Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 7 (20.2.1914)
- Date
- 1914-02-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4. ' / Die Wahrheit; > _' K. . '■ ■ ■" Nr. 7. ich schon wegen «einer Wahrheitsliebe mir selbst gestehen, daß wenn auch im Wiener Gemeinderate .Excelleuzen und andere Staatsgrößeu sitzen, dennoch der alte Satz gilt: Was Recht, ist, ist Recht, und Recht — hat der ruthenische Bauer aus Taruopol! Josef G r o b. Wnwerstliitsprofeffor Dr. I. Kzeberiuy. Ein langes und inhaltsreiches Leben liegt hinter dem hochgebildeten evangelischen Militär-Superintendenten Szeberiny. einem wahren Menschenfreund, der seit Gründung des Vereines zur Abwehr des Antisemitismus (1892) im Ausschuß desselben unermüdlich tätig ist und seit 1907 als Präsident dessen Geschicke lenkt. Am 16. Feber 1825 geboren feierte er somit den Eintritt in sein 90stes Lebensjahr, was den Anlaß gab, daß ihm von nah und fern die herzlichsten Glückwünsche dargebracht wurden, die er in voller geistiger Frische im engsten Kreise seiner Familie entgegennahm. Seine. Bedeutung erhellt aus dem Umstande, daß er dem bis zum Jahre 1859 in der österr. Armee kaum gekannten, geschweige dem anerkannten Protestantismus zur Gleichberechtigung und damit auch zum Besitze einer Kirche — in der Schwarzipanierstraße zu Wien — verhals. Er war der erste Seelsorger evangelischen Glaubens, als hierfür 12 Stellen systemisiert wurden und stieg bis zur höchsten Stellung, zum Militär- Superinteudenten auf, wobei er gleichzeitig auch Religionsunterricht erteilte, sowohl in seinem eigentlichen Bernsskreise, dem Militär, wie auch an der Universität zu Wieti, an welcher er von 1870 bis 1896 wirkte. Von wahrem Geiste der Propheten erfüllt, lehrte und verbreitete er überall die unvergänglichen Sätze derselben und protestierte stets auf das nachdrücklichste gegen den Religions- und Rassenhaß der letzten Dezennien. In den Versammlungen und Vorträgen des Vereines zur Abwehr des Antisemitismus bildeten seine Ansprachen und Daukesworte, welche den gewiegten Kanzelredner niemals verläugneten, stets den Höhepunkt des Abends, so namentlich jene am 18. Mürz 1908 im großen Sofiensaale, als über Veranlassung des genannten Vereines mit einem erlesenen Eiuberufungskomitee ad hoc über den an Leopold Hilsner begangenen Justizfrevel der Advokat Dr. Friedrich Elbogen sein glänzendes Referat hielt. Möge es ihm gegönnt sein noch lauge die Früchte seines arbeitsreichen Wirkens zu genießen! Uertnnld;«r Wnterstirtzmlg armer israelitischer Wöchnerinnen. Ausweis iiber die Hilsstätigkeit des Ver" bau des iu der Zeit vom 1. Jänuer bis 31. D e z e m b e r 1913. Ansuchen würben eingebracht von 466 Petentinnen. Hievon würben zur Unterstützung bewilligt 457 unö 9 abgewiesen. Die bewilligten Unterstützungsfälle verteilen sich auf bie einzelnen Monate öes Jahres 1913 wie folgt: Jänner 45 Petentinnen, Februar 41, März 27, April 46, Mai 38, Juni 39, Juli 45 August 28, Septmber 35, Oktober 40, November 33, Dezember 40. Die bewilligten Unterstützungsfälle verteilen sich auf Sie einzelnen Bezirke bezw. Verbanösvereine wie folgt: 1. Bezirk (Israel. Frauen-Wohltätigkeits- Berein) 1 Petentin. 2. Bezirk (Israel. Frauenverein „Greisinnenfürsorge") 108 Petentinnen. 2. Bezirk (Jsr. Frauen-WohltätigkÄtsverein „Zuflucht") 79. 3. unö 11. Bezirk (Israel. Frauen Wohltätigkeitsverein „Proviöentia") 8. 4. unö 6. (Jsrael-Frauen-Wohltätigkeits Verein für Sie Bezirke 4 unö 5) 5. 6. unö 7. Bezirk (Israel. Frauen.Wohltätigkeitsverein für Sie Bezirke 6 unö 7) 5. 8. Bezirk (Israel. Frauen- Wohltätigkeitsverein Josefstadt) 0. 9. Bezirk (Israel. Frauen Wohltätigkeitsverein „Frauenhort") 7. 11. Bezirk (Israel: Frauen-Wohltätigkeitsverein „Simmerjing") 1. 1H bis ‘ 15. Bezirk (Israel. Frauen-Wohltätigkeitsverein im Bezirke Sechshaus) 19.16. und 17. Bezirk (Israel. Frauen-Wohltätigkeitsverein für den 16. und 17. Bez.) 24. 18. Bezirk (Israel. Frauen-Wohltätigkeitsverein für öen 18. Bezirk) 5. 19. Bezirk (Jüd. Frauen Wohltätigkeitsverein für den 19. Bezirk) 2. 20. Bezirk (1. Brigitt. Frauen Wohlt-ätigkeitsverein) 181.. 21. Bezirk (Jsr. Frauen-Wohltätigkeitsverein Floridsdorf) 2. Bon öen verschiedenen Arten von Hilfeleistung wuröen bewilligt: Gelöunterstützungen an 377 Petentinnen. Bettwäsche an 16. Leibwäsche an 15. Kinöwäsche an 336. Geburtshilflich Utensilien an 269. Honorierung von Hebammen an 294. Honorierung von Ärzten an 99. Honorierung non Pflegerinnen an 114. Kosten der Hilfstätigkeit des Verbandes im abgelaufenen Jahre K 22.915.16. An die vom Verbände unterstützten Wöchnerinnen wurden nebst öen Gaben aus Berbanösmitteln überdies gewährt: 1. Geburtsunterstützungen seitens der israel. Kultusgemeinöe aus öen in der Verwaltung derselben befindlichen Stiftungen und Widmungen für Wöchnerinnen an 14 Petentinnn mit dem Betrage von K 732.- 2. Kinöermilch seitens der israel. Armenanstalt an 168 Petentinnen im Ausmaße von 4050 Liter mit dem Kostenbeträge von K 1215.—. Statistisches: Iw Jahre 1913 sind im Geburtsbuche der israel. Kultusgemeinöe Wien 2268, im Gemeindgebiete der Stadt Wien erfolgte Geburten israel. Kinder eingetragen. Es beträgt somit die Zahl jener Geburtsfälle, rücksichtlich welcher seitens öes Verbandes Unterstützungen bewilligt worden sind (unter Annahme von 457 Wöchnerinnen) rund 20 Prozent sämtlicher Geburten im Jahre 1913. Bemerkung. Von öen in der Geüäranstalt und im Wöchnerinnenheim „Luzina" im Jahre 1913 entbundenen israelitischen Wöchnerinnen wuröen 156 Wöchnerinnen mit dem Betrage von K 2988.— von der israel. Kultusgemeinöe unterstützt. Der Verband zur Unterstützung armer' israelitischer Wöchnerinnen ist eine Vereinigung der Wiener israelitischen Frauen-Wohltäjtigkeitsvereine zu gemeinsamer, planmäßig geregelter Pflege armer jüdischer Wöchnrinnen in einer öen Anforöerungn öe/r Hygiene entsprechenden Weise. Hilfsbedürftige Wöchnerinnen erhalten Gelöunterstützungen, Wäsche, Utensilien, Beistellung der Hebamme, erforderlichenfalls auch ärztliche Hilfe unö Wartung durch eine Pflegeperson. Jüdische Frauen unö Mütter! Gedenket Eurer armen Glaubensschwestern zur Zeit ihrer schweren Stunde! Helfet öen Armen in dem Momente, da sie hilflos in bedrängter Lage fremden Beistandes bedürfen! Geldspenden unö für die Wöchnerinnenpflege geeignete Naturalien — außer Verwendung gesetzte Bett-, Leib- und Kinöwäsche in hygienisch unbedenklichem gebrauchsfähigen Zustande — werden erbeten an öen Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen, 1. Bezirk, Seitenstettengasse Nr. 2. Diese Gaben wollen mit Namensnennung oder anonym gewidmet werden. Naturalien werden über Wunsch auch abgeholt.