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Die Wahrheit · 1914-01-23 · Heft 4 (23.1.1914) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 4 (23.1.1914)
Date
1914-01-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 4. Die Wahrheit. Nr. 4: welche nochämmer in Kraft ist, hat Me Juden in Kroatien und SlavoMen sozial Minderwertig erscheinen lassen! und aus diesem Grunde sowohl, wie zur Wahrung des Prinzips, den vollen Gleichstellung der jüdischen Konfession mit . den übrigen. Konfessionen haben die Juden von Kroatien und Slavonien die obenerwähnte Aktion unternommen. Für den russische« Ophthalmologenkongreß, der im AuMst in Petersburg tagen soll, -hatte, wie wir vor kurzem -gemeldet haben, der russische Minister des Innern für die jüdischen Teilnehmer -aus dem Ausland-e P-aß- Lelästigunigen und Aufenthaltsbeschränkungen angeordet. Auf ein von dem Berliner Augenarzt, Geheimrat Hirsch? Lerg, an den Kongreßvorsitzenden gerichtetes Schreiben hin, hat der Minister, wie die „Voss. Ztg." berichtet, nunmehr die Beschränkungen, für die jüdischen Kongreßteilnehmer aufgehoben. Nichtsdestoweniger ist es noch fraglich, da bereits aus der ganzen Welt Absagen an den Präsidenten des Kongresses gelangt sind. Professor Hirschberg hat in der „Berl. Klin. Wochenschr." erneuten Protest erhoben. In der von ih veröffentlichten Erklärung heißt es zum Schlüße: „„Also diese unerhörten und beleidigenden Aufenthaltsbeschränkungen sind am 12. Dezember 1913 feierlich d-urch das zweite Rundschreiben Los Kongreßvorsitzenden verkündigt und schon vor dem 31. Dezember 1913 wieder aufgehobenworden, — aus welchen Beweggründen und zu welchem Zweck, das ist doch klar, selbst für den Blödesten. Wie so überstürzte, nicht von der Gerechtigkeit diktierte sondern dem ersten mannhaften Widerspruch weichende Zurücknahme der Beschränkungen verfehlt ihren Zweck: die Beleidigung erscheint dadurch nur um so empfindlicher, da sie doch als ganz unnötig erwiesen ist, wenn tatsächlich schon heute wieder die Veschronkungso ganz entbehrlich -erscheint. ' Auf uns verfehlt die Zurücknahme jeglichen Eindruck. Wir werden ruhig weiter kämpfen. Wir kämsifen für ■ei’nfe Idee. Diese -wird siegen. Ich hoffe der 12internationale Ophthalmologenkongreß wird zu Petersburg 1914'nicht zusammelitreten." Prof- Hirschborg unterzeichnet die Erklärung -als Ehrenmitglied der ophthälmologischen Gesellschaft zu Petersburg und -der Gesellschaft der Augenärzte zu Moskau. Gegen die in jüdischen Kreisen ausmateriellen Gründen grassierende Daüffeüche sind von Seite der preußischen Negierung energische' Worte gesprochen worden- Bei der Beratung des deutschen Staatsangehörige keitsgesetzes in der Kommission, hat der Vertreter der preußischen Regierung folgende Erklärung abgegeben: „Zu der Behauptung, daß jüdischen Ausländern gesagt sein soll, „solange sie Juden seren, würden sie nicht naturalisiert, wenn sie .aber zu einem christlichen Glaubensbekenntnis übertreten würden, dann ließe sich darüber reden", müsse er erklären, daß der preußische. Msnister des Innern es im . Gegenteil für unwürdig halte. wenn jemand um ° äußerer Vorteile willen sein' Gla-iLensbekenntnis ändere. Seitens seiner Regi-cNung Wunen.- sogar. Falle angeführt werden .? . in denkst d^er PjchiHr. h-es^JuneW esg PaisiralisationsgesM' gerade aM dem GMpöe' abgchehnt habe, weil ippAen sej^M her Naturalisation foiskeg ims uberzEeten'' Her' -her:^^erirrtt W Hrn- - blick auf Len ^ätgrÄisAsMjHüAtrqb ^Dn! sWtzDMen Mt Bezug hierauf teilen nun die HMscheu Blätter Fälle von Zurückweisungen jüdischer NatüMisationsgesuche mit, die aber nicht aus der neuesten Zeit herstammen, und daher nicht als Beispiel gegen» die Behauptung des Regierungsvertreters herangezogen werden können. Tatsache ist, daß in früherer ZM konfessionelle Gründe für die Versagung der Naturalisation entscheidend: geweson sind. Ueber die Lage der Juden in Saloniki wird der-: „N. I. K." geschrieben: Die griechischen Staatsbeamten und leitenden Behörden machen der hiesigen jüdischen Bevölkerung bei jeder . Gelegenheit Komplimente- Diese schmeichelhaften Erklärungen können jedoch den Kenner der Verhältnisse nicht da-, rüber hinwegtäuschen, daß die griechische Bevölkerung den Juden durchlaus 'feindlich, gesinnt ist. Diese Haßgefühle des herrschenden griechischen Elements äußern sich in:' fortwährendW. Zeitungsangriffen und böswilligen Anklagen! gegen die Juden- Die traurige Wirklichkeit stht in selstamen Kontrast zu den Versicherungen der griechischen Regierungskreise. Einem jüdischen Journalisten -aus Saloniki gegen-- ' über hat Repoirlrs, der neuernia-nnte Minister des- Innern und Generalgouverneur von Mazedonien, wied-er -einmal eine freundliche Erklärung abgegeben,. Der neue Minister sagte: „Saloniki ist eine Stadt voll Bewegung und; regelt Lebens- Unter der jetzigen klugen und weitschauenden Leitung wird Saloniki ein blühenderes undbedeuienderes, vielleicht sogar das wichtigste-Zentrum des -ganzen Orients . werden. Da nun die Juden hier das in kommerzieller - Hinsicht am besten organisierte Element bilden, Werden sie ' auch vor allen anderen Bevölkerungsgruppen -an der neuen Gestaltung der Dinge beteiligt sein. Die Juden, denen der Aufschwung Salonikis am Herzen- -liegt, werden beträchtlich zur Hebung der Stadt beitragen. Ihre Zusammenarbeit mit den übrigen Nationalitäten wird -allmählich eiat* hertliche Interessen und feste Bande schaffen, durch welche die jüdische Bevölkerung dank ihrer intellektuellen und moralischen Gaben sich durch ihre AÄtwirkung -am öfsent- . lichen Lehen eine günstige Mellung schaffen!'und sich all-, mähii-ch 'zü einer maßgebenden Position aufschwingen. - Unter der griechischen Konstitution,, die -allen Elementen des Landes Gleichberechsigung gewährt, -werden sich die Juden bald ihrer Stärke bewußt werden. Die griechische Negierung weiß auch sehr-gut,' daß es! durchaus in ihrem eigÄren Interesse liegt, wenn sie das jüdische Element zur M-itaröeit heranzieht. Speziell im- Hinblick ans Saloniki handelt es sich nicht nur dairnrm die liberalen Grundsätze der griechischen Konstitution anzuwenden, sondern hier ist es das ureigenste Interesse des Staates, der jüdischen Bevölkerung volle Entwicklung-smöglichkeiten! zu gchen. Das wären Erklärungen, die ich gern einmal -abgeben wollte, undich bin froh, daß Sie mir durch Ihren Besnch hierzu Gelegenheit gegeben haben-" GegemibM -allen diesen Wnen Beteuerungen weist man in. jüdischen Kreisen Salonikis darauf hin, daß die: Inden dieser Stadt unter der griechischen Herrschaft vielfach! eine übelwollende Behandlung erfahren, wie sie ihnen zur Zeit des -türkischen Beginnes -niemals zuteil wurde.' Aus einem -ganz harmlosen Vorgang-, der sich -astrjüngsten Neujahrstage zutrug, wo jüdische Frauen in der Synagoge sich ge^en das grelle Sonnenlicht durch Verhängen der Fenstex mit —- türkischem Flaggentuch schützten, machte die griechische Gendarmerie Salonikis eine' HolitiMe. Affäre, nahm Verhaftungen in deh iSjynagoge vorsind die gesamte?griechische - Pteffe 'bemÄtzkigD^ sich- HZ

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