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Die Wahrheit · 1914-02-20 · Heft 7 (20.2.1914) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 7 (20.2.1914)
Date
1914-02-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Die Wahrheit. Nr. 7. Königl. Preußische Regierungsko-mmission des Vromberger Departements richtete unterm 1. Juli 1815 infolgedessen an die Judenschast in Hohensalza folgendes Anerkennungsschreiben: „Die wiederholen Beweise von treuer Anhänglichkeit an König und Vaterland, welche die Bekenner des.mosaischen Glaubens in der Stadt Jnowrazlaw seit -der Wiedervereinigung mit Preußens wackeren Bürgern schon zu Tage gelegt und wodurch sie ihre mitten im Sturm der Zeiten rein erhaltenen patriotischen Gesinnungen bernährt haben, erhielten durch -die mit Jher Anzeige vom 29. v. M. hierher gesandten sieben freiwilligen Verteidiger einen so bedeuten den Zuwachs, daß es uns zum wahren Vergnügen gereicht. Ihnen darüber unseren aufrichtigsten Beifall zu bezeugen. Wir haben keinen Anstand genommen, die junge Leute sowohl dem kommandierenden General, Herrn von Thiemen Exzellez, als dem Oberpräsidenten des Großherzogtums Posenin Betreff ihres weiteren Fortkommens zur Armee und ihrer vollständigen Bewaffnung dringend zu empfehlen und werden dies Beispiel von tätiger Vaterlandsliebe zur lebhaften Nacheiferung allgemein bekannt machen. Bromberg, den 1. Juli 1815. Kgl. Pr. Regierun-gskommission. Stein. Zampfort. Legale des Präsidenten Karl von Worarv'ch. Der vor kurzem verstorbene Präsident der Angloösterreichischen Bank Karl Stüter von Morawitz hat in seinem Testament eine Reihe von Verfügungen zugunsten wohltätiger Zwecke getroffen. Zunächst wird ein Betrag von 250,000 K. der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien zur Errichtung einer Stiftung gewidmet. Das Stiftungsvermögen soll dazu dienen, um «aus den Erträgnissen bedürftige und unterstützungswürdige Personen jüdischen Glaubens, insbesondere aus dem Kaufmanns-, Gewerbe- oder Handwerkerstande, welche seit mindestens drei Jahren in Wien domizilieren, unverzinsliche Darzu gewähren, und zwar bis zum Höchstbetrage von 1000 K. Dem unter der Verwaltung der Beamten der Nngloösterreichischen Bank stehenden Fonds zum Zwecke der Unterstützung von Beamten des Instituts in Fällen von Not und Krankheit wird der Betrag, von 100,000 Kmit der Maßgabe gewidmet, daß nur die -alljährlich von diesem Betrage sich ergebenden Zinsen verausgabt werden dürfen. Seinen Besitz in Oeynhausen nächst Baden vermachte Präsident v. Morawitz dem Wiener Journalisten- und Schriftstellerverein „Concordia" mit der Bestimmung, daß -der Erlös einem von der „Concordia" verwalteten Fonds zuzusühren sei. Dem Altersversorgungshaus der Israelitischen Kult-usgemeinde in Wien ist nach einer testamentarischen Bestimmung der Erlös aus dem Verkaufe der Villa des Herrn v. Morawitz, Baden, Raiinergasse Nr. 10 zuzuführen. Weiter hat der Verblichene die Bestimmung getroffen, daß dem Verein zur Unterstützung und Versorgung hilfsbedürftiger Waisen der Israelitischen Kultusgemeinde in- Wien 20,000 K., dem Wiener Volksbildungsverein 5000 K-, dem Spital der Barmherzigen Brüder 5000 K., den zwei von der Mutter des Herrn v. Morawitz iin Trsesch (Mähren) ins Leben gerufenen Stiftungen für Arme, respektive Kranke, je 5000 K-, den christlichen Armen der Stadt Wien 4000 K-, den jüdischen Armen der Stadt Wien 4000 K., ferner je 3000 K. dem Badner Spital für skrofulöse. Kinder, .dem Unterstützungs- Vereim. der Wiener Dienstmänner, dem Unter stützungsverein der Wiener Briefträger, dem Unterstützungsverein der Hausierer von Wien, dem Verein 'für Lehrerinnen und Erzieherinnen, dem Unterstützungsverei-n für Hörer der Rechte an der Universität Wien, dem Unterstützungsverein für- Hörer i der Prager Handelsakademie sowie -dem Unterstützungsverein.für Diener der Wiener Bank- und Kreditinstitute, schließlich der freiwilligen Feuerwehr in Oeynhausen 1000 K. zugewendet werden.; Verschiedene Nachrichten Wien Samstag, deu 14. Februar feierte der Sohn des Tempelvorstehers im Hietziuger Tempelverein Herrn Adolf Huppert, Karl, seine Barmizwak. Aus diesem Au lasse war der Tempel festlich dekoriert. Außer dem Vorstaude, der unter Führung des Präsideuteu. Herrn Dr. S. Krenberger erschienen war, hatten sich zahlreiche Gäste ein gefunden. Der Konfirmand wurde als Maftir zur Torah gerufen. Nachdem Oberkantor F r i e d l ä n d e r deu Mischeberack rezitiert hatte, hielt Rabbiner Dr. Proßnitz eine. Ansprache, in welcher er den Barmizwab aiifforöerte, dem Beispiele seiner Eltern folgend, sich immer freudig znm Judentnme zu bekennen, hierauf richtete auch Herr Dr. Kreuberger einige herzliche Worte an. den Konfirmanden und wies namentlich ans die vielen Sympathien hin, die sich dessen Vater durch sein freundliches, bescheidenes Wesen überall erworben hat. Der Familie Huppert kamen von allen Seiten die herzlichsten Glückwünsche zu. Wien. Samstag, den 28. d. M. findet um 9 Uhr vormittags im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 3, die Baroaiz^ab-Feier des Karl S ch w a g e r, Sohn des Administrators der „Oesterreichischen Wochenschrift" Max Schwager, statt. Wien. (Ehren abend f ü r C h u n e W o l f s - thal!). Samstag, den 28. d. M., findet im Indischen Theater. II., Taborstraße 12, ein Abend zu Ehren des berühmten jüdischen Komponisten CH. Wolfs thal statt. Zur Aufführung gelaugt das bekannte Wolfsthalh'che Stück „Bostenoi“. Es ist zu hoffen, daß die Wiener jüdische Bevölkerung sich an diesem Ehrenabende zahlreich einfinden wird, um dadurch dem beliebten Komponisten, der seit Dezennien die jüdischeMnsik bereichert, ihre Sympathie zum Ausdrucke zu bringen. Wien. Am 8. März findet die Jahresversammlung der „Jüdischen Toynbeehalle" um 10 Uhr vormittags, jene des „Vereines zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder in Wien" um 11 Uhr vormittags, DL, Universitätsstraße 4 statt, wozu alle Mitglieder und Freunde dieser Bestrebungen frenndlichst eingeladen werden. — Zur Verhandlung gelangt - der Bericht über das letzte Vereinsjahr und beim letztgenannten Vereine auch ein Antrag ans Satzungsänderung. W o ch e n p r o g r a m m der jüdischen Toynbeehalle. Samstag, den 21. Feber. Liederabend. Konzertsänger Fräulein Else Kaulich, Herr Georg Heim. Sonntag, den 22. Feber. Einiges ans der Ethik des Jildentums. Se. Ehrw. Rabb. Dr. Fenchtwang. Montag, den 23. Feber. Literarischer Abend. Jugendbuud. Dienstag, den 24. Feber. Bilder aus dem Rechtsleben. Rechtsanwalt Dr. M. Reiß. Mittwoch, den 25. Feber. Meine Reise im Reiche der Mitte, (Lichtbildervortrag). Herr Otto Strakosch. Donnerstag, den . 26. Feber. Jüdische Geschichte. (Cyklus). Se. Ehrw. Prof. Dr. Rosenfeld. Freitag, den 27. Feber. Bibelvortrag. Herr Prochnik. Wien. Sonntag, den 15. Februar, 5 Uhr nachmittags veranstaltete der I. Z i o ni sti s ch e Fr a uen - verein im Festsaale des „Hotel Continental" eine Aka-

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