Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 4 (23.1.1914)
- Date
- 1914-01-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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»itdaklion n»l>?it>mmiltiattou : Wie». JJ , Novalagasse 27 V Sel-vdou: Redaktion 66fW/lV. Anabhaugiac Seitfchrist für jüdische tUiiiMliibi iii. Haidiädvia .... >> 7. - »dmiiiistrarion 4938 11. , JJ. f. ßfterr. HofHimrfatla» keyeck-Koiuo Nr. lÜ'UfllS. Interessen. A-iiu jirilliisv,»,,'kr-: , . ■ ZulrrkNc: Dl« vieriillU gkivalle»« - rronpar-illc-Z-iic 25 Heller. Erscheint jeden Are i tu i\. s^-in Vtii-?Ittttt>: Adonnemenl«- mit) ilitiertiona- Beträgt nnd in Wieir zalnoar und klagbar. Motto: „Dt*a HoLCt-.s ist Wuhi-hell!“ . ti Ulttstel »>brr l<i ifrc«. Ur 4 Wien. 23. Immer ivt4 JnhältfAns der Woche. — Eine psalmistische Advent-Studie, Von Jur. Dr. M. Epstein, Brünn. — Verjchiedeue Nachrichten. Abonnements-Einladung. Die geetjrtcn Kerren Aöonnenten werden um umgehende Erneuerung des Abonnements für den am 1. Jänner 1914 begonnenen neuen Jahrgang ersucht, damit die regelmäßige Expedition des Wlättes keine Ilnterbrechnng erleide. Abonnements-Bedingungen: Ganzjährig Kr. 14.— Kalbjährig Kr , vierteljährig Kr. 3.50. K. k. Postsparkassen-Konto 10V.S18. — Probenummern gratis zur Verfügung. Infolge der mit der Lohnbewegung im Bnchdruckergewerbe verbundenen technischen Schwierigkeiten bei der Herstellung des Blattes konnte die dies.wöchentliche Nummer nur in kleinerem Umfange ausgegeben werden, und bitten wir deshalb sowie wegen event. Unregelmäßigkeit im Erscheinen der nächsten Nummern uw Nachsicht seitens unserer geschätzten Leser. Die Redaktion. Ans der Woche. In dem uumuehr beigelegten Konflikt der beiden Häuser drZ vsterr. Reichsrathes betreffend die Personnlstenernovelle haben die Antisemiten nnd dentchnationalen wieder einmal eine recht jämmerliche nnd klägliche Rolle gespielt. Obne viel Ueberlegnug haben die Geueralpäcluer der alleinsellgmacheilden. germanischen - Moral und Ethik das hochgepriesene deutsche Manneswort ihrer Vertreter in der gemeinsamen Konferenz gebrochen nnd mit echter deutscher Mannestreue sind' die Herren vom deutschen Nationalvergaude, die hilfsbereiten Knappen bei allen antisemitischen Ränken nnd Kniffen, den Wortbrüchigen beigesprungeil. Was galt den Beiden die Not der- Beamtenschaft, das Ansehen des Parlaments, die Gefährdung der Verfassung, wenn nur die Kreise ihrer Wahlpolttik nichtgetrübt werden! Allerdings hat die Majorität des Abgeordnetenhauses den Intrigen der antisemitischen. Parteipolitik keine Gefolgschaft' geleistet, aber immerhin ist es nothweudig fesizustellen, daß die als Jndenschntztruppe verschrieenen Sozialdemokraten und die wenigen unter dem Banne der jüdischen Ethik stehenden Freiheitlichen die Ehre der Wiener Abgeordneten gerettet haben. Die Wiener Bevölkerung hat wohl im Allgemeinen ein schlechtes Gedächtnis, aber vielleicht wird sie doch diese Tatsache bis zu den nächsten Wahlen in Erinnerung behalten. Nachdem die ungarische Regierung nunmehr den Ausgleich mit Kroatien durchgeführt hat, glauben auch die Juden Kroatiens, daß die Zeit gekommensei. da auch ihre Gleichberechtigung mit den übrigen Konfessionen des Landes endlich zur Durchführung gelange. Behufs Beratung dieser Angelegenheit fand dieser Tage in der kroatischen Stadt Körös (Krusevaz) eine Delegiertenversammlung dev Juden von Kroatien und Slavonien statt- Nach einem eingehenden Referate des Rabbiners Engel und nach eingehender Debatte, an welcher nahezu sämtliche Mitglieder teilnahmen, wurde ein die vollkommene Gleichberechtigung der Juden in Kroatien und Slavonien fordernden Resolutionsalttrag angenommen. In dieser Resolution wird ganz besonders die Abänderung des interkonfessionellen Landesgesetzes vom Jahre 1907 in der Richtung verlangt, daß in Zukunft in Kroatien und Slavonien auch der Uebertritt von anderen Konfessionen» zur jüdischen gesetzlich gestattet sei. Dev ursprüngliche.Wortlaut des erwähnten Gesetzes vom Jahre 1907, so wie ihn die damalige Regierung formuliert hatte, enthielt schon die von den Juden jetzt geforderte Bestimmung. Es hieß damals, daß die.Regierung den Gesetzentwurf auf Grund eines Kompomisses mit allen Parteien eingebracht habe. Seltsamerweise hat aber, wie es scheint, entgegen dem Kompromisse, seinerzeit bei Verhandlung der Vorlage im kroatischen Landtage der Agramer . Erzbischof Dr. Posilowicz im Namen der gesamten kroatischen Geistlichkeit dagegen Protest erhoben, daß die Juden in diesem Gesetze mit den christlichen Konfessionen ans eine Stufe gestellt werden- Damals schon. war Kroatien ein Schmerzenskind der Monarchie und so kam es. daß die Regierung dom Drängen der Geistlichkeit - schließlich - - nachgeben mußte, wällte sie nicht das ganze Gesetz gefährden. In der Tat wurde das interkonfessionelle Gesetz-in Kroatien mit der ausdrücklichen Bestimmung angenommen, daß mit Ausnahme des Ueüertrittes zu Jndentnme der Uebertritt von einer Konfession zu jeder anderenbeliebigen Konfession gestattet ist. Diese Ausnahmsbestimmung»