Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 3 (16.1.1914)
- Date
- 1914-01-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4. Tie Wahrheit. - '.'n-. 3. rauf, in dieser Angelegenheit könnten nur sämtliche-SignatarmächM im. Hinvexnehmm mit Ers-MworMhest. glaube nichts dH ein solcher gestreinsamer Schritt zustande gebracht werden könnte. M sei dsit Atisichi; dH Oesterreich-Üngärn trotz seiner Shinpathien für . die religiöse Gleichberechtigung kein Interesse habe, in dieser Angelegenheit die Jinitiative zu ergreifen. Er besitze von einer direkten Jyitj.atiye der englischen Regierung keine Kenntnis. Die englische Regierung habe sich in dieser Frage nicht an Oesterreich-Upgarn gewandt. Er bezweifle auch sehr, daß es den. Israeliten Rumäniens tzum Vorteil gereichen.könnte, wenn diese Frage international cmfgeworfen und verhandelt würde, zumal die Rumänische Regierung diese Angelgenheit immer ausschließlich als eine innere Frage betrachtet habe' Diese Antwort des, Ministers, die wohl mit großer Majorität angenommen wurde, aber trotzdem in der Del^ation nicht unwidersprochen blieb, gab nun neuerdings-dem Abgeordneten Dr. Strauch er Anlaß, im österreichischen Abgeordnetenhause eine Interpellation an 'die . Regierung einzubringen, in welcher , ein scharfer Protest gegen die offiziöse Erklärung des Grafen Berchtold erhöben wird. Die Interpellation führte aus, daß die rumänische . Judenfrage seit dem Tage der Unterzeichnung des Berliner Vertrages keine interne Angelegenheit Rumäniens sei. Rumänien ist dett Signätarmächten für die Nichteinhaltung des Berliner Vertrages verantwortlich., Graf Berchtold. hat Nicht nur ein gewaltiges Unrecht än den rumänischen Inden begangensondern Oesterreich-Ungarn hat äüch damit ein Recht äufgegeben, welches ihm gemäß dem Berliner Vertrage zukommt. Die Jnterpellätiön forderte schließlich, daß die österreichisch-ungarische Regierung kräst ihres Rechtes uttd in Beobachtung ihrer Pflicht zugunsten der Gleichberechtigung der Juden ist Rumänien interveniere. * * Aus Budapest wird gemeldet: . Die Existenzmöglichkeit tausender Juden wird von einem schweren '.Schlag bedroht. Die Ausgaben des Staatshaushaltes sind in. letzter Zeit durch .die drohende Kriegsgefahr und die uferlosen Rüstungsvorlagen ins unendliche gestiegen. Alle Einnahmequellen sind erschöpft und die größten Finanzkapitalisten Ungarns, Wekerle, Popovitsch 2.C.. sehen als letzte Möglichkeit den.Staatsbankerott hintanzuhalten, nichts anderesals nach galizischem Muster, den Spiritus zu monopolisieren. Werden unsere Führer nicht, rechtzeitig den Ernst der Situation begreifen und die latente Macht der noch nicht organisierten jüdischen. Volksmasse mobilisieren, dann 'können wir leicht die traurige Kopie des Äutzuges der galizischen Schankwirte in Wien erleben, die als letzten. Schritt den Weg ins Ministerium machten, um dort — natürlich vergebens — ihr verlorenes Recht und Brot zu erflehen. lieber antisemitische Kongreßschwierigkeiten in Rußland schreibt die „Voss. Ztg.": Jedesmal, wenn in Rußland ein internationaler Kongreß stattfinden soll,, wiederholt sich dasselbe Spiel. Jedesmal Wen die üstsläWischen Gelehrten jüdischen Glaubens minderen Rechtes sein. So war es bei dem internationälen Aerztekongreß. in Moskau, so war es bei dem internationalen Gynäkolog enköngreß, so ist es wiederum jetzt. Vom 28. Juli bis 2. August 1914 soll in Petersburg der zwölfte Internationale Ophthalmologenkongreß stattfinden. In dem aus ihn bezüglichen zweiten Rundschreiben steht zu lesen: , „Das Ministerium des Innern hat die unbehinderte Zulassung der israelitischen Mitglieder des Kongresses bewilligt. Es wird jedoch verlangt, daß in Petersburg durch das Zenträlbureäü stuf dem Paß der israelitischen Mitglieder; .eist. Hetmerk gemacht' wer,de üödt. 8ie Dauer der..Berechtigung, innerhalb der^ReiHsßrenzen zu leben.- Als. leAer Termin für den Aufenthalt, in Rußland wird wohl der 28./15. , AeptMber ,zu gelten haben- , rstrt welchem Tage ja auch die Vergünstiguttgest der Reise aufhören." . Man' tnale. sich folgendes Bild aus: Einer der berühmtesten lebenden Augenärzte, der sich in der ganzen Welt gleichmäßiger Schätzung erfreut, ist der Geh. Mchizinalrat Prof. Dr. HirHberg-Oerlin.. .Wie man ihn im vergangenen Sominet ist London, apf dem internatio-- nalen Aerztekongreß geehrt hat, , würde man ihn auch in Rußland ehren. Man will ihm, wie in anderen Länderst, die er besucht, die Kliniken zeigen, lädt ihn hierhin und dorthin ein — und in Odessa versäumt er am 28./15i Seytember das .Schiff. Dann korstmt die. russische Polizei und spediert ihn Wer die Grenze!. Daß sich angesichts-solcher Zumutungen in gleicher Weise ein Entrüstungssturm unter den Gelehrten aller Länder erhebt, wie es bei beet früheren Kongressen der Fall war, liegt auf der Hand. Schon haben zahlreiche korrespondierende Mitglieder für das deutsche Sprachgebiet, in Deutschland, der . Schweiz Und Oesterreich, unter den Ausdrücken schärfster Mißbilligung ihre Aemter niedergelegt, und ein gleiches wird ästs anderen Ländern gemeldet. Ueberall wird derselbe Entrüstung läßt, überall gehen bei wissestschäMchen Gesellschaften schön Anträge erst, ihrerseits der gleichen Empfindung Ausdruck zu geben. Die voraussichtliche Wirkung wird, eine allgemeine Aufforderung sein, dem Kongresse .gänzlich fernzubleiben. Die einzig richtige Antwort auf solch Usterhörte Zumutung^ König Karol äußerte in einer Unterredung mit. einem Führer der rumänischen Judenbwegung, er pflichteher Ansicht bei, daß die so oft gerügten traurigen Verhältnisse der rumänischen Juden unhalbar seien und daß Wandel geschaffen werden müsse, insbesondere, nachdem so viele jüdische Soldaten im Herbst.für König und Vaterland in den Kampf gezogen seien: Als konstitutioneller Monarch sei er aber genötigt, sich mit den anderen gesetzgeb.endgn Faktoren vorher ins Einvernehmen zU seiest: Der König ließ durchblicken, daß es sein Wünsch sei, daß das dem gesetzesgebenden Körper, sind der 'Regierung von . den rumänischen Inden zu überreichende Memorandum, das politische und bürgerliche Gleichberechtigung fordertnoch einige Zeit zurückgehalren werde. : V Wie gering aber 'faktisch die Hoffnungen der rumänischen Juden betreffs Erlangung der politischen Gleichberechtigung sind, beweist nachstehende Meldung aus Bukarest: Die konservativ-demokratische Regierung des Herrn Majorescou wird ihr Versprechen, wenigstens die Juden Rumäniens zu naturalisieren, die an der bulgarischen Kampagne teilgenommen haben, nicht erfüllen; nicht so. sehr deshalb, weil , ihr nur'mehr ein kurzes Leben beschießen.ist — denn sie wird, wie ich gestimmt erfahre, noch im Laufe des Jstnuar einer liberalen Regierung Ptatz machen — sonderst vor allem, weil es ihm 'Äst dem entsprechenden Mut fehlt, der lebhaften antisemitischen Agitation gegen Ne. Naturalisation der Juden entgegenzutreten. Die Regierung MajorMcU-Mrst.sich.chärauf. beschränken-,. einigewenige Inden zü nakUrstlisierest,Ustt dsts Gesicht zu wahren, im übrigen Uber die Lösung der Judenfrage 'ihren liberalen Nachfolgern überlassen. Jstn!-. sieht, die „Liga culturalä" hat sich: Wer Mangels Än l. Erfolg ihrer ebenso .geräuschvollen W. gehässigen .Agrk ta stion nicht zu' beklagen? Diese iß neuerdings üxÄwfassendster Weise 'organisiert Mrtzrtt. In Ällen Städten und Dörfern iv'erden VersamMüstgen. gegen die. VerHhung politisch er Gleichberechtigung 'Üst^ die HMen ÄbHehältett, - Und der Fanatismus und;jInsKsttte-..':.dH