Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 3 (16.1.1914)
- Date
- 1914-01-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 3 ' Die Wadrdeu Lette 5. Glaub enshasses werden. beinr.niederen Volke durchs alle . t&Tfiextfifyin Mittel geHMt^MäD^a. gHeiM MW/'gresttzt ' rkäM^än' Id'ie Äu^förberustg.' .' Einer der Aütif'emitenhäuptlinge,' d^r''.,UAversitätspLofessor' Cuza', .Hat vorigeü Monat in Jassy, böri.JLwÄl^gehrphtz' 4aß..'AMe, wie im PogroMahr' 1866"MHaHöhe' Schlächter b et eit seiend''Ure Messer ^ü' wetzest, Wh'daß. es noch Synagogen LT^^stö.ren /gibt." Eist' andere" Hedster, /.Eostin Sturdzch forderte $um .^wÜbe^' -Hi^eMünoe"^Aegerl' die/FoW'erUÄ'- Mn der 'Fäden auf und das 'Organ der.uationalistischen , DtWWen''HMuväniul' '.studentirstei"" - drohte den Juden Nrt'^Züständest, daß. ,',Rußl'and nkit seinemPogroitts Mb/'RitüÜlniordest ^eist gelobtes'' Land für -sie' sein werde." Ängesiiüts dieser'.gechaltkatiger äuftretenden Ägitäkidn'veginnl sich rn jüdifchest' Kreisen schon eine Panikstimmststg1 emznslekken. (Es/ ist,.' wie gemeldet in Jassy Äüch "bereri's/ M hedeäklichen Denionstratiönen gekommen. ' DiMRedch Man fürchtet,' wenn' die '"Regierung nicht die moralische'Kraft-besitzt,diesen'Gesetzwidrigen Treibereien Mtgegenzntreten,''könne lRumänien'loald wiedest der Schauplätz wirklicher Pogroms werden und das fünfundzwanzig Jahre, Nachdem dcir Juden/des Landes, in einem rnternäriönalen Vertrage btc Gewährung der Rechte zugesagt 'wurde, die man ihnen, mir so schmählichen Mitteln streitig macht. ' ' ' ' ^. Wie "Hein „Israelit" aus' Newyork gemeldet wird, Mt hie storn Kongreß, der Union eingesetzte Emigrationskommission 'zur Beratung des neuen Einwanderungsgesetzes ihre Arbeit begonnen und zwar in loyaler Weise unter Mitwirkung von Vertretern aller philantropischen 'Emigrationsgesellschäften. Die Interessen der jüdischen (Migration verträten Delegierte des Jüdischen Komitees und des ' Ordens Buei Brith, an deren Spitze der um die Sache der jüdischen Einwanderung hochverdiente Mr. Sulzberger. Sowohl dieser, wie der bewährte greise Anwalt des jüdischen Rechtes, Mn' Simon Wolf wiesen in ihren Ausführungen nach, welch großen Gewinn die freie Einwanderung den Bereinigten Staaten gebracht und welche allen amerikanischen Traditionen hohnsprechende Grausamkeit und Ungerechtigtkeit eine auch nur teilweise Schließung der Landesgrenzeu darstellen würde. Trotzdem zeigte sich, daß die rührige Agitation der /Scharfmacher aus den Kreisen der im.Namen von Recht und Freiheit für ihre Sonderinteressen kämpenfden Arbeiterverbände stärker wär lals die Stimme her Vernunft und Gerechtigkeit. Der Gesetzentwurf wurde mit all den von ihm vorgesehenen Einw'anderungsbeschränkungen von der Kommission mit großer Stimmenmehrheit angenommen. Bleibt abzuwarten, wie sich das Plenum des Kongresses zu diesem unerwarteten Kommissionsbeschlusse stellt. Die Hoffnungen Mus den Präsidenten Wilson sind auf Grund der letzten Handlungen und Aeußerungen dieses Staatsoberhauptes noch wesentlich gewachsen, und sieht man daher der Entwicklung der Dinge mit einiger Zuversicht entgegen. Znm Kerichl Dr. |(ittl)nu» iiber den Sprach enkamps in Palästina. Die Erwiderung des Zionistischen Aetions- > : Comitees. ' Herr Dr. Paul Nathan hat in der Sitzung des geschäftsführenöen Ausschusses des Hilfsvereines der Deutschen Juden am 4. Januar über seine Reise nach Palästina einen Bericht erstattet. Dem an die Presse versendeten Commünique müssen wir in einigen Punkten entgegentreten. 5.. Dr., Natan hat hen,, Inhalt,.desSchulstrei- ''tes als eine rein pädagögischeFrage därzüstellen ver^ sucht.,Menu dies richtig ist,...so must sestgestellt werden, daß' allä für 'Schulsachen inPalestina kompetenten Faktoren öasSystem des Hilfsvereins entschieden verurteilt haben: sowohl der gesamte Verband der Lehrer Palästinas Werkas, HaMdrim) als auch der weitaus größte Heil per vom Hilfsverein selbst angestellten Lehrer. Die Fachleute, an ihrer . Spitze der bekannte, greise Gelehrte, Pädagoge und Schriftsteller, David Aellin, der seit 24 Jahren im Dienste der Jerusalemer Schulen steht, haben sich mit unbedingter Entschiedenheit gegen die in der letzten Zeit vom Hilfsverein, öurchgsührte Zurückdrängung der hebräischen Sprache in den Hilfsvereinsschulen ausgesprochen. .Als Kronzeugen gegen sie versucht Herr Dr. Nathan Herrn Dr. (S\ W. Tschlenow anzuführen, der sich in seiner Schrift „Fünf Jahre Arbeit in Palästina" mit Anerkennung über die Tätigkeit des Hilfsvereins geäußert hat. Das Urteil Herrn Dr. Tschlenows über das neue System des Hilfsvereins erhellt aber daraus, daß er gleich Herrn Dr. Schmarja Levin und Herrn Uscher Ginzberg (Achad Haam) aus dem Kuratorium des jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palestina ausgetreten ist, als auch hierauf Verdrängung der hebräischen Sprache gerichtete Beschlüsse gefaßt wurden. Was aber die Schrift Dr. Tschlenows anlangt, so ist sie im russischen Original vor ll/2 Jahren erschienen und basiert auf den vor zwei Jahren in Palästina gesammelten Beobachtungen. Schon damals konstatierten Nahestehende, wie auch die Schrift deutlich anführt, daß der Hilfsverein in seinen Schulen germanisierende Tendenzen zu pflegen beginne. Herrn Dr. Tschlenow, der die Schulen nur vorübergeheö besichtigte, konnte das damals noch als eine von übertriebener Sorge für das Hebräische eingegebene Befürchtung erscheinen. Seither aber hat der Hilfsverein „große Fortschritte" in dieser Richtung gemacht und die Beschlüsse des Kuratoriums haben jede Möglichkeit eines Zweifels beseitigt. Die über die Sachlage gut informierten Lehrer Palästinas erhoben aber, wie uns bekannt ist, sogleich nach Erscheinen der russischen Schrift eben wegen der jetzt von Dr. Nathan angezogenen Stelle ernste Vorwürfe gegen Herrn Dr. Tschlenow und erklärten schon vor .einem Jahre, wenn der Hilfsverein seine Tendenz nicht ändern sollte, werde die Bekämpfung feiner Schulen unausbleiblich werden. Herr Dr. Nathan darf gewiß das gerechte und unparteiische Urteil Herrn Dr. Tschlenows betonen. Dieses Urteil aber ist nicht, wie das Zitat aus der infolge der raschen Entwicklung in diesem Punkte überholten Schrift glauben machen will^ eine Billigung, sondern vielmehr eine Verurteilung der in den Hilssvereinsschulen praktzirten Zurückdrängung der hebräischen Sprache. Mit Entschiedenheit weisen wir die Behauptung zurück, als ob die von der zionistischen Bewegung unterstützte Forderung der palästinensischen Lehrerschaft und des ganzen arbeitenden Palästina nach der gebührenden Berücksichtigung der hebräischen Sprache zu einem Konflikt zwischen Zionisten uns religiösen Elementen geführt hätte. Bei dem Kampf um die hebräische Sprache haben religiöse Momente weder auf der einen noch auf der anderen Seite bestimmend Mitgewirkt. Die Bevölkerung Palästinas, die bisher zu David Aellin und den übrigen Lehrern Vertrauen hatte, hat dieses Vertrauen zu ihnen nicht verloren, seit sie der Hilfsverein zum Verlassen ihrer Stellungen gezwungen hat. Die extrem-orthodoxen Kreise aber haben den Cherem, mit dem sie die