberg -ersehen, die jüdische Gemeinde in Hohensalza aus, die nicht nur 7 Freiwillige (Gerson Hirsch Twardowsky, Beer Hirsch Krissa, Jtzig Mieyer Kohn, Leyse* Moses, Abraham Jakob Kalmon, Jtzig Israel und Levin Varuch Cohn) stellte, sondern auch zur Ausriistung 333 Taler 19 Gutegroschen und 6 Pfennige zusammensteuerte. Die

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